• 19.08.2008

CO2-Unfall in Mönchengladbach

Unterschätzte Gas-Gefahren

Kohlendioxid soll in großen Mengen unter die Erde gepumpt werden. Dadurch werden Gas-Unglücke wie in Mönchengladbach wahrscheinlicher, warnen Experten.von Moritz Schröder

  • 22.08.2008 01:00 Uhr

    von bark wind:

    @ Andreas Thomsen: Ja, es gibt viele Risiken, die evtl. für die Nachbarschaft noch größer sind, und auch die sollten stärker reduziert werden.
    Und Erdgas im Boden ist auch ein Risiko, aber hier handelt es sich aber um zusätzliche,
    n e u e Risiken,
    die vermeidbar wären, wenn eine "Energiewende" vollzogen würde, z.B. alle Gebäude weitestmöglich nach Niedrig- oder Nullenergiestandards zu sanieren und neue Gebäude nur noch als solche zu erlauben.
    vgl. z.B. ein Passivhaus in Göteborg, Schweden: http://www.passiv.no/eksempler_pa_passivhus#lindas_sverige
    oder ein Nullernergiehaus in Niedersachsen http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Nullenergiehaus.jpg von 1992! Zu teuer? Die Mehrkosten, inklusive der Solaranlagen auf den Dächern, amortisieren sich finanziell schon in wenigen Jahren, zumal bei steigenden Preisen für Heizöl etc. Für zusätzlichen Elektrizitätsbedarf von Verkehr u. Industrie etc. können zusätzlich Windkraft etc. genutzt werden, auch neue Solarkraftwerke in Südeuropa, Nordafrika u.s.w.

  • 19.08.2008 21:39 Uhr

    von Andreas Thomsen:

    @Bark Wind:

    Habe ich irgendwo "harmlos" geschrieben? Nur nicht so gefährlich wie z.B. das Leben neben einer Raffinerie (z.B. Wesseling bei Köln), oder einer Chemie-Fabrik (z.B. Ludwigshafen oder Leverkusen), oder auch nur neben einer Tankstelle.
    Oder wie ein Flüssiggastank neben z.B. einer Ferienpension.

    @fritz:

    wenn das CO2 dorthin verpresst wird, wo vorher das Erdgas war - warum sollte es nicht dort bleiben, so wie vorher das Erdgas, oder wie das Erdgas in Berlin ?


    Die Speicherung von CO2 ist selbstverständlich keine endgültige Lösung des Klima-Problems, kann aber möglichrweise - das wird ja noch untersucht - Zeitgewinn verschaffen, bis man eine bessere Lösung gefunden hat, ohne dass Sie auf Ihr Auto, auf Flugreisen, auf Heizung und warmes Wasser verzichten müssen ...



  • 19.08.2008 17:28 Uhr

    von Bark Wind:

    Sehr gut, dass hierüber berichtet wird. Eigtl. auch relativ gut, dass dieser Unfall passiert ist, wenn daraus gelernt wird, was Leser fritz unten geschrieben hat.

    @ Andreas Thomsen: CO2 harmlos?
    Schon mal was von Klimakatastrophe gehört?

    Übrigens, neben den Gefahren für unmittelbar in solchen Gegenden lebenden Menschen (und Tieren) wäre auch klimapolitisch katastrophal, wenn X-Tausende Tonnen unterirdisch aus Kohlekraftwerken "gelagertes" CO2 durch undichte Stellen austreten würde. Und das heißt es müsste über Jahrzehntausende dafür gesorgt werden, dass das alles absolut dicht bleibt. Total verrückt! Sind die bei Vattenfall u.s.w. eigentlich so dumm, oder sind es verbrecherische Ignoranten??? (v.a. gleichgültig gegenüber zukünftigen Generationen).

  • 18.08.2008 22:23 Uhr

    von Andreas Thomsen:

    In Berlin gibt es bereits einen unterirdischen Speicher für Erdgas.
    In NRW wird zur Zeit an einer Kohlenmonoxid-Pipeline gebaut, ziemlich nahe an bewohnten Gebieten.
    Durch unsere Großstädt fahren Tag und Nacht Züge und Tankwagen mit Brennstoffen, Gasen und Chemikalien - es genügt, sich ein paar Stunden neben eine Haupt-Bahnstrecke oder eine Autobahn zu stellen, um sich davon zu überzeugen. Tankstellen stehen auch mitten im Stadtgebiet.
    In den Städten führen Gasleitungen in die Wohnungen, auf dem Lande hat man Tanks für Flüssiggas.

    Im Vergleich zu den aufgezählten Risiken ist CO2 weder brennbar, noch giftig (wir atmen es täglich ein und aus) - es stellt nur eine Gefahr dar, wenn es den Sauerstoff in der Atemluft verdrängt. Sofern die Leitungen und Tankwagen dicht sind, und überwacht werden, sollte CO2 also das geringere Problem darstellen.

  • 18.08.2008 18:11 Uhr

    von fritz:

    CO2-freie Kohlekraftwerke werden den Bürgern versprochen.

    Tatsächlich ist das Problem das analoge wie bei den Kernkraftwerken. Auch in den sogenannten CO2-freien Kohlekraftwerken wird CO2 produziert. Der Traum geht dahin, dass man für dieses CO2 eine ungefährliche Methode für die Endlagerung hat.

    Was mit CO2 in kleinen Mengen passiert, zeigt der TAZ-Beitrag über den Gasaustritt in Mönchengladbach.

    Der Nyos-See ist in Afrika ist längst vergessen. Dort sind 1986 in einem sich selbst verstärkenden Prozess 1,7 Millionen Tonnen CO2 ausgetreten. 1746 Menschen sind in kürzester Zeit erstickt. Kein Mensch weiß, was mit dem in der Erdkruste verpressten CO2 geschehen kann.

    Nach einem Bericht der Bundesnetzagentur werden allein die neu geplanten Kohlekraftwerke in Deutschland pro Jahr mehr als 100 mal so viel CO2 produzieren als aus dem Nyos-See ausgetreten waren. Wenn dieses CO2 nicht an die Atmosphäre abgegeben sondern unterirdisch gespeichert wird, entsteht eine Gefahr, die es mit einer Atomkatastrophe aufnehmen kann. Schöne Aussichten!

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