Für 2010 beschließt der Bundestag einen Haushalt mit 80 Milliarden Euro Schulden. Selbst das findet die Opposition schlampig gerechnet – sie kommt auf 120 Milliarden.von Hannes Koch
Aus welchen Steuerarten werden die höchsten Steuereinnahmen generiert? Richtig! Lohn-und Gewerbesteuer. Also von vielen kleinen Menschen an vielen kleinen Orten oder eben von vielen grossen Menschen an vielen grossen Orten.Wie kann es sein, dass die von uns gewählten Vertreterinnen mehrheitlich unser Geld dermaßen vergeuden, dass immer weniger von den von uns generierten Geldern auch bei uns vor Ort wieder ankommt (Kindertagesstätten, Ganztagsschulen, Büchereien, Schwimmbäder, Jugendfreizeiteinrichtungen)? Jeder kann sich darüber eingehend informieren. Meiner Meinung nach sind es die politisch induzierten und lobbyistisch getarnten und verwickelten Steuergeldverwendungs- und transfersysteme (Stichort: Bund-Länder-Finanzausgleich). Es gibt natürlich noch mehr systemimmanente Faktoren....aber das führt hier zu weit.
05.03.2010 09:20 Uhr
von J.B.:
Von den Doors!
Danach dann gleich noch "The End" und alles wird gut...
05.03.2010 03:59 Uhr
von vic:
Plötzlich und unerwartet geschah hier gar nichts. Seit 2007 war diese "Krise" absehbar und wäre außerdem noch zu verhindern gewesen. Spätestens im September 2009- vor der Bundestagswahl also- musste jeder Bohlen-Kandidat wissen, wo die BRD im Jahr 2010 finanziell stehen wird. Und es wird auch einfach so weitergehen, denn weiterhin wird auf jegliche Regulierung des Finanzmarkts großzügig verzichtet.
04.03.2010 17:58 Uhr
von P. Zimmermann:
"Die Ausgaben für Zinsen und Tilgung erreichen Summen, die notwendige Investitionen in Zukunft erschweren oder unmöglich machen. Das Land kann nicht mehr genug Geld für Verkehrswege, Schulen und Verwaltung ausgeben. Es fällt ökonomisch im Vergleich zu anderen Staaten zurück und verwahrlost buchstäblich.
Noch ist dieser Zustand in Deutschland nicht erreicht"
Ich weiß ja nicht wo dieser Mann lebt, aber da wo ich lebe (Hamburg) ist der Zustand schon längst erreicht. Seit ca. 20 Jahren verottet hier die Infrastruktur, werden Gelder für kulturelle- und Bildungseinrichtungen gestrichen. Selbst das Geld für die Straßenreinigung streichen die Bezirke mittlerweile ein und kehren einmal im Halbjahr. Das Geld wird wahrscheinlich zu anderen Stellen umgeschichtet. Seit in Hamburg die CDU regiert ist eine deutliche Beschleunigung dieser Entwicklung sichtbar. In Deutschland wird schon lange von der Substanz gelebt, der Substanz des Gemeineigentums und von der Substanz der Menschen. So ist das. Angefangen hat das mit Helmut Kohl. (geistig moralische Wende)
04.03.2010 17:10 Uhr
von na denn:
In der Schweiz liegt in etwa so viel Schwarzgeld wie der Deutsche Staat Schulden hat (1700 Milliarden Euro)
Aber da unsere Regierung nicht die Interessen der Steuern zahlenden Bürgern sondern eher die der Steuerhinterzieher vertritt, und wir Bürger auch kein bisschen Druck machen um solch wahnwitzigen Zustände zu ändern, wird sich daran wohl nichts ändern und es werden sicher wieder Leistungen für Bildungen, Kindergärten, Hartz4 etc. gekürzt um den Steuerkriminellen weiterhin ein Leben im Luxus auf unser aller Kosten zu ermöglichen ;O)
Hier im Gespräch auf 3SAT erfährt man das in der Schweiz ca. 2000 Milliarden Euro an Schwarzgeldern liegen
Die wohl brillanteste Begründung zu dieser vorhersehbaren Neuverschuldung hat Georg Schramm geliefert: Da sich der Staat zum Ziele gesetzt hat, in den nächsten zehn Jahren oder so die Neuverschuldung nach bestimmten jährlichen Prozentsätzen abzusenken, muss im Referenzjahr die Kreditaufnahme so hoch wie nie sein.
Die Regierung kümmert das nicht; sie ist gewohnt, ohnehin in 4-Jahres-Abschnitten zu denken. Und für die Kredite gibt es die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, die mit minimalem Eigenkapital für jeden Kredit, der getilgt werden muss, einen Neukredit aufnimmt.
Wie die Schuldensumme jemals abgebaut werden soll? Das geht nicht. In ihrer fast religiösen Verdrängungsmentalität liefert "unsere" Regierung hier ein mustergültiges Beispiel des Weiterreitens eines toten Pferds. Aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal ...
Vielen Dank dem Redakteur für die nette Buchempfehlung. Als Untermalung vielleicht Klassiker à la "ship of fools?"
04.03.2010 16:48 Uhr
von Amos:
Glaubt man immer noch daran, dass der freie Markt alles regeln wird? Ich glaube eher dass die Freie Marktwirtschaft uns in ein Katastrophe führt. Wer das nicht einsieht und weiter die neoliberalen Parteien wählt, gießt noch Wasser auf die Katastrophenmühlen. Holen die uns aus diesem Dilemma heraus, die uns das eingebrockt haben? Wohl kaum! Die holen sich noch von denen, die sie bereits abgezockt haben. Keine Veräußerungssteuer, Heuschrecken, Hedgefonds, Shareholder Value -, das sind alles Begriffe, die einem zum Kotzen bringen. Die Privatisierung, trägt zu unserem Untergang bei. Darum die Selbstbereicherung unserer Politiker. Die wollen nicht "ausbrocken" was sie uns eingebrockt haben. Darum sorgen sie schon mal vor. Australien ist auch ein schönes Land und wie man weiß werden ja "Idi Amins" überall aufgenommen.
04.03.2010 16:31 Uhr
von Noname:
Die Verschuldung ist auch deshalb so negativ, weil sie die Schuldner zu ständiger Kapitalvermehrung bzw. Wachstum zwingt. Dieses Wachstum wird global in Zukunft mit Sicherheit an Grenzen stoßen (auch wenn das die Ökonomen ja nicht verstehen).
04.03.2010 16:19 Uhr
von kuwer.twoday.net:
Ach die Zinswirtschaft, wie bringt sie doch immer wieder das Gemeinwesen ins Wanken. In der ferneren Vergangenheit konnten die Herrscher ihre Schuldner wenigstens noch verschwinden lassen, Heute lassen die Schuldner ihre Herrscher verschwinden und rücken nach...
Leserkommentare
08.03.2010 13:51 Uhr
von demit:
Aus welchen Steuerarten werden die höchsten Steuereinnahmen generiert? Richtig! Lohn-und Gewerbesteuer. Also von vielen kleinen Menschen an vielen kleinen Orten oder eben von vielen grossen Menschen an vielen grossen Orten.Wie kann es sein, dass die von uns gewählten Vertreterinnen mehrheitlich unser Geld dermaßen vergeuden, dass immer weniger von den von uns generierten Geldern auch bei uns vor Ort wieder ankommt (Kindertagesstätten, Ganztagsschulen, Büchereien, Schwimmbäder, Jugendfreizeiteinrichtungen)? Jeder kann sich darüber eingehend informieren. Meiner Meinung nach sind es die politisch induzierten und lobbyistisch getarnten und verwickelten Steuergeldverwendungs- und transfersysteme (Stichort: Bund-Länder-Finanzausgleich).
Es gibt natürlich noch mehr systemimmanente Faktoren....aber das führt hier zu weit.
05.03.2010 09:20 Uhr
von J.B.:
Von den Doors!
Danach dann gleich noch "The End" und alles wird gut...
05.03.2010 03:59 Uhr
von vic:
Plötzlich und unerwartet geschah hier gar nichts.
Seit 2007 war diese "Krise" absehbar und wäre außerdem noch zu verhindern gewesen. Spätestens im September 2009- vor der Bundestagswahl also- musste jeder Bohlen-Kandidat wissen, wo die BRD im Jahr 2010 finanziell stehen wird.
Und es wird auch einfach so weitergehen, denn weiterhin wird auf jegliche Regulierung des Finanzmarkts großzügig verzichtet.
04.03.2010 17:58 Uhr
von P. Zimmermann:
"Die Ausgaben für Zinsen und Tilgung erreichen Summen, die notwendige Investitionen in Zukunft erschweren oder unmöglich machen. Das Land kann nicht mehr genug Geld für Verkehrswege, Schulen und Verwaltung ausgeben. Es fällt ökonomisch im Vergleich zu anderen Staaten zurück und verwahrlost buchstäblich.
Noch ist dieser Zustand in Deutschland nicht erreicht"
Ich weiß ja nicht wo dieser Mann lebt, aber da wo ich lebe (Hamburg) ist der Zustand schon längst erreicht. Seit ca. 20 Jahren verottet hier die Infrastruktur, werden Gelder für kulturelle- und Bildungseinrichtungen gestrichen. Selbst das Geld für die Straßenreinigung streichen die Bezirke mittlerweile ein und kehren einmal im Halbjahr. Das Geld wird wahrscheinlich zu anderen Stellen umgeschichtet. Seit in Hamburg die CDU regiert ist eine deutliche Beschleunigung dieser Entwicklung sichtbar. In Deutschland wird schon lange von der Substanz gelebt, der Substanz des Gemeineigentums und von der Substanz der Menschen. So ist das. Angefangen hat das mit Helmut Kohl. (geistig moralische Wende)
04.03.2010 17:10 Uhr
von na denn:
In der Schweiz liegt in etwa so viel Schwarzgeld wie der Deutsche Staat Schulden hat (1700 Milliarden Euro)
Aber da unsere Regierung nicht die Interessen der Steuern zahlenden Bürgern sondern eher die der
Steuerhinterzieher vertritt, und wir Bürger auch kein bisschen Druck machen um solch wahnwitzigen Zustände zu ändern, wird sich daran wohl nichts ändern und es werden sicher wieder Leistungen für Bildungen, Kindergärten, Hartz4 etc. gekürzt um den Steuerkriminellen weiterhin ein Leben im Luxus auf unser aller Kosten zu ermöglichen ;O)
Hier im Gespräch auf 3SAT erfährt man das in der Schweiz ca. 2000 Milliarden Euro an Schwarzgeldern liegen
http://videoportal.sf.tv/video?id=e9612e82-9850-4637-94ea-c15c02d4e0ec
04.03.2010 16:49 Uhr
von Ulrich Bogun:
Die wohl brillanteste Begründung zu dieser vorhersehbaren Neuverschuldung hat Georg Schramm geliefert: Da sich der Staat zum Ziele gesetzt hat, in den nächsten zehn Jahren oder so die Neuverschuldung nach bestimmten jährlichen Prozentsätzen abzusenken, muss im Referenzjahr die Kreditaufnahme so hoch wie nie sein.
Die Regierung kümmert das nicht; sie ist gewohnt, ohnehin in 4-Jahres-Abschnitten zu denken. Und für die Kredite gibt es die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, die mit minimalem Eigenkapital für jeden Kredit, der getilgt werden muss, einen Neukredit aufnimmt.
Wie die Schuldensumme jemals abgebaut werden soll? Das geht nicht. In ihrer fast religiösen Verdrängungsmentalität liefert "unsere" Regierung hier ein mustergültiges Beispiel des Weiterreitens eines toten Pferds. Aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal ...
Vielen Dank dem Redakteur für die nette Buchempfehlung. Als Untermalung vielleicht Klassiker à la "ship of fools?"
04.03.2010 16:48 Uhr
von Amos:
Glaubt man immer noch daran, dass der freie Markt alles
regeln wird? Ich glaube eher dass die Freie Marktwirtschaft uns in ein Katastrophe führt. Wer das nicht einsieht und weiter die neoliberalen Parteien wählt, gießt noch Wasser auf die Katastrophenmühlen.
Holen die uns aus diesem Dilemma heraus, die uns das
eingebrockt haben? Wohl kaum! Die holen sich noch von denen, die sie bereits abgezockt haben. Keine Veräußerungssteuer, Heuschrecken, Hedgefonds, Shareholder Value -, das sind alles Begriffe, die einem zum Kotzen bringen. Die Privatisierung, trägt zu
unserem Untergang bei. Darum die Selbstbereicherung unserer Politiker. Die wollen nicht "ausbrocken" was sie uns eingebrockt haben. Darum sorgen sie schon mal vor. Australien ist auch ein schönes Land und wie man weiß werden ja "Idi Amins" überall aufgenommen.
04.03.2010 16:31 Uhr
von Noname:
Die Verschuldung ist auch deshalb so negativ, weil sie die Schuldner zu ständiger Kapitalvermehrung bzw. Wachstum zwingt. Dieses Wachstum wird global in Zukunft mit Sicherheit an Grenzen stoßen (auch wenn das die Ökonomen ja nicht verstehen).
04.03.2010 16:19 Uhr
von kuwer.twoday.net:
Ach die Zinswirtschaft, wie bringt sie doch immer wieder das Gemeinwesen ins Wanken. In der ferneren Vergangenheit konnten die Herrscher ihre Schuldner wenigstens noch verschwinden lassen, Heute lassen die Schuldner ihre Herrscher verschwinden und rücken nach...