• 21.05.2010

Lehrer müssen ihre eigenen Tabus und Schutzmechanismen begreifen. Nur so kann verhindert werden, dass sie ihre Macht missbrauchen.

Supervision für Pädagogen

KOMMENTARvon Renate Haas

  • 22.05.2010 13:07 Uhr

    von Daniela Rohleder:

    Leider befindet sich auch in diesem Kommentar keine Erwähnung der Sozialarbeit an Schulen. Diese Profession und deren Potenzial für Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern wird verkannt, vergessen, unterschätzt. Selbst an Schulen, die bereits eine sozialpädagogische Fachkraft zu ihrem "Kollegium" (was in der Realität leider schon eine gewagte Formulierung ist), wird die Sozialarbeit immer noch oftmals als Feuerwehr oder Störende-Schüler-Auffang-Einrichtung mißverstanden und mißbraucht. Dass die (Schul-)Sozialarbeit über das "methodisch-theoretische Rüstzeug" verfügt, welches Lehrer_innen aufgrund diesbezüglich mangelhafter Ausbildung fehlt, muss endlich erkannt und entsprechende Ressourcen an der Schule genutzt werden.

  • 21.05.2010 11:08 Uhr

    von Ashton:

    Ich habe diesen Artikel gestern abend bereits kommentiert. Und zwar keinesfalls abwertend o.ä.
    In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass sehr viele Leserkommentare (nicht nur meine) nicht oder Tage später veröffentlicht werden, obwohl sie an sich Euren Zensur-Richtlinien gerecht werden dürften. Darauf wurde auch schon in zahlreichen anderen Leserkomentaren mehrfach hingewiesen.
    Liegt ggf. ein technisches Problem vor oder seit ihr neuerdings nicht mehr kritikfähig?

    Mich ärgert Euer Gehabe, weil gerade die taz-Website doch ziemlich von Leserkommentaren lebt.
    Teilweise sind sie inhaltich und argumentativ besser sind als die kommentierten Artikel selbst (liegt vielleicht genau da Euer Problem?).

    Ich war immer der Auffassung, dass es durchaus in Eurem Sinne ist, eine Diskussion in Gang zu bringen.
    Wenn ihr Euch jetzt allerdings doch lieber darauf verlegt, nur noch die Kommentare freizuschalten, die Euch genehm sind, seid doch bitte so ehrlich, ganz auf die Kommentar-Funktion zu verzichten.
    Ich persönlich finde es hochgradig frustierend, mir Gedanken zu machen, diese in Worte zu fassen und dann ins virtuelle Nirvana zu schicken.


    ANMERKUNG DER REDAKTION: Leider können wir Leserkommentare stets nur mit Verzögerung freischalten, da sämtliche Kommentare vor einer Veröffentlichung von der Onlineredaktion gegengelesen werden müssen. Da davon jeden Tag einige hundert hier ankommen, kann das Freischalten im Einzelfall - wie hier - auch mal etws länger dauern. Wir bitten dafür um Entschuldigung.

  • 20.05.2010 23:29 Uhr

    von Ashton:

    Der Ruf nach Supervision für Pädagogen war überfällig. So schlimm der Mißbrauchsskandal ist, letzlich hat er auch was Gutes: es wird endlich offen geredet.
    Die Forderung nach Prävention versteht sich dabei von selbst.

    Leider bleibt da noch eine ausgesprochen unangenehme Frage offen: Wie soll das finanziert werden?

    Es gibt ca. 750.000 Lehrer in Deutschland. Der Stundensatz eines qualifizierten Supervisiors kostet ca. EUR 100,-. (tendentiell eher mehr).
    Bei sehr vorsichtiger Kalkulation lege ich zu Grunde, dass 5 Lehrer eine Supervisionsgruppe bilden, die sich 1x im Monat trifft.
    Das wären schon mal locker 360 Mio. Euro pro Jahr....

  • 20.05.2010 22:55 Uhr

    von systemix:

    Gut gemeint - aber im Ernst, welche Traumen sollen da aufgebrochen und verarbeitet werden? Lehrer dürfen nur nach erfolgreicher Analyse mit Schülern arbeiten? Den Bundesverband der Psychoanalytiker wird es freuen. Das wäre ja eine Gelddruckmaschine. Man lasse doch die Psychoanalyse lieber ein Patient der Palliativmedizin sein und in Würde sterben.

    Viel frustrierender ist die Tatsache, dass Pädagogen kaum Erfahrung in der Kommunikation besitzen. So lösen bestimmte Transaktionen Folgen aus, die durch falsches Verstehen des Gegenübers gar nicht gewollt sind. Wenn der Hund die Pfote hebt, ist das ein Zeichen von Freundschaft. Die Katze meint damit das Gegenteil. Deshalb verstehen sich die Zwei oft nicht. So lässt sich aber auch sehr gut der Schüler-Lehreralltag beschreiben.

    Es ist nicht das Problem der Reformpädagogik, die zu den Missbrauchsfällen geführt hat. Es ist auch nicht auf die Tatsache erlebter innerer Verletzungen zu reduzieren. Wer hier Erklärungen nach Schema F zur Hand hat, handelt unseriös. Es sei denn, er will auf diese Weise Gelder für seine eigene Einrichtung eintreiben.

    Der Gedanke einer psychologischen Begleitung für die Lehrkraft ist dagegen eine sehr gute Idee. Dabei können Kommunikationsstrukturen analysiert werden, kann darüber diskutiert und geübt werden, wie klassische Kommunikationsfallen erkannt und umgangen werden.

    Das deutsche Bildungssystem krankt an seinem Oberlehreranspruch. Der Lehrer soll Spieß, Ersatzelternteil und Freund sein. Eine typisch preußische Variante der "Mutter der Kompanie". So geht man mit Kadetten um, aber nicht mit jungen Menschen, die alles andere als gute Untertanen werden sollen. Auch die 68er Pädagogik konnte sich nie von diesen Altlasten frei machen. Es wurde bis zum Abwinken diskutiert und unter dem Deckmantel des "doch-schon-erwachsen-seienden" die sattsam bekannte TINA-Methode (there is no alternative), also der Eltern- oder Lehrerwille durchgedrückt.

    Kein Wunder, dass so eine Berufsaussicht gerade die Leute anzieht, welche im beruflichen Alltag eher durchsetzungsschwach sind. Die Lehrkraft kann sich im Zweifelsfall immer noch hinter Vorschriften, Konferenzbeschlüssen und als letzte Lösung "ich tue ja nur meine Pflicht" verschanzen um vermeintlich weiterhin beliebt zu bleiben. In einem modernen Unternehmen würde man mit so einem Verhalten gerade einen Job in der Poststelle ergattern.

    Ein Herabsteigen von dem hohen Sockel des "gewaltigen Leuhrers" hin zu einem ganz normalen Menschen könnte zum Einen die an sich selbst gestellten Ansprüche auf ein gesundes Maß stutzen und die Attraktivität gegenüber den Schülern auch begrenzen - denn das Durchschnittliche besitzt nur wenig Anziehungskraft.

  • 20.05.2010 16:24 Uhr

    von Stefan Hayles:

    Mal wieder ein sehr einseitiger Artikel. Auch Feministinnen sollten lamgsam mal einsehen, dass es sexuelle Übergriffe nicht nur auf Schülerinnen gibt, sondern eben auch (und vielleicht sogar noch mehr) auf Jungen, hier allerdings ist das Tabu noch erheblich größer, weil sexueller Missbrauch bei Jungen oft gleichgesetzt mit Homosexualität wird.
    Die Polarisation Jungen/ Mädchen, Frauen sind Opfer/ Männer sind Täter, der böse Mann/ die gute (die arme) Frau, ist derzeit unerträglich.
    Bei Kindersendungen wie "die Simpsons" wird das schön deutlich, Homer ist der Trottel, seine Frau natürlich die gute, ausgleichende, weise Person. Bei den Kindern dieser Sendung ist es ähnlich, der Junge macht häufig unbedachte Fehler, während die Schwester klug und weise ist.
    Mit solch polarisierendem Mist, werden unsere Kinder groß und man kann es in der Grundschule meiner Kinder sehen, dass dieser Blödsinn tatsächliuch Auswirkungen hat.
    Nur gemeinsam,Frauen und Männer, Rücken an Rücken, können die Herausforderungen der kommenden Zeit meistern.
    Auch die Feministinnen sollten die Zeichen der Zeit erkennen und begreifen, dass wir alle nur gemeinsam eine konstruktive Veränderung bewirken können.

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