Freitag treffen sich Rechtspopulisten aus halb Westeuropa zu einem Anti-Islam-Kongress. Die Stadt Köln haben sie sich nicht zufällig als Versammlungsort ausgewählt.von Daniel Bax
@Krause man muss Opfer gewesen sein, um Täter identifizieren zu können? Zum Glück läuft es in einem Rechtsstaat genau anders herum. Ein Trauma ist nicht gerade ne Spitzenreferenz. @Ingo auffällig an der Argumentation deiner "Denkmenschen" ist, wie ich finde, dass sie eben nicht aus eigener, erlebter Erfahrung heraus berichten, sondern gebetartig die selben Geschichten aus fragwürdigen Quellen zitieren, ohne selbst je einen Moslem auf der Straße getroffen zu haben. Witzigerweise sind regional die Vorbehalte gegen "andere" am größten, wo es am wenigsten von ihnen gibt.
20.09.2008 06:05 Uhr
von Udo Lihs:
Leid zu erfahren, Leid zu zelebrieren, das ist christlich-bürgerlich. Wenn dieses konstruierte Leid eine Legitimation für die Homogenisierung einer komplexen Religion wird, redet man von Emotionalisierung, das finden wir vor allem in der Mitte, aber auch links und rechts. Das Problem ist jeweils ein Mangel an Beobachtung von Komplexität und die Verhärtung von Stereotypen und Feindbildern.
19.09.2008 14:50 Uhr
von Krause:
Nachtrag: Ist es nicht merkwürdig, dass mit Fallaci, Giordano und Broder eine Partisanin und zwei Holocaust-Überlebende zu den dezidiertesten Islam-Kritikern gehören. Vielleicht habe diese drei echte Nazi-Gegner/Opfer eine besseres Gespür als die Enkel der Täter, die mit ihren Demonstrationen leider 60 Jahre zu spät sind. Denn diese lächerlichen, inkompeten Gestalten von Pro-Köln sind weiß Gott keine Gefahr für unsere Demokratie.
19.09.2008 11:34 Uhr
von Ingo B.:
Nun gut, die Kommentar-Sektion unter diesem Artikel wird aussehen wie üblich: Denkmenschen vs. Gutmenschen.
Die einen werden versuchen, begreiflich zu machen, dass sie nicht "rechts" und/oder "intolerant" sind, nur weil sie sich damit schwertun, dass ihre Kinder als "Scheißdeutsche Schweinefleischfresser" schickaniert werden.
Die anderen werden mit Hilfe der simplen Logik "wer nicht links ist, ist rechts" jeden niedermachen, wer wagt, gegen muslimische Gewaltkultur aufzumucken.
So weit, so bekannt.
Das interessante an diesem vorhersagbaren Artikel ist aber eine andere Sache, eine Art Medien-Meta-Betrachtung. Wenn man in letzter Zeit auch den Kölner Stadt-Anzeiger verfolgt hat, stellt man fest, dass irgendwie die TAZ einen Hauch weniger links-ideologisch klingt als die Kölner Leit-Publikation. Das finde ich, mit Verlaub, bemerkenswert,
Aber zum Artikel selbst.
Herr Bax schreibt:
'Problematisch ist eine bürgerliche Mitte, die sich von Schlagworten wie "Großmoschee" und "Islamisierung" verunsichern lässt und deshalb plumpen Angstbildern von Moscheen als "Zentren der Parallelgesellschaft" und "Brutstätten des Terrors" aufsitzt.'
Okay, das sind klassische linke Topoi: Die "bürgerliche Mitte" ist dumm, uninformiert und abergläubisch.
Vielleicht stehen die Begriffe "Islamisierung" und "Parallelgeschaft" eher für alltägliches, echtes, am eigenen Leib erfahrenes Leid?
Das kommt dem Herrn Bax natürlich nicht in den Sinn. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. - So weit, so bekannt.
Leserkommentare
22.09.2008 11:47 Uhr
von christoph:
@Krause
man muss Opfer gewesen sein, um Täter identifizieren zu können?
Zum Glück läuft es in einem Rechtsstaat genau anders herum. Ein Trauma ist nicht gerade ne Spitzenreferenz.
@Ingo
auffällig an der Argumentation deiner "Denkmenschen" ist, wie ich finde, dass sie eben nicht aus eigener, erlebter Erfahrung heraus berichten, sondern gebetartig die selben Geschichten aus fragwürdigen Quellen zitieren, ohne selbst je einen Moslem auf der Straße getroffen zu haben. Witzigerweise sind regional die Vorbehalte gegen "andere" am größten, wo es am wenigsten von ihnen gibt.
20.09.2008 06:05 Uhr
von Udo Lihs:
Leid zu erfahren, Leid zu zelebrieren, das ist christlich-bürgerlich. Wenn dieses konstruierte Leid eine Legitimation für die Homogenisierung einer komplexen Religion wird, redet man von Emotionalisierung, das finden wir vor allem in der Mitte, aber auch links und rechts. Das Problem ist jeweils ein Mangel an Beobachtung von Komplexität und die Verhärtung von Stereotypen und Feindbildern.
19.09.2008 14:50 Uhr
von Krause:
Nachtrag: Ist es nicht merkwürdig, dass mit Fallaci, Giordano und Broder eine Partisanin und zwei Holocaust-Überlebende zu den dezidiertesten Islam-Kritikern gehören. Vielleicht habe diese drei echte Nazi-Gegner/Opfer eine besseres Gespür als die Enkel der Täter, die mit ihren Demonstrationen leider 60 Jahre zu spät sind. Denn diese lächerlichen, inkompeten Gestalten von Pro-Köln sind weiß Gott keine Gefahr für unsere Demokratie.
19.09.2008 11:34 Uhr
von Ingo B.:
Nun gut, die Kommentar-Sektion unter diesem Artikel wird aussehen wie üblich: Denkmenschen vs. Gutmenschen.
Die einen werden versuchen, begreiflich zu machen, dass sie nicht "rechts" und/oder "intolerant" sind, nur weil sie sich damit schwertun, dass ihre Kinder als "Scheißdeutsche Schweinefleischfresser" schickaniert werden.
Die anderen werden mit Hilfe der simplen Logik "wer nicht links ist, ist rechts" jeden niedermachen, wer wagt, gegen muslimische Gewaltkultur aufzumucken.
So weit, so bekannt.
Das interessante an diesem vorhersagbaren Artikel ist aber eine andere Sache, eine Art Medien-Meta-Betrachtung. Wenn man in letzter Zeit auch den Kölner Stadt-Anzeiger verfolgt hat, stellt man fest, dass irgendwie die TAZ einen Hauch weniger links-ideologisch klingt als die Kölner Leit-Publikation. Das finde ich, mit Verlaub, bemerkenswert,
Aber zum Artikel selbst.
Herr Bax schreibt:
'Problematisch ist eine bürgerliche Mitte, die sich von Schlagworten wie "Großmoschee" und "Islamisierung" verunsichern lässt und deshalb plumpen Angstbildern von Moscheen als "Zentren der Parallelgesellschaft" und "Brutstätten des Terrors" aufsitzt.'
Okay, das sind klassische linke Topoi: Die "bürgerliche Mitte" ist dumm, uninformiert und abergläubisch.
Vielleicht stehen die Begriffe "Islamisierung" und "Parallelgeschaft" eher für alltägliches, echtes, am eigenen Leib erfahrenes Leid?
Das kommt dem Herrn Bax natürlich nicht in den Sinn. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. - So weit, so bekannt.