• 08.02.2008

Debatte Religionskritik

Ach Gott

Religionskritik hat in Philosophie und Kunst große Tradition. Doch nicht jede Verhöhnung ist aufklärerisch. Bigott wird es, wenn sie sich nur gegen die Religion der Anderen richtetvon Robert Misik

  • 13.02.2008 17:24 Uhr

    von Robert Groenewold:

    Spott gegen den Islam ist nicht unbedingt eine Herabwürdigung einer Minderheit sondern eine Abwehrreaktion gegen eine totalitäre Bedrohung, die, anders als z.B. der Hinduismus, den Anspruch hat, die ganze Menschheit zu "beglücken".
    Als Hitler in Deutschland herrschte, war es natürlich für Charlie Chaplin legitim, "von außen" Hitler und den Nationalsozialismus mit dem "großen Diktator" zu karikieren.
    Als der Kommunismus noch den Ostblock beherrschte, war es natürlich legitim, ihn zu verspotten, gerade auch im Westen, also "von außen".
    Und weil der Islam keine "fremde, ausländische" Religion mehr ist, sondern eine deutsche, (französische, dänische usw.) und das ja auch sein will, darum ist ein Spott über den Islam eben ein Spott "von Innen". D.h. ein Deutscher, der sich über den Propheten lustig macht ist nicht anders anzusehen als ein Deutscher, der sich über den Papst lustig macht. Und der Deutsche (Däne, Franzose usw.) muss dafür sicher nicht erst in den Islam ein- und wieder austreten oder abwarten, bis mehr als 50 Prozent der Deutschen Muslime sind.

  • 10.02.2008 17:00 Uhr

    von Christoph Schirrmacher:

    Ein wirklich toller Artikel, ich lese ihn wirklich begeistert, bis ich auf den vorletzten Absatz stoße. Dort wird dem Glauben per se unterstellt, dass dieser die Welt vernebelt, sie neurotisiert und infantilisiert.
    Das mag ja durchaus auf viele Gläubige welcher Religion auch immer zutreffen, aber auf alle Gläubige? Ist das nicht doch wieder das ebenfalls in dem Artikel kritisierte "Religionsbashing"?

  • 09.02.2008 23:45 Uhr

    von Rüdiger Kalupner:

    Das GEISTIGE - eine Feldwirklichkeit, die als zeitloses Wechselwirkungsfeld mit allem Seinsfelder wechselwirkt und als Attraktor auf alle Wechselwirkungssysteme gesetzlich akzelerierend wirkt - ist evolutionsphysikalisch bislang nicht in den Blick der Wissenschaften geraten. Deshalb wird die Akzelerationsdynamik des Evolutionsprozesses nicht nach den Inhalten des alles erklärende Steuerungsmodells und nach dem organisierenden Ziel befragt. Die Wissenschaftler sagen: alle Erscheinungen seien letztlich durch Zufall entstanden.

    Solange das GEISTIGE, z.B. der christliche Heilige Geist, und seine Wirkungsbeziehung zu den physikalischen Erscheinungen nicht in ein Evolutionsprozessmodell eingegangen ist, solange geht Religionskritik am Kern der monotheistischen Religionen vorbei.

    Sie hat nach meiner Meinung ihre eigentliche Aufgabe noch nicht erkannt: auf das GEIST-
    Monopol der Religionen hinzuweisen, die gesellschaftlichen Macht- und kulturellen Bewußtseinsfolgen dieser Lücke zu benennen, z.B. die Möglichkeit, Menschen zu verhetzen, und die (Evolutionsprozess-) Physiker aufzufordern, diese evolutionsprozesstheoretische Erkenntnislücke mit wissenschaftlichen Methoden, z.B. der Hypothesenbildung über das GEISTIGE, zu schließen.

  • 09.02.2008 12:10 Uhr

    von Nichts als die Wahrheit:

    "Mit einem Wort: Religionskritik wollte nicht gegen eine Religion hetzen. Sondern Menschen schaffen, die sich nicht verhetzen lassen."

    Gibt es doch schon: Man nennt sie Taliban.

  • 08.02.2008 15:03 Uhr

    von molinocampo:

    Ich glaube Sie irren, Sire....

    "Es ist ja kein Zufall, dass wir ein Kunstwerk wie Giovanni Da Modenas Fresco "Der Prophet in der Hölle" (Mohammed wird darauf vom Teufel in den Abgrund gezogen) als Ausdruck der Kreuzzüglermentalität ansehen, während Voltaires Kritik am fanatischen Propheten ("ein Kamelhändler") aufklärerisch verstanden wird."

    Könnte es nicht sein, daß sich die intendierte Aussage von Giovanni Da Modenas Fresco nicht vielmehr mit Voltaires Mohammed-(eigentlich: Islam-)Kritik in einem wichtigen Punkte trifft?

    Nämlich im Punkte einer ETHIK, die über Detailfragen bzgl. theologischer und spiritueller Praxis, oder der Kritik an einer Amtskirche (mit allem was daran hängt) hinausgeht?

    Der volle Wortlaut des Voltaire-Zitats gibt darüber nämlich ausreichend Auskunft:

    ?Ich gebe zu, daß wir ihn hochachten müßten, wenn er, als legitimer Herrscher geboren oder mit Zustimmung der Seinen an die Macht gelangt, Gesetze des Friedens erlassen hätte. Doch daß ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, daß er mit ein paar Koreischiten seine Brüder glauben machen will, daß er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; daß er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben läßt, daß er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, daß er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, daß er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn er ist als Türke in die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat in ihm jedes natürliche Licht erstickt."

    Auf was Voltaire hier nämlich anspielt, ist die GEWALTSAMKEIT, die dem Islam von ANFANG an (nämlich schon in Gestalt seines Propheten) eigen war - im Grunde hätte Voltaire in DIESEM Punkt wohl keine Probleme gehabt, mit Benedikt/Ratzingers Rede von Regensburg konform zu gehen.....

    Kein Geringerer als Goethe veranlasste übrigens seinerzeit, daß "Mahomet" ins Deutsche übersetzt wurde (das zur angeblichen Islam-Seligkeit des Dichterfürsten)

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