• 17.12.2009

Debatte Gentrifizierung

Recht auf Stadt

In Hamburg wird Stadtentwicklung rein neoliberal gedacht. Dagegen geht dort heute ein breites Bündnis mit einer Parade auf die Straße.von Nils Boeing

  • 23.02.2010 00:47 Uhr

    von Tip Tap:

    Toller Artikel, der wirklich gut zusammenfasst, was derzeit am Horizont auftaucht: die Entwicklung eines post-Krisen Urbanisierungsmodells. Entweder der Senat, die Stadt und ihre BewohnerInnen sind schlau genug, zu kapieren, welcher Ball ihnen hier von der Recht auf Stadt Bewegung zugespielt wurde - oder gute Nacht.


  • 18.12.2009 11:31 Uhr

    von FRITZ:

    @ knus horlanski

    Doch, bitte erklären. Einen Unterschied in den Ausdrucksformen sehe ich nur bedingt ("Autos abfackeln" - "Dönerbuden abfackeln"), den fundamentalen Unterschied in den Beweggründen gar nicht: "das ist unsere Höhle/unser Land/unser Stadtteil, wer hier rein darf bestimmen wir." Das ganze Gedöns von wegen "gewachsene Strukturen" ist doch nur das hübsch klingende Deckmäntelchen für die zugrundeliegende Vollversorgungsmentalität: Vater Staat soll nun auch noch für eine bestimmte Gruppe bestimmte Wohnlagen preiswert vorhalten...was denn noch? Und exakt wie sind die Strukturen denn gewachsen? Weil Menschen von A nach B ziehen wollten, aus welchem Grund auch immer. Warum soll jetzt anderen Menschen dieses Recht verweigert werden?

  • 18.12.2009 09:02 Uhr

    von saalbert:

    Liebe sonja, es handelt sich ausnahmsweise nicht um einen Fehler beim Schreiben, sondern um einen beim Lesen. "Initiativen gegen" bezieht sich eindeutig nur auf "Gentrifizierung". Alle anderen Begriffe in der Aufzählung stehen für sich.

  • 17.12.2009 17:49 Uhr

    von knus horlanski:

    ey fritz, googel mal "recht auf stadt" und lies dir mal ein paar artikel zum thema durch, oder mach dich mal sonstwie schlau.

    dann wirst du ggf. feststellen, dass es nicht um das wegverdrängen von gentrifizierern geht. sondern um ein recht auf großstädtische pluralität und die friedliche koexistenz unterschiedlicher lebensweisen.

    den unterschied zu rechtsextremen schlägern, die vor allem ethnisch 'saubere' stadtteile zum ziel haben, brauche ich jetzt nicht zu erklären, oder?

  • 17.12.2009 17:15 Uhr

    von Marius:

    @FRITZ

    Denk vielleicht erstmal darüber nach, was du schreibst und worum es hier geht, bevor du deine widerlichen Ergüsse ins Forum postest. In Hamburg hat niemand eimn Problem damit, dass Reiche in seinem Stadtviertel wohnen, sondern dass diese Reichen die Mietpreise so in die Höhe treiben, dass die Menschen massenhaft aus ihren Wohnräumen vertrieben werden. Das lässt sich wohl kaum mit Sozialismus vergleichen, geschweige denn mit dem Rassismus eines Nazis.
    Außerdem besteht das Bündnis in Hamburg nicht nur aus ein paar Lumpenproletariern und einem Lieblingsfeindbild, Ökos und alternative Künstler, sondern aus einem breiten sozialen Spektrum.
    Und wieso sollte der Wohnraum dieser Menschen schlecht sein? Mir ist der jetzige Zustand der betroffenen Gebiete ehrlich gesagt wesentlich lieber als abgeschottete Villen und exklusive Bürogebäude, die überhaupt nicht ins Stadtbild passen.

    In diesem Sinne freundliche Grüße,

    Marius

  • 17.12.2009 16:36 Uhr

    von FRITZ:

    Na prima. Menschen wird das Recht genommen, sich an dem Ort, an dem sie leben möchten und eigentlich auch dürften, ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu mieten, weil das derzeit dort ansässige Lumpenkleinbürgertum (vulgo "freie Kulturschaffende") beschließt, wer dort zu welchen Kosten wohnen darf und wer nicht. Gerechtigkeit ist doch nicht das Recht auf eine gute Wohnlage zu Kosten einer schlechten Wohnlage! Das ist bourgeoiser Lifestyle-Sozialismus in Robin-Hood-Strumpfhosen...

    Ich warte bislang vergeblich darauf, dass mir jemand den strukturellen Unterschied zwischen einem Nazi, der nicht will, dass "Kanaken" sein Revier bevölkern und Anti-Gentrifizierern, die nicht wollen, dass "Reiche" in ihren Vierteln wohnen, erklärt.

  • 17.12.2009 16:25 Uhr

    von Dr. Ludwig Paul Häußner:


    Die Stadt und ihr Boden oder besser auf Erbbaurecht gebaut.
    ---------------------------------------------------

    In der Diskussion über Gentrifizierung wird ein wesentlicher Faktor vergessen: der Boden und die Eigentumsrechte daran.

    Dadurch, dass wir den knappen (Stadt-)Boden - fälschlicherweise - wie eine Ware be-handeln und diesem mittels des Zinses einen ökonomischen Wert beimessen können, führt die daraus resultierende Boden-Rente im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte zu einer zunehmenden Teilung der Stadt in arm und reich.

    Die Boden-Rente ist die Wurzel der Gentrifizierung!

    Wie ließe sich das Problem von der Wurzel her lösen? Die Nutzung des (Gemeinguts) Boden sollte in einem Stadt-Staat wie Hamburg am besten durch kommunale Erbbaurechte geregelt werden. Die daraus resultierenden Einnahmen aus Erbbauzinsen könnten pro BürgerIn als - im Wortsinne - Grund-Einkommen ausgezahlt werden, um die Gentrifizerung zu verhindern.

    Mehr Informationen dazu unter www.sffo.de


    L.P.Häußner, Karlsruhe

  • 17.12.2009 15:58 Uhr

    von sonja:

    "Initiativen gegen Gentrifizierung, Umweltaktivisten, Autonome, Hafenarbeiter, Wohnprojekte und Kulturschaffende - das Bündnis geht quer durch die Vielfalt der Stadt."--> HÄ???

    Ich will ja nicht pedantisch sein, aber in der taz fallen mir immer wieder lustige kleine Fehler auf...

    Diese Initiative ist also auch gegen Umweltaktivisten und co...:-)

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