Diese Haushaltsgebühr ist nur die Fortsetzung alter Paradigmen – der ÖRR (ARD, ZDF & WDR) missbraucht die eingezogenen Gebühren für eigens bestellte Gutachten. Es ist doch eigentlich recht peinlich das dieser solche Eigenwerbung überhaupt nötig hat, aber wenn man das Publikum mangels der journalistischer Qualität für den ÖRR gewinnen kann – dann vielleicht doch mit profaner Schleichwerbung?
"Rundfunk sei als Kulturgut anerkannt und den Schulen, Universitäten, Theatern gleichgestellt - aber ebenso Parks, Stadien und Musicalbühnen." Die Werbeeinbledungen sind dann wohl auch Kulturgut? Davon mal ab... man hat bei einem Theater, Uni, Stadium oder Musical ja wenigstens die freie Wahl diese zu Besuchen und dafür zahlen. Der ÖRR hingegen will 18€ selbst dann, wenn ich ihn aus meiner persönlichen Hemisphäre ausschließe.
Und warum überhaupt knappe 18€ pro Monat? In einer Zeit, in denen der Staat seinen Bürgern immer mehr soziale Lasten aufbürdet weigert sich der ÖRR renitent dagegen, auch mal durch eigene Sparbemühungen zu glänzen. Wo soll das noch hinführen… achja: 2011 – Haushaltsabgabe, 2012 – Erhöhung auf 20 €!
24.07.2010 18:15 Uhr
von Carla:
Kultur finde ich im TV nicht (mehr). Information auch nicht, fast ausschließlich Desinformation, Selbstdarstellung, Rhetorik, Lobbyismus, Stigmatisierung.
Die Kinder werden genauso beworben wie die Erwachsenen, und 'wir' wundern uns dann, dass unsere Welt so aussieht wie sie ist.
Ich kenne viele ganz normale MitbürgerInnen, die glauben, was ihnen im TV (und in den anderen Medien) suggeriert wird. Entsprechend behandeln sie andere Menschen in der Realität.
Ich kenne viele Menschen, die durch den hohen TV-Konsum nach Feierabend abgestumpft sind, geistig und auch emotional. Das Fassungs- und Verarbeitungsvermögen der menschlichen Seele ist eben begrenzt. Und 'wir' wundern uns, dass in unserer Nachbarschaft Menschen unbeachtet in ihren Wohnungen sterben und verwesen. Und 'wir' wundern uns, dass einem D. Brunner niemand zu Hilfe eilt.
Eigene Erfahrung wird wesentlich auch durch's TV ersetzt durch Werbung, Konsum, Beschallung. In der Folge werden Menschen, die echte Erfahrungen gemacht haben, ausgegrenzt, denn: das TV hat immer (Vor)Recht. TV als Ersatz für eigene Erfahrung und eigenes gesundes Empfinden.
Das Volk wird dabei für doof gehalten und für doof verkauft - und merkt es oft gar nicht mehr, denn es unterliegt einem sich fortpflanzenden Herdendenken.
Arme Welt.
24.07.2010 03:22 Uhr
von Patrick:
Wenn man unsere ÖFR mit der BBC vergleicht dann sieht man erst wie schlimm unser ÖFR wirklich ist. Wir geben jährlich drei Milliarden Euro mehr aus als die BBC und haben ein viel schlechteres Programm. Dafür sollen wir dann auch bereitwillig zahlen. Ich würde für ein ÖF System wie die BBC bereitwillig zahlen... nur für unser völlig reformunwilliges und völlig überteuertes System bin ich nicht bereit zu zahlen. Dafür Rundfunkgebühren... NEIN!
23.07.2010 22:19 Uhr
von Frank Mainberg:
Warum wird verschwiegen, daß M. Greffrath selbst Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war? Also der Hinweis: M. Greffrath war Redakteur des SFB - und dies über mehrere Jahre.
22.07.2010 19:30 Uhr
von haba:
Schade, dass mein monatliches Informationsbudget (z.Z. €22,90 für eine kleine überregionale Zeitung) in Zukunft größtenteils für Fußball, Rentnerbespaßung und staatliche Propaganda draufgehen wird... :-(
22.07.2010 12:27 Uhr
von hto:
"Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde er zum Mensch - als er anfing auch daraus ein Geschäft zu machen, war seine Bewußtseinsentwicklung für den Arsch."
Armselig eine Gemeinschaft, wenn für Kommunikation bezahlt werden muß!?
22.07.2010 12:24 Uhr
von Bernhard Kusche:
Ich zahle nur noch die halbe Gebühr, der Rest geht auf ein Sperrkonto. Grund: weil die "politischen" Sendungen tendenziös sind und oftmals zur Schleichwerbung für INSM und ähnliche Organisationen verkommen, Nachrichtensendungen die Versicherungsvertreter mit Professorentitel als Experten verkaufen und dem "Brot-und-Spiele"-Gedanken der Regierenden nichts entgegensetzen.
22.07.2010 11:39 Uhr
von ovau:
ich glaube, die diskussion über diesen artikel findet gerade nebenan auf carta statt: http://carta.info/31012/die-oeffentlichkeit-des-internets-gefaehrlicher-als-kernenergie/
ich finde allerdings, das der verweis auf die vergangenheit bei diesem tatsächlichen problem der zersplitterung der aufmerksamkeit im internet nicht weiterhilft. früher war nie alles besser, höchstens anders.
22.07.2010 11:15 Uhr
von cyctologie:
ich liebe das öffentlich rechtliche. hab früher gesagt: es ist wichtig zu zahlen. aber wer so blöd ist, nachdem ich ihnen kerner und beckmann verziehen habe, mit knopfauge jauch zu kommen. Anne Will abzusägen... (viel spass - dann bald bei rtl? - anne)
die zeiten sind vorbei wo man menschen ein bestimmtes programm aufzwingen konnte. wir haben eine diversifizierte medienlandschaft und trotzdem schreiben/senden alle das gleiche. wenn ich freie meinung will muss ich meine eigenen kommentare lesen. der staat hat's geschafft - ich bin ein mündiger bürger. deswegen will ich meine eigene rückverdummung nicht auch noch bezahlen. auch ich sage: 31 jahre, nie gezahlt und stolz darauf. auf die nächsten 30. weg mit zdf und ard. her mit den leuten die nachts "bernd das brot" (über satellit) auf kika ausstrahlen. ich will flattr fürs öffentlich rechtliche. andernfalls geh ich lieber in den knast. von da aus werd ich der redaktion von frank plasberg 10€ überweisen. ICH ZAHLE NICHT FÜR SONE SCHEI..
22.07.2010 10:00 Uhr
von McMalcom:
Grundlegend stimme ich der Kernaussage dieser Meinung zu, gebe jedoch zu bedenken, dass eine allgemeine Abgabe in dieser Höhe zu hoch ist. Da nur ungefähr die Hälfte der Rundfunkteilnehmer überhaupt GEZ bezahlen, käme nun noch einmal die andere Hälfte dazu. Dann wäre es letztlich logisch, die Höhe der Abgabe auch zu senken.
Gerade im Zusammenhang dass der Bürger zu immer mehr monatlichen Abgaben verpflichtet wird (siehe Zusatzbeitrag Krankenkasse etc.), kann dies in Summe sogar in einem Arbeitsverhältnis Stehende schnell an den Rand der Armutsgrenze führen...
Insofern halte ich den Vorstoß zwar für genauso richtig, wage aber zu behaupten, eine Obergrenze von max. 10,- € als Beitragssatz würde den Staatsauftrag der Informationspflicht ebenso erfüllen. Guten Tag.
22.07.2010 07:09 Uhr
von vic:
Apropos Fernsehen. Heute abend zeigt Panorama im Ersten wie Atomkraft-Konzerne selbst noch ihrem Strahlenmüll finanziell profitieren. Und ich habe noch was Gutes gefunden: GoTV aus Österreich.
21.07.2010 22:18 Uhr
von The Joker:
Schade, dass Greffraths Freund umgefallen ist: Ich boykottiere seit ewig und drei Tagen die AbGEZocker. Im Studentenwohnheim (erfreulich hoher Ausländeranteil: 90 %) hatten wir uns gegenseitig immer gewarnt, wenn mal wieder so ne Type im Türspion gesichtet wurde - das war selbstverständlich! Sehe absolut nicht ein, eine Kopfpauschale für steinreiche Schmierlappen wie Reinhold Beckmann, Markus Lantz oder Peter Hahne (und demnächst auch noch die überwunden geglaubte Landplage namens Günther Jauch) zu löhnen. Der zwanghafte Gute-Laune-Terror zu gänzlich unchristlicher Zeit ("Frühstücksfernsehen") - längst ununterscheidbar von SATRTL - ist mir ebenfalls keinen Cent an ÖR-Schutzgeld wert.
21.07.2010 20:54 Uhr
von linni:
Mit Verwunderung habe ich das Plädoyer für Einfalt statt Vielfalt gelesen.
Verstanden habe ich es nicht.
21.07.2010 17:15 Uhr
von Greenspam:
Herr Greffrath,
sie mögen recht haben. In den Trümmer- und Aufbaulandschaften im Westen nach dem 2.Weltkrieg waren(neben RIAS und BBC) die Öffentlich-rechtlichen, DER mediale Raum, der hunderte Kilometer mühelos zu überbrücken verstand und alle einte. Und richtig stellen sie zum Absatzende die Frage: "Zwangskultivierung?"
Die Antwort lautete 'Nein'. Damals hatte man die Möglichkeit zu sagen, dass man Musik nur über Platte höre und den Rest der Zeitung entnahm, für die man freiwillig sein Entgelt entrichtete. Und die Antwort lautete 'Ja'. Die hungrigen Geister der stillen Generation der frühen 50er, die die letzten Schrecken des Krieges noch mitnehmen mußten, waren begierig als kulturell und politisch stets aktualisierte zu den Hoffnungsträgern heran zu reifen. Und die Gelegenheit diese wie ausgetrocknete Schwämme aufzufüllen, wollte sich auch der elitaristische Geist im im ÖRR nicht nehmen lassen.
Nur sind diese Zeiten vorbei. Der Elitarismus im ÖRR ist verblieben. Der Grund für diesen nicht mehr. Es herrscht keine kulturelle und politische Elite mehr im staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Ob dies ein Ergebnis der Quotenfängerei ist, die im Laufe des aufkommenden Privatfernsehens immer wichtiger wurde? Nein! Ansonsten hätte die BBC in England die selben Probleme. Hat sie aber nicht!
Nur wo ist es hin das Niveau? Es ist im Internet versickert! Versteckt zwischen Belanglosigkeiten findet man Kultur zuhauf! Neuer, besser und kritischer als eine ARD je sein könnte.
Wenn ich nun erfahre, dass bei steigenden Kosten der Service abnimmt (ca. 80% der Tagesschau.de-Inhalte werden nach dem veralteten 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag gelöscht), unabhängige Radios, wie Radio Blau und Radio Color in Sachsen eben nicht von den ÖRR und den Landesmedienanstalten unterstützt werden, Radiosender, die kulturell eben nicht dem beklagten niveau-losen Boulevardesken entsprechen, sondern losgelöst von Quotendruck bürgerliche Emanzipation und Kultur propagieren, dann frage ich mich ernsthaft warum ich GEZ zahlen sollte. Teile ich meine Gebühr auf Sendungen und Zeiten auf, gebe also zwei Stunden Sendezeit zwischen 20 und 24 Uhr mehr wert als zwischen 2 und 4 Uhr, dann müßte ich meinen GEZ-Betrag auf ein Drittel heruntersenken! Auch wenn ich die Hunderte Internetauftritte der Sender hinzunehme, begrenzt sich mein Zugriff auf eine Seite: tagesschau.de.
Rechnen wir das also durch und sagen uns....NEIN! Entweder präsentieren uns die ÖRR ein besseres Programm-Konzept, oder man kann sie größtteilig einstampfen!
21.07.2010 15:41 Uhr
von GEZ Abzocke:
GEZ oder Rundfunkgebühren sind ungerecht und überflüssig:
Der Bürger bekommt ja auch keine Zeitung (FAZ, Welt, Zeit, TAZ,... odr Bild - schmunzel) "gratis" ins Haus geliefert --- außer den Werbekäseblättchen!
Im Grunde sollten nur Nachrichten kostenfrei gesendet werden - diese anteilig recht niedrigen Kosten könnten über Steuern finanziert werden. Über Steuern ist sowieso eine einkommensabhängige Regelung vorhanden: wer mehr oder weniger bezahlen muß!
Alle anderen Angebote TV, Radio etc. können und sollten verschlüsselt werden! - Wer es sehen und hören will soll zahlen.
Das klappt beim Kino, bei Privatsendern, auch Telefon wird ja individuell abgerechnet oder mit speziellen Flatratetarifen VielNUTZERN schmackhaft gemacht!
Damit wäre die Sache glasklar: wer TV (zu oft Mist) nicht sehen will, soll ihn auch nicht bezahlen müssen!
Wenn ich gute Filme sehen will, wie the 4. Revolution, Planet Plastik, Wüstenblume etc. dann muß ich jetzt schon gezielt Kinos suchen. Im TV Angebot wird leider zu oft wertvolle Lebenszeit von Millionen Menschen sinnlos vergeudet!
Weiterer Grund gegen GEZ: Im Geschäftsleben kommen Verträge über Angebot und Auftrag zustande! So lernt das jeder! Nur die GEZ kassiert ohne Auftrag: Jeder soll zahlen, unabhängig ob er die angebotende Leistung nutzt, oder gar ablehnt!
21.07.2010 15:37 Uhr
von taz@leser:
obwohl ich zugeben muss dass die gesetzlichen sender um längen besser sind, finde ich eine zwangsabgabe falsch. stattdessen könnte man es auch komplett aus mitteln der staatskasse finanzieren und die gebühren endlich abschaffen! (ohne dabei die debatte einere fairen steuerpolitik ins rolen bringen zu wollen!)
das wäre gerechter, denn knapp 18 euro sind nicht für jeden eine gleiche last! der großverdiener merkt das freilich nicht, während der kleine mann wieder darunter leidet. selbst dann, wenn er vor lauter arbeit nicht einmal die zeit hat, TV zu sehen.
ist in meinen augen genau so ein mist wie die "kopfpauschale" - man kann nicht alle pro kopf gleich belasten, wenn die vermögen derart unterschiedlich verteilt sind!
holt euch das geld endlich mal von denen zurück, die darauf sizen! (also auch von den vorständen gewisser TV-sender)
21.07.2010 14:48 Uhr
von Daniel:
Ihrer Meinung kann ich mich nun so gar nicht anschließen. Ich habe Angst vor einem Staat, in dem die regierenden Parteien maßgeblich darüber bestimmen, was ich im Fernsehen und Rundfunk zu sehen bekomme. Dies ist ja der Fall, wie man im Falle des ZDF ja eindrucksvoll vorexerziert bekommen hat. Interessant ist auch, daß Fernsehsendungen aus rot-(rot)-grün-regierten Bundesländern linkes Gedankengut verbreiten und solche aus schwarz-gelb-regierten Ländern rechtes. Man denke da nur an die Kontraste aus Berlin und Reporte aus Mainz und München. Der Hessische Rundfunk z. B. ist unter Roland Koch völlig degeneriert. Politisches ist Fehlanzeige, es werden fast nur noch Landfrauen aus Oberhessen und Hessens schönste Burgen gezeigt. "Der Tag", eine inhaltlich etwas breiter aufgestellte und ab und zu kritische Sendung wurde in den weniger gehörten Kulturkanal abgeschoben und sollte ganz verstümmelt werden. Und die Zwangsabgabe ist in der Tat eine Unverschämtheit! Ich möchte als Bürger darüber entscheiden können, ob ich Fernsehen oder Rundfunk in Anspruch nehme oder nicht und damit auch darüber, ob ich dafür bezahle. Das ist auch eine Art der Freiheit, die ich für mich in Anspruch nehmen möchte. Zum Thema Internet möchte ich noch anmerken: Durch die massive Onlinepräsenz der öffentlich-rechtlichen Anbieter mit ihren "Qualitätsinhalten" vereinnahmt die etablierte Politik nun auch dieses Medium. Unter kommerziellem Druck stehende Anbieter werden an den Rand gedrängt, da hier ein Marktakteur mit erheblich größeren Ressourcen auftritt. Viel Spaß, wenn dort dann auch noch Werbung erlaubt wird! Es ist ja alles irgendwie Rundfunk.
21.07.2010 14:42 Uhr
von pekerst:
"Er habe noch nie Rundfunkgebühren gezahlt, er sähe das auch gar nicht ein. ARD und ZDF seien genau so schrottig wie Sat.1, die kommende Zwangsabgabe ein Skandal."
Ein kluger Mann wie Herr Greffrath schreibt als indirekte Rede zweimal (richtig) "habe" und "seien" und einmal (im falschen Konjunktiv) "sähe" statt "sehe". Und er meint anscheinend, "die kommende Zwangsabgabe seien ein Skandal", was eine falsche Ellipse ist.
21.07.2010 14:31 Uhr
von willy:
Ich zahle nicht für meine eigene Verdummung und nicht für Nachrichtensendungen in denen, vollkommen kritiklos aber immerhin mit hochernster Miene, Regierungsmitteilungen verlesen werden.
Ich zahle für Wasser und Strom Herr Greffrath, aber NUR soviel, wie ICH persönlich davon verbrauche. Und wenn ich davon gar nichts verbrauche, zahle ich auch nichts! Erkennen Sie den Unterschied?
21.07.2010 13:48 Uhr
von Malesi Kalt:
Sie sollten sich schämen für unsere 7,6 Milliarden GEZ Gebühren so zu werben. 10 Millionen Euro für 40 Sendungen (Günther Jauch ) das ist kein Universität Ersatz. 250'000,- Euro für eine Stunde quaseln....haben Sie noch alle Tassen im Schrank...???
21.07.2010 13:26 Uhr
von Anti-TV-Schnecke:
Wer kein Wasser und keinen Strom nutzt muß auch nicht dafür zahlen. Die Haushaltsabgabe für die Verdummungspropaganda ist dagegen Piraterie bzw. Wegelagerei.
Leserkommentare
26.07.2010 10:33 Uhr
von Mirko Altenburg:
Diese Haushaltsgebühr ist nur die Fortsetzung alter Paradigmen – der ÖRR (ARD, ZDF & WDR) missbraucht die eingezogenen Gebühren für eigens bestellte Gutachten.
Es ist doch eigentlich recht peinlich das dieser solche Eigenwerbung überhaupt nötig hat, aber wenn man das Publikum mangels der journalistischer Qualität für den ÖRR gewinnen kann – dann vielleicht doch mit profaner Schleichwerbung?
"Rundfunk sei als Kulturgut anerkannt und den Schulen, Universitäten, Theatern gleichgestellt - aber ebenso Parks, Stadien und Musicalbühnen." Die Werbeeinbledungen sind dann wohl auch Kulturgut?
Davon mal ab... man hat bei einem Theater, Uni, Stadium oder Musical ja wenigstens die freie Wahl diese zu Besuchen und dafür zahlen. Der ÖRR hingegen will 18€ selbst dann, wenn ich ihn aus meiner persönlichen Hemisphäre ausschließe.
Und warum überhaupt knappe 18€ pro Monat? In einer Zeit, in denen der Staat seinen Bürgern immer mehr soziale Lasten aufbürdet weigert sich der ÖRR renitent dagegen, auch mal durch eigene Sparbemühungen zu glänzen.
Wo soll das noch hinführen… achja: 2011 – Haushaltsabgabe, 2012 – Erhöhung auf 20 €!
24.07.2010 18:15 Uhr
von Carla:
Kultur finde ich im TV nicht (mehr).
Information auch nicht, fast ausschließlich Desinformation, Selbstdarstellung, Rhetorik, Lobbyismus, Stigmatisierung.
Die Kinder werden genauso beworben wie die Erwachsenen, und 'wir' wundern uns dann, dass unsere Welt so aussieht wie sie ist.
Ich kenne viele ganz normale MitbürgerInnen, die glauben, was ihnen im TV (und in den anderen Medien) suggeriert wird. Entsprechend behandeln sie andere Menschen in der Realität.
Ich kenne viele Menschen, die durch den hohen TV-Konsum nach Feierabend abgestumpft sind, geistig und auch emotional. Das Fassungs- und Verarbeitungsvermögen der menschlichen Seele ist eben begrenzt. Und 'wir' wundern uns, dass in unserer Nachbarschaft Menschen unbeachtet in ihren Wohnungen sterben und verwesen. Und 'wir' wundern uns, dass einem D. Brunner niemand zu Hilfe eilt.
Eigene Erfahrung wird wesentlich auch durch's TV ersetzt durch Werbung, Konsum, Beschallung. In der Folge werden Menschen, die echte Erfahrungen gemacht haben, ausgegrenzt, denn: das TV hat immer (Vor)Recht. TV als Ersatz für eigene Erfahrung und eigenes gesundes Empfinden.
Das Volk wird dabei für doof gehalten und für doof verkauft - und merkt es oft gar nicht mehr, denn es unterliegt einem sich fortpflanzenden Herdendenken.
Arme Welt.
24.07.2010 03:22 Uhr
von Patrick:
Wenn man unsere ÖFR mit der BBC vergleicht dann sieht man erst wie schlimm unser ÖFR wirklich ist. Wir geben jährlich drei Milliarden Euro mehr aus als die BBC und haben ein viel schlechteres Programm.
Dafür sollen wir dann auch bereitwillig zahlen.
Ich würde für ein ÖF System wie die BBC bereitwillig zahlen... nur für unser völlig reformunwilliges und völlig überteuertes System bin ich nicht bereit zu zahlen.
Dafür Rundfunkgebühren... NEIN!
23.07.2010 22:19 Uhr
von Frank Mainberg:
Warum wird verschwiegen, daß M. Greffrath selbst Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war? Also der Hinweis: M. Greffrath war Redakteur des SFB - und dies
über mehrere Jahre.
22.07.2010 19:30 Uhr
von haba:
Schade, dass mein monatliches Informationsbudget (z.Z. €22,90 für eine kleine überregionale Zeitung) in Zukunft größtenteils für Fußball, Rentnerbespaßung und staatliche Propaganda draufgehen wird...
:-(
22.07.2010 12:27 Uhr
von hto:
"Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde er zum Mensch - als er anfing auch daraus ein Geschäft zu machen, war seine Bewußtseinsentwicklung für den Arsch."
Armselig eine Gemeinschaft, wenn für Kommunikation bezahlt werden muß!?
22.07.2010 12:24 Uhr
von Bernhard Kusche:
Ich zahle nur noch die halbe Gebühr, der Rest geht auf ein Sperrkonto.
Grund: weil die "politischen" Sendungen tendenziös sind und oftmals zur Schleichwerbung für INSM und ähnliche Organisationen verkommen, Nachrichtensendungen die Versicherungsvertreter mit Professorentitel als Experten verkaufen und dem "Brot-und-Spiele"-Gedanken der Regierenden nichts entgegensetzen.
22.07.2010 11:39 Uhr
von ovau:
ich glaube, die diskussion über diesen artikel findet gerade nebenan auf carta statt: http://carta.info/31012/die-oeffentlichkeit-des-internets-gefaehrlicher-als-kernenergie/
ich finde allerdings, das der verweis auf die vergangenheit bei diesem tatsächlichen problem der zersplitterung der aufmerksamkeit im internet nicht weiterhilft. früher war nie alles besser, höchstens anders.
22.07.2010 11:15 Uhr
von cyctologie:
ich liebe das öffentlich rechtliche. hab früher gesagt: es ist wichtig zu zahlen. aber wer so blöd ist, nachdem ich ihnen kerner und beckmann verziehen habe, mit knopfauge jauch zu kommen. Anne Will abzusägen... (viel spass - dann bald bei rtl? - anne)
die zeiten sind vorbei wo man menschen ein bestimmtes programm aufzwingen konnte. wir haben eine diversifizierte medienlandschaft und trotzdem schreiben/senden alle das gleiche. wenn ich freie meinung will muss ich meine eigenen kommentare lesen. der staat hat's geschafft - ich bin ein mündiger bürger. deswegen will ich meine eigene rückverdummung nicht auch noch bezahlen. auch ich sage: 31 jahre, nie gezahlt und stolz darauf. auf die nächsten 30. weg mit zdf und ard. her mit den leuten die nachts "bernd das brot" (über satellit) auf kika ausstrahlen. ich will flattr fürs öffentlich rechtliche. andernfalls geh ich lieber in den knast. von da aus werd ich der redaktion von frank plasberg 10€ überweisen.
ICH ZAHLE NICHT FÜR SONE SCHEI..
22.07.2010 10:00 Uhr
von McMalcom:
Grundlegend stimme ich der Kernaussage dieser Meinung zu, gebe jedoch zu bedenken, dass eine allgemeine Abgabe in dieser Höhe zu hoch ist. Da nur ungefähr die Hälfte der Rundfunkteilnehmer überhaupt GEZ bezahlen, käme nun noch einmal die andere Hälfte dazu. Dann wäre es letztlich logisch, die Höhe der Abgabe auch zu senken.
Gerade im Zusammenhang dass der Bürger zu immer mehr monatlichen Abgaben verpflichtet wird (siehe Zusatzbeitrag Krankenkasse etc.), kann dies in Summe sogar in einem Arbeitsverhältnis Stehende schnell an den Rand der Armutsgrenze führen...
Insofern halte ich den Vorstoß zwar für genauso richtig, wage aber zu behaupten, eine Obergrenze von max. 10,- € als Beitragssatz würde den Staatsauftrag der Informationspflicht ebenso erfüllen.
Guten Tag.
22.07.2010 07:09 Uhr
von vic:
Apropos Fernsehen.
Heute abend zeigt Panorama im Ersten wie Atomkraft-Konzerne selbst noch ihrem Strahlenmüll finanziell profitieren.
Und ich habe noch was Gutes gefunden: GoTV aus Österreich.
21.07.2010 22:18 Uhr
von The Joker:
Schade, dass Greffraths Freund umgefallen ist:
Ich boykottiere seit ewig und drei Tagen die AbGEZocker. Im Studentenwohnheim (erfreulich hoher Ausländeranteil: 90 %) hatten wir uns gegenseitig immer gewarnt, wenn mal wieder so ne Type im Türspion gesichtet wurde - das war selbstverständlich!
Sehe absolut nicht ein, eine Kopfpauschale für steinreiche Schmierlappen wie Reinhold Beckmann, Markus Lantz oder Peter Hahne (und demnächst auch noch die überwunden geglaubte Landplage namens Günther Jauch) zu löhnen. Der zwanghafte Gute-Laune-Terror zu gänzlich unchristlicher Zeit ("Frühstücksfernsehen") - längst ununterscheidbar von SATRTL - ist mir ebenfalls keinen Cent an ÖR-Schutzgeld wert.
21.07.2010 20:54 Uhr
von linni:
Mit Verwunderung habe ich das Plädoyer für Einfalt statt Vielfalt gelesen.
Verstanden habe ich es nicht.
21.07.2010 17:15 Uhr
von Greenspam:
Herr Greffrath,
sie mögen recht haben. In den Trümmer- und Aufbaulandschaften im Westen nach dem 2.Weltkrieg waren(neben RIAS und BBC) die Öffentlich-rechtlichen, DER mediale Raum, der hunderte Kilometer mühelos zu überbrücken verstand und alle einte.
Und richtig stellen sie zum Absatzende die Frage: "Zwangskultivierung?"
Die Antwort lautete 'Nein'. Damals hatte man die Möglichkeit zu sagen, dass man Musik nur über Platte höre und den Rest der Zeitung entnahm, für die man freiwillig sein Entgelt entrichtete.
Und die Antwort lautete 'Ja'. Die hungrigen Geister der stillen Generation der frühen 50er, die die letzten Schrecken des Krieges noch mitnehmen mußten, waren begierig als kulturell und politisch stets aktualisierte zu den Hoffnungsträgern heran zu reifen. Und die Gelegenheit diese wie ausgetrocknete Schwämme aufzufüllen, wollte sich auch der elitaristische Geist im im ÖRR nicht nehmen lassen.
Nur sind diese Zeiten vorbei. Der Elitarismus im ÖRR ist verblieben. Der Grund für diesen nicht mehr. Es herrscht keine kulturelle und politische Elite mehr im staatlichen Rundfunk und Fernsehen. Ob dies ein Ergebnis der Quotenfängerei ist, die im Laufe des aufkommenden Privatfernsehens immer wichtiger wurde? Nein!
Ansonsten hätte die BBC in England die selben Probleme. Hat sie aber nicht!
Nur wo ist es hin das Niveau? Es ist im Internet versickert! Versteckt zwischen Belanglosigkeiten findet man Kultur zuhauf! Neuer, besser und kritischer als eine ARD je sein könnte.
Wenn ich nun erfahre, dass bei steigenden Kosten der Service abnimmt (ca. 80% der Tagesschau.de-Inhalte werden nach dem veralteten 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag gelöscht), unabhängige Radios, wie Radio Blau und Radio Color in Sachsen eben nicht von den ÖRR und den Landesmedienanstalten unterstützt werden, Radiosender, die kulturell eben nicht dem beklagten niveau-losen Boulevardesken entsprechen, sondern losgelöst von Quotendruck bürgerliche Emanzipation und Kultur propagieren, dann frage ich mich ernsthaft warum ich GEZ zahlen sollte. Teile ich meine Gebühr auf Sendungen und Zeiten auf, gebe also zwei Stunden Sendezeit zwischen 20 und 24 Uhr mehr wert als zwischen 2 und 4 Uhr, dann müßte ich meinen GEZ-Betrag auf ein Drittel heruntersenken! Auch wenn ich die Hunderte Internetauftritte der Sender hinzunehme, begrenzt sich mein Zugriff auf eine Seite: tagesschau.de.
Rechnen wir das also durch und sagen uns....NEIN! Entweder präsentieren uns die ÖRR ein besseres Programm-Konzept, oder man kann sie größtteilig einstampfen!
21.07.2010 15:41 Uhr
von GEZ Abzocke:
GEZ oder Rundfunkgebühren sind ungerecht und überflüssig:
Der Bürger bekommt ja auch keine Zeitung (FAZ, Welt, Zeit, TAZ,... odr Bild - schmunzel) "gratis" ins Haus geliefert --- außer den Werbekäseblättchen!
Im Grunde sollten nur Nachrichten kostenfrei gesendet werden - diese anteilig recht niedrigen Kosten könnten über Steuern finanziert werden. Über Steuern ist sowieso eine einkommensabhängige Regelung vorhanden: wer mehr oder weniger bezahlen muß!
Alle anderen Angebote TV, Radio etc. können und sollten verschlüsselt werden! - Wer es sehen und hören will soll zahlen.
Das klappt beim Kino, bei Privatsendern, auch Telefon wird ja individuell abgerechnet oder mit speziellen Flatratetarifen VielNUTZERN schmackhaft gemacht!
Damit wäre die Sache glasklar: wer TV (zu oft Mist) nicht sehen will, soll ihn auch nicht bezahlen müssen!
Wenn ich gute Filme sehen will, wie the 4. Revolution, Planet Plastik, Wüstenblume etc. dann muß ich jetzt schon gezielt Kinos suchen. Im TV Angebot wird leider zu oft wertvolle Lebenszeit von Millionen Menschen sinnlos vergeudet!
Weiterer Grund gegen GEZ:
Im Geschäftsleben kommen Verträge über Angebot und Auftrag zustande! So lernt das jeder! Nur die GEZ kassiert ohne Auftrag: Jeder soll zahlen, unabhängig ob er die angebotende Leistung nutzt, oder gar ablehnt!
21.07.2010 15:37 Uhr
von taz@leser:
obwohl ich zugeben muss dass die gesetzlichen sender um längen besser sind, finde ich eine zwangsabgabe falsch. stattdessen könnte man es auch komplett aus mitteln der staatskasse finanzieren und die gebühren endlich abschaffen! (ohne dabei die debatte einere fairen steuerpolitik ins rolen bringen zu wollen!)
das wäre gerechter, denn knapp 18 euro sind nicht für jeden eine gleiche last! der großverdiener merkt das freilich nicht, während der kleine mann wieder darunter leidet. selbst dann, wenn er vor lauter arbeit nicht einmal die zeit hat, TV zu sehen.
ist in meinen augen genau so ein mist wie die "kopfpauschale" - man kann nicht alle pro kopf gleich belasten, wenn die vermögen derart unterschiedlich verteilt sind!
holt euch das geld endlich mal von denen zurück, die darauf sizen! (also auch von den vorständen gewisser TV-sender)
21.07.2010 14:48 Uhr
von Daniel:
Ihrer Meinung kann ich mich nun so gar nicht anschließen. Ich habe Angst vor einem Staat, in dem die regierenden Parteien maßgeblich darüber bestimmen, was ich im Fernsehen und Rundfunk zu sehen bekomme. Dies ist ja der Fall, wie man im Falle des ZDF ja eindrucksvoll vorexerziert bekommen hat. Interessant ist auch, daß Fernsehsendungen aus rot-(rot)-grün-regierten Bundesländern linkes Gedankengut verbreiten und solche aus schwarz-gelb-regierten Ländern rechtes. Man denke da nur an die Kontraste aus Berlin und Reporte aus Mainz und München.
Der Hessische Rundfunk z. B. ist unter Roland Koch völlig degeneriert. Politisches ist Fehlanzeige, es werden fast nur noch Landfrauen aus Oberhessen und Hessens schönste Burgen gezeigt. "Der Tag", eine inhaltlich etwas breiter aufgestellte und ab und zu kritische Sendung wurde in den weniger gehörten Kulturkanal abgeschoben und sollte ganz verstümmelt werden.
Und die Zwangsabgabe ist in der Tat eine Unverschämtheit! Ich möchte als Bürger darüber entscheiden können, ob ich Fernsehen oder Rundfunk in Anspruch nehme oder nicht und damit auch darüber, ob ich dafür bezahle. Das ist auch eine Art der Freiheit, die ich für mich in Anspruch nehmen möchte.
Zum Thema Internet möchte ich noch anmerken: Durch die massive Onlinepräsenz der öffentlich-rechtlichen Anbieter mit ihren "Qualitätsinhalten" vereinnahmt die etablierte Politik nun auch dieses Medium. Unter kommerziellem Druck stehende Anbieter werden an den Rand gedrängt, da hier ein Marktakteur mit erheblich größeren Ressourcen auftritt. Viel Spaß, wenn dort dann auch noch Werbung erlaubt wird! Es ist ja alles irgendwie Rundfunk.
21.07.2010 14:42 Uhr
von pekerst:
"Er habe noch nie Rundfunkgebühren gezahlt, er sähe das auch gar nicht ein. ARD und ZDF seien genau so schrottig wie Sat.1, die kommende Zwangsabgabe ein Skandal."
Ein kluger Mann wie Herr Greffrath schreibt als indirekte Rede zweimal (richtig) "habe" und "seien" und einmal (im falschen Konjunktiv) "sähe" statt "sehe". Und er meint anscheinend, "die kommende Zwangsabgabe seien ein Skandal", was eine falsche Ellipse ist.
21.07.2010 14:31 Uhr
von willy:
Ich zahle nicht für meine eigene Verdummung und nicht für Nachrichtensendungen in denen, vollkommen kritiklos aber immerhin mit hochernster Miene, Regierungsmitteilungen verlesen werden.
Ich zahle für Wasser und Strom Herr Greffrath, aber NUR soviel, wie ICH persönlich davon verbrauche. Und wenn ich davon gar nichts verbrauche, zahle ich auch nichts!
Erkennen Sie den Unterschied?
21.07.2010 13:48 Uhr
von Malesi Kalt:
Sie sollten sich schämen für unsere 7,6 Milliarden
GEZ Gebühren so zu werben.
10 Millionen Euro für 40 Sendungen (Günther Jauch )
das ist kein Universität Ersatz.
250'000,- Euro für eine Stunde quaseln....haben Sie noch alle Tassen im Schrank...???
21.07.2010 13:26 Uhr
von Anti-TV-Schnecke:
Wer kein Wasser und keinen Strom nutzt muß auch nicht dafür zahlen. Die Haushaltsabgabe für die Verdummungspropaganda ist dagegen Piraterie bzw. Wegelagerei.