Der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer fordert ein generelles Verbot von privatem Waffenbesitz. Ist das realistisch?von U. Winkelmann, M. Lohre, S. Reinecke
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann. Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden. Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen. Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da. In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal. Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen. Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber. Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein! Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
Nachtrag
Das Waffen und Munition in privater Hand natürlich gesichert aufbewahrt werden müssen, sehe ich genau so. Da stimme ich Ihnen voll zu. Ohne die offen liegen gelassene Pistole wäre der Amoklauf zumindest sehr erschwert worden. Ich sage hier ganz bewusst nicht verhindert. Selbst wenn die Waffe in einem Tresor oder in sonst einem geeigneten Behältnis verwahrt worden wäre hätte der Junge da ran kommen können. Wer nimmt zum Beispiel seinen Schlüsselbund mit unter die Dusche oder hängt ihn sich nachts um den Hals? Hätte der Junge in dieser Zeit den Schlüssel genommen, dann hätte er ebenfalls eine Waffe und auch Munition an sich nehmen können und der Vater hätte das vermutlich nicht sofort gemerkt. Ich glaube jedenfalls kaum, dass der 3 mal am Tag seine Waffen kontrolliert. Eigentlich ist er ja schon genug bestraft, da er seinen Sohn verloren hat und zudem eine Mitschuld an dem Tod aller anderen Personen hat. Aber er hat hier scheinbar gegen die Gesetzte zur Aufbewahrung verstoßen und wird daher jetzt wohl auch zur Rechenschaft gezogen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen. Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich. Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen. Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen. Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!? Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind. Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat. Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Matz:
Das deutsche Waffengesetz ist streng genug. Das Problem ist, das sich die Leute nicht an die Gesetze halten. Wenn Tims Vater die Pistole ordnugegmäß verschlossen hätte, wäre, zumindest mit dieser Waffe, nichts passiert. Bitte beachten, ich schrieb "mit dieser Waffe". Vielleicht hätte er sich dann mit Messern eingedeckt, hätte ein Auto benutzt oder eine Bombe gebastelt.
Die Waffen zentral zu verwahren ist eine schlechte Idee, da sowas quasi einlädt einzubrechen und RICHTIG abzuräumen. Ausserdem sind viele Sportschützen im mehreren Vereinen aktiv-
04.04.2011 19:09 Uhr
von Polak Sladjana:
Auch ich möchte gerne meine Meinung zu diesem Thema erläutern. Diese unglaublichen Taten sind, wie wir alle wissen schon mehrmals passiert, was sehr schockierend ist, das es überhaupt zu diesen "paar malen" kommen konnte. Nun geht es darum, heraus zu finden, was diesen Jungen zu dieser schrecklichen Tat bewogen hat. Selbstverständlich muss man was, ich betone muss,gegen das Waffengesetz machen und diese verschärfen. Jedoch kann es ja nicht nur daran liegen, aber auch bestimmt nicht an einem Baller Spiel. Ich habe einen Bruder der jahre schon immer wieder "gewalttätige" Spiele spielt, er selber ist aber die Ruhe in Person. Meine Meinung ist, das wenn jemand so handelt, zutiefst verletzt worden ist. Ich meine, schauen Sie sich z.B.DSDS an. Wie die Leute anfangs fertig gemacht werden vom Herrn Bohlen wie etwa: du siehst aus wie ein Mülleimer, aus dir wird eh nie was, usw usw und alle lachen mit. Aber er sagt nicht ganz konkret: tut mir leid, das reicht nicht.. also einfach sachlich bleiben, nein das geht nicht, man muss den jenigen vor der ganzen Nation erst mal fertig machen. Man weiss aber gar nicht, wie diese Person die heftige und sehr persönliche Kritik verarbeiten kann und wie sie damit umgeht. Manch einen macht es nichts aus, aber der andere geht vielleicht nach Hause und ist so verletzt und beleidigt, das er nicht mit klar kommt und Depressionen bekommt. Was ich damit sagen will, ist das man Menschen die nicht gut aussehen oder nicht in den Freundeskreis passen, oder hart gesagt wenn man sie als "Deppen" hält,die eigene Meinung dem jenigen nicht ins Gesicht sagen muss oder sogar gegen über diesem gewalttätig werden muss.Wie wir ja alle wissen, ist mit manchen Jugendlichen nicht zu spaßen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Amokläufer immer gehänselt worden ist und in keinem Kreis anschluss finden konnte, weil alle anderen so toll und cool sind und er eben nicht. Ich bin mir sicher das er der ein oder anderen Schikane von Mitschülern nicht entkommen konnte,sei es verbal oder mit Gewalt. Auch ignorieren kann sehr verletzend sein. Somit sollte man den Jugendlichen -und mach einem älteren- vermitteln, mit den Mitmenschen, egal wie sie aussehen oder sich verhalten, immer korrekt umzugehen und diesem nicht das Gefühl zu geben er wäre "nichts".Vor allem ist es, glaube ich- also ich kann es jedenfalls nachvollziehen- das wenn jemand den anderen die ganze Zeit über auslacht, würden wir da auch nicht irgendwann auf irgend eine Art ausflippen? Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde das was er getan hat , also die Tat an sich, unverzeihlich und unerklärlich, aber ein bisschen, also 1% kann ich´s verstehen. Ich bin 28 Jahre und weiß ganz genau wie Jugendliche in der Schule mit "Strebern" umgehen. Die werden fertig gemacht, gehänselt im Unterricht, in der Pause, auf dem Heimweg. Weg gehen ist für ihn nicht drin, mit wem auch? Also setzt er sich hin und zockt, weil er einsam und sauer und schon lange verletzt ist. Nicht das die Spiele ihn agressiv machen, sondern er läßt seine angestauten Agressionen an dem Spiel aus. Also sollten wir darauf auch achten, wie man mit einem Menschen umgeht, den wir alle haben Gefühle.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Rolf:
Ist doch klar: die Waffenlobby setzt ihr gesamtes Potential ein, um Nachteile für sie zu verhindern. Möglichkeiten für unsere Demokratie: - unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern - Mindesthaftstrafen (1 Jahr ohne Bewährung)für illegalen Waffenbesitz
bei geschätzten 10 Mio legalen und 20 Mio illegalen Waffen in der BRD.
Wer eine Waffe hat, wird sie irgendwann auf Tiere oder Menschen richten, ob er schießen wird, entscheidet er in Blitz-Zeit. Und wenn es dann zu einem "Blutrausch" wie in Winnenden kommt, fällt dies auch in die Verantwortung der Waffen-Produzenten, ihrer willfährigen Lobby, der Sportschützen und den dummen Sammlern von Trophäen. -
04.04.2011 19:09 Uhr
von vic:
Wenn schon kein grundsätzliches Waffenverbot in Privatbesitz, dann eben eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung in 16 Fällen für den Vater.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel! Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Martin:
Noch werden Amokläufe mit Waffen begangen und nicht mit Joysticks. Somit ist das Verbot von Gewaltspielen anstelle des Verbots von Waffen eine unsinnige Forderung. Es gibt zudem sicher mehr deutsche Ballerspieler als Schützenvereinsmitglieder, also kann das Argument nicht greifen, daß ein Verbot privater Waffen zu einschränkend wäre. Desweiteren kann ich jederzeit ein Spiel aus dem ausländischen Internet herunterladen. Zur illegalen Besorgung einer Waffe gehört schon sehr sehr deutlich mehr kriminelle Energie.
04.04.2011 19:08 Uhr
von Faisal:
"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lehnte rigidere Waffengesetze ab. Er könne nicht erkennen, welche Änderung die jüngste Bluttat hätte verhindern können, sagte der CDU-Politiker."
Wie auch immer man zu einem Waffenverbot steht. So eine Aussage muss man sich als Sicherheitsexpert erst einmal trauen.
Aber führen wir einfach Chipkontrollen ein, davon läßt sich so ein Amokläufer bestimmt abhalten, Menschen zu erschießen.
Biep. Biep. "Komme nicht rein? Na, dann lass ich es eben."
04.04.2011 19:08 Uhr
von Inger Detlefsen:
"...niemand erkennt mein Potential", das scheint mir der Schlüsselsatz zu sein. Hier stand jemand enorm unter Druck, möchte "gesehen" werden. Aber, da muss ich Scheer Recht geben, hätte er keinen Zugang zu Waffen gehabt, hätte sich der Druck auf andere Weise Luft verschafft. Keine Waffen an Privatleute - was ist daran so schrierig, frage ich mich. Laut Waffengesetz dürfen sie die außerhalb von Schützenvereinen sowieso nicht benutzen, was wollen sie also damit ???
04.04.2011 19:08 Uhr
von Íslenski Hesturinn:
Wie wär's damit: Verhindern, dass Eltern, die nur mangelhaft zu Zuneigung + Anerkennung ihrer Kinder in der Lage sind, Kinder haben. Nebenbei wäre damit auch gleich das globale "Bevölkerungswachstums- Problem" schnell gelöst.
Im Ernst: z.B. Mobbing und allg. Konkurrenzkampf bzw. allg. die Armut an Zuneigung + Anerkennung (altmodisch als "Liebe" bezeichnet) in der Gesellschaft nachhaltig reduzieren, so dass dann auch niemand mehr Spaß an fiktiven oder realen Ermordungsszenarien hat.
Und: Allgemein Empathie fördern, z.B. auch gezielt pädagogische Kurse für Eltern in diese Richtung anzubieten, aber auch Konkurrenzdruck in der Gesellschaft verringern und zugleich die Aufrichtigkeit erhöhen, wäre eine der vielen nötigen Dinge, nicht nur, aber auch, um die Wahrscheinlichkeit von Amokläufen oder (anderen) Terror-Attentaten zu verringern.
Wie das jeweils konkret gehen soll, wäre allerdings erst noch genauer herauszufinden (von den vielen Wissenschaftler/innen in den Bereichen Politik, Soziologie, Pschologie, Pädagogik, weltweit). Ansätze gibt es ja schon viele, aber hier scheint leider oft zu gelten: Welche Theorie mir "gefällt", die favorisiere ich, nach dem Motte: "Erich Fromm? nee, passt mir nicht, weg damit! Wensiersky? Cool, nehme ich!" u.s.w. aber natürlich viel subtiler, immer schön mit vielen Diagrammen, Fußnoten etc. So kommen wir aber nie auf einen grünen Zweig bei der Sache. Und Verbote von Spielen werden sicher wenig bis gar nichts bringen, mehr schon ihre öffentliche Hinterfragung im allgemeinen Bewusstsein - mit rationalen Argumenten, was etwas völlig anderes ist als kurzsichtige Verbote.
Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben ;) Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
04.04.2011 19:08 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Just my 2 cents
11.02.2011 17:51 Uhr
von Ernst Busch:
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann. Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden. Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen. Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da. In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal. Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen. Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber. Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein! Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
11.02.2011 17:51 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen. Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich. Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen. Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen. Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!? Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
11.02.2011 17:50 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind. Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat. Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Kric:
Warum passieren Amokläufe so häufig an Schulen ? Schulen sind Lebensmittelpunkt der Schüler heisst es immer wieder. Das ist nur die halbe Wahrheit. Schulen sind hauptsächlich Zwangsgemeinschaften. Alle müssen da sein und sich dem System unterordnen. Dieser Umstand allein macht mobbing und archaische Hackordnungen unter den Schülern erst nötig. Mehr Demokratie wagen wäre mein Vorschlag. Und natürlich das komplette Verbot privaten Waffenbesitzes. Bereits gestern klagte ein Vertreter der Schützenvereine, eine Verschärfung des Waffengesetzes würde den Schiesssport schädigen. Allein für diese Aussage gehört dem Mann meiner Meinung nach bereits sein waffenschein entzogen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel! Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Ralf:
"SPD-Politiker Edathy kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, Metalldetektoren einzusetzen "in den Schulen, in denen bereits festgestellt wurde, dass Waffen im Umlauf sind"
1984 wir kommen.
"Und natürlich wird auch die Frage von Gewaltspielen nach der Tat erneut diskutiert. So forderte der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind nach dem Amoklauf ein Totalverbot von Computergewaltspielen - flankiert von einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Kriminologie-Professor: "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können".
Umherschießen kann ich auch in der Bundeswehr erlernen. Sogar gezieltes Schießen. Komisch, Computerspiele sollen verboten und Waffengesetze verschärft werden. Was ein Blödsinn. Was ist denn mit den Schutzenvereinen? Wieso sollen die nicht verboten werden? Blöde Diskussion ohne Lösung.
Der Vater hat im Haus über dutzend Waffen und Monition gehabt, die eine Knarre frei zugänglich im Schlafzimmer liegen lassen, er trägt Mitschuld, auch wenn das hart ist. Wieso wird statt des ballernden Vaters immer das Spiel als Inspiration gesehen. Hat der Bengel vielleicht aufgrund der Schützenvereinvorliebe des Vaters überhaupt erst angefangen, Kriegsspiele zu spielen. Oh nein, wie schrecklich. Die bösen bösen Spiele.
Das Problem hier ist, dass heutzutage sich die Eltern einfach nicht mehr genug um ihre Kinder kümmern, lieber die Karriere vorziehen und die "Blagen" bei Verwandten oder im Internet oder vor der Glotze parken. Das ist das Problem, nicht die Spiele. Wenn ein Kind psychische Probelme hat, kann es auch mit einem Küchenmesser losgehen. Spiele dienen hier eher als Frustablass, nicht als Vorbereitung auf den Dschihad.
Aber einem CDU-Politiker, der selbst im Schützenverein ist, fällt natürlich aus seiner einseitigen und realitätsfremden Perspektive nur Müll ein.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Just my 2 cents
21.03.2009 12:41 Uhr
von Ernst Busch:
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann. Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden. Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen. Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da. In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal. Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen. Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber. Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein! Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
18.03.2009 15:50 Uhr
von Conrad Braun:
Nachtrag
Das Waffen und Munition in privater Hand natürlich gesichert aufbewahrt werden müssen, sehe ich genau so. Da stimme ich Ihnen voll zu. Ohne die offen liegen gelassene Pistole wäre der Amoklauf zumindest sehr erschwert worden. Ich sage hier ganz bewusst nicht verhindert. Selbst wenn die Waffe in einem Tresor oder in sonst einem geeigneten Behältnis verwahrt worden wäre hätte der Junge da ran kommen können. Wer nimmt zum Beispiel seinen Schlüsselbund mit unter die Dusche oder hängt ihn sich nachts um den Hals? Hätte der Junge in dieser Zeit den Schlüssel genommen, dann hätte er ebenfalls eine Waffe und auch Munition an sich nehmen können und der Vater hätte das vermutlich nicht sofort gemerkt. Ich glaube jedenfalls kaum, dass der 3 mal am Tag seine Waffen kontrolliert. Eigentlich ist er ja schon genug bestraft, da er seinen Sohn verloren hat und zudem eine Mitschuld an dem Tod aller anderen Personen hat. Aber er hat hier scheinbar gegen die Gesetzte zur Aufbewahrung verstoßen und wird daher jetzt wohl auch zur Rechenschaft gezogen.
18.03.2009 15:37 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen. Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich. Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
16.03.2009 22:16 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen. Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
16.03.2009 11:10 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
15.03.2009 14:42 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen. Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!? Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
14.03.2009 12:20 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind. Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat. Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
13.03.2009 21:46 Uhr
von Kay Balschuhn:
Wenn die Waffengesetze in Deutschland wirklich ausreichend verschärft worden sind, wie es der Innenminister behauptet, dann muß es auch möglich sein, den Vater von Tim strafrechtlich zu belangen. Der Vater sollte für seine fahrlässige Aufbewahrung der Waffe zu einer mehrjährigen Haftstrafe veruteilt werden. Damit würde der Staat ein Zeichen setzen, so dass alle anderen Waffenbesitzer künftig ihre Waffen wirklich sicher und für andere nicht erreichbar wegschliessen werden. Dieses sollte vom Staat dann aber auch in unregelmäßige Abständen überprüft werden.
13.03.2009 20:25 Uhr
von Matz:
Das deutsche Waffengesetz ist streng genug. Das Problem ist, das sich die Leute nicht an die Gesetze halten. Wenn Tims Vater die Pistole ordnugegmäß verschlossen hätte, wäre, zumindest mit dieser Waffe, nichts passiert. Bitte beachten, ich schrieb "mit dieser Waffe". Vielleicht hätte er sich dann mit Messern eingedeckt, hätte ein Auto benutzt oder eine Bombe gebastelt.
Die Waffen zentral zu verwahren ist eine schlechte Idee, da sowas quasi einlädt einzubrechen und RICHTIG abzuräumen. Ausserdem sind viele Sportschützen im mehreren Vereinen aktiv-
13.03.2009 18:53 Uhr
von Polak Sladjana:
Auch ich möchte gerne meine Meinung zu diesem Thema erläutern. Diese unglaublichen Taten sind, wie wir alle wissen schon mehrmals passiert, was sehr schockierend ist, das es überhaupt zu diesen "paar malen" kommen konnte. Nun geht es darum, heraus zu finden, was diesen Jungen zu dieser schrecklichen Tat bewogen hat. Selbstverständlich muss man was, ich betone muss,gegen das Waffengesetz machen und diese verschärfen. Jedoch kann es ja nicht nur daran liegen, aber auch bestimmt nicht an einem Baller Spiel. Ich habe einen Bruder der jahre schon immer wieder "gewalttätige" Spiele spielt, er selber ist aber die Ruhe in Person. Meine Meinung ist, das wenn jemand so handelt, zutiefst verletzt worden ist. Ich meine, schauen Sie sich z.B.DSDS an. Wie die Leute anfangs fertig gemacht werden vom Herrn Bohlen wie etwa: du siehst aus wie ein Mülleimer, aus dir wird eh nie was, usw usw und alle lachen mit. Aber er sagt nicht ganz konkret: tut mir leid, das reicht nicht.. also einfach sachlich bleiben, nein das geht nicht, man muss den jenigen vor der ganzen Nation erst mal fertig machen. Man weiss aber gar nicht, wie diese Person die heftige und sehr persönliche Kritik verarbeiten kann und wie sie damit umgeht. Manch einen macht es nichts aus, aber der andere geht vielleicht nach Hause und ist so verletzt und beleidigt, das er nicht mit klar kommt und Depressionen bekommt. Was ich damit sagen will, ist das man Menschen die nicht gut aussehen oder nicht in den Freundeskreis passen, oder hart gesagt wenn man sie als "Deppen" hält,die eigene Meinung dem jenigen nicht ins Gesicht sagen muss oder sogar gegen über diesem gewalttätig werden muss.Wie wir ja alle wissen, ist mit manchen Jugendlichen nicht zu spaßen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Amokläufer immer gehänselt worden ist und in keinem Kreis anschluss finden konnte, weil alle anderen so toll und cool sind und er eben nicht. Ich bin mir sicher das er der ein oder anderen Schikane von Mitschülern nicht entkommen konnte,sei es verbal oder mit Gewalt. Auch ignorieren kann sehr verletzend sein. Somit sollte man den Jugendlichen -und mach einem älteren- vermitteln, mit den Mitmenschen, egal wie sie aussehen oder sich verhalten, immer korrekt umzugehen und diesem nicht das Gefühl zu geben er wäre "nichts".Vor allem ist es, glaube ich- also ich kann es jedenfalls nachvollziehen- das wenn jemand den anderen die ganze Zeit über auslacht, würden wir da auch nicht irgendwann auf irgend eine Art ausflippen? Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde das was er getan hat , also die Tat an sich, unverzeihlich und unerklärlich, aber ein bisschen, also 1% kann ich´s verstehen. Ich bin 28 Jahre und weiß ganz genau wie Jugendliche in der Schule mit "Strebern" umgehen. Die werden fertig gemacht, gehänselt im Unterricht, in der Pause, auf dem Heimweg. Weg gehen ist für ihn nicht drin, mit wem auch? Also setzt er sich hin und zockt, weil er einsam und sauer und schon lange verletzt ist. Nicht das die Spiele ihn agressiv machen, sondern er läßt seine angestauten Agressionen an dem Spiel aus. Also sollten wir darauf auch achten, wie man mit einem Menschen umgeht, den wir alle haben Gefühle.
13.03.2009 11:33 Uhr
von Kric:
Warum passieren Amokläufe so häufig an Schulen ? Schulen sind Lebensmittelpunkt der Schüler heisst es immer wieder. Das ist nur die halbe Wahrheit. Schulen sind hauptsächlich Zwangsgemeinschaften. Alle müssen da sein und sich dem System unterordnen. Dieser Umstand allein macht mobbing und archaische Hackordnungen unter den Schülern erst nötig. Mehr Demokratie wagen wäre mein Vorschlag. Und natürlich das komplette Verbot privaten Waffenbesitzes. Bereits gestern klagte ein Vertreter der Schützenvereine, eine Verschärfung des Waffengesetzes würde den Schiesssport schädigen. Allein für diese Aussage gehört dem Mann meiner Meinung nach bereits sein waffenschein entzogen.
13.03.2009 10:33 Uhr
von Rolf:
Ist doch klar: die Waffenlobby setzt ihr gesamtes Potential ein, um Nachteile für sie zu verhindern. Möglichkeiten für unsere Demokratie: - unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern - Mindesthaftstrafen (1 Jahr ohne Bewährung)für illegalen Waffenbesitz
bei geschätzten 10 Mio legalen und 20 Mio illegalen Waffen in der BRD.
Wer eine Waffe hat, wird sie irgendwann auf Tiere oder Menschen richten, ob er schießen wird, entscheidet er in Blitz-Zeit. Und wenn es dann zu einem "Blutrausch" wie in Winnenden kommt, fällt dies auch in die Verantwortung der Waffen-Produzenten, ihrer willfährigen Lobby, der Sportschützen und den dummen Sammlern von Trophäen. -
13.03.2009 01:48 Uhr
von BigKelle:
@Íslenski Hesturinn:
Für die anderen interessanten Anregungen gebe ich Ihnen eine eins! setzen
13.03.2009 01:44 Uhr
von BigKelle:
@ Íslenski Hesturinn: Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben zwinker Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
und warum stellst du dann die Frage von Kameraüberwachung in den Raum? Solch ein Mistgedanke... ist natürlich für einen Überwachungsstaat vom feinsten, kann er doch mit den kleinen Kindern anfangen, sie an die immer mehr werdenden Überwachungskameras zu gewöhnen! guter Gedanke...sechs setzten!
13.03.2009 01:15 Uhr
von vic:
Wenn schon kein grundsätzliches Waffenverbot in Privatbesitz, dann eben eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung in 16 Fällen für den Vater.
12.03.2009 23:21 Uhr
von Imke Krüger:
Ich halte es auch für die beste Prävention, den Zugang zu scharfen Waffen noch restriktiver zu handhaben. Sowohl Erfurt als auch Winnenden wäre nicht passiert, hätten die Täter keine Schusswaffen gehabt. Ich halte den Umgang mit und Zugang zu echten Waffen für viel gefährdender als den Umgang mit Computerspielen, also echt. Waffen gehören im Verein unter Verschluss und es sollte keinerlei Munition geben, mit der getötet werden kann.
12.03.2009 23:10 Uhr
von Werner Lorenzen-Pranger:
Sowohl in Erfurt als auch in der Stadt in Baden-Württemberg lagen eindeutige Verstöße gegen das Waffenrecht vor. In Erfurt sogar durch das dortige Ordnungsamt, daß die Waffe für diesen Schützen nicht hätte in die WBK eintragen dürfen! Was soll da eine weitere Verschärfung des Rechts bringen? Rechtsbrüche wird es immer geben - egal wo Sportwaffen aufbewahrt werden. Ach so - ja - bei der nächsten Olympiade jubeln dann wieder alle über die Gold-Medaillen...
12.03.2009 21:16 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel! Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
12.03.2009 17:26 Uhr
von Siegfried Franz:
Man kann auch mit einem Luftgewehr Löcher in Papierscheiben schießen. Ein Verbot aller sonstigen Schußwaffen in privatem Besitz würde Menschenleben retten.
12.03.2009 16:26 Uhr
von Martin:
Noch werden Amokläufe mit Waffen begangen und nicht mit Joysticks. Somit ist das Verbot von Gewaltspielen anstelle des Verbots von Waffen eine unsinnige Forderung. Es gibt zudem sicher mehr deutsche Ballerspieler als Schützenvereinsmitglieder, also kann das Argument nicht greifen, daß ein Verbot privater Waffen zu einschränkend wäre. Desweiteren kann ich jederzeit ein Spiel aus dem ausländischen Internet herunterladen. Zur illegalen Besorgung einer Waffe gehört schon sehr sehr deutlich mehr kriminelle Energie.
12.03.2009 16:22 Uhr
von EinfachAnfangen:
Man kann jetzt wieder vortrefflich im Kreise diskutieren, wer oder was alles Schuld am Massenmord haben könnte. Fangen wir doch einfach mit dem Naheliegendsten und Wirkungsvollsten an: Verbot großkalibriger Schusswaffen für alle Privatpersonen. Das gilt auch und besonders für unsere sogenannten Sportschützen. Die sollen sich auf Luftpistole und allenfalls Kleinkaliber bis 4,5 mmm beschränken.
12.03.2009 16:13 Uhr
von Alex:
Und wieder offenbart sich uns die Unfähigkeit unserer Regierenden. Aber warum nach den Ursachen suchen wenn man mit verlogenen Medien gewisse Feindbilder in die Massen tragen kann und diese dann bekämpft? Das geht schneller, ist wirtschaftlicher und vor allem einfacher. Aber das Deutsche Politik ein geistiges Armutszeugnis ist wissen wir ja nicht erst seit gestern.
12.03.2009 15:59 Uhr
von Prowolf:
Brav gesprochen Wolfi.
Es ist wohl ein Kernpunkt bei der Entscheidung, Amok zu laufen, dass man sich heute sicher sein kann, dadurch mit wehenden Fahnen unterzugehen. Dieses Prinzip funktioniert nicht dank privater Gewaltspiele am PC, und ist auch nicht von legalen Waffen abhängig. Einziger Maßstab dieser späten Aufmerksamkeit, die den tragischen Tätern zuteil wird, ist der öffentliche Medienrummel, der um sie gemacht wird.
Warum muss die ARD Seite (vielleicht mangels anderer, besserer Berichte?) Ihr Amok Thema mit einer Timeline/Hitliste der bekanntesten Amokläufer incl. Bewaffnung und Opferzahl anbieten?
Warum wird der junge Täter von allen Zeitungen als "schwer bewaffnet" beschrieben? War das eine MP7, die er sich da von Papi geklaut hat, oder was?
Um den Reiz von solchen Bluttaten zu nehmen, sollte man zu aller erst einmal die Medien in die Verantwortung nehmen, solche Taten eben nicht wie detailliert geplante und mehr oder minder erfolgreich durchgeführte Kommandounternehmen darzsuetllen. Auch wenn sie das mitunter zu sein scheinen.
Wo bleibt denn der moralische Zeigefinger? Warum wird das ganze wie ein Spiel Terroristen gegen Polizisten dargestellt, in dem die einzige Möglichkeit in lückenloser Überwachung und besseren Sicherheitsvorkehrungen liegt? Dabei ist es eine menschliche Tragödie, die zu allererst nicht auf die Waghalsigkeit oder den Heldenmut der Täter hinweist, sondern auf deren moralische Schwäche.
Natürlich ist das alles schwierig in den Medien umzusetzen, zumal die sich ja schlecht verkaufen, wenn sie sich mit heissblütigen Sensationsmeldungen zurückhalten.
Aber schneller, weiter, schlimmer verkauft sich nicht nur gut: es hat auch eine Vorbildfunktion. Und wer kann mit Sicherheit sagen, dass nicht schon jetzt irgendwo ein armer junger Mann sich ausmalt, wie er seinem bedeutungslosen Leben ein großes Finale geben kann, indem er noch mehr als besagte 16 oder 17 Menschen mit sich in den Tod reißt, als der schlimmste Amokläufer Deutschlands?
Soviel dazu. Take Taz.
12.03.2009 15:41 Uhr
von Faisal:
"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lehnte rigidere Waffengesetze ab. Er könne nicht erkennen, welche Änderung die jüngste Bluttat hätte verhindern können, sagte der CDU-Politiker."
Wie auch immer man zu einem Waffenverbot steht. So eine Aussage muss man sich als Sicherheitsexpert erst einmal trauen.
Aber führen wir einfach Chipkontrollen ein, davon läßt sich so ein Amokläufer bestimmt abhalten, Menschen zu erschießen.
Biep. Biep. "Komme nicht rein? Na, dann lass ich es eben."
12.03.2009 15:32 Uhr
von Anna:
Wie kann es sein, dass man 17 ist und einfach keine Perspektive mehr sieht und kein Vertrauen in sich, die Welt und die Familie mehr hat? Wieso hat man keinen Blick mehr für die Vielfalt und Schönheit der Welt? Dass solche Dinge wie der „Amoklauf“ hier und nicht z.B. in Afrika passieren, wo man wirklich an seine Existenzgrenzen gebracht werden kann, ist schon komisch. Oder etwa doch nicht? Ich denke mir, dass in vielen Ländern Afrikas oder Asiens so gut wie keiner der ehemaligen Schüler auch nur auf die Idee kommen würde nämlich Teil seiner eigenen ExistenzGRUNDLAGE anzugreifen. Bildung ist vielerorts noch Privileg und gibt Perspektive, das wird dort noch verstanden und dabei glaube ich nicht im Traum, dass die Schüler dort fairer, oder die Lehrer weniger streng sind. Aber was macht man dort anders, wo sind die Unterschiede? Gibt es eine größere Sicherheit durch den eigenen sozialen Hintergrund? Den Halt gibt die Familie, die Gesellschaft, oft auch Religion. Alles Dinge, die wir in unserem vermeintlich so aufgeklärtem Zustand vernachlässigen, ja ablehnen. Aber WER ist hier denn wirklich so befreit aus seiner eigenen Unmündgkeit wie alle vorgeben? Gehört nicht auch Befreiung aus der eigenen Tristesse und Depression dazu? Ich finde es durchaus legitim religiös zu sein, wenn man damit ein positivieres und glücklicheres Leben zustande bringt. Immernoch besser als seinen Kindern eine Welt vorzuleben in der Werte von TV-Sendern vermittelt werden. Ist es den meisten Leuten eigentlich eine Neuigkeit, dass die meisten Prägungen eines Menschen in der frühen Kindheit geschehen? Wie viele Leute um mich herum mangelts an Grund- und Selbstvertrauen dadurch, dass sie ihr Vertrauen in frühen Jahren an die Eltern verloren haben. Verzweifelte Jugendliche rächen sich am System und das in Deutschland, in einem Sozialstaat. Was bedeutet denn „sozial“ in der praxis? Ich denke eher dass wir hier eine „Sozial“-Nachhilfe nötig haben für Menschen, die keine Lösung für ihre Konflikte finden! Doch selbst wenn wirs versuchen: kann einem der Staat das eigene soziale Umfeld ersetzen? Wohl kaum, aber man kann Hilfestellungen leisten! In China gibt es Eltern-Schulen und es wird werdenden Eltern „nahe gelegt“ sich der Lektionen zu unterziehen. Sicher, an dieser stelle greift das Politische System extrem auf die persönlichen Rechte über, aber manchmal wünsche ich mir sowas insgeheim auch für manche Eltern hier. Unverantwortliche Eltern erziehen unverantwortliche Kinder, ein 17 jähriger, der Menschen erschiesst, denkt nicht über seine Opfer, deren Angehörige, die eigenen Angehörigen nach und macht sich, im Falle eines Rachefeldzuges, auch für das eigene Versagen nicht verantwortlich! Ich sehe in Deutschland zu viele unmündig wirkende, unfähige Eltern und fast schlimmer noch: genauso unfähige Erzieher! Ich weiss, es gibt viele sehr fähige, passionierte und interessierte Pädagogen und Erzieher, aber ich kenne zu viele Gegenteile! Diese Leute halte ich für ein Verbrechen, denn sie prägen unser Weltbild in der Kindheit! Wir brauchen eine bessere qualifizierende und längere Ausbildung für diese Berufe: mehr Psychologie, mehr Pädagogik, und Schulungen. Nur so gibt es eine Chance für Kinder. Verdammt, Piloten müssen sich auch wer weiss wievielen Persönlichkeitstests unterziehen und die fliegen uns nur von A nach B und betreuen nicht unsere Kinder, 15 Jahre lang 30 Std die Woche! Wo haben wir so ein Sieb für die Leute denen wir unsere Kinder anvertrauen??? Unsere Kinder sollen von Leuten erzogen werden die teilweise 18 Jahre alt sind und mit ihrem eigenen Leben nicht klarkommen, weder Werte noch Perpektive besitzen? Dies ist ein Kreis, der durchbrochen werden muss. Aber wir brauchen Mittel, wollen wir aus unseren Kindern verantwortungvolle Menschen machen und da reicht es nicht das Kindergeld zu erhöhen. Angewandte Hilfe ist gefragt, seit Jahren werden Mittel für Jugendarbeit und Jugendzentren kurz gehalten und gute Betreuung für Kinder in Alter von 2 bis 10 Jahren ist rar. Alleine bei diesen Missständen will man doch aufstehen, schreien und was bewegen, nicht resignieren! Ich weiss, dass ich nie alleine mit meinen Gedanken und Problemen bin, es gibt immer Menschen, die Dinge ähnlich sehen wie ich und mit denen sich die Kraft zum Handeln aufbringen lässt! Es ist doch das recht eines Jeden das zu wissen und sich Hilfe holen zu können, auch wenn die Eltern das nicht bieten! Lasst uns in den Schulen und Kindergärten ansetzen, nicht am Waffengesetz. Killerspiele sind auch nicht die Ursache, sondern können vielmehr nur ein Indiz für eine seltsame Aggressionskompensation sein.
12.03.2009 15:25 Uhr
von derNoergler:
Wie immer wird nicht über Ursachen gestritten, sondern nur um die Begleitphänomene. Komisch, dass einfach niemand begreift, dass Amokläufer spielen und nicht Spieler Amok laufen. Wenn Pornos, Horrorfilme und Ego-Shooter den Amokläufer machten, errreichten 90% der Jugendlichen die Volljährigkeit nicht.
Waffen zu verbieten ist zwar auch wenig sinnvoll, um Amokläufe zu verhindern, aber ein Amoklauf ohne Waffen ist immerhin bloß ein alberner Selbstmord...
12.03.2009 15:21 Uhr
von Jengre:
Ich kenne Großkaliber-Sportschützen, die Pistolen beitzen, aber im Tresorraum des gut geschützen Clubs verwahren lassen. Warum soll man auch etwas mit nach Hause nehmen, was unterwegs nur im Köfferchen und zu Hause nur im Tresor sein darf? Die Waffenbesitzkarte für Sportschützen ist oft nur eine Gesetzeslücke, um Waffen legal zu kaufen, aber illegal zu "führen" (tragen). Munition braucht erst recht kein Sportschütze im Haus zu horten. Wie in Erfurt war dies nämlich die Quelle der Tatwerkzeuge; an illegale Waffen kommen "brave", introvertierte Jugendliche bei uns schlecht heran. Allerdings: in Großbritannien ist jeder private Besitz von Kurzwaffen komplett verboten, und die Zahl der illegalen Schußwaffen sowie der damit begangenen Morde unter Jugendlichen aus Problemvierteln nimmt stetig zu.
12.03.2009 15:03 Uhr
von Karl:
Wieder einmal typischer Politaktionismus!
Scheer, von keiner Fachkenntnis beeinträchtigt spinnt sich einen Alptraum zusammen.
Die Beschränktheit solcher "Ideen" wird nur von deren zweifelhafter Wirksamkeit übertroffen.
Verbieten ist so einfach, nur wie kommen dann die 20 Mio + X illegalen Waffen weg, wieso werden jeden Monat teilweise Kisten voller Handgranaten und Pioniersprengmittel sichergestellt? Material aus allen Teilen Europas....
Und "Bomben" hatte sich auch der Vorgänger des jetzigen Täters selbst gebaut, bemerkenswert das hier keine Verbotsforderungen erhoben worden sind.
Scheinbar darf alles sein nur keine Ursachenforschung.
Glück auf!
Karl
PS: Wer eine Waffe nicht wegschließt ist ein Vollidiot!
12.03.2009 14:58 Uhr
von Inger Detlefsen:
"...niemand erkennt mein Potential", das scheint mir der Schlüsselsatz zu sein. Hier stand jemand enorm unter Druck, möchte "gesehen" werden. Aber, da muss ich Scheer Recht geben, hätte er keinen Zugang zu Waffen gehabt, hätte sich der Druck auf andere Weise Luft verschafft. Keine Waffen an Privatleute - was ist daran so schrierig, frage ich mich. Laut Waffengesetz dürfen sie die außerhalb von Schützenvereinen sowieso nicht benutzen, was wollen sie also damit ???
12.03.2009 14:53 Uhr
von Undjetztweiswiederjederallesbesser:
Oh ja, jeder fährt wieder ein Patentrezept zur verhinderung von Massenmorden auf. Im aktuellen Fall sehe ich vor allem eine Verantwortung: Ein Vater, der seinem psychisch auffälligen Sohn freien Zugang zu Faustfeuerwaffen und Munition ermöglicht handelt zumindest grob fahrlässig. Statt dem allgemeinen Gelaber über Kinderbetreuung, Pädagogik und Prävention sollte man das Kind doch beim Namen nennen: Toleranz ist inzwischen ein Synonym für Desinteresse geworden. Die persönlichen Freiheiten werden als Sacro-sanktes Kulturgut bejubelt, die damit verbundenen Pflichten einfach ignoriert.
12.03.2009 14:01 Uhr
von Wolfi:
Zugangskontrollen, schärferes Waffenrecht, Metalldetektoren - am Tag nach dem Amoklauf von Winnenden startet die politische Diskussion um bessere Prävention vor Schulattentätern.
...und TAZ macht mit! Wie wäre es, statt nun wieder die Sündenböcke in den Sportschützen oder Computerspielern zu suchen, mal die eigentlichen Ursachen zu benennen? Einer durch Mediengeilheit und Selbssüchtigen Kapitalismus enthemmten Gesellschaft, die längst aus dem sozialen Verantwortungsgefüge geraten ist! Jeder hat hier seinen Anteil an Verantwortung, ich in meinem täglichen Tun wie auch TAZ in ihrem täglichen Schreiben!!! DENKEN SIE DARAN!!!
12.03.2009 13:54 Uhr
von Íslenski Hesturinn:
Wie wär's damit: Verhindern, dass Eltern, die nur mangelhaft zu Zuneigung + Anerkennung ihrer Kinder in der Lage sind, Kinder haben. Nebenbei wäre damit auch gleich das globale "Bevölkerungswachstums- Problem" schnell gelöst.
Im Ernst: z.B. Mobbing und allg. Konkurrenzkampf bzw. allg. die Armut an Zuneigung + Anerkennung (altmodisch als "Liebe" bezeichnet) in der Gesellschaft nachhaltig reduzieren, so dass dann auch niemand mehr Spaß an fiktiven oder realen Ermordungsszenarien hat.
Und: Allgemein Empathie fördern, z.B. auch gezielt pädagogische Kurse für Eltern in diese Richtung anzubieten, aber auch Konkurrenzdruck in der Gesellschaft verringern und zugleich die Aufrichtigkeit erhöhen, wäre eine der vielen nötigen Dinge, nicht nur, aber auch, um die Wahrscheinlichkeit von Amokläufen oder (anderen) Terror-Attentaten zu verringern.
Wie das jeweils konkret gehen soll, wäre allerdings erst noch genauer herauszufinden (von den vielen Wissenschaftler/innen in den Bereichen Politik, Soziologie, Pschologie, Pädagogik, weltweit). Ansätze gibt es ja schon viele, aber hier scheint leider oft zu gelten: Welche Theorie mir "gefällt", die favorisiere ich, nach dem Motte: "Erich Fromm? nee, passt mir nicht, weg damit! Wensiersky? Cool, nehme ich!" u.s.w. aber natürlich viel subtiler, immer schön mit vielen Diagrammen, Fußnoten etc. So kommen wir aber nie auf einen grünen Zweig bei der Sache. Und Verbote von Spielen werden sicher wenig bis gar nichts bringen, mehr schon ihre öffentliche Hinterfragung im allgemeinen Bewusstsein - mit rationalen Argumenten, was etwas völlig anderes ist als kurzsichtige Verbote.
Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben ;) Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
12.03.2009 12:59 Uhr
von Ralf:
"SPD-Politiker Edathy kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, Metalldetektoren einzusetzen "in den Schulen, in denen bereits festgestellt wurde, dass Waffen im Umlauf sind"
1984 wir kommen.
"Und natürlich wird auch die Frage von Gewaltspielen nach der Tat erneut diskutiert. So forderte der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind nach dem Amoklauf ein Totalverbot von Computergewaltspielen - flankiert von einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Kriminologie-Professor: "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können".
Umherschießen kann ich auch in der Bundeswehr erlernen. Sogar gezieltes Schießen. Komisch, Computerspiele sollen verboten und Waffengesetze verschärft werden. Was ein Blödsinn. Was ist denn mit den Schutzenvereinen? Wieso sollen die nicht verboten werden? Blöde Diskussion ohne Lösung.
Der Vater hat im Haus über dutzend Waffen und Monition gehabt, die eine Knarre frei zugänglich im Schlafzimmer liegen lassen, er trägt Mitschuld, auch wenn das hart ist. Wieso wird statt des ballernden Vaters immer das Spiel als Inspiration gesehen. Hat der Bengel vielleicht aufgrund der Schützenvereinvorliebe des Vaters überhaupt erst angefangen, Kriegsspiele zu spielen. Oh nein, wie schrecklich. Die bösen bösen Spiele.
Das Problem hier ist, dass heutzutage sich die Eltern einfach nicht mehr genug um ihre Kinder kümmern, lieber die Karriere vorziehen und die "Blagen" bei Verwandten oder im Internet oder vor der Glotze parken. Das ist das Problem, nicht die Spiele. Wenn ein Kind psychische Probelme hat, kann es auch mit einem Küchenmesser losgehen. Spiele dienen hier eher als Frustablass, nicht als Vorbereitung auf den Dschihad.
Aber einem CDU-Politiker, der selbst im Schützenverein ist, fällt natürlich aus seiner einseitigen und realitätsfremden Perspektive nur Müll ein.
12.03.2009 12:40 Uhr
von Luftikus:
"Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau sieht keine generelle Möglichkeit, Zugangsbeschränkungen zu Schulen für Fremde massiv zu beschränken."
Was möchte uns der Author wohl mit diesem Satz sagen...
12.03.2009 12:31 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Leserkommentare
04.04.2011 19:10 Uhr
von Ernst Busch:
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann.
Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden.
Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen.
Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da.
In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal.
Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen.
Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber.
Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein!
Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
Nachtrag
Das Waffen und Munition in privater Hand natürlich gesichert aufbewahrt werden müssen, sehe ich genau so. Da stimme ich Ihnen voll zu. Ohne die offen liegen gelassene Pistole wäre der Amoklauf zumindest sehr erschwert worden. Ich sage hier ganz bewusst nicht verhindert. Selbst wenn die Waffe in einem Tresor oder in sonst einem geeigneten Behältnis verwahrt worden wäre hätte der Junge da ran kommen können. Wer nimmt zum Beispiel seinen Schlüsselbund mit unter die Dusche oder hängt ihn sich nachts um den Hals? Hätte der Junge in dieser Zeit den Schlüssel genommen, dann hätte er ebenfalls eine Waffe und auch Munition an sich nehmen können und der Vater hätte das vermutlich nicht sofort gemerkt. Ich glaube jedenfalls kaum, dass der 3 mal am Tag seine Waffen kontrolliert. Eigentlich ist er ja schon genug bestraft, da er seinen Sohn verloren hat und zudem eine Mitschuld an dem Tod aller anderen Personen hat. Aber er hat hier scheinbar gegen die Gesetzte zur Aufbewahrung verstoßen und wird daher jetzt wohl auch zur Rechenschaft gezogen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen.
Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich.
Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen.
Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen.
Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!?
Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
04.04.2011 19:09 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind.
Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat.
Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Matz:
Das deutsche Waffengesetz ist streng genug.
Das Problem ist, das sich die Leute nicht an die Gesetze halten. Wenn Tims Vater die Pistole ordnugegmäß verschlossen hätte, wäre, zumindest mit dieser Waffe, nichts passiert.
Bitte beachten, ich schrieb "mit dieser Waffe". Vielleicht hätte er sich dann mit Messern eingedeckt, hätte ein Auto benutzt oder eine Bombe gebastelt.
Die Waffen zentral zu verwahren ist eine schlechte Idee, da sowas quasi einlädt einzubrechen und RICHTIG abzuräumen.
Ausserdem sind viele Sportschützen im mehreren Vereinen aktiv-
04.04.2011 19:09 Uhr
von Polak Sladjana:
Auch ich möchte gerne meine Meinung zu diesem Thema erläutern. Diese unglaublichen Taten sind, wie wir alle wissen schon mehrmals passiert, was sehr schockierend ist, das es überhaupt zu diesen "paar malen" kommen konnte. Nun geht es darum, heraus zu finden, was diesen Jungen zu dieser schrecklichen Tat bewogen hat. Selbstverständlich muss man was, ich betone muss,gegen das Waffengesetz machen und diese verschärfen. Jedoch kann es ja nicht nur daran liegen, aber auch bestimmt nicht an einem Baller Spiel. Ich habe einen Bruder der jahre schon immer wieder "gewalttätige" Spiele spielt, er selber ist aber die Ruhe in Person. Meine Meinung ist, das wenn jemand so handelt, zutiefst verletzt worden ist. Ich meine, schauen Sie sich z.B.DSDS an. Wie die Leute anfangs fertig gemacht werden vom Herrn Bohlen wie etwa: du siehst aus wie ein Mülleimer, aus dir wird eh nie was, usw usw und alle lachen mit. Aber er sagt nicht ganz konkret: tut mir leid, das reicht nicht.. also einfach sachlich bleiben, nein das geht nicht, man muss den jenigen vor der ganzen Nation erst mal fertig machen. Man weiss aber gar nicht, wie diese Person die heftige und sehr persönliche Kritik verarbeiten kann und wie sie damit umgeht. Manch einen macht es nichts aus, aber der andere geht vielleicht nach Hause und ist so verletzt und beleidigt, das er nicht mit klar kommt und Depressionen bekommt. Was ich damit sagen will, ist das man Menschen die nicht gut aussehen oder nicht in den Freundeskreis passen, oder hart gesagt wenn man sie als "Deppen" hält,die eigene Meinung dem jenigen nicht ins Gesicht sagen muss oder sogar gegen über diesem gewalttätig werden muss.Wie wir ja alle wissen, ist mit manchen Jugendlichen nicht zu spaßen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Amokläufer immer gehänselt worden ist und in keinem Kreis anschluss finden konnte, weil alle anderen so toll und cool sind und er eben nicht. Ich bin mir sicher das er der ein oder anderen Schikane von Mitschülern nicht entkommen konnte,sei es verbal oder mit Gewalt. Auch ignorieren kann sehr verletzend sein. Somit sollte man den Jugendlichen -und mach einem älteren- vermitteln, mit den Mitmenschen, egal wie sie aussehen oder sich verhalten, immer korrekt umzugehen und diesem nicht das Gefühl zu geben er wäre "nichts".Vor allem ist es, glaube ich- also ich kann es jedenfalls nachvollziehen- das wenn jemand den anderen die ganze Zeit über auslacht, würden wir da auch nicht irgendwann auf irgend eine Art ausflippen? Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde das was er getan hat , also die Tat an sich, unverzeihlich und unerklärlich, aber ein bisschen, also 1% kann ich´s verstehen. Ich bin 28 Jahre und weiß ganz genau wie Jugendliche in der Schule mit "Strebern" umgehen. Die werden fertig gemacht, gehänselt im Unterricht, in der Pause, auf dem Heimweg. Weg gehen ist für ihn nicht drin, mit wem auch? Also setzt er sich hin und zockt, weil er einsam und sauer und schon lange verletzt ist. Nicht das die Spiele ihn agressiv machen, sondern er läßt seine angestauten Agressionen an dem Spiel aus. Also sollten wir darauf auch achten, wie man mit einem Menschen umgeht, den wir alle haben Gefühle.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Rolf:
Ist doch klar: die Waffenlobby setzt ihr gesamtes Potential ein, um Nachteile für sie zu verhindern.
Möglichkeiten für unsere Demokratie:
- unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern
- Mindesthaftstrafen (1 Jahr ohne Bewährung)für
illegalen Waffenbesitz
bei geschätzten 10 Mio legalen und 20 Mio illegalen Waffen in der BRD.
Wer eine Waffe hat, wird sie irgendwann auf Tiere oder Menschen richten, ob er schießen wird, entscheidet er in Blitz-Zeit. Und wenn es dann zu einem "Blutrausch" wie in Winnenden kommt, fällt dies auch in die Verantwortung der Waffen-Produzenten, ihrer willfährigen Lobby, der Sportschützen und den dummen Sammlern von Trophäen.
-
04.04.2011 19:09 Uhr
von vic:
Wenn schon kein grundsätzliches Waffenverbot in Privatbesitz, dann eben eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung in 16 Fällen für den Vater.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel!
Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
04.04.2011 19:09 Uhr
von Martin:
Noch werden Amokläufe mit Waffen begangen und nicht mit Joysticks. Somit ist das Verbot von Gewaltspielen anstelle des Verbots von Waffen eine unsinnige Forderung. Es gibt zudem sicher mehr deutsche Ballerspieler als Schützenvereinsmitglieder, also kann das Argument nicht greifen, daß ein Verbot privater Waffen zu einschränkend wäre. Desweiteren kann ich jederzeit ein Spiel aus dem ausländischen Internet herunterladen. Zur illegalen Besorgung einer Waffe gehört schon sehr sehr deutlich mehr kriminelle Energie.
04.04.2011 19:08 Uhr
von Faisal:
"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lehnte rigidere Waffengesetze ab. Er könne nicht erkennen, welche Änderung die jüngste Bluttat hätte verhindern können, sagte der CDU-Politiker."
Wie auch immer man zu einem Waffenverbot steht. So eine Aussage muss man sich als Sicherheitsexpert erst einmal trauen.
Aber führen wir einfach Chipkontrollen ein, davon läßt sich so ein Amokläufer bestimmt abhalten, Menschen zu erschießen.
Biep. Biep.
"Komme nicht rein? Na, dann lass ich es eben."
04.04.2011 19:08 Uhr
von Inger Detlefsen:
"...niemand erkennt mein Potential", das scheint mir der Schlüsselsatz zu sein. Hier stand jemand enorm unter Druck, möchte "gesehen" werden. Aber, da muss ich Scheer Recht geben, hätte er keinen Zugang zu Waffen gehabt, hätte sich der Druck auf andere Weise Luft verschafft. Keine Waffen an Privatleute - was ist daran so schrierig, frage ich mich. Laut Waffengesetz dürfen sie die außerhalb von Schützenvereinen sowieso nicht benutzen, was wollen sie also damit ???
04.04.2011 19:08 Uhr
von Íslenski Hesturinn:
Wie wär's damit: Verhindern, dass Eltern, die nur mangelhaft zu Zuneigung + Anerkennung ihrer Kinder in der Lage sind, Kinder haben. Nebenbei wäre damit auch gleich das globale "Bevölkerungswachstums- Problem" schnell gelöst.
Im Ernst: z.B. Mobbing und allg. Konkurrenzkampf bzw. allg. die Armut an Zuneigung + Anerkennung (altmodisch als "Liebe" bezeichnet) in der Gesellschaft nachhaltig reduzieren, so dass dann auch niemand mehr Spaß an fiktiven oder realen Ermordungsszenarien hat.
Und: Allgemein Empathie fördern, z.B. auch gezielt pädagogische Kurse für Eltern in diese Richtung anzubieten, aber auch Konkurrenzdruck in der Gesellschaft verringern und zugleich die Aufrichtigkeit erhöhen, wäre eine der vielen nötigen Dinge, nicht nur, aber auch, um die Wahrscheinlichkeit von Amokläufen oder (anderen) Terror-Attentaten zu verringern.
Wie das jeweils konkret gehen soll, wäre allerdings erst noch genauer herauszufinden (von den vielen Wissenschaftler/innen in den Bereichen Politik, Soziologie, Pschologie, Pädagogik, weltweit). Ansätze gibt es ja schon viele, aber hier scheint leider oft zu gelten: Welche Theorie mir "gefällt", die favorisiere ich, nach dem Motte: "Erich Fromm? nee, passt mir nicht, weg damit! Wensiersky? Cool, nehme ich!" u.s.w. aber natürlich viel subtiler, immer schön mit vielen Diagrammen, Fußnoten etc. So kommen wir aber nie auf einen grünen Zweig bei der Sache. Und Verbote von Spielen werden sicher wenig bis gar nichts bringen, mehr schon ihre öffentliche Hinterfragung im allgemeinen Bewusstsein - mit rationalen Argumenten, was etwas völlig anderes ist als kurzsichtige Verbote.
Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben ;) Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
04.04.2011 19:08 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Just my 2 cents
11.02.2011 17:51 Uhr
von Ernst Busch:
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann.
Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden.
Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen.
Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da.
In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal.
Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen.
Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber.
Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein!
Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
11.02.2011 17:51 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen.
Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich.
Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen.
Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen.
Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!?
Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
11.02.2011 17:50 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind.
Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat.
Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Kric:
Warum passieren Amokläufe so häufig an Schulen ?
Schulen sind Lebensmittelpunkt der Schüler heisst es immer wieder. Das ist nur die halbe Wahrheit.
Schulen sind hauptsächlich Zwangsgemeinschaften.
Alle müssen da sein und sich dem System unterordnen.
Dieser Umstand allein macht mobbing und archaische Hackordnungen unter den Schülern erst nötig.
Mehr Demokratie wagen
wäre mein Vorschlag.
Und natürlich das komplette Verbot privaten Waffenbesitzes.
Bereits gestern klagte ein Vertreter der Schützenvereine, eine Verschärfung des Waffengesetzes würde den Schiesssport schädigen.
Allein für diese Aussage gehört dem Mann meiner Meinung nach bereits sein waffenschein entzogen.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel!
Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Ralf:
"SPD-Politiker Edathy kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, Metalldetektoren einzusetzen "in den Schulen, in denen bereits festgestellt wurde, dass Waffen im Umlauf sind"
1984 wir kommen.
"Und natürlich wird auch die Frage von Gewaltspielen nach der Tat erneut diskutiert. So forderte der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind nach dem Amoklauf ein Totalverbot von Computergewaltspielen - flankiert von einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Kriminologie-Professor: "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können".
Umherschießen kann ich auch in der Bundeswehr erlernen. Sogar gezieltes Schießen.
Komisch, Computerspiele sollen verboten und Waffengesetze verschärft werden. Was ein Blödsinn.
Was ist denn mit den Schutzenvereinen? Wieso sollen die nicht verboten werden? Blöde Diskussion ohne Lösung.
Der Vater hat im Haus über dutzend Waffen und Monition gehabt, die eine Knarre frei zugänglich im Schlafzimmer liegen lassen, er trägt Mitschuld, auch wenn das hart ist. Wieso wird statt des ballernden Vaters immer das Spiel als Inspiration gesehen. Hat der Bengel vielleicht aufgrund der Schützenvereinvorliebe des Vaters überhaupt erst angefangen, Kriegsspiele zu spielen. Oh nein, wie schrecklich. Die bösen bösen Spiele.
Das Problem hier ist, dass heutzutage sich die Eltern einfach nicht mehr genug um ihre Kinder kümmern, lieber die Karriere vorziehen und die "Blagen" bei Verwandten oder im Internet oder vor der Glotze parken. Das ist das Problem, nicht die Spiele.
Wenn ein Kind psychische Probelme hat, kann es auch mit einem Küchenmesser losgehen. Spiele dienen hier eher als Frustablass, nicht als Vorbereitung auf den Dschihad.
Aber einem CDU-Politiker, der selbst im Schützenverein ist, fällt natürlich aus seiner einseitigen und realitätsfremden Perspektive nur Müll ein.
11.02.2011 17:50 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Just my 2 cents
21.03.2009 12:41 Uhr
von Ernst Busch:
Ich sehe es auch so dass nur ein generelles Verbot des privaten Waffenbesitzes Wirkung zeigen kann.
Wenn in den eigenen 4 Wänden über dieses Zeug verfügt werden kann besteht immer die Gefahr daß die Waffen zum Einsatz kommen. Und nur was nicht da ist kann nicht verwendet werden.
Klar ich kenne die Argumente: Dann kann man sich ja welche illegal beschaffen.
Sicherlich, ich kann auch in ein Armeedepot eindringen, die Wachen überwältigen und mir ein paar Geschütze und Panzer holen sage ich da.
In beiden Fällen (Erfurt und Winnenden) sind die Täter leicht an Waffen und Munition gekommen. Und sie waren legal.
Ohne diesen Umstand wäre es mit Sicherheit nicht dazu gekommen.
Ich finde jeder getötete weniger ist es Wert dieses Dreckszeug aus privaten Haushalten zu verbannen ohne Wenn und Aber.
Und wer meint unbedingt diesem Hobby oder sogenannten Sport nachgehen zu müssen der muss auch für die Kosten der jeweiligen sicheren Verwahrung aufkommen. Und das müssen mit Sicherheit nicht 15 Waffen und tausende Schuss Munition pro Schütze sein!
Das bringt auf jeden Fall mehr als hinterher rumzulabern und es passiert wieder nichts!
18.03.2009 15:50 Uhr
von Conrad Braun:
Nachtrag
Das Waffen und Munition in privater Hand natürlich gesichert aufbewahrt werden müssen, sehe ich genau so. Da stimme ich Ihnen voll zu. Ohne die offen liegen gelassene Pistole wäre der Amoklauf zumindest sehr erschwert worden. Ich sage hier ganz bewusst nicht verhindert. Selbst wenn die Waffe in einem Tresor oder in sonst einem geeigneten Behältnis verwahrt worden wäre hätte der Junge da ran kommen können. Wer nimmt zum Beispiel seinen Schlüsselbund mit unter die Dusche oder hängt ihn sich nachts um den Hals? Hätte der Junge in dieser Zeit den Schlüssel genommen, dann hätte er ebenfalls eine Waffe und auch Munition an sich nehmen können und der Vater hätte das vermutlich nicht sofort gemerkt. Ich glaube jedenfalls kaum, dass der 3 mal am Tag seine Waffen kontrolliert. Eigentlich ist er ja schon genug bestraft, da er seinen Sohn verloren hat und zudem eine Mitschuld an dem Tod aller anderen Personen hat. Aber er hat hier scheinbar gegen die Gesetzte zur Aufbewahrung verstoßen und wird daher jetzt wohl auch zur Rechenschaft gezogen.
18.03.2009 15:37 Uhr
von Conrad Braun:
Wenn jemand eine Argumentation nicht nachvollziehen will, dann kann man auch noch so logische Gründe vorbringen und wird damit trotzdem nichts erreichen.
Das Waffen und Munition bei der BW nicht zusammen aufbewahrt werden ist definitiv falsch. Obwohl die Waffen nur ungeladen in den Waffenkammern liegen, wird auch die dazu gehörige Munition in unmittelbarer Nähe aufbewahrt. Das die Munition nicht direkt neben der Waffenkammer aufbewahrt wird, liegt einfach daran, dass die meisten Waffenkammern in oder unter den Mannschaftsquartieren liegen. Wenn die Munition dort gelagert wäre, würde dass eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldaten und anderer darstellen. Bei einem Brand würde prinzipiell die Gefahr bestehen, dass mehrere hunderttausend Schuss (+ Handgranaten und anderer Sprengmittel) durch Wärmeeinwirkung gezündet würden. Dies könnte sowohl die Flucht aus dem Gebäude erschweren, als auch die Löscharbeiten behindern. Hier kann man aber kaum von einer Trennung von Munition und Waffen sprechen. Dies würde heißen Waffen in Kaserne A (ohne einen einzigen Schuss) und Munition in Depot B ( ohne bewaffnete Wachmannschaft). Wäre bestimmt eine sehr "effektive" Art der Lagerung. Da Privathaushalte nun mal kaum die Fläche einer Kaserne haben, kann Munition dort nun einmal nicht in solchen räumlichen Abständen gelagert werden. Ist aber auf Grund der viel geringeren Menge auch nicht unbedingt erforderlich.
Das Argument, dass Waffen töten ist wohl eher eine politische Parole. Einmal angenommen ich hätte meine Dienstpistole geladen auf meinen Schreibtisch gelegt, dann hätte sie garantiert niemanden getötet. Erst wenn sie jemand an sich nimmt, auf einen anderen Menschen zielt und abdrückt kann es tödliche Folgen haben. Getötet hat dann aber immer noch der Mensch hinter der Waffe.
16.03.2009 22:16 Uhr
von Kay Balschuhn:
an Conrad Braun
Ihre Argumentation, weshalb eine solche Menge Munition von dem Vater aufbewahrt wurde, kann und will ich nicht nachvollziehen. Aus Ihrer Zeit bei der Bundeswehr sollten Sie auf jeden Fall auch noch wissen, dass Waffen und Munition niemals zusammen aufbewahrt werden dürfen.
Waffen töten. Das sollte jeder Waffenbesitzer wissen und deshalb dafür Sorge tragen, dass kein anderer Zugang zu den Waffen hat. Wenn ein Waffenbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt, dann muß er dafür auch die rechtlichen Konsequenzen tragen.
16.03.2009 11:10 Uhr
von Conrad Braun:
@Traute
Zu spekulieren welche Wege die Aggression nimmt, ist wohl kaum zielführend. Vielleicht hätte der Amokläufer dann keine Pistole benutzt, sondern eine Bombe gebaut. Die Anleitungen dazu stehen im Internet und man benötigt dafür nicht mal schwer zu beschaffende Chemikalien. Das ist leichter als man denkt. Die Islamisten führen so was leider immer wieder vor. Es reicht eine Propangasflasche, eine Sauerstoffflasche, etwas Klempnerwerkzeug und ein bisschen elektrotechnisches Wissen. Das gibt es in jedem Baumarkt. Hätte der Junge so was gemacht, dann wären mit hoher Sicherheit alle Personen in dem Klassenraum ums Leben gekommen. Darüber hinaus hätte er viel mehr Ziele treffen können, wenn er solche Bomben an verschiedenen Orten versteckt hätte.
15.03.2009 14:42 Uhr
von Traute:
Wie sinnvoll es ist, selbst- und fremdgefährdende Menschen vor dem Zugang zu Tatmitteln zu schützen, bewährt sich in der Psychiatrie jeden Tag.Warum sollte das, was da jeden Tag erprobt wird, nicht auch im Alltag gelten? Erschwere den Zugang zu Waffen und die Aggression der Menschen muss andere Wege finden, die vielleicht nicht tödlich enden. Ich bin Mutter, Psychiatrin und Psychotherapeutin und kenne die Abgründe der menschlichen Seele. Leider erahne ich auch die der Waffenhersteller und der Politiker, die von deren Lobby beeinflusst werden: diejenigen, die laut schreien, dass Waffen doch bitte, bitte erlaubt wein müssen.
Schließlich sollen Waffen den Frieden sichern!?
Genauso wie Heroinhandel vor Drogentoten schützt!
14.03.2009 12:20 Uhr
von Conrad Braun:
In den vergangenen Tagen wird in den Medien immer wieder die Frage gestellt wieso jemand mehrere tausend Schuss Munition besitzt. Die Gründe hierfür sind durchaus pragmatischer Natur. Bei der Herstellung, da Munition nie 100%ig gleich hergestellt werden kann. So kommt es zum Beispiel bei der Herstellung der Messinghülsen zur Banutzung der Werkzeuge, was zu geringfügigen Toleranzen und Veränderungen im Hülsenvolumen kommt. Auch die Treibladungspulver werden in Chargen hergestellt und weisen immer kleine Abweichungen im Abbrandverhalten auf. Die führt dazu, dass sich die Treffpunktlage von Munition immer wieder verändert. Aus diesem Grung ist es sinnvoll eine große Anzahl von Patronen aus einem Herstellungslos auf einmal zu kaufen. Gerade für Sportschützen ist das von Bedeutung, die ja nun mal auf eine möglichst hohe Präzision iher Waffen angewiesen sind.
Die in den Medien genannte Zahl von 4600 Schuss stellt zudem keine LKW-Ladung dar. Aus meiner Zeit bei der BW (war da unter anderem für die Ausgabe von Munition zuständig), weiß ich das ein 1000 Schuss gebinde ungefähr die Größe eines DIN-A4 Aktenordners hat.
Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen auf eine solch sinnlose sterben müssen, aber die Forderung nach einem kompletten Verbot von Waffen in privater Hand kann doch auch nicht die Lösung des Problems sein. Damit würden 99,9 % oder noch mehr der legalen Waffenbesitzer bestraft, welche alle Gesetzte beachten und ihre Waffen sicher aufbewahren. Ich fände es nicht gerecht, wenn all diese Menschen jetzt quasi für die Verfehlungen eines Anderen (Vater des Jungen) bestraft werden würden. Mit dem selben Argument könnte man dann auch das Auto fahren verbieten, weil eine Handvoll Menschen betrunken fährt und dabei tödliche Unfälle verursacht. Ein allgemeines Fahrverbot würde diesen Leuten zwar einhalt gebieten, aber auch allen anderen verantwortungsvollen Fahrern und das kann doch kein geeigneter Weg sein um das Verhalten von Einzelpersonen zu bestrafen.
13.03.2009 21:46 Uhr
von Kay Balschuhn:
Wenn die Waffengesetze in Deutschland wirklich ausreichend verschärft worden sind, wie es der Innenminister behauptet, dann muß es auch möglich sein, den Vater von Tim strafrechtlich zu belangen. Der Vater sollte für seine fahrlässige Aufbewahrung der Waffe zu einer mehrjährigen Haftstrafe veruteilt werden. Damit würde der Staat ein Zeichen setzen, so dass alle anderen Waffenbesitzer künftig ihre Waffen wirklich sicher und für andere nicht erreichbar wegschliessen werden. Dieses sollte vom Staat dann aber auch in unregelmäßige Abständen überprüft werden.
13.03.2009 20:25 Uhr
von Matz:
Das deutsche Waffengesetz ist streng genug.
Das Problem ist, das sich die Leute nicht an die Gesetze halten. Wenn Tims Vater die Pistole ordnugegmäß verschlossen hätte, wäre, zumindest mit dieser Waffe, nichts passiert.
Bitte beachten, ich schrieb "mit dieser Waffe". Vielleicht hätte er sich dann mit Messern eingedeckt, hätte ein Auto benutzt oder eine Bombe gebastelt.
Die Waffen zentral zu verwahren ist eine schlechte Idee, da sowas quasi einlädt einzubrechen und RICHTIG abzuräumen.
Ausserdem sind viele Sportschützen im mehreren Vereinen aktiv-
13.03.2009 18:53 Uhr
von Polak Sladjana:
Auch ich möchte gerne meine Meinung zu diesem Thema erläutern. Diese unglaublichen Taten sind, wie wir alle wissen schon mehrmals passiert, was sehr schockierend ist, das es überhaupt zu diesen "paar malen" kommen konnte. Nun geht es darum, heraus zu finden, was diesen Jungen zu dieser schrecklichen Tat bewogen hat. Selbstverständlich muss man was, ich betone muss,gegen das Waffengesetz machen und diese verschärfen. Jedoch kann es ja nicht nur daran liegen, aber auch bestimmt nicht an einem Baller Spiel. Ich habe einen Bruder der jahre schon immer wieder "gewalttätige" Spiele spielt, er selber ist aber die Ruhe in Person. Meine Meinung ist, das wenn jemand so handelt, zutiefst verletzt worden ist. Ich meine, schauen Sie sich z.B.DSDS an. Wie die Leute anfangs fertig gemacht werden vom Herrn Bohlen wie etwa: du siehst aus wie ein Mülleimer, aus dir wird eh nie was, usw usw und alle lachen mit. Aber er sagt nicht ganz konkret: tut mir leid, das reicht nicht.. also einfach sachlich bleiben, nein das geht nicht, man muss den jenigen vor der ganzen Nation erst mal fertig machen. Man weiss aber gar nicht, wie diese Person die heftige und sehr persönliche Kritik verarbeiten kann und wie sie damit umgeht. Manch einen macht es nichts aus, aber der andere geht vielleicht nach Hause und ist so verletzt und beleidigt, das er nicht mit klar kommt und Depressionen bekommt. Was ich damit sagen will, ist das man Menschen die nicht gut aussehen oder nicht in den Freundeskreis passen, oder hart gesagt wenn man sie als "Deppen" hält,die eigene Meinung dem jenigen nicht ins Gesicht sagen muss oder sogar gegen über diesem gewalttätig werden muss.Wie wir ja alle wissen, ist mit manchen Jugendlichen nicht zu spaßen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Amokläufer immer gehänselt worden ist und in keinem Kreis anschluss finden konnte, weil alle anderen so toll und cool sind und er eben nicht. Ich bin mir sicher das er der ein oder anderen Schikane von Mitschülern nicht entkommen konnte,sei es verbal oder mit Gewalt. Auch ignorieren kann sehr verletzend sein. Somit sollte man den Jugendlichen -und mach einem älteren- vermitteln, mit den Mitmenschen, egal wie sie aussehen oder sich verhalten, immer korrekt umzugehen und diesem nicht das Gefühl zu geben er wäre "nichts".Vor allem ist es, glaube ich- also ich kann es jedenfalls nachvollziehen- das wenn jemand den anderen die ganze Zeit über auslacht, würden wir da auch nicht irgendwann auf irgend eine Art ausflippen? Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde das was er getan hat , also die Tat an sich, unverzeihlich und unerklärlich, aber ein bisschen, also 1% kann ich´s verstehen. Ich bin 28 Jahre und weiß ganz genau wie Jugendliche in der Schule mit "Strebern" umgehen. Die werden fertig gemacht, gehänselt im Unterricht, in der Pause, auf dem Heimweg. Weg gehen ist für ihn nicht drin, mit wem auch? Also setzt er sich hin und zockt, weil er einsam und sauer und schon lange verletzt ist. Nicht das die Spiele ihn agressiv machen, sondern er läßt seine angestauten Agressionen an dem Spiel aus. Also sollten wir darauf auch achten, wie man mit einem Menschen umgeht, den wir alle haben Gefühle.
13.03.2009 11:33 Uhr
von Kric:
Warum passieren Amokläufe so häufig an Schulen ?
Schulen sind Lebensmittelpunkt der Schüler heisst es immer wieder. Das ist nur die halbe Wahrheit.
Schulen sind hauptsächlich Zwangsgemeinschaften.
Alle müssen da sein und sich dem System unterordnen.
Dieser Umstand allein macht mobbing und archaische Hackordnungen unter den Schülern erst nötig.
Mehr Demokratie wagen
wäre mein Vorschlag.
Und natürlich das komplette Verbot privaten Waffenbesitzes.
Bereits gestern klagte ein Vertreter der Schützenvereine, eine Verschärfung des Waffengesetzes würde den Schiesssport schädigen.
Allein für diese Aussage gehört dem Mann meiner Meinung nach bereits sein waffenschein entzogen.
13.03.2009 10:33 Uhr
von Rolf:
Ist doch klar: die Waffenlobby setzt ihr gesamtes Potential ein, um Nachteile für sie zu verhindern.
Möglichkeiten für unsere Demokratie:
- unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern
- Mindesthaftstrafen (1 Jahr ohne Bewährung)für
illegalen Waffenbesitz
bei geschätzten 10 Mio legalen und 20 Mio illegalen Waffen in der BRD.
Wer eine Waffe hat, wird sie irgendwann auf Tiere oder Menschen richten, ob er schießen wird, entscheidet er in Blitz-Zeit. Und wenn es dann zu einem "Blutrausch" wie in Winnenden kommt, fällt dies auch in die Verantwortung der Waffen-Produzenten, ihrer willfährigen Lobby, der Sportschützen und den dummen Sammlern von Trophäen.
-
13.03.2009 01:48 Uhr
von BigKelle:
@Íslenski Hesturinn:
Für die anderen interessanten Anregungen gebe ich Ihnen eine eins! setzen
13.03.2009 01:44 Uhr
von BigKelle:
@ Íslenski Hesturinn:
Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben zwinker Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
und warum stellst du dann die Frage von Kameraüberwachung in den Raum? Solch ein Mistgedanke... ist natürlich für einen Überwachungsstaat vom feinsten, kann er doch mit den kleinen Kindern anfangen, sie an die immer mehr werdenden Überwachungskameras zu gewöhnen! guter Gedanke...sechs setzten!
13.03.2009 01:15 Uhr
von vic:
Wenn schon kein grundsätzliches Waffenverbot in Privatbesitz, dann eben eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung in 16 Fällen für den Vater.
12.03.2009 23:21 Uhr
von Imke Krüger:
Ich halte es auch für die beste Prävention, den Zugang zu scharfen Waffen noch restriktiver zu handhaben. Sowohl Erfurt als auch Winnenden wäre nicht passiert, hätten die Täter keine Schusswaffen gehabt. Ich halte den Umgang mit und Zugang zu echten Waffen für viel gefährdender als den Umgang mit Computerspielen, also echt. Waffen gehören im Verein unter Verschluss und es sollte keinerlei Munition geben, mit der getötet werden kann.
12.03.2009 23:10 Uhr
von Werner Lorenzen-Pranger:
Sowohl in Erfurt als auch in der Stadt in Baden-Württemberg lagen eindeutige Verstöße gegen das Waffenrecht vor. In Erfurt sogar durch das dortige Ordnungsamt, daß die Waffe für diesen Schützen nicht hätte in die WBK eintragen dürfen!
Was soll da eine weitere Verschärfung des Rechts bringen?
Rechtsbrüche wird es immer geben - egal wo Sportwaffen aufbewahrt werden.
Ach so - ja - bei der nächsten Olympiade jubeln dann wieder alle über die Gold-Medaillen...
12.03.2009 21:16 Uhr
von Jemand:
Ich fordere ein generelles Verbot von Geschwafel!
Es gibt keine einfachen Patentrezepte und die wahren Ursachen zu ergründen ist denen viel zu mühselig.
Die haben doch nur schiss, daß der nächste Amokläufer nicht in eine Schule sondern in den Bundes- oder Landtag kommt.
12.03.2009 17:26 Uhr
von Siegfried Franz:
Man kann auch mit einem Luftgewehr Löcher in Papierscheiben schießen. Ein Verbot aller sonstigen Schußwaffen in privatem Besitz würde Menschenleben retten.
12.03.2009 16:26 Uhr
von Martin:
Noch werden Amokläufe mit Waffen begangen und nicht mit Joysticks. Somit ist das Verbot von Gewaltspielen anstelle des Verbots von Waffen eine unsinnige Forderung. Es gibt zudem sicher mehr deutsche Ballerspieler als Schützenvereinsmitglieder, also kann das Argument nicht greifen, daß ein Verbot privater Waffen zu einschränkend wäre. Desweiteren kann ich jederzeit ein Spiel aus dem ausländischen Internet herunterladen. Zur illegalen Besorgung einer Waffe gehört schon sehr sehr deutlich mehr kriminelle Energie.
12.03.2009 16:22 Uhr
von EinfachAnfangen:
Man kann jetzt wieder vortrefflich im Kreise diskutieren, wer oder was alles Schuld am Massenmord haben könnte. Fangen wir doch einfach mit dem Naheliegendsten und Wirkungsvollsten an: Verbot großkalibriger Schusswaffen für alle Privatpersonen. Das gilt auch und besonders für unsere sogenannten Sportschützen. Die sollen sich auf Luftpistole und allenfalls Kleinkaliber bis 4,5 mmm beschränken.
12.03.2009 16:13 Uhr
von Alex:
Und wieder offenbart sich uns die Unfähigkeit unserer Regierenden. Aber warum nach den Ursachen suchen wenn man mit verlogenen Medien gewisse Feindbilder in die Massen tragen kann und diese dann bekämpft? Das geht schneller, ist wirtschaftlicher und vor allem einfacher.
Aber das Deutsche Politik ein geistiges Armutszeugnis ist wissen wir ja nicht erst seit gestern.
12.03.2009 15:59 Uhr
von Prowolf:
Brav gesprochen Wolfi.
Es ist wohl ein Kernpunkt bei der Entscheidung, Amok zu laufen, dass man sich heute sicher sein kann, dadurch mit wehenden Fahnen unterzugehen.
Dieses Prinzip funktioniert nicht dank privater Gewaltspiele am PC, und ist auch nicht von legalen Waffen abhängig. Einziger Maßstab dieser späten Aufmerksamkeit, die den tragischen Tätern zuteil wird, ist der öffentliche Medienrummel, der um sie gemacht wird.
Warum muss die ARD Seite (vielleicht mangels anderer, besserer Berichte?) Ihr Amok Thema mit einer Timeline/Hitliste der bekanntesten Amokläufer incl. Bewaffnung und Opferzahl anbieten?
Warum wird der junge Täter von allen Zeitungen als "schwer bewaffnet" beschrieben? War das eine MP7, die er sich da von Papi geklaut hat, oder was?
Um den Reiz von solchen Bluttaten zu nehmen, sollte man zu aller erst einmal die Medien in die Verantwortung nehmen, solche Taten eben nicht wie detailliert geplante und mehr oder minder erfolgreich durchgeführte Kommandounternehmen darzsuetllen. Auch wenn sie das mitunter zu sein scheinen.
Wo bleibt denn der moralische Zeigefinger?
Warum wird das ganze wie ein Spiel Terroristen gegen Polizisten dargestellt, in dem die einzige Möglichkeit in lückenloser Überwachung und besseren Sicherheitsvorkehrungen liegt?
Dabei ist es eine menschliche Tragödie, die zu allererst nicht auf die Waghalsigkeit oder den Heldenmut der Täter hinweist, sondern auf deren moralische Schwäche.
Natürlich ist das alles schwierig in den Medien umzusetzen, zumal die sich ja schlecht verkaufen, wenn sie sich mit heissblütigen Sensationsmeldungen zurückhalten.
Aber schneller, weiter, schlimmer verkauft sich nicht nur gut: es hat auch eine Vorbildfunktion. Und wer kann mit Sicherheit sagen, dass nicht schon jetzt irgendwo ein armer junger Mann sich ausmalt, wie er seinem bedeutungslosen Leben ein großes Finale geben kann, indem er noch mehr als besagte 16 oder 17 Menschen mit sich in den Tod reißt, als der schlimmste Amokläufer Deutschlands?
Soviel dazu.
Take Taz.
12.03.2009 15:41 Uhr
von Faisal:
"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lehnte rigidere Waffengesetze ab. Er könne nicht erkennen, welche Änderung die jüngste Bluttat hätte verhindern können, sagte der CDU-Politiker."
Wie auch immer man zu einem Waffenverbot steht. So eine Aussage muss man sich als Sicherheitsexpert erst einmal trauen.
Aber führen wir einfach Chipkontrollen ein, davon läßt sich so ein Amokläufer bestimmt abhalten, Menschen zu erschießen.
Biep. Biep.
"Komme nicht rein? Na, dann lass ich es eben."
12.03.2009 15:32 Uhr
von Anna:
Wie kann es sein, dass man 17 ist und einfach keine Perspektive mehr sieht und kein Vertrauen in sich, die Welt und die Familie mehr hat? Wieso hat man keinen Blick mehr für die Vielfalt und Schönheit der Welt?
Dass solche Dinge wie der „Amoklauf“ hier und nicht z.B. in Afrika passieren, wo man wirklich an seine Existenzgrenzen gebracht werden kann, ist schon komisch. Oder etwa doch nicht?
Ich denke mir, dass in vielen Ländern Afrikas oder Asiens so gut wie keiner der ehemaligen Schüler auch nur auf die Idee kommen würde nämlich Teil seiner eigenen ExistenzGRUNDLAGE anzugreifen. Bildung ist vielerorts noch Privileg und gibt Perspektive, das wird dort noch verstanden und dabei glaube ich nicht im Traum, dass die Schüler dort fairer, oder die Lehrer weniger streng sind. Aber was macht man dort anders, wo sind die Unterschiede? Gibt es eine größere Sicherheit durch den eigenen sozialen Hintergrund?
Den Halt gibt die Familie, die Gesellschaft, oft auch Religion. Alles Dinge, die wir in unserem vermeintlich so aufgeklärtem Zustand vernachlässigen, ja ablehnen. Aber WER ist hier denn wirklich so befreit aus seiner eigenen Unmündgkeit wie alle vorgeben? Gehört nicht auch Befreiung aus der eigenen Tristesse und Depression dazu? Ich finde es durchaus legitim religiös zu sein, wenn man damit ein positivieres und glücklicheres Leben zustande bringt. Immernoch besser als seinen Kindern eine Welt vorzuleben in der Werte von TV-Sendern vermittelt werden.
Ist es den meisten Leuten eigentlich eine Neuigkeit, dass die meisten Prägungen eines Menschen in der frühen Kindheit geschehen? Wie viele Leute um mich herum mangelts an Grund- und Selbstvertrauen dadurch, dass sie ihr Vertrauen in frühen Jahren an die Eltern verloren haben.
Verzweifelte Jugendliche rächen sich am System und das in Deutschland, in einem Sozialstaat. Was bedeutet denn „sozial“ in der praxis? Ich denke eher dass wir hier eine „Sozial“-Nachhilfe nötig haben für Menschen, die keine Lösung für ihre Konflikte finden! Doch selbst wenn wirs versuchen: kann einem der Staat das eigene soziale Umfeld ersetzen? Wohl kaum, aber man kann Hilfestellungen leisten!
In China gibt es Eltern-Schulen und es wird werdenden Eltern „nahe gelegt“ sich der Lektionen zu unterziehen. Sicher, an dieser stelle greift das Politische System extrem auf die persönlichen Rechte über, aber manchmal wünsche ich mir sowas insgeheim auch für manche Eltern hier.
Unverantwortliche Eltern erziehen unverantwortliche Kinder, ein 17 jähriger, der Menschen erschiesst, denkt nicht über seine Opfer, deren Angehörige, die eigenen Angehörigen nach und macht sich, im Falle eines Rachefeldzuges, auch für das eigene Versagen nicht verantwortlich!
Ich sehe in Deutschland zu viele unmündig wirkende, unfähige Eltern und fast schlimmer noch: genauso unfähige Erzieher! Ich weiss, es gibt viele sehr fähige, passionierte und interessierte Pädagogen und Erzieher, aber ich kenne zu viele Gegenteile! Diese Leute halte ich für ein Verbrechen, denn sie prägen unser Weltbild in der Kindheit! Wir brauchen eine bessere qualifizierende und längere Ausbildung für diese Berufe: mehr Psychologie, mehr Pädagogik, und Schulungen. Nur so gibt es eine Chance für Kinder. Verdammt, Piloten müssen sich auch wer weiss wievielen Persönlichkeitstests unterziehen und die fliegen uns nur von A nach B und betreuen nicht unsere Kinder, 15 Jahre lang 30 Std die Woche! Wo haben wir so ein Sieb für die Leute denen wir unsere Kinder anvertrauen???
Unsere Kinder sollen von Leuten erzogen werden die teilweise 18 Jahre alt sind und mit ihrem eigenen Leben nicht klarkommen, weder Werte noch Perpektive besitzen? Dies ist ein Kreis, der durchbrochen werden muss. Aber wir brauchen Mittel, wollen wir aus unseren Kindern verantwortungvolle Menschen machen und da reicht es nicht das Kindergeld zu erhöhen. Angewandte Hilfe ist gefragt, seit Jahren werden Mittel für Jugendarbeit und Jugendzentren kurz gehalten und gute Betreuung für Kinder in Alter von 2 bis 10 Jahren ist rar.
Alleine bei diesen Missständen will man doch aufstehen, schreien und was bewegen, nicht resignieren! Ich weiss, dass ich nie alleine mit meinen Gedanken und Problemen bin, es gibt immer Menschen, die Dinge ähnlich sehen wie ich und mit denen sich die Kraft zum Handeln aufbringen lässt! Es ist doch das recht eines Jeden das zu wissen und sich Hilfe holen zu können, auch wenn die Eltern das nicht bieten!
Lasst uns in den Schulen und Kindergärten ansetzen, nicht am Waffengesetz. Killerspiele sind auch nicht die Ursache, sondern können vielmehr nur ein Indiz für eine seltsame Aggressionskompensation sein.
12.03.2009 15:25 Uhr
von derNoergler:
Wie immer wird nicht über Ursachen gestritten, sondern nur um die Begleitphänomene. Komisch, dass einfach niemand begreift, dass Amokläufer spielen und nicht Spieler Amok laufen. Wenn Pornos, Horrorfilme und Ego-Shooter den Amokläufer machten, errreichten 90% der Jugendlichen die Volljährigkeit nicht.
Waffen zu verbieten ist zwar auch wenig sinnvoll, um Amokläufe zu verhindern, aber ein Amoklauf ohne Waffen ist immerhin bloß ein alberner Selbstmord...
12.03.2009 15:21 Uhr
von Jengre:
Ich kenne Großkaliber-Sportschützen, die Pistolen beitzen, aber im Tresorraum des gut geschützen Clubs verwahren lassen. Warum soll man auch etwas mit nach Hause nehmen, was unterwegs nur im Köfferchen und zu Hause nur im Tresor sein darf? Die Waffenbesitzkarte für Sportschützen ist oft nur eine Gesetzeslücke, um Waffen legal zu kaufen, aber illegal zu "führen" (tragen). Munition braucht erst recht kein Sportschütze im Haus zu horten. Wie in Erfurt war dies nämlich die Quelle der Tatwerkzeuge; an illegale Waffen kommen "brave", introvertierte Jugendliche bei uns schlecht heran. Allerdings: in Großbritannien ist jeder private Besitz von Kurzwaffen komplett verboten, und die Zahl der illegalen Schußwaffen sowie der damit begangenen Morde unter Jugendlichen aus Problemvierteln nimmt stetig zu.
12.03.2009 15:03 Uhr
von Karl:
Wieder einmal typischer Politaktionismus!
Scheer, von keiner Fachkenntnis beeinträchtigt spinnt sich einen Alptraum zusammen.
Die Beschränktheit solcher "Ideen" wird nur von deren zweifelhafter Wirksamkeit übertroffen.
Verbieten ist so einfach, nur wie kommen dann die 20 Mio + X illegalen Waffen weg, wieso werden jeden Monat teilweise Kisten voller Handgranaten und Pioniersprengmittel sichergestellt? Material aus allen Teilen Europas....
Und "Bomben" hatte sich auch der Vorgänger des jetzigen Täters selbst gebaut, bemerkenswert das hier keine Verbotsforderungen erhoben worden sind.
Scheinbar darf alles sein nur keine Ursachenforschung.
Glück auf!
Karl
PS: Wer eine Waffe nicht wegschließt ist ein Vollidiot!
12.03.2009 14:58 Uhr
von Inger Detlefsen:
"...niemand erkennt mein Potential", das scheint mir der Schlüsselsatz zu sein. Hier stand jemand enorm unter Druck, möchte "gesehen" werden. Aber, da muss ich Scheer Recht geben, hätte er keinen Zugang zu Waffen gehabt, hätte sich der Druck auf andere Weise Luft verschafft. Keine Waffen an Privatleute - was ist daran so schrierig, frage ich mich. Laut Waffengesetz dürfen sie die außerhalb von Schützenvereinen sowieso nicht benutzen, was wollen sie also damit ???
12.03.2009 14:53 Uhr
von Undjetztweiswiederjederallesbesser:
Oh ja, jeder fährt wieder ein Patentrezept zur verhinderung von Massenmorden auf.
Im aktuellen Fall sehe ich vor allem eine Verantwortung:
Ein Vater, der seinem psychisch auffälligen Sohn freien Zugang zu Faustfeuerwaffen und Munition ermöglicht handelt zumindest grob fahrlässig.
Statt dem allgemeinen Gelaber über Kinderbetreuung, Pädagogik und Prävention sollte man das Kind doch beim Namen nennen:
Toleranz ist inzwischen ein Synonym für Desinteresse geworden.
Die persönlichen Freiheiten werden als Sacro-sanktes Kulturgut bejubelt, die damit verbundenen Pflichten einfach ignoriert.
12.03.2009 14:01 Uhr
von Wolfi:
Zugangskontrollen, schärferes Waffenrecht, Metalldetektoren - am Tag nach dem Amoklauf von Winnenden startet die politische Diskussion um bessere Prävention vor Schulattentätern.
...und TAZ macht mit!
Wie wäre es, statt nun wieder die Sündenböcke in den Sportschützen oder Computerspielern zu suchen, mal die eigentlichen Ursachen zu benennen? Einer durch Mediengeilheit und Selbssüchtigen Kapitalismus enthemmten Gesellschaft, die längst aus dem sozialen Verantwortungsgefüge geraten ist! Jeder hat hier seinen Anteil an Verantwortung, ich in meinem täglichen Tun wie auch TAZ in ihrem täglichen Schreiben!!! DENKEN SIE DARAN!!!
12.03.2009 13:54 Uhr
von Íslenski Hesturinn:
Wie wär's damit: Verhindern, dass Eltern, die nur mangelhaft zu Zuneigung + Anerkennung ihrer Kinder in der Lage sind, Kinder haben. Nebenbei wäre damit auch gleich das globale "Bevölkerungswachstums- Problem" schnell gelöst.
Im Ernst: z.B. Mobbing und allg. Konkurrenzkampf bzw. allg. die Armut an Zuneigung + Anerkennung (altmodisch als "Liebe" bezeichnet) in der Gesellschaft nachhaltig reduzieren, so dass dann auch niemand mehr Spaß an fiktiven oder realen Ermordungsszenarien hat.
Und: Allgemein Empathie fördern, z.B. auch gezielt pädagogische Kurse für Eltern in diese Richtung anzubieten, aber auch Konkurrenzdruck in der Gesellschaft verringern und zugleich die Aufrichtigkeit erhöhen, wäre eine der vielen nötigen Dinge, nicht nur, aber auch, um die Wahrscheinlichkeit von Amokläufen oder (anderen) Terror-Attentaten zu verringern.
Wie das jeweils konkret gehen soll, wäre allerdings erst noch genauer herauszufinden (von den vielen Wissenschaftler/innen in den Bereichen Politik, Soziologie, Pschologie, Pädagogik, weltweit). Ansätze gibt es ja schon viele, aber hier scheint leider oft zu gelten: Welche Theorie mir "gefällt", die favorisiere ich, nach dem Motte: "Erich Fromm? nee, passt mir nicht, weg damit! Wensiersky? Cool, nehme ich!" u.s.w. aber natürlich viel subtiler, immer schön mit vielen Diagrammen, Fußnoten etc. So kommen wir aber nie auf einen grünen Zweig bei der Sache. Und Verbote von Spielen werden sicher wenig bis gar nichts bringen, mehr schon ihre öffentliche Hinterfragung im allgemeinen Bewusstsein - mit rationalen Argumenten, was etwas völlig anderes ist als kurzsichtige Verbote.
Schulen besser zu sichern? Naja, mehr Videokameras in der Schule wäre mit Sicherheit nicht verkehrt, übrigens auch gegen sonstige Gewalt auf dem Schulgelände - denn z.B. für heimliches Knutschen gibt's ja auch schönere Orte, als die Schule. In der kann es ja auch bei heißen Blicken bleiben ;) Solche 'Sicherheitsmaßnahmen' verführen aber dazu, zum Ersatz für wichtigere, nachhaltiger Dinge, siehe oben, zu werden.
12.03.2009 12:59 Uhr
von Ralf:
"SPD-Politiker Edathy kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, Metalldetektoren einzusetzen "in den Schulen, in denen bereits festgestellt wurde, dass Waffen im Umlauf sind"
1984 wir kommen.
"Und natürlich wird auch die Frage von Gewaltspielen nach der Tat erneut diskutiert. So forderte der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind nach dem Amoklauf ein Totalverbot von Computergewaltspielen - flankiert von einer weiteren Verschärfung des Waffenrechts. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Kriminologie-Professor: "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können".
Umherschießen kann ich auch in der Bundeswehr erlernen. Sogar gezieltes Schießen.
Komisch, Computerspiele sollen verboten und Waffengesetze verschärft werden. Was ein Blödsinn.
Was ist denn mit den Schutzenvereinen? Wieso sollen die nicht verboten werden? Blöde Diskussion ohne Lösung.
Der Vater hat im Haus über dutzend Waffen und Monition gehabt, die eine Knarre frei zugänglich im Schlafzimmer liegen lassen, er trägt Mitschuld, auch wenn das hart ist. Wieso wird statt des ballernden Vaters immer das Spiel als Inspiration gesehen. Hat der Bengel vielleicht aufgrund der Schützenvereinvorliebe des Vaters überhaupt erst angefangen, Kriegsspiele zu spielen. Oh nein, wie schrecklich. Die bösen bösen Spiele.
Das Problem hier ist, dass heutzutage sich die Eltern einfach nicht mehr genug um ihre Kinder kümmern, lieber die Karriere vorziehen und die "Blagen" bei Verwandten oder im Internet oder vor der Glotze parken. Das ist das Problem, nicht die Spiele.
Wenn ein Kind psychische Probelme hat, kann es auch mit einem Küchenmesser losgehen. Spiele dienen hier eher als Frustablass, nicht als Vorbereitung auf den Dschihad.
Aber einem CDU-Politiker, der selbst im Schützenverein ist, fällt natürlich aus seiner einseitigen und realitätsfremden Perspektive nur Müll ein.
12.03.2009 12:40 Uhr
von Luftikus:
"Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau sieht keine generelle Möglichkeit, Zugangsbeschränkungen zu Schulen für Fremde massiv zu beschränken."
Was möchte uns der Author wohl mit diesem Satz sagen...
12.03.2009 12:31 Uhr
von Nils-Roland Hopf:
Wenn es denn so einfach wäre: Einfach GewaltComputerspiele verbieten, dann gibts auch keine Amokläufe mehr. Etwas ähnliches hat man übrigens auch seinerzeit über Karl-May-Bücher gesagt. Das Amokläufer Gewaltcomputerspiele spielen, ist höchstens ein Symptom, aber NIE die Ursache des Problems.
Just my 2 cents