• 18.08.2008

Bundeskanzlerin im Kaukasus

Merkel stützt Saakaschwili

Merkel bekräftigte auf ihrer Kaukasus-Reise, dass sie einen Nato-Beitritt Georgiens befürworte. Von Russland forderte die Bundeskanzlerin den baldigen Rückzug der Truppen.von Klaus-Helge Donath

  • 19.08.2008 22:45 Uhr

    von Osteuropa-Beauftragter:

    Merkel in Tiflis: "Georgien wird Mitglied der NATO" (17.08.2008)
    Dies will sicherlich auch die Mehrheit der Deutschen als Letztes mit tragen. Schließlich ist Deutschland dann sofort Kriegspartei gegen Russland! Als nächstes kämpfen dann wieder deutsche Soldaten im Kaukasus gegen Russland! - schöne Aussichten...
    Die deutsche Kanzerlin Merkel belohnt den Kriegtreiber Saakaschwili auch noch für seinen Angriffskrieg mit dem Versprechen einer NATO-Mtgliedschaft. SPD-Außenminister Steinmeier duckt sich wie gewöhnlich weg, wenn es brenzlig wird, anstatt seinen Parteifreund Alt-Kanzler Schröder mal anzurufen, um den direkten Dialog mit Putin zu sichen, wenn Merkel schon zu blöd dazu ist den direkten Weg zu gehen.


    "NATO-Russland-Rat wird ausgesetzt!"
    So titelt die tagesschau.de am 19.08.208, als sei
    Na und?! 99% aller Bürger der 26 Mitgliedsstaaten haben bestimmt nicht mal gewußt, dass es so einen Ausschuß in der NATO überhaupt gibt.
    Was die Tagesschau nicht schreiben darf: Russland hatte bereits am 13.08. eine Kriesensitzung eben dieses Rates beantragt, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern. Die USA haben diese Sitzung jedoch dann sabotiert und verhindert, was einzig und allein Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn öffentlich machte! Die USA forderte, die Arbeit des Rates ganz auszusetzen, was durch die Außenminister der Niederlande und Großbritanniens gerade noch verhindert werden konnte.
    Die USA ist auf Konfrontationkurs und will die Kriese bewußt zuspitzen, um dann Argumente für einen baldigen NATO-Beitritt Georgiens in der Hand zu haben.

    Die NATO-Diplomaten übertünchen unterdessen in nichtssagenden Kompromißerklärungen nur, dass der Dissens über den Zeitplan und die Bedingungen für eine eventuelle Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Militärallianz, der bereits auf dem Nato-Gipfel im April in Bukarest deutlich wurde, durch den Krieg im Kaukasus noch größer geworden ist.

    Georgien in der NATO würde nur den US-Amerikanern nutzen, deren größte Angst es ist, Europa könnte sich mit seinem mächtigen Nachbarn Russland gut verstehen und eine strategische Partnerschaft eingehen. Dann wären die USA weltweit politisch und wirtschaftlich isoliert. Nicht Europa braucht die USA als "Schutzmacht", um zu überleben, sondern umgekehrt: Ohne die Unterstützung des vereinten Europas würden die USA ihre Hegemonialmachtsfantasien in der Welt begraben können.

    Die Schwäche Europas liegt m.E. darin zu glauben, dass es immer mit allen "gut Freund" sein kann. Es will sowohl in Form stabiler Preise von den amerikanischen Rohstoff-Kriegen profitieren, als auch günstig Rohstoffe aus Russland beziehen. Dieser Spagat geht nur so lange gut, bis es wie jetzt in Georgien, an Interessensschnittstellen zu Stellvertreter-Kriegen kommt. Dann ist die Stunde der Entscheidung gekommen und altes Blockdenken und politische Reflexe aus der Zeit des Kalten Krieges greifen: Deutschland pro NATO, Deutschland pro USA.

    Dabei ist der nächste große Konflikt schon vorprogrammiert, wenn im Jahr 2014 der ukrainisch-russische Vertrag über die Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ausläuft. Russland hat ein vitales Interesse an der Krim und kann unter keinen Umständen auf diesen strategischen Standort verzichten! Die Ukraine will unter dem jetzigen westlich ausgerichteten Führungsduo Juschtschenko-Timoshenko um jeden Preis die NATO-Mitgleidschaft durchboxen, obgleich selbst im westlichen Teil der Ukraine die Mehrheit der Bevölkerung dadegen ist. Das birgt reichlich Stoff für Auseinandersetzungen...

    Europa muß sich entscheiden, wessen Partner es in der Zukunft sein will: der der USA, die um Rohstoffe stets schauerliche Kriege führen muß, oder Partner Russlands, dass eigene Rohstoffe auf seinem gigantischen Territorium in Fülle in diese Ehe einbringen könnte.

    Statt dem Ultra-Nationalisten Saakaschwili die Aufwartung zu machen hätte die dumme Pute mal besser die Betroffenen in Südossetien besucht, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen...
    Merkel ist als Kohl-Enkelin über ihren anit-russischen Zonen-Angie-Status psychologisch nie hinaus gewachsen. Sie steht stramm auf der amerikanischen Konfrontations-Linie und verspielt dabei die Chance für Deutschland und Europa langfristig eine EIGENE Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Amerika wird´s schon richten...

    Dabei könnte Medwedew der Wunschgesprächspartner der EU sein: Er hat gezeigt, dass er die russischen Interessen in der Ossetienkrise hart, aber ruhig zu vertreten weiß - aber auch nach internationaler Einbindung sucht. Er setzt nicht auf Durchmarsch, sondern sucht mit internationaler Beteiligung eine völkerrechtliche Lösung für Südossetien und Abchasien. Medwedew hat bereits der EU und der OSZE stärkeres Engagement angetragen.

    Er reicht damit den Europäern die Hand, obwohl Polen auf seinem Gebiet gegen Russland gerichtete amerikanische Luft- und Raketenabwehrstellungen zuläßt: "Diese Entwicklung sei traurig für Europa, aber nicht dramatisch." Russland will sie also nicht überbewerten. „Eine Verschlechterung der Beziehungen dient nur reaktionären Kräften“, so Medwedew weiter.

    Nur Europa, das Europa der Regionen, könnte dabei helfen, den südkaukasischen Regionalismus zu entwickeln - ohne Panikreaktionen in Moskau (wegen der befürchteten Ausstrahlung auf den Nordkaukasus) oder in Tiflis auszulösen. Das könnte helfen, eine bevorstehende große Konfrontation zu verhindern, die die USA aus globalstrategischen Gründen ansteuern, in der aber vor allem die Völker des Kaukasus leiden würden.

  • 18.08.2008 20:36 Uhr

    von Ralf:

    @MaxW,
    ich schätze, Du hast recht.
    Siehe:
    http://www.jungewelt.de/2008/08-16/046.php

  • 18.08.2008 19:49 Uhr

    von Anton:

    Die Bundeswehr wird 'umstrukturiert' zur weltweit einsetzbaren Armee um die 'Rohstoffzufuhr' zu sichern. Unser Innenminister will sie auch gerne beim Einsatz im Lande selbst sehen gegen...wen auch immer. Die NATO wurde bei ihrer Sinnsuche nach dem kalten Krieg von den USA immer mehr zur Haltung eines weltweiten Interventionsbündnisses mit unendlicher geographischer Ausdehnungsmöglichkeit entsprechend dem Willen des Hegemons USA gedrängt. Merkel unterstützt einen halbseidenen 'Staatschef', der sein Volk in eine Angriffskrieg stürzt. Und jeder deutsche Bürger wird immer mehr als potentielle Gefahr für die innere Sicherheit betrachtet und Erkennungsdienstlich mit Fingerabdruck 'behandelt'.Alles reiner Zufall? Oder paßt es nicht doch gut zusammen? Mit der bisherigen Struktur der BRD seit 1949 hat dies nichts mehr zu tun!Und wenn sogar sehr viele Autoren der taz seit dem georgischen!! Angriff völlig unreflektiert und einseitig auf Rußland eindreschen sollten wir aufpassen!

  • 18.08.2008 15:56 Uhr

    von MaxW:

    Die Bush-getreue "Merkel stützt Saakaschwili".Eine armselige Politik 'unserer' Regierung!Aber hat sie nicht auch Bush unterstützt mit der Geschichte im Irak? Da ist's eh schon fast egal, ob sie noch einen Präsidenten bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg unterstützt. Mit Demokratie hat das allerdings nichts zu tun. Georgien in EU und NATO? Dann möchte ich aber raus!

  • 17.08.2008 22:26 Uhr

    von imperialfrost:

    strafanzeige wegen hoch verrats gegen frau merkel und die regierung.

    http://www.youtube.com/watch?v=8BqERjsj9LI

    es wird auch langsam zeit.

  • 17.08.2008 22:22 Uhr

    von Ullrich F.J. Mies:

    Dass Frau Merkel nichts besseres einfällt, als einem Völkermörder einige Tage nach seiner verrichteten Tat die Aufwartung zu machen, spricht Bände. Wen repräsentiert diese Regierung eigentlich?

    Die imperial angelegte und auf Ressourcensicherung abgestellte Politik der NATO bei gleichzeitiger Einkreisung Russlands erweist sich dann als potentiell lebensgefährlich, wenn Verbrecherregime Aufnahme in die NATO finden.

    Ungelöste Grenz- und Nationalitätenprobleme im Kaukasus können von Hasadeuren dann gezielt genutzt werden, um den "NATO-Verteidigungsfall zu konstruieren. Die Lügen- und spin-Maschine der organisierten Tatsachenverdreher und professionellen psychologischen Kriegsführer wird dann wieder ganz vorn mitmischen.

  • 17.08.2008 19:10 Uhr

    von imperialfrost:

    Frau Merkel ist nicht Sondergesande der NATO.
    Wir haben einen Aussenminister
    Georgien in die Nato? Frau Merkel wird hoffentlich dann auch an die Front geschickt, wenn Russland dann im Baltikum einmarschiert.
    Baltikum ist nicht North Atlantik oder was war die Nato nochmal.
    Warum sollte sich Russland diese Frechheiten des Westens gefallen lassen.

    Hoffentlich sehen viele Leute wie Frau Merkel, genau wie Herr Blair in England, eine US Marionette ist. Das koennte auch politischen Selbstmord bedeuten fuer die Gute. Naja dass ist ja alles nur Hoffnung. Wenn ich mir die Alternative der SPD ansehe. Mit einem Herrn Steinmeier der ja auch auf _Kurs_ liegt, na dann gute Nacht fuer die naechste Legislaturperiode.

    Auch die TAZ sollte vielleicht mal anfangen etwas kritischer ueber unsere Regierung und vor allem die amerikanische Aussenpolitik zu berichten. siehe auch https://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/biblischer-hass-auf-georgien/.

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