Dänen wegen Farc-Symbolen vor Gericht
Mit T-Shirts in die Terrorfalle
Sieben Dänen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Sie verkauften T-Shirts mit Farc- und PFLP-Aufdrucken. Einer von ihnen bestreitet, dass es sich um Terror-Vereinigungen handelt.von R. Wolff
Leserkommentare
23.11.2007 11:52 Uhr
von Paul Bitterernst:
Lieber Felix, der den einen als Terrorist gilt, ist für die anderen ein Held.
Und dann gibt es noch Staatsterrorismus, der wird so aber nicht genannt.
Sagen sie mir, ab wann ist man für sie ein Terrorist?
Wissen sie woraus die IDF entstanden ist?
Genau...
Und sie wissen schon das diese nicht weniger brutal ist, wo ist da also der unterschied?
Verteidigen tun sich angeblich beide.
Und wegen der Finanzierung eines Mikrofons u.ä. das Risiko zu laufen 10, in Worten zehn, Jahre eingelocht zu werden und dann auch noch ein Antiterrorgesetz heranzuziehen ist lächerlich.
Mit dem Stichwort Terror kann man sich staatlicherseits heutzutage fast alles leisten.
Und die Verhältnismäßigkeit zählt ja auch in Deutschland nicht mehr viel, schade dass sie anscheinend auch den Blick dafür verloren haben, im Gegensatz zum Autor diese Artikels.
TAZ muss genauso sein
danke!
20.11.2007 21:55 Uhr
von Felix Krull:
Die Fragestellung in der TAZ-Umfrage zu diesem Artikel lautet:
"Sie haben T-Shirts mit den Symbolen der kolumbianischen Farc und der palästinensischen Volksfront verkauft - jetzt stehen sieben Dänen wegen Verstoß gegen das Antiterrorgesetzt vor Gericht. Zu Recht?"
- Dies ist eine typische journalistische TAZ-Schweinerei, denn die Anklage fußt auf der *finanziellen Unterstützung* einer terroristischen Vereinigung und nicht auf den T-Shirt Symbolen.
TAZ muss so NICHT SEIN.
20.11.2007 15:23 Uhr
von Dagobert Duck:
Alle kolumbianischen Familien, die ich kenne, haben bereits Entführungsfälle hinter sich, die aber in der Regel nach Zahlung eines Lösegelds glimpflich ausgingen. Mit einem "Farc"-T-Shirt sollte man deswegen besser nicht nach Kolumbien reisen.
Die Kolumbianer sind an sich völlig unpolitische Menschen, die Mehrheit kann mit Begriffen wie "links", "rechts" oder "Revolution" überhaupt nichts anfangen. Zwischen "Gewalt" und "Frieden" können sie unterscheiden, und deswegen werden in Kolumbien T-Shirts verkauft mit dem Aufdruck "Auch ich will den Frieden für Kolumbien".
Der Erlös geht an die Opfer des "Konflikts", wobei die Kolumbianer gar nicht mehr unterscheiden, ob es sich um Opfer der Farc, der Paramilitärs oder der staatlichen Militärs handelt, das kolumbianische Volk ist einfach kriegsmüde und will seine Ruhe haben.
19.11.2007 21:46 Uhr
von Rainer Lüttmann:
Die FARC ist schon sehr lange keine romantische, marxistische Guerillagruppe mehr, die gegen einen vermeintlich illegitimen Staat kämpft. Immerhin ist Kolumbien seit über 150 Jahren eine Republik und trotz vieler Probleme weitgehend ein parlamentarischer Rechtsstaat. Viele der derzeitigen Probleme des Landes gehen ja gerade von Terroristen wie der FARC aus, die weite Landstriche mit Willkür beherrschen, den Menschen Sondersteuern abpressen, nicht nur gegen die legitime Armee kämpfen, sondern auch Zivilpersonen oder ungeliebte Repräsentanten des Rechtsstaats entführen und / oder ermorden, auch Frauen und Kinder und zwar nahezu täglich! Neben der Entführungsindustrie ist die FARC auch in großem Stil im Drogenhandel engagiert, um ihre Waffen zu finanzieren. Niemand, der regelmäßig in Kolumbien ist, mit Einheimischen spricht und die unabhängige Presse liest, kann das bestreiten. Terroristen wie die FARC sind inzwischen das größte Problem des Landes dadurch, daß der Kampf gegen sie die knappen Finanzmittel bindet, ständig durch Terroranschläge die im Aufbau befindliche Infrastruktur zerstört und viele Landstriche für Handel und Terrorismus unpassierbar macht. Insofern ist die dänische Staatsanwaltschft zu ihrer Konsequenz nur zu beglückwünschen.
Schreibt doch mal einen Artikel über die vielen kleinen Privatinitiativen in Kolumbien gegen Terrorismus und zur Unterstützung der Zivilbevölkerung wie die kleinen Radiostationen, die den Menschen zumindest den Versuch gestatten, ihre oft jahrelang entführten Angehörigen per Radiobotschaft zu erreichen - unwissend, ob diese nicht vielleicht schon längst tot sind.