• 24.06.2010

CSD "rassistisch und kommerziell"

Als Frau Butler ablehnte

Beim Christopher Street Day freuen sich die Medien über bunte Bilder, Politik interessiert weniger. Doch beim Berliner CSD sorgte dieses Jahr die Theoretikerin Judith Butler für die Politisierung.von Martin Reichert

  • 15.07.2010 20:49 Uhr

    von Homo-Araber:

    "Wie man als Homosexueller, nicht anti-muslimisch denken soll und gleichzeitig ohne Kopfweh in den Spiegel schauen kann"?

    Eine dümmere Aussage eines taz-Lesers, habe ich glaube ich selten gehört. Tut mir Leid, aber auch ich als Moslem muss nicht gleich von Schwulen gehasst werden, da ich keinem Kopfweh verursacht habe.

    Und warum werden ständig Muslime in den Blickwinkel der homophoben Ecke getragen? Hat sich einer mal Reden der CDU, geschweige denn der CSU, gehört? Das erinnert an die Zeiten von vor 70 Jahren! Und ich will nicht stark erwähnen, wie oft auch Deutsche das Wort "schwul" in einem negativen Zusammenhang bringen! Es ist keineswegs ein türkisches oder arabisches Phänomen, dass man homophob reagiert. Läuft man als transsexueller durch Hellersdorf oder Köpenick durch die Straßen, wird man auch nciht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Die allzeit geliebten Beispiele von den von bösen Ausländern geprägten Bezirken Neukölln oder Wedding, werden gerne verwendet und SIND temperaturheizende Aussagen.

    Und lieber Matthia: eine so polemische und anti-deutsch-nahe Aussage wie "die ganzen Schwulenhasser und Antisemiten" und "Judith Butler verharmlost Hisbollah und Hamas" sind schlicht und ergreifend falsch und schlecht. Würdest du dich mit Judith Butler genauer auseinandersetzen, würdest du es besser wissen. Aber deine geprägte Haltung für Israel zeigt deutlich, dass du leider sehr beschränkt denkst und deshalb pauschalisierend sprichst.

  • 30.06.2010 04:02 Uhr

    von Schlupp:

    Was mir da gerade noch so auffällt: Den Herrn Kastl schreibt man schon ohne i, gell?

  • 29.06.2010 21:05 Uhr

    von Matthias:

    Danke, Martin, dein Artikel ist auf jeden Fall ausgewogen!
    Zu den verschiedenen Kommentaren hier:
    Also, ich bin mal mit einem Freund durch Schöneberg gegangen. Wir gingen an zwei jungen Männern vorbei, die arabisch miteinander sprachen, sie lächelten uns an, und fingen urplötzlich an zu reimen:" Ach, wie ist Deutschland fein, tötet jedes Judenschwein!"
    Mir und meinem Freund blieb die Spucke weg! Wir waren so verblüfft, dass wir leider versäumt haben die Polizei zu kontaktieren, wäre ja ein klarer Fall von Volksverhetzung gewesen. Nun, wenn man dann sagt, das waren arabisch-sprechende Jugendliche, die einen antisemitischen Spruch gebracht haben, ist dass dann rassistisch, weil man nicht im gleichen Atemzug deutsche Antisemiten nennt? Nein, natürlich nicht!
    Genauso ist das mit dem brutalen Schwulenhass mancher Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Wenn man darüber redet, was man gegen den Schwulenhass von Jugendlichen mit Mirgrationhintergrund tun kann, dann muß man nicht im gleichen Atemzug sagen, dass selbstverständlich auch manche Jugendliche ohne Migrationshintergrund so etwas bringen. Die haben andere Motive, im Resultat ist es allerdings das gleiche für die Opfer.
    Was Gladt, Suspect, Judith Butler, TCSD und andere tun, ist nichts anderes als sich schützend vor diese Antisemiten und Schwulenhasser zu stellen. Das tun sie im lokalen Rahmen, das tun sie aber auch gerne mal im internationalen Rahmen. Anders kann ich mir die Verlinkung von Gladt, Suspect zu fragwürdigen, israelfeindlichen Gruppen im Libanon und auch Kanada nicht erklären, genauso wenig, wie ich mir Judith Butlers unkritische Haltung zu Organisationen wie Hisbollah und Hamas mir nicht anders erklären kann, als dass sie deren Programmatik gut findet!
    Zum Vorwurf, der Kolonialismus sei Schuld daran, dass Länder wie der Iran Homosexualität mit der Todesstrafe ahnden! Der Kolonialismus ist vorbei, diese Länder sind alle unabhängig und können über ihre jeweiligen Gesetze ohne Einmischung kolonialer Verwaltungsbeamter entscheiden! Sie könnten einfach die homophoben Gesetzgebungen abschaffen! Indien hat es vorgemacht, zumindest zum Teil!

  • 26.06.2010 00:19 Uhr

    von RalfFFM:

    Es zeugt schon von typisch deutschen Kleingeist, dass Mann/Frau mit dem Tretboot anreisen und in der Jugendherberge übernachten muss, um einen kritischen Standpunkt einnehmen zu dürfen. Oder: Wenn Mann/Frau sonst keine Argumente hat....

  • 25.06.2010 17:09 Uhr

    von Toby:

    Homophobie gibt es überall.
    Wäre mir nicht bekannt, daß die Schwulenhasser mit katholischem Hintergrund Moslems wären oder die entsprechenden Gewalttäter mit rechtem Hintergrund Islamisten.
    Aber natürlich ist das Feindbild der Homosexualität bei jedem individuell mit seinem eigenen Hintergrund verbunden und verwoben. Und der ist bei türkischstämmigen Deppen natürlich, anders als bei deutschstämmigen Deppen, auch muslimisch.
    Und wenn man auf diese Deppen zugeht, was Not tut, muß man das unter Berücksichtigung eben ihrer Geschichte und Identität tun. Adressatengerecht.
    Mehr ist da nicht dran.
    Und nicht weniger.
    Das hat noch nichts mit einem Clash der Kulturen zu tun und das ist auch nichts, was einem linken Multikultivisionär einzusehen schwer fallen müßte.

  • 25.06.2010 15:10 Uhr

    von Peter:

    >>>Vielleicht könnte sich Hr. Reichert, bevor er solchen Unsinn schreibt, auch mal mit der Geschichte der Homosexuellenverfolgung in jenen Ländern auseinandersetzen. Die ist nämlich eng mit deren Kolonialisierung durch den überlegenen Westen verknüpft (vgl. zB "Die Vertreibung aus dem Serail" von Georg Klauda).<<<
    (von Michael Scheier)

    Ja genau, nur wegen dem Kolonialismus werden Homosexuelle im Iran gehängt.

    Und Saudi Arabien wäre eine Homo-Paradies ohne den intolleraten Westen.

  • 25.06.2010 11:35 Uhr

    von StefanW:

    Mal was ganz anderes: Reicht der Kreuzkölln-Wahnsinn schon bis in die taz-Redaktionsstuben? Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass es einen "Stadtteil Kreuzberg-Neukölln" gibt.

  • 25.06.2010 11:25 Uhr

    von Holkan:

    Jemand, der sich in der BusinessClass einfliegen lässt, im Adlon wohnt und dann kurz mal heruntersteigt, um die Kommerzialisierung anzuprangern, die ihr ihr Leben als Luxusweib überhaupt erst ermöglicht, ist nicht mehr ernstzunehmen. Um so weniger, da sie eine gebildete Frau mit Verdiensten ist.

  • 25.06.2010 10:27 Uhr

    von Michael Scheier:

    Früher sollte die Welt am deutschen Wesen genesen, heute soll sie am westlichen Wesen genesen. So wie es der Autor dieses Artikels, Hr. Reichert, im CSD-Magazin 2008 in seinem Artikel "Sie hassen uns" ausgedrückt hat: "Erst allmählich etabliert sich das moderne Konzept von Homosexualität auch in Ländern der arabischen Welt" - tja, die dummen Kameltreiber wußten´s halt nie besser. Vielleicht könnte sich Hr. Reichert, bevor er solchen Unsinn schreibt, auch mal mit der Geschichte der Homosexuellenverfolgung in jenen Ländern auseinandersetzen. Die ist nämlich eng mit deren Kolonialisierung durch den überlegenen Westen verknüpft (vgl. zB "Die Vertreibung aus dem Serail" von Georg Klauda). Merke: Auch wir Schwulen sind nicht vor rassistischen Denkmustern gefeit. Und auf diese unsere Wunde hat Frau Butler zurecht ihren Finger gelegt!

  • 25.06.2010 09:07 Uhr

    von tussidelite:

    Nur, weil man sich 1 x im Jahr Engelsflügelchen anklebt, heisst es noch lange nicht, dass man nicht doch eine stockkonservative bis spießige Einstellung haben kann.

    Ich fand den CSD dieses Jahr auch ultrakommerziell, er kam mir vor wie die neue Loveparade. Ausserdem hatte ich den Eindruck, dass Homosexualität längst zum oberflächlichen Lifestyle ohne Inhalte geworden ist.

    Deshalb finde ich die obige Diskussion gut und werde mir den tCSD mal anschauen.

  • 25.06.2010 08:57 Uhr

    von Querulant:

    Wo Frau Butler Recht hat, hat sie Recht... der CSD ist doch nichts weiter als eine reine Spaß-Veranstaltung. Love-Parade für Homosexuelle...das sei Ihnen ja gegönnt, aber was ist daran politisch?

  • 25.06.2010 08:44 Uhr

    von Opferneid:

    Hier liegt ein typischer Fall von Opferneid vor: Wer ist mehr Minderheit, die Migranten oder die Homosexuellen?

    Aber wie kann man bitte in der Tatsache, dass Maneo (und der LSVD) Statistiken über mögliche Aggressorengruppen führt, als Rassismus interpretieren? Diese "Diagnose", auch wenn sie nicht für alle Mitglieder des Kollektivs spricht, gibt doch lediglich Aufschluss darüber, in welche Richtung die Aufklärungsarbeit sich (besonders) richten sollte, um die mögliche Bedrohung homophober Übergriffe zu verringern.

    Den Vorwurf der Stigmatisierung halte ich für überzogen und außerdem sehe ich nicht ein, dass Homosexuelle als Kanonenfutter für eine Kontextualisierungspolitik à la "Ach, welch furchtare Kindheit..." hinhalten sollen.

  • 25.06.2010 06:37 Uhr

    von Alexander Raesfeld:

    Frau Butler sprach in ihrem Beitrag (Ablehnung des Preises) von antimuslimischen Rassismus - mir war bis dato nicht bekannt, daß es sich bei Muslimen um eine Rasse handelt.
    Vielleicht sollte die Dame nochmals Ihre Begrifflichkeit überdenken und ggf. überarbeiten?
    So kommt Sie über eine gewisse Polemik nicht hinaus, die im ganzen nicht weiterführt.
    (Auch türkische Staatsangehörige oder Abkömmlinge derselben mit anderer Nationalität sind keine "Rasse")

  • 24.06.2010 23:34 Uhr

    von 123581321:

    kritik = elitär, also irrelevant?

    *kicher*

  • 24.06.2010 23:11 Uhr

    von Franz-Josef:

    Jetzt wirds schwierig für unsere Gutmenschen.

    Aber da sich die Feigheit wie ein roter Faden durch ihr Dasein zieht, werden die Schwulen wohl den kürzeren ziehen.

  • 24.06.2010 20:32 Uhr

    von Thomas:

    War das angenehm in diesem Jahr, dass aufgrund der Fußball-WM das vom CSD außer in der linken Presse nichts zu hören war.

    Da kann man sich gut dran gewöhnen.

  • 24.06.2010 20:27 Uhr

    von Stefan:

    Was ist der Unterschied zwischen dem CSD und dem tCSD? Beim CSD gibt es Tekkno und Sekt für 8 EUR. Beim tCSD gibt es Trommeln und Bier für 3 EUR. Ich wünsche viel Spaß! :-)

  • 24.06.2010 19:38 Uhr

    von Nummer Acht:

    Cool - abgesehen vom üblichen rassistischen racial profiling-Sermon, den die bisherigen Artikel unhinterfragt übernehmen (kommt Ihr Euch eigentlich nicht selbst dumm vor mit Argumenten wie "Probleme beim Namen nennen", die bei Koch zu Recht als rassistisch bezeichnet wurden?), gibt's hier noch den "Frauen haben keine eigenen Ansichen"-sexistischen Standardtopos. Zu Judith Butler, ausgerechnet. Ist klar, Bundeskanzlerin oder weltberühmte Philosophin - wenn die Meinung nicht passt, ist sie eben kein autonomer Mensch.

    Aber klar, Butler allen Ernstes in die "Naives Dummchen"-Rolle zu casten, ist natürlich auch die einzig mögliche Erklärung, die nicht dazu führt, dass eine Szene mal ENDLICH mit der ernsthaften Selbstkritik anfangen sollte.

    Zum Beispiel damit, nicht jeden Tag einen gewissensberuhigenden Artikel zu schreiben, der den Beifall für Butler und die anschließenden Buhrufe für die CSD-Leitung vergessen lässt.
    Die schreckliche "Ihr seid hier nicht die Mehrheit"-Entgegnung. Was dahinter steckt.

  • 24.06.2010 19:35 Uhr

    von ha_ulrich:

    Jupp, was CSD mal war und was er jetzt ist?
    Aber warum muß ich mich zu alle dem dennn äußern.
    Verstehe mich selbst nicht mehr.

  • 24.06.2010 19:03 Uhr

    von Andreas:

    man liest diese schlauen Saetze:

    "Gerade in diesem Berliner Kiez ist es in den letzten Jahren verstärkt zu Übergriffen auf Schwule gekommen - und Maneo hat die Identität des Großteils der Täter offen benannt: junge Männer mit Migrationshintergrund."

    indes, wer sich in Schoeneberg umschaut, fragt sich, woher die Gewalt, und zwar nicht nur gegen Homsexuelle, in einem weissen Yuppie-Kiez denn kommen soll, aber sie kommt von den sozial ausgegrenzten, und das sind dort die 'Migranten'. Diese peinlich-dumme Kulturalisierung von Gewalt, auch gegen Schwule und Lesben, ist das Problem des LSVD, Maneos und auch dieser taz-Artikel, nennt 'man' denn nach Gewaltakten in Treptow auch die 'Dinge beim Namen', sagt, dass es die weissen Deutschen sind, die die homophoben Gewaltakte ausfuehren, geht hier jemand in den Kiez und bietet 'Aufklaerung' an? Und warum eigentlich nicht? Weil wir Rassisten sind?

  • 24.06.2010 18:39 Uhr

    von Otto Chili:

    es ist wohl eher der religiöse hintergrund als die nationalität

  • 24.06.2010 17:29 Uhr

    von Peter:

    >>>und Maneo hat die Identität des Großteils der Täter offen benannt: junge Männer mit Migrationshintergrund.<<<

    Da die Warheit in diesem Fall rassistisch ist hätte man mal besser gelogen. Dann hätte die gute Frau auch ihren Preis entgegengenommen.

  • 24.06.2010 17:15 Uhr

    von Dolph:

    Tolle Wurst...

    Hat Frau Butler evt. auch mal erklärt, wie man es als Homosexueller hinbekommen soll, NICHT "anti-muslimisch" zu denken und gleichzeitg noch ohne Kopfweh in den Spiegel zu schauen?

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