• 29.04.2010

Die öffentliche Meinung richtet selbstgewiss über den Klerus und entledigt sich darüber der Aufgabe, ihre Mitverantwortung zu diskutieren.

Fliegende Bischofsmütze

KOMMENTARvon Andrea Rödig

  • 29.04.2010 16:01 Uhr

    von dirk:

    Die Gesellschaft hat nicht nur nicht die ganzen Jahrzehnte über weggeschaut, sondern sie hat dabei auch kräftig mitgemacht. Der überwiegende Anteil von sexuellen Übergriffen passieren in der Familie und der Anteil von Gewalt in der ERziehung an Kindern erst recht. Es ist noch nicht so lange her, dass man der Meinung war, es hätte "noch keinem geschadet". So widerlich die aufgedeckten Fälle in kirchlichen und privaten (und wahrscheinlich auch staatlichen) Einrichtungen auch sind, hier hat Mixa und Odenwaldschule nur eine Sündenbockfunktion für uns alle. Fragen wir uns selbst, welche Anteil wir haben oder gehabt haben.

  • 29.04.2010 13:17 Uhr

    von W. Hering:

    Werter Herr Tux,

    wenn Sie den Anfang nicht finden, bleibt Ihnen alles Kabelsalat.

  • 29.04.2010 11:33 Uhr

    von Tux:

    Lieber Herr Hering, man weiß ja gar nicht wo mal anfangen soll,

    *Aus Wien kommt leichter Überdruß an der nun Monate (...) *
    Wien wird ja auch wegen seines hochkultivierten Überdrusses geliebt und geachtet. Mit der Debatte hat dass doch nichts zu tun. Außerdem: Sprechen sie für die ganze Stadt, oder nur für einen bestimmten Teil? Wenn zweiteres, bitte welchen?

    *Tatsächlich stellt sich die Frage dringlich, warum diese Unappetitlichkeiten nicht schon längst wieder unter dem Teppich sind, wo sie doch wohl hingehören.*
    Wie gesagt, auch die Teppiche Wiens werden geschätzt, weil sie die Phantasie anregen und spektakuläres ahnen lassen.

    *Missbrauch aber ist eine dem Menschentier zuzurechnende Struktur des "Über"lebenskampfes, wenn man ihn als(...)*
    Das der Mensch ein böses Tier ist, ist nichts weiter, als ein Märchen eben des Christentums: "Ohne uns und unsere Heilslehre verkommt der Mensch sofort zum bösen Tier." Die Gläubigen glauben das gerne.

    und weiter: *(...) als Struktur des "Über"lebenskampfes, wenn man ihn als Verletzung von Vertrauen definiert.* Wieder die gleiche Masche, Vertrauen(TM) wird als nicht existent deklariert und nur durch Kirche(TM) herstellbar, ein nettes Monopol sozusagen.
    Argumentiert wird mit dem alltäglich zu beobachtenden Verbrechen der Menschheit. Dass die Kirche nachweislich den größten Anteil dieser Verbrechen für sich selbst beansprucht, wird, sie ahnen es schon, liebevoll unter den Teppich gekehrt. Das eine Gesellschaft auch ohne Kirche Vertrauen(TM) zueinander haben können, diese Idee, und auch diese Erfahrung kann man nur außerhalb dieser Organisation finden.

    *entzündete "Kulturkampf" zwischen den ultramontanen Papstfreunden und der protestantischen Reformpädagogen-Mafia*
    Die Begriffe "Mafia" und "Papst" sind für Sie natürlich auch vollkommen unzusammenhängend.
    Schauen Sie doch mal unter ihren -sicherlich hübschen - Teppich.







  • 29.04.2010 10:12 Uhr

    von h.yurén:

    die kritik der kritik am klerus und seiner institution möchte sacht auf die bremse treten.
    wen will frau rödig damit schonen? vor was will sie warnen?

    wer so argumentiert wie frau rödig, setzt sich dem verdacht aus, das aus den strukturen des global players resultierende fehlverhalten mit mehr verständnis für beide seiten angehen zu wollen und dadurch den üblen täter in seiner unfehlbarkeit zu belassen.
    wer die kriminalgeschichte des christentums kennt, wird das neueste kapitel schon richtig einzuordnen wissen.
    herrschaft und gewalt, machtmissbrauch und ausbeutung gehören auf denselben haufen inhumanität.
    gerade die aufklärungsscheuen teutonen haben eine menge nachzuholen. es scheint mehr und mehr leutchen zu dämmern, dass so ein römisches postimperium wie die vatikan ag abgewickelt gehört.

  • 29.04.2010 09:03 Uhr

    von Eberhard:

    Prinzip Kirche:
    "Hände falten, Goschen halten!"
    Altes deutsches gutes Sprichwort - nur für Denker!

  • 29.04.2010 07:32 Uhr

    von "Dr. Siegfried P. Posch (Graz)":



    Korrektur zu meinem heutigen E-Mail auf dieser
    Seite: am Anfang des "17. Jahrhunderts", muß
    es natürlich heißen, beginnt die Temperaturmessung.
    Evident ist wohl, daß ich sagen wollte, daß die
    Kirche der Technik und Naturwissenschaft entgegen-
    treten muß; insbesondere auch der Rolle, die
    Technik und Naturwissenschaft in der Erziehung
    des Kindes spielen sollen. Besser in dieser Stunde
    als in der nächsten.

  • 29.04.2010 03:23 Uhr

    von "Dr. Siegfried P. Posch (Graz)":


    Diese Zeilen wurden vore weniger als einer Stunde
    als Entgegnung auf dem Kärntner Blog "schlagloch
    kunst kosmos" freigeschaltet:

    Existentialismus ist an seinem Ursprung, bei Sören
    Kierkegaard, doch ganz gewiß christlich: und wirft
    am Beginn des 19. Jahrhunderts schon der Natur-
    wissenschaft und der Technik den Fehdehandschuh
    hin. Jean-Paul Sartre ist im 20. Jahrhundert wohl in
    noch höherem Maß technikfeindlich und ein Feind der
    Naturwissenschaft. Nun beginnt aber eine Moderne
    am Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Technik und
    der Naturwissenschaft: nämlich doch mit der Tempera-
    turmessung, die Griechen und Römern unbekannt war.
    Kann man sich genug wundern, daß so etwas Einfa-
    ches wie das Thermometer - und damit unser Mythos
    "Energie" - von den Griechen und Römern nicht er- bzw.
    gefunden werden konnte? In die Richtung einer Erklärung
    hiefür schreiten wir wohl, wenn wir bedenken, daß Tem-
    peraturmessung aber von Beginn an ein äußerst rätsel-
    haftes doppeltes Phänomen ist: ist messe ja Strahlung
    einerseits und Wärme, die berührt, andrerseits. - Einen
    Christen kann man Sartre ohne weiteres wohl nicht nen-
    nen. Aber zuletzt: Sartre war doch zweifellos bewußt, daß
    das Urchristentum links stand. Der JAKOBUSBRIEF ver-
    bietet strengstens, sich einem Reichen der in die christ-
    liche Versammlung kommt, bevorzugt zuzuwenden. Ich
    frage noch einmal: welche 430 Jahre der Geschichte nach
    1000 u.Z. drohten, das Christentum zu einem Christen-
    tum der Reichen zu machen? Und durch welche Nation ge-
    schieht das?


  • 28.04.2010 23:16 Uhr

    von Klaus Meyer:

    Frau Röding, auch ich bin missbraucht worden....
    Und NICHT von Kirchenvertretern!
    Aber das interessiert den Kritikern überhaupt nicht.
    Es geht den meisten darum die Kirche zu beschmutzen.

    0,3 Prozent aller Täter aus kirchlichem Bereich,
    99,7 Prozent der Missbrauchstäter kommen aus dem nichtkirchlichen Umfeld!!!!!!!!!!!!

  • 28.04.2010 20:36 Uhr

    von P. B.:

    Wolfgang hat das Prinzip des "alles in einen Topf werfen" verstanden.

    Anders als im Artikel beschönigt ist es nicht so, dass die Gesellschaft beim "Watschen" weggesehen hätte. Fast jeder hat doch bis in die Achtziger oder Neunziger mitgemacht! Schon verdrängt?!

  • 28.04.2010 19:04 Uhr

    von W. Hering:

    Aus Wien kommt leichter Überdruß an der nun Monate dauernden Debatte und die weitsichtige Warnung vor einem Umschlag der Stimmung.
    Tatsächlich stellt sich die Frage dringlich, warum diese Unappetitlichkeiten nicht schon längst wieder unter dem Teppich sind, wo sie doch wohl hingehören.

    Missbrauch aber ist eine dem Menschentier zuzurechnende Struktur des "Über"lebenskampfes, wenn man ihn als Verletzung von Vertrauen definiert. Ob nun gewaltförmig oder mittels Streicheln oder, nicht zuletzt, gezielt vernachlässigend.

    Da der am Missbrauch entzündete "Kulturkampf" zwischen den ultramontanen Papstfreunden und der protestantischen Reformpädagogen-Mafia die Argumente nicht mehr liefert, muss hinter dem Bedürfnis an diesem Thema mehr lauern.

    Wenn eine große Zeitung in New York auf Forderungen zur Regulierung der Finanzmärkte titelt: "Tötet nicht die Gans, die goldene Eier legt", ist damit ein deutlicher Hinweis auf eine grundsätzliche moralische Verunsicherung offensichtlich.

    Oder das Unbehagen, das Frau Rödig nicht so offen anzusprechen vermag, lautet vielleicht in einer Parallele:

    Wer vom ökonomischen Mißbrauch (Ausbeutung) nicht sprechen mag, der rede nicht vom Kinderf...ken.


  • 28.04.2010 17:47 Uhr

    von Gerry:

    Der Missbrauch beginnt doch schon damit, dass Säuglinge durch sog. Taufe zu lebenslänglichen Mitgliedern von Kirchen abstempelt werden. Der Austritt kostet dann Geld, er wird nur vom Staat anerkannt, von den sog. Kirchen nicht.

    Im Nahen Osten ist es ganau so, dort werden Säuglinge von Geburt an als "Muslime" abgestempelt, d.h. wörtlich als "Unterworfene". Und die Regierungen hier bestätigen diese Abstempelung, indem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten hier als "Muslime" eingestuft werden, obwohl viele oder die meisten damit wenig oder nichts am Hut haben.

    "Religion" heißt "Rückbindung", das klingt wie Fessel oder Kette. Für Aufklärung, Selbstbestimmung und Demokratie ist Religion kontraproduktiv.

  • 28.04.2010 17:03 Uhr

    von Thomas:

    Sehr sachlich und ausgewogener Kommentar über die aktuelle Missbrauchsdebatte. Vielen Dank Frau Rödig.

    Es kommt mir auch so vor, als würde der Begriff Opfer in der ganzen Missbrauchsdebatte sehr inflationär gebraucht und es einigen mehr um die negative Darstellung bestimmter Institutionen geht, als um eine sachliche Aufklärung der Vorfälle.

  • 28.04.2010 15:46 Uhr

    von Deneschniktus:


    Frau Rödig, der alltägliche ganz allgemeine Missbrauch besteht darin, den Kindern Lügenmärchen aufzutischen, sie einzuschüchtern und ihnen das Gehirn zu waschen.
    Auf der Basis von Angst werden die Kinder dazu gebracht, den Geistlichen alles zu glauben, immer und immer wieder, bis sie halb oder komplett psychisch geschädigt auch nicht im entferntesten auf die Idee kommen können, mit dieser Kirche stimme irgendetwas nicht.

  • 28.04.2010 15:22 Uhr

    von Wolfgang:

    2000 Jahre Scheinheiligkeit, Lüge und Betrug, Morde, Kriege, Judenverfolgungen, Vernichtung der Indianer,
    Inquisition, Hexenverfolgung. Da sind doch die jetzt bekannt gewordenen "Missbrauchsfälle" doch harmlos.
    Der Vatikan und der große Haufen dahinter beschwert sich mehr über die Angriffe der denkenden Menschen,
    die dieser "mafia" vehement entgegentreten. Aber aus Opfern werden plötzlich Täter, die es wagten, das "Tabu der katholischen Kirche" zu brechen. Die absolute Scheinheiligkeit besteht auf dem Satz:
    "Zölibat wurde nie durchbrochen", denn sie "benutzen" ja männliche Kinder und niemals Kondome!!! Und Zölibat heißt nun mal: keine
    Frauen! Und daran haben sie sich strikt gehalten. Die haben sie n u r geschlagen!
    Zum Kotzen!

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