• 02.09.2010

Ein Jahr nach dem Luftangriff von Kundus werden die Folgen der deutschen Kriegsbeteiligung in Afghanistan von der Politik immer noch schöngeredet.

Das böse Wort mit K

KOMMENTARvon Eric Chauvistre

  • 03.09.2010 17:29 Uhr

    von Werner G.:

    Nur mal zur Erinnerung:
    Es gab vor diesem 'Krieg' ein Ultimatum von George
    W. Bush an die Taliban:
    Entweder ihr liefert Ussama bin Laden (erinnert sich überhaupt noch jemand an diesen Namen?) aus, oder wir marschieren in Afghanistan ein!
    Sprich:
    Hätten die Taliban damals Bin Laden ausgeliefert,
    hätten sich Bush, Cheney, Rumsbums und ihre damaligen
    Enddarmbewohner - die Schröderfischers - genauso für die Menschenrechte in Afghanistan interessiert, wie vor NINE ELEVEN, nämlich einen Dreck!

  • 03.09.2010 11:38 Uhr

    von Nachdenken und Bahnfahren:

    Es scheint mir notwendig, ein paar Fragen zum Afghanistan Krieg auszusprechen, die auch bei der taz tabu sind:

    1. Deutschland führt in Afghanistan Krieg, wobei vollkommen unklar ist, gegen wen und auf welcher Rechtsgrundlage. Soweit mir bekannt ist, hat der Bundestag niemandem den Krieg erklärt und ebenso wurde bisher noch nicht von „Kriegsgefangenen“ gesprochen. Also – was für ein Krieg ist das und gegen wen führen wir diesen mit welchem Ziel?

    2. Seitdem die NATO Schutztruppen in Afghanistan sind, hat sich der Mohnanbau mehr als verzehnfacht. Werden also unsere Soldaten zum Schutz der Drogenproduktion missbraucht?

    3. Krieg führt immer zu einer Erosion des Rechtes. Die Verbrechen der eigenen Soldaten werden gedeckt. Es ist allgemein akzeptiert, dass die Soldaten schon schießen, wenn sie sich nur bedroht fühlen. Afghanische Menschenleben sind eben weniger wert als die Leben unserer Soldaten. Dies hat m. E. langfristig katastrophale Auswirkungen auf das Moralempfinden auch in Deutschland. Sind die Vorteile, die dieser Krieg bringt (wem auch immer) uns als Volk diese Nachteile wert?

    4. Krieg führt zu massiver Rechtsbeugung. Die Bombardierung der Tanklaster in Kunduz war eindeutig illegal. In einem Rechtsstaat hätte dies zur Folge haben müssen, dass die zuständige Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleitet. Oberst Klein hätte angesichts der Schwere der Vorwürfe in U-Haft genommen werden müssen. Denn der Mordverdacht kann hier wirklich nicht von der Hand gewiesen werden. Mindestens zwei der drei Kriterien für einen Mord gelten: Heimtücke und Vorsatz! Ob noch niedere Beweggründe dazukommen, kann ich nicht beurteilen.
    Was aber passiert: Die Bundesanwaltschaft hat lediglich geprüft, ob überhaupt ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist. Es hat keine Beweissicherung gegeben, gerichtsverwertbare Beweise gibt es nicht. Für mich ein ganz klarer Fall von Strafvereitlung im Amt! Spüren wir dazu eine Empörung in der Öffentlichkeit?

    5. Gleichzeitig bezeichnet sich Herr Oberst Klein als Christ, dem der mutmaßliche Mordbefehl nicht leichtgefallen ist. Ich kann dazu nur sagen, dass seine Art zu glauben wenig mit meinem Glauben zu tun hat. Und ich frage mich wirklich, ob es nicht an der Zeit ist, sich von derartigen Glaubensbekundungen zu distanzieren. Schließlich fordert doch ein großer Teil der öffentlichen Meinung, dass sich die Moslems alle naselang von irgendetwas distanzieren müssen.

    6. Die Spätfolgen des Afghanistankrieges können für unsere Gesellschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Traumatisierte Soldaten, Erosion des Rechtsbewusstseins etc. – Vergleichen wir hierzu einmal mit der USA:
    Im Vietnamkrieg sind etwa 50.000 US-Amerikaner „gefallen“. Wesentlich mehr Veteranen haben aber nach diesem Krieg Selbstmord begangen. Bei den Irakkriegveteranen sieht es ganz ähnlich aus. Hier kommt noch dazu, dass pro Woche mindestens einer dieser Veteranen Amok läuft und vorzugsweise „Uniformierte“ (Feuerwehr, Polizei etc.) umbringt.
    Wollen wir das alles auch in unserem Land?

    Ich frage mich nur, wo die Zeitung ist, die über diese Fragen ernsthaft debattiert ....

  • 02.09.2010 22:54 Uhr

    von E.A.:

    Und an deren Toten wurde nicht gedacht... manchmal bleibe ich fassungslos stehen und frage mich, in was für einem Land ich eigentlich lebe, dass sich für offen, demokratisch und globalisiert bezeichnet, aber nur für eigene Sippentote trauert, nicht jedoch für die, die es in anderen Ländern verursacht.

    Aus diesem Grund untersütze ich den Vorschlag der Linken, ein Mahnmal für gefallene Bundeswehrsoldaten UND getötete afghanische Zivilisten zu errichten.

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