Heute ist "Buy Nothing Day". Ist ein Kaufstreik sinnvoll, wenn die Rezession droht? Ja! Denn wir brauchen endlich eine Ökonomie, die ohne materielles Wachstum auskommt.
Dieser Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Unser Problem besteht darin, dass findige Marketingstrategen es immer wieder schaffen, eigentlich immaterielle Bedürfnisse in materielle zu verwandeln. Das funktioniert mit Werbebotschaften, die gezielt die emotionalen, erotischen, sozialen, kulturellen oder spirituellen Bedürfnisse der Menschen anspricht.
Leider ist tatsächlich die Zahl der Menschen, die diesen Mechanismus durchschaut zur Zeit noch verschwindend gering. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Mechanismus auch in linken Kreisen nicht wirklich begriffen wurde.
Konsumkritik wurde ganz schnell zum Asketentum weil angeblich künstliche Bedürfnisse geweckt würden. Das hinter den so genannten künstlichen Bedürfnissen autentische, aber konsumistisch kanalisierte Bedürfnisse stecken, wurde nicht verstanden.
Die einzige Chance aus der Wachstums- und Konsumwirtschaft auszusteigen, liegt darin, die Ressource ,,Mensch'' wieder verfügbar zu machen. Dazu müssen wir aber auch aus der zur Zeit angesagten narzisstischen und hyperindiviualistischen Charakterstruktur aussteigen.
01.12.2008 07:28 Uhr
von Markus Schöning:
Der gute Kommentar zur einseitigen Ausrichtung der Ökonomie auf Wachstum wird auf der Seite der Taz dargestellt mit einem Werbeblock, in dem für Bundeswertpapiere geworben wird u. a. mit dem Ausspruch: "Kontinuierliches Wachstum hat mir schon immer geschmeckt." Somit bleibt die Frage: "Hat eigentlich die Redaktion der Taz den Kommentar verstanden?"
LG Markus Schöning
30.11.2008 17:35 Uhr
von Vieth:
Ich stimme mit der in diesem hervorragenden Artikel vorgeschlagenen Richtung völlig überein. (Vielleicht wäre der Satz von Kommentar Nr. 1, M. Sailer korrekter . . .). Allerdings wäre m.E. für politisches Handeln zusätzlich das Problem der sozialen (Un-)Gerechtigkeit zu lösen. Nach meiner Ansicht muss das erforderliche Geld für Bildung, Entwicklung alternativer Wirtschaft/Energie etc. durch einen höheren Spitzensteuersatz, u/o Erbschaftssteuer bzw. Wiedereinführung der Vermögenssteuer aufgebracht werden. Das alles wird natürlich einen Aufschrei der Reichen und Lobbyisten hervorrufen. . . . Aber: wat mutt dat mutt. Harald Vieth, Hamburg
30.11.2008 12:14 Uhr
von Michael Sailer:
Bernward Janzing schreibt: "Sobald Wachstum jedoch zusätzliche Rohstoffe, Energie, Luft, Wasser oder Landfläche verbraucht, wird es früher oder später zum Erliegen kommen." Dieser Satz ist Schwachsinn. Es ist ja gerade der Wahn der Wachstumsgläubigen, daß sie meinen, einen knapper werdenden Faktor durch erhöhte Ausbeutung eines anderen ersetzen zu können. Richtig müßte der Satz daher lauten: "Wenn Wachstum jedoch zusätzliche Rohstoffe, Energie, Luft, Wasser UND Landfläche verbraucht ..."
29.11.2008 19:53 Uhr
von klaus schneider:
so selten zu hören sowas. dabei gibt es uralte sprichwörter dazu: alles mit mass und ziel. weniger ist mehr. und schumachers schönes: small is beautyful. langweilig wird es nie, wenn nur noch das wichtigste, auf eine "nachhaltige" weise produzierte, produkt zum kauf ansteht, man kann ja wie es hies sein französisch verbessern oder sich mit der unruhigen geschichte der menschheit beschäftigen, sich bilden, sich mit anderen bilden; vielleicht ist das gesünder für alles und weniger beschädigend als dieses hinterfotzige ablenkungsmanöver namens wirtschaftswachstum, konsum, wohlstand. wohltuender artikel. kassenbuch führen. schön, heute nichts gekauft.
29.11.2008 13:36 Uhr
von Harald Zorn:
Dieser Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Unser Problem besteht darin, dass findige Marketingstrategen es immer wieder schaffen, eigentlich immaterielle Bedürfnisse in materielle zu verwandeln. Das funktioniert mit Werbebotschaften, die gezielt die emotionalen, erotischen, sozialen, kulturellen oder spirituellen Bedürfnisse der Menschen anspricht.
Leider ist tatsächlich die Zahl der Menschen, die diesen Mechanismus durchschaut zur Zeit noch verschwindend gering. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Mechanismus auch in linken Kreisen nicht wirklich begriffen wurde.
Konsumkritik wurde ganz schnell zum Asketentum weil angeblich künstliche Bedürfnisse geweckt würden. Das hinter den so genannten künstlichen Bedürfnissen autentische, aber konsumistisch kanalisierte Bedürfnisse stecken, wurde nicht verstanden.
Die einzige Chance aus der Wachstums- und Konsumwirtschaft auszusteigen, liegt darin, die Ressource ,,Mensch'' wieder verfügbar zu machen. Dazu müssen wir aber auch aus der zur Zeit angesagten narzisstischen und hyperindiviualistischen Charakterstruktur aussteigen.
Harald
29.11.2008 12:31 Uhr
von Käufer:
Dann fangen wir gleich bei der TaZ an mit nicht kaufen ;)
29.11.2008 12:23 Uhr
von Siegfried Ißmayer:
Es wäre doch eine stimmige Geste gewesen, wenn die TAZ zum Kauf-Nichts-Tag den TAZ-Shop geschlossen oder doch mindestens den Warenkorb gesperrt hätte. Denn Ökologie, Fairtrade, alternative Geldordnung, alternative Wirtschaft und Wachstumsbeschränkung auf den geistigen Sektor (Bildungssystem, Forschung, Innovation u.ä.)gehören doch zusammen. Ist die TAZ da nicht mittendrin? Stützerbach, 29.11.08 S.Ißmayer
29.11.2008 10:35 Uhr
von Peter Dobrindt:
Herr Janzing fordert zu recht den besten ökonomischen Sachverstand für den Entwurf eines Ökonomiemodells, das ohne materielles Wachstum bestehen kann. Sachverstand und entsprechende Entwürfe in dieser Richtung gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit schon, es gibt nur keine Plattform zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation. Dort sollten konkrete Maßnahmen zur Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrspolitik vorgestellt und diskutiert werden. Aber auch Lebensweisen, Werte und gesundheitliche Versorgung müssten angesprochen werden (um jeden Preis immer älter werden zu wollen, ist auch eine Art materielles Wachstum). Es ist sicherlich schwer, gegen die übermächtige Meinung der Wachstumsökonomen und deren Unterstützer Gegenpositionen aufzubauen, aber es ist nötig. Schön wäre es, wenn die taz auf ihren Seiten "wirtschaft und umwelt" diese Thematik gezielt und verstärkt berücksichtigen würde.
Peter Dobrindt, Hiddenhausen
29.11.2008 01:28 Uhr
von vic:
KaufNixTag? Hey, ich muss auf den Markt. Gemüse, Obst, Brot... Aber sonst kauf ich nichts, versprochen.
Leserkommentare
01.12.2008 21:22 Uhr
von Harald:
Dieser Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Unser Problem besteht darin, dass findige Marketingstrategen es immer wieder schaffen, eigentlich immaterielle Bedürfnisse in materielle zu verwandeln. Das funktioniert mit Werbebotschaften, die gezielt die emotionalen, erotischen, sozialen, kulturellen oder spirituellen Bedürfnisse der Menschen anspricht.
Leider ist tatsächlich die Zahl der Menschen, die diesen Mechanismus durchschaut zur Zeit noch verschwindend gering. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Mechanismus auch in linken Kreisen nicht wirklich begriffen wurde.
Konsumkritik wurde ganz schnell zum Asketentum weil angeblich künstliche Bedürfnisse geweckt würden. Das hinter den so genannten künstlichen Bedürfnissen autentische, aber konsumistisch kanalisierte Bedürfnisse stecken, wurde nicht verstanden.
Die einzige Chance aus der Wachstums- und Konsumwirtschaft auszusteigen, liegt darin, die Ressource ,,Mensch'' wieder verfügbar zu machen. Dazu müssen wir aber auch aus der zur Zeit angesagten narzisstischen und hyperindiviualistischen Charakterstruktur aussteigen.
01.12.2008 07:28 Uhr
von Markus Schöning:
Der gute Kommentar zur einseitigen Ausrichtung der Ökonomie auf Wachstum wird auf der Seite der Taz dargestellt mit einem Werbeblock, in dem für Bundeswertpapiere geworben wird u. a. mit dem Ausspruch: "Kontinuierliches Wachstum hat mir schon immer geschmeckt." Somit bleibt die Frage: "Hat eigentlich die Redaktion der Taz den Kommentar verstanden?"
LG Markus Schöning
30.11.2008 17:35 Uhr
von Vieth:
Ich stimme mit der in diesem hervorragenden Artikel vorgeschlagenen Richtung völlig überein. (Vielleicht wäre der Satz von Kommentar Nr. 1, M. Sailer korrekter . . .).
Allerdings wäre m.E. für politisches Handeln zusätzlich das Problem der sozialen (Un-)Gerechtigkeit zu lösen. Nach meiner Ansicht muss das erforderliche Geld für Bildung, Entwicklung alternativer Wirtschaft/Energie etc. durch einen höheren Spitzensteuersatz, u/o Erbschaftssteuer bzw. Wiedereinführung der Vermögenssteuer aufgebracht werden. Das alles wird natürlich einen Aufschrei der Reichen und Lobbyisten hervorrufen. . . . Aber: wat mutt dat mutt.
Harald Vieth, Hamburg
30.11.2008 12:14 Uhr
von Michael Sailer:
Bernward Janzing schreibt: "Sobald Wachstum jedoch zusätzliche Rohstoffe, Energie, Luft, Wasser oder Landfläche verbraucht, wird es früher oder später zum Erliegen kommen." Dieser Satz ist Schwachsinn. Es ist ja gerade der Wahn der Wachstumsgläubigen, daß sie meinen, einen knapper werdenden Faktor durch erhöhte Ausbeutung eines anderen ersetzen zu können. Richtig müßte der Satz daher lauten: "Wenn Wachstum jedoch zusätzliche Rohstoffe, Energie, Luft, Wasser UND Landfläche verbraucht ..."
29.11.2008 19:53 Uhr
von klaus schneider:
so selten zu hören sowas. dabei gibt es uralte sprichwörter dazu: alles mit mass und ziel. weniger ist mehr. und schumachers schönes: small is beautyful. langweilig wird es nie, wenn nur noch das wichtigste, auf eine "nachhaltige" weise produzierte, produkt zum kauf ansteht, man kann ja wie es hies sein französisch verbessern oder sich mit der unruhigen geschichte der menschheit beschäftigen, sich bilden, sich mit anderen bilden; vielleicht ist das gesünder für alles und weniger beschädigend als dieses hinterfotzige ablenkungsmanöver namens wirtschaftswachstum, konsum, wohlstand. wohltuender artikel. kassenbuch führen. schön, heute nichts gekauft.
29.11.2008 13:36 Uhr
von Harald Zorn:
Dieser Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Unser Problem besteht darin, dass findige Marketingstrategen es immer wieder schaffen, eigentlich immaterielle Bedürfnisse in materielle zu verwandeln. Das funktioniert mit Werbebotschaften, die gezielt die emotionalen, erotischen, sozialen, kulturellen oder spirituellen Bedürfnisse der Menschen anspricht.
Leider ist tatsächlich die Zahl der Menschen, die diesen Mechanismus durchschaut zur Zeit noch verschwindend gering. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Mechanismus auch in linken Kreisen nicht wirklich begriffen wurde.
Konsumkritik wurde ganz schnell zum Asketentum weil angeblich künstliche Bedürfnisse geweckt würden. Das hinter den so genannten künstlichen Bedürfnissen autentische, aber konsumistisch kanalisierte Bedürfnisse stecken, wurde nicht verstanden.
Die einzige Chance aus der Wachstums- und Konsumwirtschaft auszusteigen, liegt darin, die Ressource ,,Mensch'' wieder verfügbar zu machen. Dazu müssen wir aber auch aus der zur Zeit angesagten narzisstischen und hyperindiviualistischen Charakterstruktur aussteigen.
Harald
29.11.2008 12:31 Uhr
von Käufer:
Dann fangen wir gleich bei der TaZ an mit nicht kaufen ;)
29.11.2008 12:23 Uhr
von Siegfried Ißmayer:
Es wäre doch eine stimmige Geste gewesen, wenn die TAZ zum Kauf-Nichts-Tag den TAZ-Shop geschlossen oder doch mindestens den Warenkorb gesperrt hätte. Denn Ökologie, Fairtrade, alternative Geldordnung, alternative Wirtschaft und Wachstumsbeschränkung auf den geistigen Sektor (Bildungssystem, Forschung, Innovation u.ä.)gehören doch zusammen. Ist die TAZ da nicht mittendrin?
Stützerbach, 29.11.08
S.Ißmayer
29.11.2008 10:35 Uhr
von Peter Dobrindt:
Herr Janzing fordert zu recht den besten ökonomischen Sachverstand für den Entwurf eines Ökonomiemodells, das ohne materielles Wachstum bestehen kann. Sachverstand und entsprechende Entwürfe in dieser Richtung gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit schon, es gibt nur keine Plattform zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation. Dort sollten konkrete Maßnahmen zur Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrspolitik vorgestellt und diskutiert werden. Aber auch Lebensweisen, Werte und gesundheitliche Versorgung müssten angesprochen werden (um jeden Preis immer älter werden zu wollen, ist auch eine Art materielles Wachstum).
Es ist sicherlich schwer, gegen die übermächtige Meinung der Wachstumsökonomen und deren Unterstützer Gegenpositionen aufzubauen, aber es ist nötig. Schön wäre es, wenn die taz auf ihren Seiten "wirtschaft und umwelt" diese Thematik gezielt und verstärkt berücksichtigen würde.
Peter Dobrindt, Hiddenhausen
29.11.2008 01:28 Uhr
von vic:
KaufNixTag? Hey, ich muss auf den Markt. Gemüse, Obst, Brot...
Aber sonst kauf ich nichts, versprochen.