Die Grünen schaffen zwar Umfragewerte von 20 Prozent, doch real gewinnen sie keine Wähler hinzu. Was ist also dran an der Rede von der "neuen Volkspartei"? Eine Analyse. von Matthias Lohre
Ich bin wahrlich kein Gegner der Grünen, aber gerade diese haben immer wieder ganz deutlich für die Abschaffung bzw. Ausdünnung des Beamtentums plädiert. Warum gerade der höhere Dienst dann zur Stammwählerschaft gehören soll, verschließt sich mir. Aber wie sagte schon einer meiner Vorschreiber: die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber
22.12.2010 15:33 Uhr
von Aktivist:
Streit um Atomausstieg der Stadtwerke Bielefeld! SPD und Grüne in Bielefeld: für die Weiternutzung der Atomenergie aus Grohnde!
In der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN und FDP in Bielefeld 2010–2014 heißt es über die Zukunft der Stadtwerke Bielefeld: „Das Gemeinschafts-kraftwerk Grohnde soll bis 2018, bzw. bei Laufzeitverlängerung durch Änderung der Be-schlusslage, bis zum Laufzeitende genutzt werden.“ Das heißt faktisch, dass die Stadtwerke Bielefeld von der Ampelkoalition, „Grünes Licht“ für eine Weiternut-zung der Atomenergie aus Grohnde auch über 2018 hinaus bekommen haben, noch ehe die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen hatte!
22.12.2010 14:51 Uhr
von Till:
1. Der Artikel ist alles, aber keine Analyse. Da werden munter Umfragedaten, angebliche Wahrheiten (z.B. die über die NichtwählerInnen), einigermaßen faktenbasierte Einschätzungen und immer wieder gern gehörte, reproduzierte und weitergegebene Klischees gemischt (z.B. die nicht wirklich empirisch fundierten Meinungen von Herrn Walter). Unterschieden wird das ganze nicht, analysiert wird auch nicht, Widersprüche im Text gibt es umso mehr. (Ein Beispiel: das Klischee der ergrauenden Grünen hat schon vor 20 Jahren ein gewisser Dieter Salomon in seinen damaligen akademischen Arbeiten dargestellt. Die Realität der Partei spiegelt es noch immer nicht wieder.)
Heraus kommt dann etwas, das sich 2. wunderbar dazu eignet, die jeweils eigenen Vorurteile und Klischees weiterzuschreiben. Das zeigt sich hier in den Kommentaren sehr deutlich.
Damit wünsche ich mir 3. gerne weitere Analysen über die Grünen und andere Parteien in der täglich von mir gelesenen taz, aber dann bitte welche, bei denen mehr als Meinungsforschungsstriptease dahinter steckt.
22.12.2010 14:21 Uhr
von Wüterich:
"Die Grünen schaffen zwar Umfragewerte von 20 Prozent, doch real gewinnen sie keine Wähler hinzu." Ähem...Mit Verlaub..aber die Grünen GEWANNEN keine Wähler hinzu, und zar vor einem guten Jahr. Die Menschen WERDEN die Grünen wählen. Genauso, wie sie sich 2009 in Scharen der FDP angeheftet haben. Aber die Stimmen besitzen keinen Nährwert für die darauf folgende Politik, welche nämlich von den Meinungsforschungsdiktatoren gemacht werden wird - in deren aberwitzigen Auswürfen sich auch freie Medien wie die TAZ genüsslich suhlen.
22.12.2010 14:05 Uhr
von NoDhimmi:
De fakto sind die Grünen für mich unwählbar geworden, da sie eine der treibenden Kräfte hinter der Multikulti-Bewegung sind.
Was soll man von einer Partei halten, deren Vorsitzende von jeher ein Problem mit der deutschen Identität haben, wie die folgenden Zitate belegen.
Joschka Fischer: "Deutschland muss von aussen eingehegt und von innen ausgedünnt werden." Noch besser kommt es bei Cem Özdemir, der 1998 bei einer Wahlkampfveranstaltung proklamierte (zitiert nach Focus): „Was unsere Urväter 1683 mit Feuer und Schwert vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen.“
Und was soll man von Claudia Roth halten, die aktiv das Terror-Regime im Iran verteidigt und deren Gegner wie den Exiliraner Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran diffamiert und selbst seine private Adresse im Netz veröffentlichen. Sie hat damit einen Regimegegner quasi zum Abschuss frei gegeben. Ich persönlich finde das skandalös.
Tja, die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.
22.12.2010 13:51 Uhr
von peterchens mondfahrt:
@ nolo
selten so über einen kommentar gelacht - wirklich toller typ: "ich bin zum Beispiel dafür, dass die Umwelt geschützt wird. Trotzdem benutze ich selbstverständlich nur umweltschonende Verkehrsmittel, sobald sich das finanziell lohnt."
- du denkst also in keinster weise ökologisch, sondern stinknormal, wie jeder dahergelaufene betriebswirt ökonomisch - mach dir doch bitte nicht selbst was vor.
22.12.2010 13:46 Uhr
von Wolfgang:
Olivgrün ist ein Teil der bundesdeutschen Realität: Analog ihrer vormaligen chinesischen Bruderpartei, der heutigen antikommunistischen liberal-sozialdemokratischen Konvergenz- und Beamtenpartei Chinas ('KPCh), so sind auch die heutigen Bündnis-Grünen vor allem eine kapital-staatstreue, pro-imperialistische und liberal-sozialdemokratische Beamtenpartei.
22.12.2010 13:23 Uhr
von HamburgerX:
Wenn selbst der Welt-am-Sonntag-Chef schon Grünenwähler war, dann wird deutlich: Der Marsch durch die Institutionen ist geglückt. Solange aber Parteien systematisch schöngeschrieben werden, besteht Gefahr für die Demokratie. Als ob grüne Migrationsfantasien nicht schon von der Theorie gefährlich genug sind. In NRW sehen wir gerade, was passiert wenn (Rot-)rotgrün die Asylgesetze wieder gewaltig lockert, auf das die neuen Wählerschichten ins Land strömen.
22.12.2010 13:14 Uhr
von Nolo:
Die Einwände sind in gewisser Weise berechtigt. Es ist ja aber auch so, dass man über Probleme der Gesellschaft aufgeregt sein kann, ohne direkt von ihnen betroffen zu sein. Man kann die Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen abschätzen. Erstens traue ich dies Beamten der oberen Dienstschicht zu, zweitens ist dies genau das was ein guter Wähler tun sollte. (Wobei ich jetzt nicht meine, dass ein guter Wähler zwangsläufig die Grünen wählen muss, das Ergebnis der Abwägung bleibt natürlich jedem selbst überlassen)
Außerdem halte ich es für falsch, von jedem der ökologisch denkt, oder links oder was auch immer, gleich zu erwarten, dass er auch so lebt.
Wir sind alle irgendwo Egoisten, und ich bin zum Beispiel dafür, dass die Umwelt geschützt wird. Trotzdem benutze ich selbstverständlich nur umweltschonende Verkehrsmittel, sobald sich das finanziell lohnt.
22.12.2010 13:04 Uhr
von Jonas K.:
Toller, Text, taz, sehr informativ. Danke! Und bitte mehr davon.
22.12.2010 12:30 Uhr
von Steffi:
Über diesen Artikel habe ich mir ein Loch in den Bauch gefreut. Ich frage mich schon lange und (bisher) erfolglos, warum die jetzigen Umfragewerte mehrerer Parteien nach nur einem einzigen Jahr so krass von den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl abweichen, obwohl keine einzige Partei an ihrer Programmatik oder Performance etwas Auffälliges geändert hat.
Macht Ihr bitte noch eine ähnliche Analyse über den krassen Absturz der FDP und darüber, warum die CDU mit einem Abstand von 10% in absoluten Zahlen die beliebteste Partei im Land ist? Dann kauf' ich mir n Abo!
22.12.2010 12:29 Uhr
von Steffi:
Über diesen Artikel habe ich mir ein Loch in den Bauch gefreut. Ich frage mich schon lange und (bisher) erfolglos, warum die jetzigen Umfragewerte mehrerer Parteien nach nur einem einzigen Jahr so krass von den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl abweichen, obwohl keine einzige Partei an ihrer Programmatik oder Performance etwas Auffälliges geändert hat.
Macht Ihr bitte noch eine ähnliche Analyse über den krassen Absturz der FDP und darüber, warum die CDU mit einem Abstand von 10% in absoluten Zahlen die beliebteste Partei im Land ist? Dann kauf' ich mir n Abo!
22.12.2010 12:28 Uhr
von Manfred Baum:
logisch "Beamte in höheren Laufbahnen" haben schon alles (was sie wollen,auch weil nicht so ein Muß-ich-unbedingt-haben-Wertesystem vorhanden ist wie bei Gutverdienern in der Industrie)- wichtig ist eine einigermaßen gute Umwelt um die tolle Pension zu genießen bis sie 100 Jahre alt sind. (M.Baum ist kein Beamter)
22.12.2010 12:21 Uhr
von Andreas Suttor:
Vor allem der letzte Satz ist wesentlich im Zusammenhang mit einer Wähleranalyse der Grünen. Die Kernwählerschaft der Grünen setzt sich schon seit Jahrzehnten in Masse aus Menschen zusammen, die entweder tatsächlich ausserhalb des sozialens Systems leben (die klare Minderheit) oder aber in diesem System unangreifbar privilegiert sind (die große Mehrheit). Der gutsituierte, aber natürlich linksökologisch denkende, wenn auch nicht immer so handelnde Oberstudienrat ist der klassische Grünenwähler. Deshalb hat die grüne Partei auch einen unschätzbaren Vorteil bei Sozialthemen: auch Zumutungen können ohne Problem verkauft werden, denn die eigene Klientel ist nie betroffen. Und genauso wie die Hauptklientel haben auch die Grünen ein Problem: die gesellschaftliche Wirklichkeit wird nicht immer wahrgenommen - denn man selbst ist ja nie betroffen.
Leserkommentare
22.12.2010 16:14 Uhr
von Stefan G.:
Ich bin wahrlich kein Gegner der Grünen, aber gerade diese haben immer wieder ganz deutlich für die Abschaffung bzw. Ausdünnung des Beamtentums plädiert. Warum gerade der höhere Dienst dann zur Stammwählerschaft gehören soll, verschließt sich mir. Aber wie sagte schon einer meiner Vorschreiber: die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber
22.12.2010 15:33 Uhr
von Aktivist:
Streit um Atomausstieg der Stadtwerke Bielefeld!
SPD und Grüne in Bielefeld: für die Weiternutzung der Atomenergie aus Grohnde!
In der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN und FDP in Bielefeld 2010–2014 heißt es über die Zukunft der Stadtwerke Bielefeld: „Das Gemeinschafts-kraftwerk Grohnde soll bis 2018, bzw. bei Laufzeitverlängerung durch Änderung der Be-schlusslage, bis zum Laufzeitende genutzt werden.“ Das heißt faktisch, dass die Stadtwerke Bielefeld von der Ampelkoalition, „Grünes Licht“ für eine Weiternut-zung der Atomenergie aus Grohnde auch über 2018 hinaus bekommen haben, noch ehe die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen hatte!
22.12.2010 14:51 Uhr
von Till:
1. Der Artikel ist alles, aber keine Analyse. Da werden munter Umfragedaten, angebliche Wahrheiten (z.B. die über die NichtwählerInnen), einigermaßen faktenbasierte Einschätzungen und immer wieder gern gehörte, reproduzierte und weitergegebene Klischees gemischt (z.B. die nicht wirklich empirisch fundierten Meinungen von Herrn Walter). Unterschieden wird das ganze nicht, analysiert wird auch nicht, Widersprüche im Text gibt es umso mehr. (Ein Beispiel: das Klischee der ergrauenden Grünen hat schon vor 20 Jahren ein gewisser Dieter Salomon in seinen damaligen akademischen Arbeiten dargestellt. Die Realität der Partei spiegelt es noch immer nicht wieder.)
Heraus kommt dann etwas, das sich 2. wunderbar dazu eignet, die jeweils eigenen Vorurteile und Klischees weiterzuschreiben. Das zeigt sich hier in den Kommentaren sehr deutlich.
Damit wünsche ich mir 3. gerne weitere Analysen über die Grünen und andere Parteien in der täglich von mir gelesenen taz, aber dann bitte welche, bei denen mehr als Meinungsforschungsstriptease dahinter steckt.
22.12.2010 14:21 Uhr
von Wüterich:
"Die Grünen schaffen zwar Umfragewerte von 20 Prozent, doch real gewinnen sie keine Wähler hinzu."
Ähem...Mit Verlaub..aber die Grünen GEWANNEN keine Wähler hinzu, und zar vor einem guten Jahr.
Die Menschen WERDEN die Grünen wählen. Genauso, wie sie sich 2009 in Scharen der FDP angeheftet haben.
Aber die Stimmen besitzen keinen Nährwert für die darauf folgende Politik, welche nämlich von den Meinungsforschungsdiktatoren gemacht werden wird - in deren aberwitzigen Auswürfen sich auch freie Medien wie die TAZ genüsslich suhlen.
22.12.2010 14:05 Uhr
von NoDhimmi:
De fakto sind die Grünen für mich unwählbar geworden, da sie eine der treibenden Kräfte hinter der Multikulti-Bewegung sind.
Was soll man von einer Partei halten, deren Vorsitzende von jeher ein Problem mit der deutschen Identität haben, wie die folgenden Zitate belegen.
Joschka Fischer: "Deutschland muss von aussen eingehegt und von innen ausgedünnt werden."
Noch besser kommt es bei Cem Özdemir, der 1998 bei einer Wahlkampfveranstaltung proklamierte (zitiert nach Focus): „Was unsere Urväter 1683 mit Feuer und Schwert vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen.“
Und was soll man von Claudia Roth halten, die aktiv das Terror-Regime im Iran verteidigt und deren Gegner wie den Exiliraner Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran diffamiert und selbst seine private Adresse im Netz veröffentlichen. Sie hat damit einen Regimegegner quasi zum Abschuss frei gegeben. Ich persönlich finde das skandalös.
Tja, die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.
22.12.2010 13:51 Uhr
von peterchens mondfahrt:
@ nolo
selten so über einen kommentar gelacht - wirklich toller typ:
"ich bin zum Beispiel dafür, dass die Umwelt geschützt wird. Trotzdem benutze ich selbstverständlich nur umweltschonende Verkehrsmittel, sobald sich das finanziell lohnt."
- du denkst also in keinster weise ökologisch, sondern stinknormal, wie jeder dahergelaufene betriebswirt ökonomisch - mach dir doch bitte nicht selbst was vor.
22.12.2010 13:46 Uhr
von Wolfgang:
Olivgrün ist ein Teil der bundesdeutschen Realität: Analog ihrer vormaligen chinesischen Bruderpartei, der heutigen antikommunistischen liberal-sozialdemokratischen Konvergenz- und Beamtenpartei Chinas ('KPCh), so sind auch die heutigen Bündnis-Grünen vor allem eine kapital-staatstreue, pro-imperialistische und liberal-sozialdemokratische Beamtenpartei.
22.12.2010 13:23 Uhr
von HamburgerX:
Wenn selbst der Welt-am-Sonntag-Chef schon Grünenwähler war, dann wird deutlich: Der Marsch durch die Institutionen ist geglückt. Solange aber Parteien systematisch schöngeschrieben werden, besteht Gefahr für die Demokratie. Als ob grüne Migrationsfantasien nicht schon von der Theorie gefährlich genug sind. In NRW sehen wir gerade, was passiert wenn (Rot-)rotgrün die Asylgesetze wieder gewaltig lockert, auf das die neuen Wählerschichten ins Land strömen.
22.12.2010 13:14 Uhr
von Nolo:
Die Einwände sind in gewisser Weise berechtigt. Es ist ja aber auch so, dass man über Probleme der Gesellschaft aufgeregt sein kann, ohne direkt von ihnen betroffen zu sein. Man kann die Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen abschätzen. Erstens traue ich dies Beamten der oberen Dienstschicht zu, zweitens ist dies genau das was ein guter Wähler tun sollte. (Wobei ich jetzt nicht meine, dass ein guter Wähler zwangsläufig die Grünen wählen muss, das Ergebnis der Abwägung bleibt natürlich jedem selbst überlassen)
Außerdem halte ich es für falsch, von jedem der ökologisch denkt, oder links oder was auch immer, gleich zu erwarten, dass er auch so lebt.
Wir sind alle irgendwo Egoisten, und ich bin zum Beispiel dafür, dass die Umwelt geschützt wird. Trotzdem benutze ich selbstverständlich nur umweltschonende Verkehrsmittel, sobald sich das finanziell lohnt.
22.12.2010 13:04 Uhr
von Jonas K.:
Toller, Text, taz, sehr informativ. Danke! Und bitte mehr davon.
22.12.2010 12:30 Uhr
von Steffi:
Über diesen Artikel habe ich mir ein Loch in den Bauch gefreut.
Ich frage mich schon lange und (bisher) erfolglos, warum die jetzigen Umfragewerte mehrerer Parteien nach nur einem einzigen Jahr so krass von den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl abweichen, obwohl keine einzige Partei an ihrer Programmatik oder Performance etwas Auffälliges geändert hat.
Macht Ihr bitte noch eine ähnliche Analyse über den krassen Absturz der FDP und darüber, warum die CDU mit einem Abstand von 10% in absoluten Zahlen die beliebteste Partei im Land ist? Dann kauf' ich mir n Abo!
22.12.2010 12:29 Uhr
von Steffi:
Über diesen Artikel habe ich mir ein Loch in den Bauch gefreut.
Ich frage mich schon lange und (bisher) erfolglos, warum die jetzigen Umfragewerte mehrerer Parteien nach nur einem einzigen Jahr so krass von den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl abweichen, obwohl keine einzige Partei an ihrer Programmatik oder Performance etwas Auffälliges geändert hat.
Macht Ihr bitte noch eine ähnliche Analyse über den krassen Absturz der FDP und darüber, warum die CDU mit einem Abstand von 10% in absoluten Zahlen die beliebteste Partei im Land ist? Dann kauf' ich mir n Abo!
22.12.2010 12:28 Uhr
von Manfred Baum:
logisch "Beamte in höheren Laufbahnen" haben schon alles (was sie wollen,auch weil nicht so ein Muß-ich-unbedingt-haben-Wertesystem vorhanden ist wie bei Gutverdienern in der Industrie)- wichtig ist eine einigermaßen gute Umwelt um die tolle Pension zu genießen bis sie 100 Jahre alt sind. (M.Baum ist kein Beamter)
22.12.2010 12:21 Uhr
von Andreas Suttor:
Vor allem der letzte Satz ist wesentlich im Zusammenhang mit einer Wähleranalyse der Grünen. Die Kernwählerschaft der Grünen setzt sich schon seit Jahrzehnten in Masse aus Menschen zusammen, die entweder tatsächlich ausserhalb des sozialens Systems leben (die klare Minderheit) oder aber in diesem System unangreifbar privilegiert sind (die große Mehrheit). Der gutsituierte, aber natürlich linksökologisch denkende, wenn auch nicht immer so handelnde Oberstudienrat ist der klassische Grünenwähler. Deshalb hat die grüne Partei auch einen unschätzbaren Vorteil bei Sozialthemen: auch Zumutungen können ohne Problem verkauft werden, denn die eigene Klientel ist nie betroffen. Und genauso wie die Hauptklientel haben auch die Grünen ein Problem: die gesellschaftliche Wirklichkeit wird nicht immer wahrgenommen - denn man selbst ist ja nie betroffen.