• 19.06.2009

Die UNO schlägt Alarm

Krieg und Armut, ein Teufelskreis

Vertreibung und Hunger nehmen zu, die Zahl der Hungernden hat die Milliardenmarke überschritten. Experten sehen in der Hungerkrise ein "ernstes Risiko für den Weltfrieden".von Dominic Johnson

  • 25.06.2009 16:21 Uhr

    von navajo joe:

    Ich stimme buckelwal ausdrücklich zu.

    z. B. die extremen Ungleichheiten sieht man, wenn man die mit "Police" gekennzeichneten Tiere in Teheran vergleicht mit den Angehörigen derselben Spezies, auf die sie einprügeln - oder Ähnliches in Afrika, wenn man die Täter mit den Opfern vergleicht - wobei Opfer in anderen Situationen wiederum zu Tätern werden können und umgekehrt ...

    Die Menschen sind wirklich merkwürdige Tiere. Traurig, aber wahr, dass sie einerseits extrem empathiefähig sein können (wie kaum andere Tiere), zugleich aber zu Handlungen fähig sind, die an Grausamkeit die aller anderen übertreffen (absichtliche Folter ... oder auch 'nur' Schlangen im Zoo mit lebenden Kaninchen zu füttern, damit andere Menschen doch diese Schlangen bewundern können, um damit dann Geld zu verdienen ...). Was Lifton & Marcusen "dissociation" nennen (in: The genozidal mentality) spielt hier sicher eine Rolle. Damit verbunden auch "Training" zu eben solcher Nicht-Empathie, sei es die recht alltägliche Nicht-Empathie gegenüber nicht-menschlichen Tieren (vgl. Massentierhaltung etc.) oder gegenüber anderen Menschen.

    Die Biologie sollte endlich das Adjektiv "sapiens" streichen und durch so etwas wie "extremis" ersetzen.

  • 25.06.2009 00:26 Uhr

    von buckelwal:

    @ Puck: Die Aussage, Menschen seien Tiere, stört dich vielleicht v.a. deshalb so, weil du keine angemessene Achtung vor Tieren hast (wobei Tiere natürlich nicht alle gleich sind. Das habe ich nie behauptet).

  • 22.06.2009 15:34 Uhr

    von Gockeline:

    Armut wird zu einseitig dargestellt.
    Armut hat viele Ursachen und Gesichter.
    Bei uns die viel zu niedrigen Löhne
    und ein paar stecken sich so unverschämt
    viel zu und denken nicht was Menschen der unteren Klasse.tun.
    Armut in Afrika hat ihren Ursprung in der Diktatur
    und Korruption.
    Viel Leid in der Welt entsteht durch falsche Politische Führung.
    An die geht niemand ran und redet mit ihnen.

  • 21.06.2009 22:36 Uhr

    von Puck:

    @Buckelwal

    Ein sehr guter Artikel, in der Tat.
    Und den letzten Satz finde ich ausgesprochen passend. Ich kann mich daran erinnern, daß in den Nachrichten ein erschütternder Bericht darüber kam, daß im Kongo 400 Nilpferde getötet und auch noch aufgegessen wurden - ohne mit einem Wort zu erwähnen, daß dort seit Jahren ein Krieg herrscht der zu diesem Zeitpunkt mal eben 4 Mio Menschen das Leben gekostet hat und daß beides womöglich ursächlich miteinander zusammen hängen könnte. Zum Beispiel könnten sie die Nilpferde aufgegessen haben, um nicht zu verhungern - was jedem Löwen selbstverständlich verziehen würde.
    Das zeigt die Prioritäten in diesem Land doch wohl klar und deutlich.
    Die Taz ist so ziemlich die einzige Zeitung in Deutschland, die regelmäßig über Afrika berichtet. In allen anderen Medien könnte man den Eindruck gewinnen, der Kontinent existiert überhaupt nicht, es sei denn als Reservoire für bedrohte Tiere.
    Daß sich einige Promis in zweifelhafter Weise für Entwicklungspolitik engagieren stößt mir auch sauer auf.
    Noch sauerer stößt mir allerdings auf, daß sich erheblich mehr Promis profilieren, indem sie sich in jeder Talkshow wortreich zum "Tierelend" äußern und noch nicht einmal davor zurückschrecken, die in den meisten Fällen nicht sehr schöne Tierhaltung z. B. bei SChweinen mit KZs zu vergleichen.
    Das ist so schräg gedacht wie dumm formuliert.
    Erstens verbieten sich solche Vergleiche aus Prinzip. Menschen mit Tieren, z. B. SChweinen, gleich zu setzen, sollten wir Nazis überlassen, und wenn wir nach dem Kampf für die bedrohte Tierwelt noch Zeit dafür finden, eine klare Meinung dazu äußern.
    Und zweitens sind diese Aktivisten sich offenbar nicht darüber im Klaren, daß sie in einem Land, in dem mal eben 38 Mio. Eur gespendet werden, um das modernste Tierheim Europas zu bauen (Berlin), mit Tierschutz ein paar billige Punkte machen können - und vor allem ist ihnen nicht bekannt, daß nicht wenige Nazis sich besonders als Tierschützer hervorgetan haben.
    Wer schlecht zu Tieren ist, ist womöglich auch schlecht zu Menschen. Aber wer gut zu Tieren ist, ist deshalb noch lange kein guter Mensch.

  • 20.06.2009 22:55 Uhr

    von buckelwal:

    Ein guter Artikel, obwohl der letzte Satz mit der Fliege ungefähr so überflüssig ist wie die Debatte darum. Insbesondere kommt es so rüber, als hätten vielleicht "Tierschützer" (als wäre das eine homogene Gruppe) keine anderen Sorgen und würden sich um nichts anderes kümmern, als um Fliegen. Und die gewissensberuhigende und publicitywirksame Wohltätigkeit von irgendwelchen Stars, die von den Zig Millionen, die sie akkumulieren, ein bisschen was "spenden", müsste gerade in der taz auch nicht erwähnt werden. Das machen doch die anderen Medien sowieso zuhauf.

    Zum Absatz "In Sri Lanka waren dieses Jahr zehntausende Tamilenzivilisten wochenlang Artilleriebeschuss der Armee ausgesetzt, die per Kollektivbestrafung der Bevölkerung im Gebiet der Tamilenrebellenarmee LTTE (Befreiungstiger von Tamil-Eelam) schließlich den Sieg errang. Diese Zivilisten leben jetzt in von der Armee bewachten Lagern." wäre hinzuzufügen: ... Soweit sie überhaupt noch leben.

    p.s. Menschen sind Tiere (wenn auch eine besonders destruktive Spezies) und da mir auch leidende Menschen leid tun, bin ich auch für mehr Menschenschutz, z. B. dafür, dass sie vor Krieg und Hunger (der bekanntlich heute überwiegend menschengemacht ist) besser geschützt werden.

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