• 23.12.2009

Die Kathedrale im Herzen des Islam

Der Bischof von Arabien

Der Kapuziner Paul Hinder steht auf der Arabischen Halbinsel dem größten und wahrscheinlich schwierigsten Bistum der Welt vor. Von dem Schweizer Minarettverbot hält er gar nichts.von Karim El-Gawhary

  • 05.01.2010 14:47 Uhr

    von aso:

    @ Tom:
    „...Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten...“:

    Eher mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten:
    „...Jesus ist für Moslems nicht Gott, sondern wie Mohammed ein Prophet...“:

    Diese Aussage ist für Christen unzulässige Blasphemie. Das ist so als würden Christen sagen, Mohammed war kein Prophet , sondern krank und hatte im Fieber „Halluzinationen und Eingebungen“.

    Ähnliches gilt für die Behauptung,
    „Es gibt Verfälschungen in der Bibel, die aus Islamischer Sicht später eingefügt wurden und mit der Urbibel nichts zu tun haben...“

    „...Und hier mit Zahlenspielerein etwas beweisen zu wollen, ist nur ein sehr einfach zu durchschauender Trick...“:

    Weit gefehlt:
    sicher könnte man auch Vergleiche über Gewaltdarstellungen anstellen.
    Dabei muß man jedoch berücksichtigen, daß die Bibel im Gegensatz zum Koran in einem Zeitraum von 1500 Jahren entstanden ist.

    Hier gab es sehr viele unterschiedliche geschichtliche Entwicklungen, und kriegerische Auseinandersetzungen auf die reagiert werden musste.
    Der Koran entstand in einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahrzehnten.

    Im Islam werden nur die Bücher der „Buchreligionen“ anerkannt (deren Anhänger sind sog. Dhimmis). Das „Siegel des Propheten“ läßt keinen Zweifel aufkommen, welches das „richtige“ Buch ist.

    „...Dem islamischen Glauben zufolge ist der Koran eine Kopie des bei Gott (Allah) befindlichen „Buchs aller Bücher“ (Umm al-Kitab, vgl. Sure 3:7; 43:4)
    und wurde dem Propheten Mohammed in der „Nacht der Bestimmung“ Lailat ul-qadr (Sure 97) im Jahre 610 n. Chr. von Gott in sein Herz geschrieben. In der Folge wurde der Koran dann durch den Erzengel Gabriel auf seine Zunge gebracht (geoffenbart)...“(Wiki).

    Sie vergaßen, daß die Bibeltexte heute im historischem Kontext als Gleichnisse gedeutet werden (also nicht wörtlich).
    Während er Koran als Gottes wörtliche Offenbarung verstanden wird, daher zeitlos und ewig gültig ist.

  • 04.01.2010 17:47 Uhr

    von Tom:

    An aso: ich sehe sie haben leider einige falsche Vorstellungen über den Moslemischen Glauben. Ich werde es kurz machen und sie dürfen selber dann über Ihren Text nachdenken und die Fehler darin suchen. Die Bibel und andere Bücher sind für Moslems heilige Bücher! Der Koran ist nur die "weiterentwicklung", das letzte Buch in der Reihe. Jesus ist ein heiliger Prophet. Kaum ein Moslem würde Jesus beleidigen. Die heilige Mutter Maria wird auch von den Moslems verehrt.

    Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten, die leider alle wegfallen in einer Zeit wo man nur Polarisiert und nach Unterschieden sucht. Aber falls Sie unteschiede unbedingt wollen, bringe ich sie gerne. Jesus ist für Moslems nicht Gott, sondern wie Mohammed ein Prophet. Maria wird von Moslems normalerweise nicht direkt angebetet, weil auch sie nur ein Mensch ist und man nur direkt zu Gott betet. Es gibt Verfälschungen in der Bibel, die aus Islamischer Sicht später eingefügt wurden und mit der Urbibel nichts zu tun haben. Aber bevor das jetzt zu weit ausartet, höre ich hier damit auf.

    Und hier mit Zahlenspielerein etwas beweisen zu wollen, ist nur ein sehr einfach zu durchschauender Trick. Ebenso könnte ich hier reinbringen wieviele tausend stellen in der Bibel (was ganz schön viele sind), von Gewalt handeln. ich könnte es auch umdrehen und bringen wie oft im Koran vom allverzeihenden und barmherzigen Gott die Rede ist (vor jeder Sure, in jedem Gebet etc...) und das zum brutalen Gott des Christentums stellen. Das mache ich aber nicht, weil ich Respekt vor der Bibel haben und den christen und ich nur einen miesen Zahlentrick vorlegen würde. Mit freundlichen Grüßen

  • 03.01.2010 18:02 Uhr

    von aso:

    @ Tom:
    In der Tat wäre es hilfreich für Sie gewesen, hätte Sie meinen Text nicht nur gelesen, sondern auch verstanden:

    A) Ihre Behauptung beruht auf Behauptungen in Ihrem angegebenen Link:

    „Dies gilt um so mehr, als die kirchlichen Institutionen bis heute lehren, dass jedes Wort der Bibel Gottes Wort sei, an das man glauben müsse...“:

    Diese Auffassung ist gänzlich fehlerhaft und falsch. Sie entspricht NICHT den kirchlichen Institutionen, sondern fundamentalistischen Splittergruppen.
    Hier sollten Sie entsprechend kirchliche Institutionen zitieren, um überhaupt einen Hauch von Glaubwürdigkeit zu behalten, statt fragwürdiger Publikationen im Umfeld von Neuoffenbarungssekten wie „Universelles Leben“, eben ihre genannte urchristliche Zeitung „Weißes Perd“:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Universelles_Leben
    Daraus zu zitieren wäre etwa so, als würde ich Al Qaida zitieren, um zu bescheinigen, wie gewaltbereit der Islam sei.
    Im übrigen übersahen Sie den historischen Kontext, Bibeltexte sind seit der Aufklärung/Säkularisierung nicht mehr wörtlich zu nehmen, somndern in historischem Kontext.

    B) Auch hier liegen Sie daneben, da Sie mich schon falsch zitieren:
    Ich sagte: „Es gibt keine Bibeltexte, in denen zum Töten von Ungläubigen aufgerufen wird.“

    Das ist der Punkt: es finden sich historische Vorgänge, jedoch keine Aufforderungen, die bis heute aktuell sind, Ungläubige zu töten.

    Dieser Imperativ findet sich 25 mal im Koran. Da der Koran direkt von Gott diktiert wurde, ist dieser nicht auf einen historischen Kontext bezogen wie die Bibel, sondern ewig unveränderbar gültig...

    C) „Das der Koran aus der Bibel entstand...“: ist ebenfalls unrichtig. Vielmehr wird mehrfach von islamischer Seite darauf hingewiesen, daß Buchreligionen VOR dem Koran allesamt Verfälschungen seien...

    Ihre These, der Koran sei aus der (Fälschung) Bibel entstanden, wo er doch direkt von dem Gott der Muslime diktiert wurde, läßt erheblichen Zweifel an Ihrer Behauptung, Sie seien Moslem, aufkommen...

  • 02.01.2010 08:41 Uhr

    von Tom:

    aso, bevor du mir antwortest wäre es ein guter Stil gewesen meinen Link zu lesen. Dies ist offensichtlich nicht geschehen, sonst würdest du nicht gleich zu Beginn dem Fazit des Textes widersprechen und weiter behaupten in der Bibel sei es

    A) Als Gleichniss zu sehen
    B) Das Töten von Ungläubigen würde nicht vorkommen

    Interessant ist dieses leugnen aber schon, wenn man bedenkt das du darauf gleich die Standardkoranmasche anführst, die ja natürlich was ganz anderes wäre. Das der Koran aus der Bibel entstand, erspare ich dir jetzt einmal vorläufig

    Desweiteren was die Wiederholung der Häufigkeit von Gewalt im Korn betrifft, zeigt dies doch erneut das mein Link nicht gelesen wurde. Da ist diese Zahl übrigens ein Witz gegen die Bibel. Ich würde dich bitten, erst zu antworten wenn dies nachgeholt wurde. Es muss nicht unbedingt das Wort töten auftauchen, wenn der Sinn dasselbe ist. Es ist nämlich logisch das jemand der gesteinigt wird auch stirbt und dies kommt in der Bibel ebenso vor. Ebenso ist es logisch, das Leute sterben, wenn eine Stadt von Männern befreit wird. Da ist es schon lustig, sich an dem Wort an sich festzuhalten und diese abzuzählen. Ich kann dir 13000 Seiten aufschreiben wo ich von Massakern über Gewalt usw.... dir erzähle, ohne auch nur einmal das Wort töten zu nutzen. Ändert dies etwas an der Aussage?

  • 29.12.2009 12:56 Uhr

    von aso:

    @ Tom, seyed:

    Es gibt gravierende Unterschiede, die Sie mit Ihren Vergleichen und Relativierungsversuchen unterschlagen:
    Die Bibel-Texte sind nicht (mehr) wörtlich zu nehmen, sondern Gleichnisse. Ferner sind sie auf ihren historischen Kontext bezogen.
    Es gibt keine Bibeltexte, in denen zum Töten von Ungläubigen aufgerufen wird.

    Der Koran befielt unmissverständlich das Töten von Ungläubigen und zwar immer und immer wieder.
    Betrachten wir ganz nüchtern den Textbefund, philologisch aufbereitet.
    Die arabische Wurzel qtl ('töten') erscheint – mit allen Ableitungen – im Koran 187 Mal, davon 25 Mal im Imperativ. (Zum Vergleich: im hebräischen Alten Testament, wahrlich nicht immer ein friedfertiges Buch, kommt die entsprechende Wurzel qtl nur 4 Mal vor, die semantisch verwandte Wurzel rsh ('morden') 46 Mal, aber nie als positiver Imperativ – nur negativ im Verbot "Du sollst nicht töten".)
    Nicht alle Imperative im Koran sind Aufforderungen an die Gläubigen zur Tötung von Ungläubigen, aber doch die überwiegende Mehrzahl.

    "Wo ist der Mufti, der weithin hörbar eine Fatwa gegen das Morden im Namen des Islam erlässt? Bei Salman Rushdie war die Fatwa rasch zur Hand...“.

  • 27.12.2009 11:02 Uhr

    von Tom:

    An keetenheuve: Du musst vorsichtig argumentieren wenn es um religiöse Sachen geht. Natürlich sind Ungläubige für eine Religon wie "Vieh", was immer noch zu positiv ausgedrückt wird aus Sicht der Religion. Nur was genau willst du kritisieren? Das Religion die eigene Lehre als das einzig richtige sieht und die anderen als falsch? Das ist doch im Christentum nicht anders. Was sagst du denn dazu, das im Christentum die Ungläubigen im Höllenfeuer eine Ewigkeit lang qualvoll leiden werden? Aufruf zur Folter evtl.? Du musst solche Sachen philosophischer sehen, statt so verbissen wie es rüberkommt. Es wäre ja reichlich paradox, wenn eine Religion keinen Unterschied zu einem Gläubigen machen würde, als zu einem Ungläubigen. Würde das nicht dem Wesen der Religion uns seiner Definition nicht schon widersprechen? Von daher ist die Aufregung nur auf den ersten Blick gerechtfertigt. Was die Suren zur Gewalt betrifft, sind diese fast ausschließlich auf Notwehr bezogen. Unser GG zum Beispiel hat zig Gesetze die Gewalt rechtfertigen, ist es deswegen ein Aufruf dazu? Und wie immer müsste man dann die Bibel wieder bringen, wo die Sache nicht anders aussieht. Da kommt von Steinigung, zur Kopftuchpflicht bishin zu Inzest und Vergewaltigung und Folter alles vor. Nur siehst du es auch dort so verbissen?
    http://www.das-weisse-pferd.com/00_15/bibel_index.html

    Man sollte aufhören immer nur Moslems derlei Sachen vorzuhalten. Auf Dauer stört das unser Zusammenleben

  • 27.12.2009 00:07 Uhr

    von keetenheuve:

    @ seyed
    was meinst du denn? Wie soll ich deinen Hinweis auf die Menschen zweiter Klasse in muslimischen Ländern und die Nazi-Zeit im allgemeinen verstehen? Und wo wird denn in der Bibel von den "Ungläubigen" als Vieh gesprochen, ganz zu schweigen von den über 200 Suren, die zur Gewalt an den Nichtmuslimen aufrufen? Darf man das nicht kritisieren, weil es in Deutschland Adolf Hitler gab?

  • 26.12.2009 12:15 Uhr

    von Anna:

    Ich bin immer wieder ein wenig erschrocken, über die intoleranten und sogar leicht aggressiv angehauchten Kommentare, die auf taz.de zu lesen sind.
    Hinder demonstriert hier eine wunderbar christliche Art der Nächstenliebe und wünscht sich, dass 'seine Seite' den ersten Schritt zur Annäherung tut, was soll daran naiv oder gar unterwürfig sein.....? Ich bin als Schweizerin fast schon ein bisschen stolz auf den Bischof :D

  • 26.12.2009 11:25 Uhr

    von seyed:

    oh man..ich kann diese hetze gegen muslime nicht mehrertragen..liest die bibel (alte und neue testament) und staunet was sie predigt..
    auch wenn in muslimischen ländern andersdenkende als menschenzweiter klasse gelten (juden, christen, zoroastrier im iran) oder gar total unterdrückt werden (bahais im iran)..schaut doch was der weisse man im namen "seiner religion" gemacht hat oder tat..s. amerika, australien, neuseland, etc..
    ganz schweigen von der nazi-zeit..
    da sag ich nur "grüss gott" und fasst euch an die eigene nase-ihr pappnasen!!!

  • 25.12.2009 22:17 Uhr

    von Tad Baste:

    Monsignore Hinder ist ein Pragmatiker. Und das ist die einzige Chance für ihn, seine Aufgabe (wertungsfrei) in seinem Bistum zu erfüllen.
    Dass ihm der populistisch-demokratische Volksentscheid in der Schweiz dabei sicher keine Hilfe leistet, liegt auf der Hand. Aber zumindest bleiben die vier Moscheen mit Minaretten in der Schweiz unangetastet. Sonst würde das ganze noch zum nächsten Krieg aus Glaubensgründen führen.
    So verlassen nur ein paar islamische Milliarden die schweizer Bankkonten...

  • 25.12.2009 19:33 Uhr

    von Türke @ Alle:

    Ihre Kritik ist berechtigt ! Der Wahabismus ist mir genauso fremd wie Ihnen !Dem Bischof wünsch ich Beharrlichkeit und Ausdauer!
    Aber warum ist dann ausgerechnet Saudi Arabien der engste Verbündete der West-Mächten im Kampf gegen den sogenannten Terrorismus? Man scheint sich prima zu verstehen..
    Die Europäer selbst stehen doch selbst davor den Islam verbieten zu wollen, wenn man sich die Kommentare in den deutschen Medien anschaut kann man durchaus davon ausgehen..
    Ist es nicht so: gleich und gleich gesellt sich gern? Müsste man eigentlich annehmen..
    Mfg

  • 25.12.2009 15:53 Uhr

    von wuff:

    Ein Elfenbeinturm zwischen den Minaretten, und der Bischof mittendrin.
    Mehrzweckhalle als Kirche?
    Kein Turm, keine Glocke, kein Kreuz?
    Warum geht kein Aufschrei durch Deutschland??
    Oder ein Ruck???
    Oder irgendwas????

  • 25.12.2009 11:16 Uhr

    von Victor:

    Der Bischof ist mitnichten naiv: Insbesondere in Saudi Arabien ist die Legitimation des Herrschers religiös begründet. Schon allein deswegen ist es keine Lösung, lautstark irgendwelche Forderungen in den Raum zu stellen. Weiter würde das auch als grobe Unhöflichkeit und Affront verstanden werden.

  • 24.12.2009 23:33 Uhr

    von Türke @ Alle:

    Ihre Kritik ist berechtigt und angemessen!
    Sind die Saudis nicht die engsten Verbündeten der westlichen Alliierten im Kampf gegen den Terror? Gleich und Gleich gesellt sich gern, oder so ähnlich..
    Mfg

  • 24.12.2009 14:31 Uhr

    von Claus Ernst:

    "Je leiser wir sind, umso mehr können wir machen". Das ist eine frohe Botschaft, die wir 68iger zu X-mas gerne hören. Am meisten erreicht man, wenn man ganz still hält (Lao Tse).

  • 24.12.2009 14:16 Uhr

    von A. Elisabeth:

    das nennt man dann unterwürfigkeit, und:
    wer dir auf die linke backe schlägt, dem halte auch die rechte hin.

    selig, die leisetreter, denn ihnen wird das himmelreich gehören.
    und die laut-beschaller werden sich weiter in ihrer vormacht suhlen.

    wer keine forderungen stellt, kann auch nicht gefährlich werden. immer schön unterordnen.
    weiter so!

  • 24.12.2009 12:33 Uhr

    von captn difool:

    strotzt ja nur so vor naivität die sichtweise des bischofs von arabien. schätze mal, dass er meint sein amt lasst es nicht anders zu. wenn er sich da nur mal nicht täuscht...

  • 24.12.2009 11:08 Uhr

    von Ernst Schellenberg:

    Ihren Kommentar hier eingeben

    Danke für diesen interessanten Beitrag!

  • 24.12.2009 02:23 Uhr

    von keetenheuve:

    Genau: Die Schweizer haben eine demokratische Grundordnung, die Saudis nicht. Deshalb ist das Minarettverbot eine demokratische Entscheidung, entsprechend der Grundordnung.
    Natürlich kann er das Minarettverbot nicht begrüßen, denn ansonsten hätte er wohl bald die Ausreiseverfügung als "unerwünschter Christ" auf seinem Schreibtisch.
    Komisch, dass nur im Zusammenhang mit dem Minarettverbot über die skandalöse Bedrückung und Diskriminierung der Christen in muslimischen Staaten berichtet wird. Wer nur ein paar Seiten des Koran durchblättert, wird durchweg auf gewalttätige Suren und Drohungen gegen andere Religionen bzw. deren Anhänger stoßen...

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