Roter Teppich, exquisites Essen, viele Stars - nebenbei wird für einen guten Zweck gesammelt. Selbst Befürworter von Benefizgalas finden ihre Extravaganz bedenklich.von Lalon Sander
... das stellten Freiwillige in unterschiedlichsten Situationen immerwieder fest. Sei es das Mitarbeiten bei einer Misereor oder Brot für die Welt - Aktion auf einem Kirchentag um "der guten Sache" einen möglichst hohen Betrag zukommen zu lassen, oder in irgendeiner anderen Weise, die persönliches Engagement fordert.
Ob der Aufwand der hier promoteten Personen dem Eigenengagement unbekannter Helfer gleichkommt bleibt fraglich.
Im Zweifelsfall möchte ich auf die Devise hinweisen:
"Gutes Tun - und darüber reden."
Doppelt soviel kommt dabei heraus wenn diese umgestellt würde und wie folgend heißen würde:
Gutes Tun - und noch mehr gutes Tun!
22.11.2009 13:53 Uhr
von binsi:
Es gilt, die dahinterstehende Systematik zu verstehen:
Menschen, die verbrecherisch viel ökonomisches Kapital besitzen, "spenden" (genau gesagt investieren sie es) geringe Anteile davon um sich dadurch symbolisches Kapital (also Anerkennung, Legitimität, Ehre, Bekanntheit...) zulegen zu können um ihr verbrecherisch hohes Kapital keinen Kritiken aussetzen zu müssen.
Weil im Grunde ist es ganz einfach: Besäßen einige Leute nicht so viel ökonomisches Kapital, dann müsste man es auch nicht "spenden", da es zuvor den jetzt Armen/Notleidenden weggenommen wurde!
Einfach mal ein bisschen Pierre Bourdieu lesen...
22.11.2009 12:50 Uhr
von de Bum:
Ich frage mich immer ob besonders solle Gala-Veranstaltungen nötig sind. Eine Fernsehsendung kann ich ja in einem gewissen Rahmen und Umfang verstehen, aber solche Galaabende. Man kann sein Geld doch auch einfach so Spenden und gut ist die Sache. Es geht den meisten Leuten meiner Meinung nach doch nur darum gesehen zu werden und für Firmen ist das doch nur eine Marketingsache.
21.11.2009 15:35 Uhr
von Exkommunikator:
Bei zirka 2300 Teilnehmern der Berliner Operngala und einem Erlös von 250000€ ist das Ergebnis wirklich lächerlich wenn man überlegt was die Leute so verdienen die dort sitzen. Nen knappen "Hunni" spenden wenn man die Taschen eh so voll hat das man sich so eine Gala leisten kann ist schon mehr als lächerlich! Die Besucher bei solchen Galas sollten schon gezwungen werden mindestens den selben Betrag zu spenden den sie für ihre Eintrittskarte ausgegeben haben um auch nur annähernd als wohltätig gelten zu wollen!
21.11.2009 08:38 Uhr
von reblek:
"Für die Arbeit ihrer Soirees verlangen die Ladys natürlich keinen Cent." Das schreibt Graeter in der gedruckten taz. Bravo, die Soirees arbeiten und die Ladys verlangen nichts. Deutscher Sprack, schwerer Sprack.
Leserkommentare
26.11.2009 14:48 Uhr
von Sören Roth:
Helfen ist ein schweres Handwerk!
... das stellten Freiwillige in unterschiedlichsten Situationen immerwieder fest.
Sei es das Mitarbeiten bei einer Misereor oder Brot für die Welt - Aktion auf einem Kirchentag um "der guten Sache" einen möglichst hohen Betrag zukommen zu lassen, oder in irgendeiner anderen
Weise, die persönliches Engagement fordert.
Ob der Aufwand der hier promoteten Personen dem
Eigenengagement unbekannter Helfer gleichkommt
bleibt fraglich.
Im Zweifelsfall möchte ich auf die Devise hinweisen:
"Gutes Tun - und darüber reden."
Doppelt soviel kommt dabei heraus wenn diese umgestellt würde und wie folgend heißen würde:
Gutes Tun - und noch mehr gutes Tun!
22.11.2009 13:53 Uhr
von binsi:
Es gilt, die dahinterstehende Systematik zu verstehen:
Menschen, die verbrecherisch viel ökonomisches Kapital besitzen, "spenden" (genau gesagt investieren sie es) geringe Anteile davon um sich dadurch symbolisches Kapital (also Anerkennung, Legitimität, Ehre, Bekanntheit...) zulegen zu können um ihr verbrecherisch hohes Kapital keinen Kritiken aussetzen zu müssen.
Weil im Grunde ist es ganz einfach: Besäßen einige Leute nicht so viel ökonomisches Kapital, dann müsste man es auch nicht "spenden", da es zuvor den jetzt Armen/Notleidenden weggenommen wurde!
Einfach mal ein bisschen Pierre Bourdieu lesen...
22.11.2009 12:50 Uhr
von de Bum:
Ich frage mich immer ob besonders solle Gala-Veranstaltungen nötig sind. Eine Fernsehsendung kann ich ja in einem gewissen Rahmen und Umfang verstehen, aber solche Galaabende. Man kann sein Geld doch auch einfach so Spenden und gut ist die Sache. Es geht den meisten Leuten meiner Meinung nach doch nur darum gesehen zu werden und für Firmen ist das doch nur eine Marketingsache.
21.11.2009 15:35 Uhr
von Exkommunikator:
Bei zirka 2300 Teilnehmern der Berliner Operngala und einem Erlös von 250000€ ist das Ergebnis wirklich lächerlich wenn man überlegt was die Leute so verdienen die dort sitzen.
Nen knappen "Hunni" spenden wenn man die Taschen eh so voll hat das man sich so eine Gala leisten kann ist schon mehr als lächerlich!
Die Besucher bei solchen Galas sollten schon gezwungen werden mindestens den selben Betrag zu spenden den sie für ihre Eintrittskarte ausgegeben haben um auch nur annähernd als wohltätig gelten zu wollen!
21.11.2009 08:38 Uhr
von reblek:
"Für die Arbeit ihrer Soirees verlangen die Ladys natürlich keinen Cent." Das schreibt Graeter in der gedruckten taz. Bravo, die Soirees arbeiten und die Ladys verlangen nichts. Deutscher Sprack, schwerer Sprack.