• 22.04.2010

Debatte Junge Utopien

Meine WG ist meine Familie

Sex- und Liebesbeziehungen sind heute so vielfältig wie nie. Der Staat muss seine Gesetze an diese Vielfalt der Lebensstile anpassen und Mehrelternschaften ermöglichen.von Julia Seeliger

  • 16.05.2010 23:45 Uhr

    von Zafolo:

    Zunächst mal herzlichen Dank an Julia Seeliger für den Artikel!

    Ich lebe selber in einer offenen polyamoren Beziehung. Mit Unverbindlichkeit oder Oberflächlichkeit hat das nichts zu tun. Mir ist schon klar, dass Julias Artikel es schon an dem Punkt nicht schafft, Leute die ihre Vorstellungen seit Kaiser Wilhelm nicht hinterfragt haben, aus dem Jahr 1918 abzuholen - anders kann ich mir die Gleichsetzung mit Unverbindlichkeit nicht erklären. Aber muss er das? Berichte über Polyamory gibt es genug, und man kann ja auch mal Wikipedia oder Google benutzen, wenn in der Zeitung ein Begriff steht den man nicht kennt.

    Die Idee mit dem Familienvertrag (französisch ziviler Solidaritätspakt) finde ich absolut zeitgemäß. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung lebt nicht mehr in traditionellen Ehen, ein sehr großer Teil der Kinder wächst nicht mehr in Kleinfamilien auf. Die Gesetze und Normen des Staates blenden diese Wirklichkeit aus. Und das ist mehrfach höchst ungerecht:

    Erstens, als Steuerzahler finanziere ich Leute mit, die in traditionellen Familien leben, zum Beispiel übers Ehegattensplitting. Selber habe ich aber keinen Anspruch auf diese Solidaritätsleistung, weil ich nicht traditionell lebe. Der Staat erzwingt also eine Bevorzugung traditioneller Lebensformen. Das ist genauso eine grobe Ungerechtigkeit, wie dass ich als Steuerzahler den Unterhalt katholischer Krankenhäuser zahle, die von diesem Geld Katholiken einstellen, während ich mangels Mitgliedschaft und rechtgläubigem Lebenswandel niemals so eine Stelle bekommen würde. (Und damit meine ich nicht die Kirchensteuer, die fließt in die Taschen der Kirche, nicht in Krankenhäuser oder Sozialeinrichtungen).

    Zweitens sind die Leute mit Kindern ohnehin materiell schlechter gestellt. Das Ehegattensplitting beispielsweise führt unter anderem auch zu einem Transfer von Familien ohne Trauschein (oder eben Wohngemeinschaften z.B. von Alleinerziehenden) an Eheleute ohne Kinder! Und bei diesen Transfers geht es nicht um vernachlässigbare Beträge, sondern gerade für Menschen, die sich nicht am oberen Ende der Skala befinden und Kinder zu ernähren haben, um merkliche Mengen an Geld.

    Dabei sollte man nicht den Fehler machen, nur auf direkte Vergünstigungen zu schauen. Die sogenannten Kinderfreundlichen Wohngegenden beispielsweise, mit Parks, Spielplätzen, breiten verkehrsberuhigten Straßen, guter Busanbindung - die sind nicht für Alleinerziehende gemacht und nicht für WGs, sondern vorwiegend für Menschen die eine traditionelle bürgerliche Ehe führen, und in diese Straßen, Spielplätze und Parks fließt eine Menge öffentliches Geld.

    Drittens predigt gerade dieser Staat, die Leute müssen flexibler werden, mobiler, ihrer Arbeit hinterherziehen, eigenverantwortlicher... das hat einerseits Folgen für die Familienstrukturen und es wird andererseits erwartet, dass ("Subsidiaritätsprinzip") Lebensgemeinschaften sich in Notlagen erst mal selbst helfen, was ganz konkrete Folgen hat, wenn jemand der Hartz IV beantragt nicht alleine lebt.

    Nicht, dass dieses Prinzip völlig verkehrt wäre. Aber eine Unterstützung bei dieser Selbsthilfe hängt unfairerweise von der Lebensform ab. Eine WG oder polyamore Lebensgemeinschaft könnte sicher darauf rechnen, bei Hilfen zum Lebensunterhalt herangezogen zu werden. Auf eine Umzugsbeihilfe zur Ermöglichung des gemeinsamen Zusammenwohnens kann sie jedoch nicht hoffen, wie ein deutsches Gericht vor einer Weile feststellte.

    Zum Thema der Transferleistungen möchte ich noch eins bemerken: Ob man es gut findet oder nicht, Geld ist in dieser Gesellschaft ein verdammt wichtiger Ausdruck von Wertschätzung - auch man diese Ebene durchaus für recht reduziert halten mag. Geld bestimmt außerdem mehr und mehr Zugang zu Dingen wie Bildung, Wohnqualität, medizinischer Versorgung. Wenn Menschen, die nicht in traditionellen Beziehungen leben, etwas für die Verbesserung ihrer Wertschätzung und ihre gesellschaftliche Anerkennung tun wollen, ist es unumgänglich, Diskriminierungen bei finanziellen Transfers abzubauen.


    Weiterhin ist es schon interessant, wie sehr man einerseits auf Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und auch sexuelle Emanzipation pocht, wenn es um "die unterdrückten Frauen in Afghanistan" geht, oder um Ehrenmorde in "islamischen" Subkulturen. Und wie schnell es mit der Freiheit zu Ende ist, wenn es um Lebensformen geht mit denen man sich selbst nicht wohl fühlt. -- Übrigens geht es bei fast allen sogenannten "Beziehungsdramen" hierzulande um Gewalttaten von Männern, bei denen Eifersucht im Spiel ist, und diese Gewalt entschuldigt unsere Gesellschaft fast eben so leichtherzig wie Ehrenmorde woanders entschuldigt werden. Genauso wie bei der "Ehre" geht es letztlich um Gewalt zur Erhaltung gesellschaftlicher Konstrukte.

    Schließlich fasziniert es, wie beim Thema sexuelle Selbstbestimmung, sobald das Argumentieren auf der Ebene herkömmlicher Moral verlassen wird, es als nächstens die angeblichen Bedürfnisse von Kindern sind, die dagegen in Anschlag gebracht werden. In Wirklichkeit haben die Bedürfnisse von Kindern nichts mit Moralvorstellungen zu tun. Kinder brauchen Fürsorge und verläßliche Beziehungen, und sind diese gegeben, so profitieren sie oft enorm von polyamoren Eltern. Die Standhaftigkeit, mit der in diesem Punkt vom Eingehen auf reale Erfahrungen abgesehen wird, läßt darauf schließen dass es eben nicht um Bedürfnisse von Kindern geht sondern verbrämte traditionelle Moralvorstellungen.


  • 27.04.2010 21:25 Uhr

    von lisa:

    wieso werden leute als trolle bezeichnet, die eine andere (zu 'uncoole') meinung vertreten? wer kritisiert, muss auch kritik vertragen können; wer dafür plädiert, zu diskutieren anstatt auf den tisch zu hauen, muss mit anderen argumenten umgehen können.

  • 24.04.2010 11:20 Uhr

    von Der Graf:

    Schöner Artikel,

    ich sehe die meisten Punkte genauso aber ich denke das es doch etwas übertrieben ist von den Großen Sex und Dating Netzwerken im Internet zu reden. So viel kommt da denke ich mal nicht bei rum. Alle nutzen es aber wirklich bringt es fast keinem was. Ich lerne meine Partnerinnen immer noch lieber auf die "altmodische" Art kennen...

  • 23.04.2010 16:31 Uhr

    von davidly:

    Abgesehen davon, dass Sex und Liebe überhaupt nicht dasselbe sind, finde ich eine Idee, dass die Verantwortung der Kindererziehung eine weitere Unterteilung ermöglicht, eine großartige Konzept. Dadurch wird sich Sozialausgaben senken lassen, was selbst streng anti-68er im Prinzip befürworten sollten - wären sie nicht so stark von (Aber)Glaube gefangen.

  • 23.04.2010 13:43 Uhr

    von aso:

    Diesem sympathisch utopischem Szenario steht leider entgegen, daß es Bevölkerungsgruppen gibt (mit steigender Tendenz),
    die solcherart Lebensform dem Ehebruch gleichsetzt, und sie als Unzucht und Perversion betrachtet, ähnlich wie schon Homosexualität,
    und gewiß ihr Mißfallen kundgeben wird, so daß diese innovative Lebensform tendenziell nicht offen, sondern
    nur im Verborgenen gelebt werden kann?

  • 23.04.2010 11:48 Uhr

    von Poly:

    Liebe Julia,

    danke für deinen sehr interessanten Artikel. Auch ich lebe seit längerer Zeit polyamor und habe zudem zwei Kinder, die sich hervorragend entwickeln.

    Ich finde es erschreckend, mit welcher Intoleranz hier von einigen auf Menschen reagiert wird, die ein anderes Konzept von Liebe und Treue haben. Möglicherweise werden hier aber auch nur verdrängte Wünsche und Bedürfnisse verdrängt.

    Ich kenne keinen Poly, der andere angreift, weil sie monogam leben wollen. Von mir aus darf jeder so leben, wie er will, solange er niemandem damit schadet.

    In der letzten Zeit ist das Thema "Polyamory" verstärkt in den Medien. Ich erhoffe mir, dass sich eine breite Diskussion entwickelt, in der auch das Diktat der Monogamie überwunden wird. Wer dann noch möchte, der kann ja freiwillig monogam leben.......

    Liebe Grpße,

    Marc

  • 23.04.2010 10:38 Uhr

    von Familienüberwinder:

    Zu den Beiträgen von swanni (22.04., 15:00), Luki (22.04., 12:00 u. 12.30), polyfreundin ((21.04., 22:00) und leon (21.04., 21:18)

    Schöne Debatte um Junge Utopien! Hoffentlich lohnt das Posten.
    Familienformen sind zwar sehr debattenresistent. Der Wandel aber kommt, wenn auch langsam.
    Der Vorschlag mit den „bands“ von sechs Erwachsenen und vier Kindern ist tatsächlich ernst gemeint, mehr noch als vor fünf Jahren. Und ja, warum denn nicht DANN Anzeigen aufgeben wie "haben schon zwei Kinder, drei Frauen und zwei Männer für gemeinsames Bandenprojekt, suche also noch die statistisch ideale Aufstockung eines alleinerziehenden Vaters mit zwei Kindern, bitte meldet euch" (luki)? Und zwar dann, wenn der Gesetzgeber diese Lebensform dergestalt unterstützt, dass sich das Zusammenbleiben genauso viel oder wenig lohnt wie in einer jetzigen Ehe (Unterhaltspflichten).
    Dass man heute auf der Welt als einzelner unbeschwert vor sich hin lebe und sich wenn überhaupt nur vorübergehend nach Neigung mit anderen zusammen tun müsse, ist ein unausrottbarer Irrglaube, der allerdings staatlicherseits durch die individualistische Menschenrechtsideologie suggeriert wird. Menschliches Leben findet heute wie früher zwangsvergemeinschaftet statt. Aufmerksame finden sich auch jetzt u.a. in Rentenversicherungs-, Steuerzahler- und Nachwuchsbildungsgemeinschaften wider Willen wieder, in Urlauberort- und Freizeitgemeinschaften, in Arbeitsplatz- und Arbeitslosengemeinschaften. All diese werden gesetzlich und teils massiv finanziell gestützt. 10-Personen-bands könnten daher die Kinderaufzucht sinnvoll vergemeinschaften und dem Auslaufmodell Zwei-Personen-Ehe eine psychologisch wie politische Alternative nachfolgen lassen. „Sollte dann in der "Bande" jedes Bandenmitglied Unterhalt für die bandenkinder schulden, auch wenn es nicht das eigene ist?“ (swanni) Auf jeden Fall. Ich habe mich unterhaltspflichtig auch für Kinder gemacht, die nicht von mir selbst gezeugt wurden und wundere mich Zeit meines Lebens, dass trotz mehrhundertjähriger Adoptionsrechtsgeschichte diese Blutideologie („'eigene' Kinder!“) nach wie vor so mehrheitsfähig ist. Bei manchen überzeugten zeugenden Wunscheltern kombinieren sich Todes- bzw. Endlichkeitsängste mit Bedeutungsgrößenwahn, aber auch einem guten Schuss Rassismus. Kinder brauchen Erwachsene, und Erwachsene brauchen Kinder, allerdings immer weniger. Und wir alle zusammen müssen weniger Menschen werden: Nicht jede reproduktionsfähige Paarbeziehung sollte auch reproduzieren.

  • 23.04.2010 08:53 Uhr

    von Sven Kroell:

    Hallo Julia,

    danke fuer den super Artikel! Ich denke dass das Thema, auch wenn es viele Trolle anzieht auch immer mehr Thematisiert werden muss, damit es sich im kollektiven Gedankengut auch mal etwas mehr manifestiert.

    Ich persoenlich kann schlecht bei Pro und Kontra diskussionen mit machen, da ich nur die Polyseite des Lebens wirklich kennen gelernt habe. Daher kann ich gar nicht sagen, ob eine Monogame beziehung nicht moeglich ist oder nicht besser/schlechter ist. Aber da ich mit meinem Leben wie es ist sehr zufrieden bin werde ich aktiv erstmal keine aenderung einleiten...

    Zum Thema Kinder brauchen eine oder zwei Bezugspersonen. Dies ist ein Thema wo man sich lange dran kaputtreden kann - Mir stellt sich bei solchen Debatten immer die Frage - braucht ein Kind dieses maximum von 2 direkten Bezugspersonen aufgrund eines Paradigmas in unserer Gesellschaft oder aufgrund von eigenen erfahrungen aus der fruehkindlichen Zeit oder aufgrund von empirischen Forschungen oder oder oder. Weil hier ist da dann eher die "ist so weil muss so" Argumentation vertreten.

    Ich kann einfach selber nicht sagen was besser ist, ob nun 1,2,3,4,5 oder gar 10 bezugspersonen das optimum sind. Wichtig ist bei Kindern erstmal, dass man auch auf sie eingehen kann und ihnen auch den noetigen respekt entgegen bringt und sie nicht in ihrer entwicklung behindert.

    So liebe Gruesse
    Sven

  • 22.04.2010 15:08 Uhr

    von Wer nichts wird wird Politiker:

    Ein weiterer Grund, warum man die Grünen nicht wählen sollte. Eine Schwallmadame ... bestimmt geht das, dass der Staat das macht, dass meine WG mehr Geld bekommt und wir alle gegenseitig vögeln können, und bald gibt es auch Drogen auf Rezept von der Krankenkasse. Und wenn ich wieder in den Bundestag gewählt werde, muss ich nicht arbeiten, voll geile und ich bin eine Revolutionszelle.

  • 22.04.2010 15:00 Uhr

    von swanni:

    Klingt nach einem interessanten Experiment, bitte in 20 Jahren hier mal ein Resumee posten. Ich wär da eher skeptisch

    Was die rechtliche Ausgtestaltung betrifft, bin ichnskeptisch. Wie soll das zB mit der Unterhaltspflicht aussehen ?
    In der Ehe sind Ehegatten und Eltern/Kinder sich gegenseitig Unterhalt schuldig. Sollte dann in der "Bande" jedes Bandenmitglied Unterhalt für die bandenkinder schulden, auch wenn es nicht das eigene ist ? Bzw für andere Bandenmitglieder im Falle der Bedürftigkeit ?
    Könnte ziemlich chaotisch werden

  • 22.04.2010 13:00 Uhr

    von aso:

    Wer seine Beziehungsformen lieber selbst definiert, und sich da nicht gern reinreden läßt, schon gar nicht von Staat,
    so wie es die steigende Tendenz unverheirateter Paare zeigte,
    gehört sicher nicht zu derjenigen Zielgruppe, die Lust hat, irgendwelche Familienverträge mit Behörden auszukungeln...
    denn wer nicht an gesellschaftliche Institutionen und Normen gebunden sein will, hat auch mit Verträgen nichts am Hut.

    Andersrum wären die Chancen größer, d.h., Julia Seeliger müßte den Job von Fr. Köhler übernehmen, und könnte so von oben Einfluß nehmen.
    Nette Utopie...

  • 22.04.2010 12:30 Uhr

    von luki:

    @Familienüberwinder:
    Das ist jetzt nicht wirklich ernstgemeint, oder? Familien-, Liebes-, whatever-Beziehungen und Statistik? Das hat sich jetzt noch nicht mal mein Ratinal-Choice begeisterter Soziologie-Dozent getraut. Lös mal schön weiter die Probleme der Welt mit nackten Zahlen und gib Anzeigen auf á la "haben schon zwei Kinder, drei Frauen und zwei Männer für gemeinsames Bandenprojekt, suche also noch die statistisch ideale Aufstockung eines alleinerziehenden Vaters mit zwei Kindern, bitte meldet euch".

  • 22.04.2010 12:04 Uhr

    von Max (22):

    Sehr guter Artikel, ganz anderes Level als damals der Video-Kommentar zu Mr. Westerwave. Und mutig. Spricht mir echt aus der Seelem besonders der letzte Satz...

    "Meine WG ist meine Familie, ich liebe mehr Menschen als nur meinen Freund. Und der hat sich inzwischen auch wieder gemeldet"

    Das mit dem Sex übers Internet würde mich aber nun doch mal interessieren ;-)

    max

  • 22.04.2010 11:37 Uhr

    von hto:

    @Monika

    Oh nein Monika,
    die Seeliger bewegt sich absolut SOUVERÄN im Zeitgeist, in allen denkbaren ...losigkeiten dieser stumpf- wie wahnsinnigen Plattform, wie man auch an den t(r)ollen / "sinnvollen Antworten" bis 18:35 Uhr vom 21.04. sehen kann - bisher nur Kommunikationsmüll von den Lesern!?

  • 22.04.2010 10:55 Uhr

    von BWl 2.0 Nachtrag:

    Und zum Thema Familie.

    Familie sind nicht nur Mutter,Vater,Kind sondern auch die Großeltern, Tanten, Onkels etc.
    Es gab mal zeit in Dtl. weit vor den Nazis, um die Faschismuskeule zu entkräften, da haben die Großeltern auf die Kinder aufgepasst und die Eltern waren arbeiten.
    Deswegen erinnert mich das alles irgendwie an die Neuerfindung des Rades, bloß eckig statt rund.

    Naja aber mit seinen Eltern kann man ja kein "Polyamorie" machen, deswegen = Scheiße(keine Gewinnmaximierung)




  • 22.04.2010 10:46 Uhr

    von BWL für alle:

    @ alle die nicht verstanden haben was polyamorie heißt:

    Das Zauberwort heißt "Gewinnmaximierung"!

    Weil 2 Partner besser als ein 1 Partner, 4 besser als 2 und so weiter ....(strebt gegen unendlich^^)

    Und für die Kinder ist das auch nen zugewinn, wenn es mehrere Bezugspersonen hat: Stichwort Co-Erziehung.

    Co-Erziehung ist das Beste überhaupt, null Verpflichtung, null Verantwortung, null Erziehung.
    Naja jede Minderheit soll machen was sie will.

    ps: Gleichgeschlechtliche Beziehungen haben mit Polyamorie so viel zu tun wie BIrnen mit Äpfeln.
    Meist sind Homosexuelle Paare "Spieß-bürglicher" als "normale" Paare, was sich "OH Wunder" ,positve auf unseren Kleinen-Spießer auswirkt, deswegen Gleichstellung von Gleichgeschlechtlichen Ehen.

    @ Julia Seeliger: Unterhalt dich mal mit Kindern der 68er Generation über ihre Kindheit und ihre jetzige Lebensgemeinschaft.(KLeiner Tipp Kommunen-Kinder sind meist voll die Spießer, fragt sich bloß warum)


  • 22.04.2010 10:29 Uhr

    von tsstss:

    Herrgott, muß man denn jedesmal gleich ne Beziehung draus machen? Nur weil jemand mit jemandem anderen Sex hat, sozusagen seinen /ihren Schwanz nicht unter Kontrolle ;-), macht man da ne hippe Geschichte draus und nennt das ganze dann Polyamorie. Früher hießen solche Leute einfach Fickfrosch und hatten auch ihren Spaß. Ich möchte den Leuten ja nicht vorschreiben wie sie zu leben haben-aber muß das ganze dann als "Familie im weitesten Sinne" laufen? Das ist doch nur wieder so´n sinnbefreites Ding um nicht die eigene Leere zu fühlen-Polyamorie, tss, tss...

  • 22.04.2010 09:47 Uhr

    von Clara:

    Wichtig ist doch: Jeder hat das Recht, so zu leben und glücklich zu sein, wie er will. Da es allerdings in unserer Kultur verankert ist, sich in das Leben des Anderen aktiv einzumischen, entstehen derartige Diskussionen über Moral, Ethik und Religion. Letztendlich ist doch die Frage nach mono-, poly- oder homo-Beziehung eine rein private, die nicht schon wieder mit Gesetzen geregelt und geordnet werden muss. Das ist erschöpfend! Daran zeigt sich nämlich auch der Entwicklungsstand einer Gesellschaft: Am LEBEN und LEBEN LASSEN.

  • 22.04.2010 08:45 Uhr

    von Skeptiker:

    Postmoderne Geschwurbsel, wenn auch spannend ist es nicht mein Konzept einer Beziehung. Halte nicht viel von der Technikeuphorie die in dem Artikel mitschwingt und mit der man glaubt alle Probleme zwischenmenschlicher Art auf Kommunikation abzuschieben. Es wird viel zu kommuniziert, Konflikte sind aber nicht immer mit Reden zu lösen. Konflikte zwischen zwei Personen sind schon Arbeit genug, warum das Ganze auf noch mehr ausdehnen?

    Gerade Liebe ist etwas, was nicht teilbar ist, wenn es körperlich wird. Teilbar ist Liebe nur in der Agape und so etwas ist nicht mitteilbar sondern nur im Versteckten möglich.
    Insofern verwechselt der Text zwei Sorten von Liebe. Im Hintergrund scheint das Ideal eines Haremswesens zu stehen, in dem der hedonistische Egoist ständig seine Triebe befriedigen kann, aber niemals über sich selbst hinausschaut.

  • 22.04.2010 08:15 Uhr

    von Nealz:

    Hallo Julia,

    vielen Dank für deinen Artikel und die spannende Debatte, die du damit angestoßen hast.

    Aber meinst du nicht, dass die "reifen offenen Beziehungen" schon oft probiert wurden und eigentlich immer gescheitert sind? Matthias Horx hat diese Bezeihungsform in einem aktuellen Interview als "gescheiterte Selbsttherapie" bezeichnet. Auch R. Dutschke schreibt in seinen Tagebüchern über einen gescheiterten Versuch mit Gretchen in einer "offenen" Beziehung zu leben. Er beschreibt es als spannend und aufregend- ist es temporär wohl auch. Aber ein entscheidender Aspekt einer Beziehung wird vehement abgeschwächt, das tiefe Vertrauen zu einem anderen Menschen, was wir gemeinhin als "Liebe" bezeichnen. Mittlerweile wissen wir ja, dass Liebe ein undordentliches Gefühl ist (R.D. Precht), aber machen wir es durch "patchwork" nicht noch unordentlicher? Besteht der tiefe Antrieb für eine Beziehung nicht genau darin, etwas einzigartiges für einen Partner zu sein, gewisse Exklusivrechte zu haben? Klar sind lange Zweierbeziehungen ab einem gewissen Punkt "Duldungskommandos" (G. Roth), aber das macht sie nicht unbedingt unspannender.

    Ich bin mal gespannt, was uns in Zukunft erwartet.

    Viele Grüße an die Zeitrafferin ;-)

  • 22.04.2010 00:24 Uhr

    von davidly:

    Hat die Seeliger wirklich ihre Position als Online Redakteurin benutzt, um nach Sex zu trollen? Prickelnd!

  • 22.04.2010 00:23 Uhr

    von Volker Vonssen:

    Menschen im Alter von Frau Seeliger nehme ich kaum ernst. Schön, daß sie mit diesem Artikel meine Meinung wieder ein Stück weiter verfestigt hat :)
    PS: Viel Spass beim Experimentieren mit Ihren eigenen Kindern.

  • 21.04.2010 23:08 Uhr

    von Slobo:

    "Die Idee beim Familienvertrag: Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen wollen, unterzeichnen einen Vertrag mit Rechten und Pflichten."

    Wie soll das denn gehen bei Polyamorie ? Man führt fünf Beziehungen und wie will man da für alle gleichzeitig die Verantwortung übernehmen ? Rein logisch wird dies nicht funktionieren. Man kann jedenfalls nicht an fünf Orten gleichzeitig sein und für fünf verschiedene Personen gleichzeitig da sein. Das ist in höchstem Maße verantwortungslos - insbesondere gegenüber den Kindern (wie schon einige Vorredner treffend bemerkt haben).

    Wer es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, eine Person im Stich zu lassen und mit einer anderen Person ins Bett zu steigen, der soll eben das tun. Wenn das alle machen, denkt am Ende nur jeder an sich und sein Vergnügen. Willkommen in der Welt der Egoisten. Es dreht sich eben doch alles nur um das eine...und für den Rest bleibt keine Zeit !



  • 21.04.2010 22:28 Uhr

    von Tamara Koslowski:

    Liebe Leute,

    bei der Polyamorie geht es doch nicht einfach um wahlloses Rumgevögele, wie es in Swingerclubs & Darkrooms gepflegt wird - denn das ist "casual sex". Polyamorie ist in der Tat eine andere Form von Partnerschaft, nicht zwischen einzig zwei Menschen, sondern zwischen mehr als zwei Menschen. So richtig mit allem drum und dran: für einander einstehen, auf Dauerhaftigkeit angelegt.

    Und warum soll eine solche Partnerschaft nicht auch gemeinsame (!!!) Elternrechte ausüben können?

    Schliesslich ist Familie dort wo Kinder sind!

  • 21.04.2010 22:22 Uhr

    von Lorenz:

    Ein Artikel, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Ich denke auch, dass wir mit den bisherigen Lebens- und Partnermodellen so nicht weiterkommen. Aber meine Freunde und Bekannten, die nach diesem oder einem ähnlichen Modell leben (auch wenn sie es nicht "Polyamorie" nennen würden), kommen mir immer so vor wie Menschen, die nicht erwachsen werden und nicht loslassen können. Bloß immer nur alles behalten wollen: Den Ex-Freund A, mit dem kann man so gut reden und kuscheln; Ex-Freund B, mit dem kann man super auf Konzerte und in den Club gehen; und Ex-Freund C, der ist eine Granate im Bett. Was dann zu üblen Konstellationen führt, in denen immer irgendjemand leidet. Nein, eine Alternative kann DAS definitiv auch nicht sein.

  • 21.04.2010 22:20 Uhr

    von hanswurst:

    was soll das?

    ein kind braucht mutter und vater! nicht mutter und mitbewohner oder vater und vater oder mutter und mutter das ist nicht natürlich.jeder weiß das das nur gestörte menschen hervorbringt...

  • 21.04.2010 22:07 Uhr

    von polyfreundin:

    Beim Thema Polyamorie scheiden sich selbst in der Queerdebatte zu Lebensformen die Geister. Hierzu spannend zeigen sich die Überlegungen zur Refamiliarisierung und Ökonomie sogenannter alternativer Lebensformen von Katrin Ganz und Antke Engel ...
    Nichtsdestotrotz finde ich den Artikel extrem verkürzt und wundere mich nicht, dass hier soviel Kritik steht. Ich finde Frau Seeliger hätte sich auf einen der Punkte tiefer konzentrieren sollen.

    Das wären: Eifersucht und Umgang mit mehrheitlichen Gefühlen, warum die Abgrenzung von Promiskuität, welcher Liebesbegriff ist gemeint, Bezugspersonen für Kinder, Zeitmanagement, Ursachen und Gründe für Mehrfachbeziehungen, Kostenfaktor, Verantwortungsbereiche u.v.m.

    Ich lebe selbst mit Kind schon seit Jahren ein Mehrfachbeziehungsmodell und dazu in einer gemeinschaftlichen Lebensform mit Personen ohne sexuelle Beziehung. Es hat sich tatsächlich herausgestellt, dass die Kinder am meisten davon profitieren, da sie in der Tat mehr Bezugspersonen haben als Mutter, Vater und Großeltern. Die Verfügbarkeit ist flexibler und es ist immer eine Person da, wenn es Sorgen und Nöte gibt, sowie die Freude mitzuteilen. Die Verantwortung füreinander tragen alle in diesem Netz und ich kann mir nichts anderes als das vorstellen.
    Eine Lebensformendebatte zur Gleichstellung ist tatsächlich Thema bei uns.
    Da es aber zu wenig Forschungen gibt, wieviel Prozent Menschen in dieser o.ä. Konstellation leben, halte ich einen derartigen Paradigmenwechsel für utopisch.

  • 21.04.2010 21:46 Uhr

    von yetzt:

    hachja. ein netter artikel, aber es scheint nicht ganz rüberzukommen, was polyamorie ist, und was nicht, wenn ich die trollkommentare so lese.

    polyamorie kann aber in der tat auch verletzend sein, und zwar für monos, deren zuneigung erwidert, aber deren bedürfnis nach ausschließlichkeit nicht befriedigt wird. insgesamt gibt es im für mich beobachtbaren teil meines beziehungsnetzwerk aber weniger seelischen stress, als ich das in monobeziehungen beobachte.

    dennoch: polyamorie setzt offenheit, ehrlichkeit und kommunikationsbereitschaft voraus. wer nicht über gefühle und bedürfnisse reden kann oder will, ist hier falsch.

  • 21.04.2010 21:37 Uhr

    von leon:

    wer weiss, vielleicht kann man irgendwann auch mit anonymen trollen guten körperlichen sex über das netz machen?

  • 21.04.2010 21:25 Uhr

    von leon:

    @hallo?

    Sehe ich genauso. Kann doch jeder leben und lieben wie er will.

    Was mich aber überrascht, ist die Forderung nach staatlicher Regulierung.

    Ich denke mal der Artikel ist einfach aus einem Geistesblitz entstanden und daher unausgegohren: die Sehnsucht nach Freiheit junger Liebender wird hier mit familienpolitischen Anliegen verquirlt :-)

  • 21.04.2010 21:18 Uhr

    von leon:

    an Familienüberwinder:

    ja, dann warten wir mal ab bis 10 dieser "zehn-mann-banden" länger als 2 Jahre existieren und dann schauen wir mal, ob wir ein neues Familienrecht brauchen

  • 21.04.2010 21:14 Uhr

    von leon:

    Wie viele Fälle von stabilen Dreier-plus Beziehungen mit Kindern gibt es denn in Deutschland?

    Lohnt es sich überhaupt, deswegen irgendwas am Recht zu ändern?

    Solche Trends müssen sich erstmal in der Gesellschaft stabiliseren.

  • 21.04.2010 21:07 Uhr

    von Fabi:

    Wenn ich mir die Sextherapie-Meldungen der letzten Monate anschaue scheint immerhin die Polygamie schon eine erstaunlich große Verbreitung zu haben. Immerhin ein Anfang. Immer weiter so...

  • 21.04.2010 19:40 Uhr

    von NamensindSchallundRausch:

    Mit wievielen GenossInnen muß ihr Freund ungefähr geschlafen haben, damit die Gerechtigkeit wieder hergestellt ist?

    Ich finde die Opferbereitschaft Ihres Freundes in dieser Hinsicht äußerst löblich. Diese kommt in Ihrem Artikel etwas zu kurz. Es ist nicht einfach, sich über die traditionellen moralischen Grenzen hinwegzusetzen, gerade als Mann. Und Ihr Freund geht einfach diesen mit Steinen überhäuften, schwierigen Weg, während Sie an intellektuellen Texten feilen. Ihr Freund verzagt wahrlich nicht vor harter, grenzgängerischer 'Arbeit'. Meinen Respekt hat er sicher.

  • 21.04.2010 19:29 Uhr

    von Monika Stefan:

    @ julia seeliger

    Tja, wer weiß?
    Jedenfalls scheinen Sie sich ja mächtig aufzuregen. Was definitiv auf einen Volltreffer hindeutet.

    Ganz ganz ehrlich, nun mal ohne Provokation: sie haben es vermutlich nicht nötig, auf jeden Scheiß, der bezüglich ihrer Kommentare kommentiert wird, zu reagieren. Eben weil sich hier sicher der ein oder andere anonym tummelt und provozieren will, nur so zum Spaß. Und sich mächtig freut, wenn Sie wie gewünscht reagieren und zurückpöbeln. Denn damit bringen Sie tatsächlich zum Ausdruck, was Sie ja angeblich nicht tun: sie nehmen diese Provokationen ernst.

    Neurobiologisch ist übrigens nachgewiesen, dass bei Menschen, die ignoriert werden, die für Schmerzen zuständigen Hirnareale voll aktiviert werden. Bei Beschimpfungen und Beleidigungen tritt dieses Phänomen nicht auf. (Quelle u.a.: "Warum ich fühle, was Du fühlst", Joachim Bauer)
    Und somit tun sie den "Spinnern" einen Riesengefallen.

  • 21.04.2010 19:02 Uhr

    von Trolljäger:

    Erstaunlich wie aufgeschreckt so mancher reagiert, wenn sein klassisches Weltbild in Frage gestellt wird. Mehr ist dazu eigentlich kaum zu sagen, wer in anderen Lebensformen die Sünde sehen will, kann sie immer finden. Wir leben in einem Land mit christlicher Tradition, da saugt man das mit der Muttermilch auf.

    Ansonsten: wichtiges Thema, gut ausgewählt für die "jungen Utopien" - als Möglichkeit, nicht als Zwang, wie einige hier vielleicht fürchten..

  • 21.04.2010 18:54 Uhr

    von Der Grüne Alte:

    Ach Julia,
    ich finde es zwar scheisse, dass ich schon doppelt so alt bin wie du und daher in die Kategorie Uralt gehöre. Aber ich schwöre: Mit 31 hätte ich nicht anders geantwortet:
    In dem Augenblick, wenn du den "Richtigen" (oder von mir aus auch die Richtige) getroffen hast, und wenn du andererseits schon dahinter gekommen bist, dass Zusammenleben jede Menge unbequemer Kompromisse bedeutet, dann wirst du abwägen. Und du wirst dich für den/die ParternIn entscheiden und bereit sein, dafür viel von dir selbst herzugeben - selbst wenn dein Gehirn was anderes sagt als der Bauch.

    Bei uns funktioniert's seit 1967 - und es gab verdammt viele Situationen, wo der eine oder die andere sagte: Es reicht, ich will nicht mehr. Aber das, was man damit aufgegeben hätte, wäre ein zu hoher Preis gewesen.

    Und noch was: Sex macht auch im Alter und mit immer dem selben Partner noch Spass.

    Du hast einen interessanten Artikel geschrieben, der viele Reaktionen hervorgerufen hat. Heb ihn dir gut auf und vergleiche in 30 Jahren mal dein real gelebtes Leben mit deinen Thesen von heute! Ich wünsche dir, dass du mir dann Recht geben kannst - du musst es ja nicht in der taz veröffentlichen...

  • 21.04.2010 18:42 Uhr

    von mit Majo:

    Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird schnell erkennen was für einem schrägen Weltbild hier gehuldigt wird. Mit Zähneknirschen wird wechselseitig fremdgegangen und alle finden es toll. Nicht alle Frau Seeliger, sondern eine beschränkte Minderheit und das ist auch gut so!

  • 21.04.2010 18:35 Uhr

    von julia seeliger:

    Monika, Sie verstehen wohl nicht ganz, dass man im Internet nicht jeden Spinner und jede Spinnerin ernst nehmen muss. Es gibt viele, die in der Anonymität einfach mal trollen wollen, Sie vielleicht auch?

  • 21.04.2010 18:24 Uhr

    von Familienüberwinder:

    Liebe Julia Seeliger, ich bin völlig deiner Meinung. Schon vor fünf Jahren habe ich bei telepolis folgenden Vorschlag für Mehrerwachsenen-Beziehungen mit Kindern gemacht, unter der Überschrift "Bildet Banden!" (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19568/1.html):
    "Auf 400.000 Heiraten in Deutschland kommen mittlerweile 200.000 Scheidungen pro Jahr. Neben Karriereproblemen und allgemein schlechter Vereinbarkeit von Kindern und Beruf sowie Finanzierungsproblemen geben Frauen in Umfragen als Gründe an, warum sie zu Hunderttausenden keine Kinder mehr bekommen: Sie finden nicht den Mann fürs Leben. Mein Vorschlag lautet, die Probleme mit einander zu verquicken: Kleinere Nation, aber größere Familien.

    Große Familien

    Wer so wie ich mehrere Kinder hat, weiß, dass mehr Kinder nicht unbedingt mehr Aufwand bedeuten. Kinder passenden Alters und passender Gemütsverfassung neutralisieren sich oft über weite Strecken gegenseitig. Zwei sind schon gut, drei noch besser, aber bei vieren steht nicht so häufig einer gegen eine Übermacht. Nehmen wir einmal an, vier Kinder seien ideal und Paarbeziehungen als dauerhafte Kinderproduktions- und Erziehungsstätte fallen allmählich weg. Statistisch hat jede deutsche Frau in ihrem Leben nur noch 1,3 Kinder: Mal drei, ergibt vier. Tun sich also drei wirklich vorhandene Frauen zusammen, dann sagt die Statistik, dass sie in ihrem Leben zusammen etwa vier Kinder haben werden. Was machen die Männer? Männer lieben -- wie Frauen -- die Abwechslung. Geben wir zu den -- statistisch zu erwartenden -- vier Kindern und drei Müttern drei Männer hinzu, auch wenn sie eine um etwa zehn Jahre geringere Lebenserwartung haben: Macht zehn.


    Zehn Personen würden damit die Familie der Zukunft bilden. Da aber der Begriff Familie besetzt ist und wohl noch lange traditionell (Mann, Frau, Kinder) verstanden werden wird, trotz erfolgreicher Neubildungen wie Patchwork-Familie und der Anerkennung plus dem Adoptionsrecht für eingetragene Lebensgemeinschaften Homosexueller, trete ich für einen neuen Gruppenbegriff ein. Bildet Banden! [...]"

  • 21.04.2010 18:19 Uhr

    von Sven Dirks:

    Schöner Artikel, vielen Dank.

    All denen die sich hier moralisch entrüsten und das Kindswohl anführen: Geschiedene Eltern und serielle Poly-Lebensformen sind für die Entwicklung von Kindern sicher schlechter als Stabile Polyverhältnisse, wo ggf. eine(r) von mehreren Beteiligten eine größeren Abstand wählt oder dazu kommt, nicht aber das ganze Geflecht gleich wieder zerbricht.

    Und ja, hab viele Kinder, zwei davon jahrelang alleine erzogen - ich weiß sehr genau wovon ich hier schreibe. (Zur Beruhiung eventuell sich Aufregender: Sie sind alle erfolgreich, zufrieden und kommen in ihren eigenen Leben gut zurecht)

    LG

    Sven



  • 21.04.2010 18:18 Uhr

    von Karl:

    Weiter so Frau Seeliger!

    es gibt zwischenmenschlich keine einzig richtige Lösung, scheint ja hier bei manchem eine Zwangsvorstellung zu sein....


    Karl

  • 21.04.2010 18:13 Uhr

    von Arte Povera:

    Himmelherrgott - so viel Hass bei so selbstverständlichen Forderungen?

    Wer nicht verstanden hat, was Polyamorie ist, dem empfehle ich gern diese Seite:
    http://www.xeromag.com/fvpoly.html

  • 21.04.2010 18:11 Uhr

    von Monika Stefan:

    @ julia seeliger

    Man, wie unsouverän ist das denn? Artikelchen schreiben (doofes dazu), Leser kommentieren lassen, dann auf Leser, die Unliebsames schreiben, losgehen und beleidigen.
    Kleine, werd endlich groß. Vielleicht klappt´s dann auch mit dem Lockerbleiben.

  • 21.04.2010 18:04 Uhr

    von Martin:

    Liebe Frau Seeliger,

    ""Mich irritiert, dass Frau Seeliger ja selbst schreibt, dass es für sie nicht toll sei, wenn ihr Partner gerade bei einer anderen Frau sei."

    Wo steht das? Bitte richtig zitieren oder gar nicht. Danke"

    Den Anfang habe ich genau so verstanden. Und: Nicht gleich so aggressiv!

    Dort steht:

    "Während ich diesen Text schreibe, ist MEIN Freund bei einer anderen Frau. Das ist nicht unüblich: Studien erzählen davon, dass eine große Zahl von Verpartnerten schon mal Spaß in fremden Betten hatte.

    Fremdgehen ist prickelnd. Für den allein zu Hause sitzenden Dritten ist es hingegen nicht so prickelnd, wenn ein Treueversprechen gebrochen wird." (Hervorhebung nicht im Original)

    Sofern eine Differenzierung gewünscht ist, sollte man dies deutlicher machen; So verstehe ich Ihren Text so wie der/die Kommentator/in vor mir.

    Wenn wir gerade beim zitieren sind: Die Familie und Ehe ist in Art. 6 GG geschützt, nicht in Art 3 GG.

    Zum Text: Mag sein, dass für Kinder mehrere Bezugspersonen Vorteile bringen, sie brauchen aber definitiv Bezugspersonen, die konstant bleiben. Mit dieser Begründung bekommen bei Streitigkeiten um das Sorgerecht in über 90% der Fälle die Frauen das Sorgerecht für die Kinder und nicht die Männer. Denn i.d.R. ist die Frau daheim und die Bezugsperson für das Kind.

    Aus diesem Grund wage ich zu bezweifeln, dass das vorgeschlagene Modell ein Vorteil für das Kind ist. Der Vorteil liegt wohl eher beim Erwachsenen, der keine feste Verantwortung übernehmen muss.



  • 21.04.2010 17:53 Uhr

    von julia seeliger:

    Nein Rose, wir müssen nicht mit allen Spinnern reden. Diejenigen hier, die mir die Syphillis wünschen etc, mit denen muss hier niemand reden. Das sind Trolle.

  • 21.04.2010 17:04 Uhr

    von Rose:

    Danke Julia, dass Du das Thema angesprochen hast - auch wenn ich Dir nicht in Allem zustimme.

    An der erhitzten Diskussion sieht man ja ganz gut: wir müssen darüber reden!

    Die Ehe infrage stellen, die Monogamie durchleuchten und vor allem: selbstbewusst das genießen, worauf wir Lust haben... und uns nichts von irgendwelchen verbitterten Alten erzählen lassen.

    PS-1: Meine WG hat keine Läuse.
    PS-2: Kondome sind ne gute Erfindung.




  • 21.04.2010 17:00 Uhr

    von julia seeliger:

    "Mich irritiert, dass Frau Seeliger ja selbst schreibt, dass es für sie nicht toll sei, wenn ihr Partner gerade bei einer anderen Frau sei."

    Wo steht das? Bitte richtig zitieren oder gar nicht. Danke.

  • 21.04.2010 16:57 Uhr

    von Gunter:

    "Unabhängig von ihrer Motivation verdienen Polyamore Toleranz und Anerkennung..."

    Das junge Leute von heute, sofort mit jedem x-Beliebigen gleich in die Kiste steigen und oft noch nicht mal den Namen kennen ist bekannt. Das kann mit seinem Körper jeder so machen, wie er oder sie möchte, sobald die Volljährigkeit erreicht ist. Warum sollte man das aber auch noch tolerieren oder anerkennen ?

    Ich möchte kein Kind sein, das aus einem onenightstand hervorgegangen ist oder irgendeiner Affaire. Letztlich sind immer die Schwächsten, nämlich die Kinder die Leidtragenden solcher Frauen, die ja ach so cool und multipolygender und sonstnochwas sind.

  • 21.04.2010 16:44 Uhr

    von Hans:

    Kann ja jeder machen wie er will, solange die Partner das vorher kommunizieren. Ich koennte mir naemlich vorstellen, dass viele noch anders denken, als Frau Seeliger. Auf einen Partner konzentrieren ist doch wunderbar. Aber wenn man natuerlich mit moeglichst vielen Sexual-Partnern seinen Trieb befriedigen will, dann ist eine Beziehung womoeglich nicht das richtige fuer den Moment.

    PS: Nein, ich will keinen Sex mit Frau Seeliger.

  • 21.04.2010 16:39 Uhr

    von carpe diem:

    Mein Gott, in was für einem moralischen Dreck bin ich hier geraten. Aber was soll ich von der Taz erwarten. Ich bin weit über 35 Jahren verheiratet, und liebe meine Frau mehr als mein Leben. Und dieses Empfinden und Gefühl kann ich nicht zweimal oder mehrmal haben. Wer fremdgeht ist ein Schwein, weil er das wichtigste betrügt, was er hat. Natürlich kann es in der Welt von Fra Seeliger nur noch geistig abgewickste geben. Gegen die Gedankengänge von Frau Seeliger war Sodom und Gomora ein Paradies. Na dann viel Spaß

  • 21.04.2010 16:39 Uhr

    von hannah:

    julia seeliger scheint mal wieder zu polarisieren. gut so!

  • 21.04.2010 16:38 Uhr

    von hallo?:

    Mich irritiert, dass Frau Seeliger ja selbst schreibt, dass es für sie nicht toll sei, wenn ihr Partner gerade bei einer anderen Frau sei.

    Ist das nicht ein Widerspruch, wenn ich für polyamorie nach einem der Ehe gleichgestellten Vertrag verlange? Ein Verlag verlangt, dass man gewillt ist sich zu binden, dass man also die Beziehung, die da beurkundet wird als verbindlich ansieht. Die geschilderte Polyamorie lässt doch aber gerade diesen Bindungswillen vermissen. Wenn mir ein anderer Mensch gefällt, dann erweitere ich halt als polyamorer Mensch meine Partnerschaftsstruktur. Vielleicht wäre da ein "Partnerschafts-Verein" die bessere anzustrebende Lösung, da können die Mitglieder nämlich leichter wechseln als bei einem Vertrag.

  • 21.04.2010 16:37 Uhr

    von einem mitfühlenden Menschen:

    Oh Mädchen, da meine ich aber ganz viel Schmerz zwischen den Zeilen zu lesen. Pass gut auf dich auf und mute dir nicht zuviel zu.
    Jeder der´s schon mal mitgemacht hat, weiß, dass die sog. Polyamorie - so hip es auch zu sein scheint - im Endeffekt allen Beteiligten weh tut. Aber richtig. Vermutlich weißt Du´s schon längst....

  • 21.04.2010 16:37 Uhr

    von Frau Doktor:

    Seeliger: "Es könnte ja sein, dass Kinder in Mehrfachbeziehungen zum Spielball von Streitigkeiten der Eltern werden - auch wenn die Forschung nahe legt, dass es gut für die Entwicklung von Kindern ist, wenn sie mehrere Bezugspersonen haben."

    Und was bitte hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Für mich sieht es hier so aus, als ob die kinderlose Autorin mit einer ahnungslosen Leichtigkeit alle schwerwiegenden Probleme bei Kindern von Eltern in Trennung einfach lapidar bei Seite wischt. Als Vater von zwei Kindern habe ich viele Anhaltspunkte dafür, dass es in einer solchen Situation nur beschissene Lösungen gibt. Und Leute, die nur für sich selber und die nächste lockere Beziehung Verantwortung übernehmen, sind hier in meinen Augen ganz schlechte Berater.

  • 21.04.2010 16:32 Uhr

    von rotes Sternchen:

    Träumt ruhig weiter von eurer freien Liebe bis in alle Ewigkeit.

    Kein Wunder, dass Syphilis und Co. wieder aufm Vormarsch sind.

    Vielleicht sind die Freunde der Polyamorie nur nicht fähig ne Zweierbeziehung zu führen, sodass sie was brauchen wo es nich zu anstrengend is, aber die Eifersucht schlägt irgendwann durch.
    Und ganz richtig auf die Kinder nimmt da au keiner Rücksicht.

    Vielleicht is die ganze Gesellschaft auch nen bissl zu egoistisch geworden und nur auf den eigenen Spass aus? Und um den Partner nich zu verletzen führt man dann halt ne "offene" Beziehung.
    Mann habt Ihr keine anderen Probleme?
    Liebt euch selbst, erst dann könnt ihr auch andere lieben.

  • 21.04.2010 16:03 Uhr

    von Nora Rethmeier:

    Die Rubrik "Debatte Junge Utopien" ist folgerichtig gewählt. Wer schon mal darauf angewiesen war, eine innerlebenspartnerschaftliche Meinungsverschiedenheit per Mail oder Chat auszudiskutieren, weiß um die Probleme virtueller Kommunikation. Kommunikationsprobleme, die sich in Polykonstrukturen potenzieren statt sich in Luft aufzulösen, die nach der großen Freiheit duftet. Die Dynamik offener/alternativer Beziehungsmodelle macht Beziehungsarbeit nicht leichter und dürfte - auch angesichts der zunehmenden Belastungen im Berufsleben - die meisten überfordern.
    Die Idee des Familienvertrags halte ich insofern für ebenso chic wie utopisch. Und schließlich: Kein Vertrag vermag Beziehungen zu sichern, ob er sich nun Ehe schimpft oder anders...

  • 21.04.2010 15:55 Uhr

    von gaspard:

    Danke für den anregenden Artikel.- Ich habe noch nie verstanden, dass ich meine "alte" Partnerin in die Ecke stellen soll, nur weil ich Sympathie und Liebe zu und für einen anderen, neuen Menschen empfinde. Alle sollten sich allerdings darum bemühen, keine Verlierer zu produzieren - jeder/jede ist auf Solidarität angewiesen, wird älter, kann erkranken. Insbesondere Kinder brauchen verlässliche Bezugspersonen und durchschaubare Verhältnisse. (Die WGs der 68 waren für die Erwachsenen oft spannend, für die Kinder nicht selten traumatisierende Erfahrungen.)Aber: Die grotesk hohen Scheidungsziffern schreien förmlich nach neuen Partner- und Lebensmodellen.Polyamorie ist die Lebens- und Liebesform der Zukunft !

  • 21.04.2010 15:53 Uhr

    von Matthias Mersch:

    Brainstorming darf und muss sein, wenn neue Lebensmodelle vorgestellt werden. Aber kann es sein, dass Julia Seeliger hier ein Opfer ihres Multitasking geworden ist? Ich sehe zunächst mal keinen Zusammenhang zwischen Polyamorie und Familienvertrag. Besonders gespannt wäre ich übrigens auf die in Aussicht gestellten Vertragsstrafen ...

    “Liebesbeziehungen oder gar Sex mit politischer Bedeutung aufzuladen ist allerdings ein Irrweg.” Da wird man wohl kaum widersprechen wollen, auch wenn die Geschichte immer wieder Beispiele dieser Praxis liefert, die eher selten zum Ausbau der Freiheit des Menschen beigetragen hat. Die “Aufladung” scheint im Rahmen der menschlichen Möglichkeiten zu liegen, die ja bekanntlich selten vor Irrwegen zurückschrecken. So auch hier: Was ist der Sinn einer weiteren Verrechtlichung von Partnerschaften, solange die rechtliche Gleichstellung der Vertragspartner in bestehenden Rechtsverhältnissen noch nicht verwirklicht ist?

    Die Agenda war (und teilweise ist) doch wohl die:
    Entkriminalisierung der Abtreibung, Rechtliche Gleichstellung unehelicher mit ehelichen Kindern, Aufhebung des Schuldprinzips bei Ehescheidungen, gerechte Verteilung der Unterhaltskosten im Scheidungsfall, vollkommene Gleichstellung eingetragener Partnerschaften mit der klassischen Ehe.

    Wie verhält es sich denn aktuell mit der Diskriminierung von Homosexuellen bei Adoptionen? Hat “Frau mit Herz” nicht schon vor Jahren über die Adoption eines Kindes durch Patrick Lindner und Partner berichtet?

    Der ansonsten kluge Verfassungsrichter Udo di Fabio wird stets zu einem romantischen Schwarmgeist, wenn es gilt, entgegen verbreiteter Lebenserfahrung das Idealbild der heterosexuellen Partnerschaft als Aufzuchtsanstalt für den Nachwuchs zu entwerfen. Dass weder Internatsbetrieb, noch Alleinerzieherschaft oder die bürgerliche Kleinfamilie des 20. Jahrhunderts ideale Bedingungen für das gedeihliche Aufwachsen von Kindern bieten, dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben (was nicht bedeutet, dass diese Modelle in Ausnahmefällen nicht doch funktionieren können). Für ein neues Modellchen, formalisiert unter den verschlafenen Augen des Jugendamtes, sehe ich keinerlei Bedarf. Vielleicht sollte man den Wert der freien Assoziation freier Menschen unter spießiger Inkaufnahme finanzieller Nachteile in den Vordergrund stellen, anstatt nach Rechtskrücken zu suchen, mit deren Hilfe man sich halbherzig durchs Leben schleppen kann.

    Ehegattensplitting ist übrigens geschlechtsneutral und daher mitnichten geeignet, Ehefrauen zu benachteiligen. Dank meiner erheblich mehr verdienenden Ehefrau haben wir insgesamt Steuern gespart.

  • 21.04.2010 15:30 Uhr

    von hto:

    "Meine WG ist meine Familie" - mein Haus, mein Auto, mein ...!?

    "Polyamorie" - "Sie können von einigen familienpolitischen Vergünstigungen nicht profitieren - und das ist ungerecht."

    Mit diesem Satz wird es dann wohl doch extrem politisch - und das ziemlich nationalistisch, wenn man die Benachteiligten dieser PROFITABLEN Welt- und "Werteordnung" im "gesunden" Konkurrenzdenken des "freiheitlichen" Wettbewerbs gerechterweise mit einbezieht!?

    Multi-schizophren oder Multi-egozentrisch, so kann man den "Bewußtseinsstand" / die Bewußtseinsbetäubung dieser konsumautistisch-illusionären Realität auf zeitgeistlich-reformistischer Sündenbock- und Freudensuche am besten beschreiben!?

    "DEBATTE JUNGE UTOPIEN" - wo wir angesichts der Überproduktion von konfusionierendem Kommunikationsmüll ganz andere Diskussionen brauchen!?

  • 21.04.2010 15:28 Uhr

    von Smart Marc:

    ich find das soo klasse, dass man sich der wahrheit nicht mehr verschließt und ein bischen licht in diese bigotte prüderie der gesellschaft kommt ...

    das tut echt gut!

    nebenan ist auf einer hausfassade in riesen lettern dazu passend folgender spruch aufgespührt: "hört endlich auf zu denken. fühlt!"

    Smarty

  • 21.04.2010 15:28 Uhr

    von Berthold Baar:

    Liebe Frau Seeliger,

    nach rund 70 Jahren, die ich gelebt und erlebt habe, fällt mir immer wieder eines auf: Wie vorschnell von Liebe gesprochen wird.
    Gefühle differenziert zu sehen und dementsprechend zu erkennen, wem ich was zugedenke - ich bin dazu in der Lage und höre häufig das Kompliment von meiner guten Hälfte, dass ich außerdem noch jung geblieben sei.
    Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie auf nötige Gesetzesänderungen verweisen, die der neuen Komplexität der Lebensweise des postmodernen animal laborans gerecht werden sollen.
    Was dass in einer Zeit der globalen Umwälzungen und einhergehenden Reziprozitäten, die unglaubliche Unsicherheiten hervorruft und daher dementsprechend neue Beziehungsmuster (die im Übrigen so neu gar nicht sind, ich erinnere mich an meine eigene Jugend!) allerdings mit Liebe zu tun haben, leuchtet mir leider nicht ein.

    Viel Glück weiterhin mit ihrem Freund, beste Grüße, Berhold Baar

  • 21.04.2010 14:50 Uhr

    von leon:

    ach herrje, wo soll man denn da anfangen zu kommentieren...

  • 21.04.2010 14:40 Uhr

    von Christoph Buck:

    Das mag jetzt spießig klingen, aber einen grund gibts schon, weshalb Sex auf einen Partner beschränkt sein sollte: Kondylome (nicht nach Bildern googeln)

  • 21.04.2010 14:15 Uhr

    von manni:

    Vielen Dank an Julia Seeliger für diesen Artikel.

  • 21.04.2010 14:12 Uhr

    von Name:

    Nur leider wird die im Grundgesetz geschützte Familie nach wie vor im christlich-klassischen Sinne aufgefasst, also eine Frau und ein Mann.

    Der hier grob umrissene Plan eines Familienvertrags könnte das verstaubte Ehe- und Familienbild durchaus ersetzen. Aber so lange das "C" in Regierungsparteien bleibt, und auch Parteien ohne "C" den moralischen Anspruch der Kirchen bedingungslos akzeptieren, sehe ich da wenig Chancen auf Änderung. Und wenn man dann bedenkt, dass diese Institutionen auch an der Erziehung unserer Kinder beteiligt sind und somit ihre (nicht vollständig) falsche Moral vermitteln können, zeigt sich doch, dass eine Anerkennung der Wirklichkeit nach wie vor nicht gewollt ist.

    Was an Polygamie (mitunter ja die "Folge" der Polyamorie) so bedenklich sein soll, konnte mir auch noch keiner erklären. (wie bei jeder Art der Beziehung ist hier natürlich Einverständnis aller Beteiligten voraus zu setzen)

    todo es mentira

  • 21.04.2010 13:28 Uhr

    von Andy:

    bravo, endlich mal jemand, der dieses thema umfassend beleuchtet. die gesetze passen überhaupt nicht mehr zum gesellschaftlichen gegenwart. höchste zeit für familienvertrag und damit die gleichstellung von ehe und anderen beziehungsformen.

  • 21.04.2010 12:34 Uhr

    von der Gerd:

    Eigentlich gar kein so schlechter Artikel, wenn da nicht zwei Dinge wären, die mir sauer aufgestoßen sind:

    1. Die negative Konotation, mit der auch hier Promiskuität beladen wird. Promiskuität ist nichts negatives. Mit wem Menschen wie ihre Sexualität ausleben ist, solange dies im gegenseitigen Einvernehmen geschieht, nichts, worüber irgendwer urteilen darf.

    2. Die Kritik an der politischen Aufladung von Polyamorie/alternativen Beziehungsformen generell. Solange die (heterosexuelle) monogame Zweierbeziehung als konstruierte gesellschaftliche Norm unter speziellem Schutz steht und andere Beziehungsformen sich rechtfetigen müssen bzw. von der Mehrheit der Gesellschaft per se abgelehnt werden, ist das Bekenntnis zu so einer Form der Beziehung/des Sexuallebens/des Zusammenlebens immer auch ein politisches, da sich dadurch Menschen tendenziell aus der Mehrheitsgesellschaft ausschließen und negative Folgen (seien es soziale, wie zum Beispiel Ächtung durch den Mainstream oder rechtliche, wie die Benachteiligungen gegenüber der Ehe) aushalten müssen.

  • 21.04.2010 12:29 Uhr

    von heins wurst:

    richtig schlechter text!!!

  • 21.04.2010 12:10 Uhr

    von Ferdinand Steinmann:

    Kann ich den Vertrag auch wieder kündigen? Muss ich dann Schadensersatz bezahlen? Wie ist das mit körperlicher Liebe übers Internet? Bläst mein PC dann eine Puppe auf? Oder werde ich irgendwo hingebeamt?

  • 21.04.2010 11:35 Uhr

    von lisa:

    einige anmerkungen:

    erstens woher die information, dass das "durchschnittliche deutsche ehepaar" (wer soll das überhaupt sein?) durchschnittlich 8 min. pro tag kommuniziert? das klischee ist doch irgendwie peinlich.

    zweitens finde ich es übertrieben, davon zu srpechen, dass der "freundesschwarm" die ehe bzw. eine monogame beziehung ersetzt. auch meine eltern haben ein "netz" von freunden und familie, das ist nicht erst eine erscheinung des 21. jahrhunderts, ich würde behaupten, das sei dem menschen als sozialem wesen inhärent. bezeichnungen ändern sich, und natürlich in einem zeitalter der technik das medium, die kommunikationsform.
    aber hat das soviel mit dem geschlechtsleben zu tun? trotz der vielen möglichkeiten heutzutage, ich will einmal internetpornographie beiseite lassen, findet das geschlechtsleben der groß- und kleinstädter doch meistens (natürlich nicht immer) vis-a-vis statt. und dann kann ich nur aus meinem erfahrungskreis sprechen: in meinem freundeskreis gibt es viele "polyamore" (hippiekreise, ich glaube nicht, dass das eine repräsentative mehrheit ist), aber entweder ist es eine vorübergehende (party)erscheinung der pubertät/spätpubertät, oder es ist unfreiwillig, also derjenige ist nicht wirklich glücklich damit. so wie ich das wahrnehme, ohne den positiven effekt des gewinns an "freiheit" allzu sehr niedermachen zu wollen, ist es in letzterem fall eher ein indiz dafür, "getrieben" zu sein und keinen rechten platz zu finden bzw. sich nicht auf einen menschen einlassen wollen (können?). in diesem sinne würde ich polyamorie nicht als fortschritt werten. es ist doch nicht alles, was "traditionell" ist, automatisch schlecht! die 2er beziehung als symbol gegen die kirche oder was auch immer zu sehen, gegen die man kämpfen muss, um sich zu "befreien", ist außerdem pubertär.

    nichtsdestotrotz geht es hier nicht um die wertung, welche beziehungsform die bessere ist, das macht jeder mit sich aus. insofern muss eine gesellschaft selbstverständlich alle formen des zusammenlebens tolerieren bzw. keine per gesetz vorschreiben oder diskriminieren. ich würde aber anders argumentieren, nicht-normativ und ohne faktenverdrehung.











  • 21.04.2010 11:34 Uhr

    von Airhead:

    meiner Erfahrung nach ist die Polyamorie ein Irrweg, eine Illusion vom Glücklichwerden, die zwangsläufig in Enttäuschung enden wird, früher oder später, und vor allem in unangenehmen Abhängigkeiten und vieeel Stress. Zwar sind die Menschen durchaus verschieden, aber ich vermute dass ein jeder Polyamorikerix (?), wenn er mal ehrlich ist, feststellen wird, dass er schon ein ausgeklügeltes und aufwendiges Argumentationsgefüge in sich aufrechterhalten muss, um diesen letztendlich egoistischen Lebenswandel zu rechtfertigen. Der vordergründig einfachste, spannenste, freiheitlichste, erfüllendste Lebensweg der Polyamorie entpuppt sich in der Retrospektive einfach nur als anstrengendes Aneinanderreihen vieler loser Enden. Sich für einen Menschen zu entscheiden (und damit meine ich nicht die Worthülse "Ehe") kann eine wahre Befreiung sein, wenn man erkennt was die Vorteile einer langen Beziehung sind. Einen Partner nach einer Weile "langweilig" zu finden hab ich verlernt, seitdem ich dieses Gefühl irgendwann einfach mal hinterfragt habe...

  • 21.04.2010 11:27 Uhr

    von PSK:

    Was das Zusammenleben von Erwachsenen angeht, so kann und muß jeder für sich selbst entscheiden. Die Überlegungen über die Rolle oder besser das Schicksal von Kindern in solchen Konstellationen kann ich dagegen nur als naiv bis extrem egoistisch bezeichnen. Sicherlich ist es für Kinder gut, wenn sie mehr Bezugspersonen haben. Vor allem brauchen Sie aber Verlässlichkeit. D.h., daß die Bezugspersonen auch wirklich da sein müssen, Verantwortung übernehmen müssen und da bleiben müssen. Dies ist in einer WG oder aber einer erweiterten Beziehung aufgrund deren Unverbindlichkeit nicht gegeben.

    In vielen Fällen dürften daher die Kinder den Preis für die Entscheidung der Eltern zahlen.

  • 21.04.2010 11:25 Uhr

    von Atan:

    Hm, geisterte nicht in den letzten Tagen die Medlung durch die Gegend, dass sexueller Missbrauch und Gewalt gegen Kinder in der sogen. "patchwork"-Familie wesentlich häufiger vorkommt als in biologischen Familien?
    Auch wenn solche Behauptungen genau untersucht werden müssen, finde ich es schon ziemlich naiv, gerade in der momentanen Diskussion solche Aspekte überhaupt nicht zu erwähnen, zumal sie unter evolutionsbiologischen Gesichtspunkten recht plausibel sein dürfte.
    Wer bestimmte Lebensformen von vornherein glorifiziert, nur weil sie eben der gegenwärtigen Interessenlage der sozial mobileren Erwachsenen besser entsprechen, könnte sonst in der Problemlage aufwachen, wie es jetzt die Kirchen tun.

  • 21.04.2010 11:18 Uhr

    von Marlene (24):

    Danke! Du sprichst mir aus der Seele.

  • 21.04.2010 11:13 Uhr

    von Sabine:

    Ich finde die Erweiterung von Möglichkeiten der Familien- und Paarbildung wirklich super! Dennoch möchte ich zu einer Überlegung anregen: Das Ehegatten-Splitting birgt - wie wir wissen - viele Nachteile in sich. Aber es bringt auch echte Vorteile mit sich. Denn es erlaubt beiden Partnern, Experimente zu machen, ohne den Lebensstandard erheblich zu senken. Es sind nicht immer die Frauen, die in den prekären Verhältnissen leben. Ich halte es daher inzwischen für besser, die Möglichkeiten dieser Einkommensverteilung zu erweitern, also gleichgeschlechtliche und polyamoröse Beziehungen miteinzubeziehen. Ansonsten wird das Splitting - wie kürzlich in GB - einfach abgeschafft, um mehr Steuern zu generieren. Aber wer hat dann was davon?

  • 21.04.2010 11:11 Uhr

    von CRÜ:

    Wenn Ihre WG-Partner das gleiche über Sie denken und über Ihre Kinder (sofern Sie welche haben), warum gehen diese dann nicht mit Ihnen zum Standesamt und erkennen diese Kinder als die eigenen an? Dann gibt es doch die von Ihnen gewünschten Privilegien. Das ist dann allerdings unwiderruflich und nicht so leicht austauschbar wie ein Freund oder eine Teilnahme an einer WG. Aber diese Dauerhaftigkeit brauchen Kinder nun einmal. Deshalb gibt es da auch nicht für jede Form der Gemeinschaft die Privilegien wie Steuerrabatte und Erziehungsrechte.
    Privilegien für eine reine, kinderlose Ehen (oder Partnerschaften) sind daher auch nicht mehr zeitgemäß, da die Versorgungsehe wie in den fünfziger Jahren zunehmend auf dem Rückmarsch ist. Zum Glück.

  • 21.04.2010 11:09 Uhr

    von Ute:

    Irgendwo ist aber auch schluß, eine Gruppe verlauster WG Bewohner sollte man nicht zu gleichberechtigten Eltern machen, die Kinder brauchen ganz klare Bezugspersonen. Was kommt sonst als nächstes, eine Firma die ein Kind als Maskottchen adoptiert?

  • 21.04.2010 10:59 Uhr

    von tbo:

    Ist schon klar, dass Sex ohne feste Bindung prickelnd ist -- immerhin muss man dann auch keine Verantwortung für die Gefühle anderer übernehmen. Aber was ist mit den Kindern?
    "Er kann schon Papa sagen?" - "Ach? Zu dem denn?"
    Immerhin sollten die Kleinen ja eine feste Bezugsperson (mindestens haben -- und zwar nicht bloß eine Erzieherin im Hort. Wenn aber die Ei- und Samenspender gerade mal wieder "Lust" haben, wer ist dann da? Vielleicht wird hier doch ein bisschen das Kind (sic!) mit dem Bad ausgeschüttet: Jedem sei sein Plaisirchen gelassen, aber wenn man eine Familie nicht als steuerlichen Vorteil, sondern als stabilen Halt in einer mobilen Welt begreift, dann sollte die Gesellschaft vielleicht auch mal darauf hinweisen dürfen, dass es im Leben nicht nur um die eigene Lust geht, sondern auch um andere Menschen.

  • 21.04.2010 10:26 Uhr

    von Neville:

    Dieser Beitrag ist äußerst bedauernswert, weil Frau Seeliger fast ausschließlich auf die (vermeintlichen) Bedürfnisse der Erwachsenen eingeht.

    Die Perspektive der Kinder und ihre (echten!) Bedürfnisse werden nahezu vollkommen ausgeblendet.

    Wenn man schon über Formen des Zusammenlebens nachdenkt, so wäre es hilfreich, sich zunächst Gedanken über Kinder zu machen, damit diese bestmöglichst gefördert werden - nicht nur von Staats wegen, sondern auch privat - um z.B. Kindesvernachlässigungen zu vermeiden.

    Alles andere ist demgegenüber wirklich Nebensache.

  • 21.04.2010 10:21 Uhr

    von freidenker:

    Hallo älteren Tazler,

    überwacht mal, was eure jüngeren für einen unausgegorenen Mist schreiben.

    Sex übers Netz, schauen wer sich wo aufhält.

    Seeliger bist du noch ganz dicht, oder die Schwester vom großen Bruder ?

    Einer der schwachsinnigsten Artikel, den ich je gelesen habe.

  • 21.04.2010 10:14 Uhr

    von FRITZ:

    Nach der Logig 4 Bezugspersonen sind besser als 3, etc, wären ja auch 1000 Bezugspersonen besser als 2. Kann ja sein, dass ein Kind nicht nur Mama und/oder Papa als Bezugsperson braucht, aber die Qualität der persönlichen Bindung steigt sicher nicht, wenn man die Quantität der Bezugsobjekte erhöht. Wer so einen Quatsch schreibt, hat sich noch nie intensiv mit einem Kind beschäftigt. Kinder sind konservative kleine Spießer (aber nette!). Die wollen Ruhe und Beständigkeit und kein Affentheater mit 100 "Onkels" und Mitbewohnern, egal was sich die Life-style-Linken einreden möchten.

    (Und natürlich ist auch klargestellt, um was es geht: nicht um das Wohl der Kinder, sondern um "familienpolitische Vergünstigungen", also wie immer um Kohle anderer Leute (Kernstück jeder linken Debatte um "soziale Gerechtigkeit"), mit der man dann das Breitband bezahlen kann, um sich an "höhergestellte" Akademiker zu verhuren - also wohl so eine Art kick-back in Naturalia für die Sozialtransfers. Traurig, einfach nur traurig.)

  • 21.04.2010 10:02 Uhr

    von Rod:

    Ich denke, dass der Staat genau das Gegenteil machen muss.

    Er muss die Rechte der Familien weiter stärken und das Entstehen klassischer Großfamilien fördern.

    Solche disziplinlosen Lottergemeinschaften sollten dagegen entschieden entgegengetreten werden.

    Es gibt genügend Länder, in denen Polygamie oder "Polyamorie" noch als Überbleibsel aus der Jungsteinzeit verbreitet sind. Dort besteht die typische Familie eines Kindes aus den Großeltern. Weil die Eltern bereits an AIDS verstorben sind, wachsen viele der AIDS-Waisenkinder bei ihren Großeltern auf. Wer keine Großeltern mehr hat landet in einem Heim. Soll es so auch in Deutschland enden?

    Im Übrigen sind Infektionserkrankungen wieder auf dem Vormarsch - und zwar mit Resistenzen gegen Antibiotika. Sexuelle Disziplinlosigkeit wird so schnell gestraft werden. Die Leidtragenden werden dann Kinder sein, die bereits infiziert zur Welt kommen, dauerhafte Schäden davon tragen oder als Waisen im Heimen landen.

  • 21.04.2010 09:35 Uhr

    von toll:

    du bist so anders

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