Bürgerrechtler gegen Volkszählung
Klage auf den letzten Drücker
Bürgerrechtler klagen gegen die geplante Volkszählung im Jahr 2011 - unterstützt von 13.000 Menschen. Sie befürchten, dass die sensiblen Datensätze beim Staat nicht sicher aufgehoben sind.von Christian Rath
Leserkommentare
20.07.2010 00:34 Uhr
von Mein Name:
Man weiß ja, was folgt. Nach dem großen Zensus kommt die Ermordung aller Erstgeborenen. Seltsam für einen Staat, der sich immerfort in christlicher Tradition wähnt...
19.07.2010 21:36 Uhr
von Unterstrom:
Ich bin für subversive, intellektuelle Arbeit neben dieser Initiative, die zu befürworten ist!!! Es gibt mittlerweile wahrhaftig GENÜGEND Arbeit, die an der Geschichte der Statistik geleistet worden ist (Vorraussetzung + Statistik + Folgen). Nur eine Auswahl an Büchern, in denen man ethische und geschichtlich begründete Argumente gegen Bevölkerungszählungen findet (und ausserdem Techniken des Widerstands zu denken beginnen kann...):
Anna Bergmann: "die verhütete Sexualität"
Birgit Griesicke u.a.: "Menschenversuche"
Michel Foucault: das gesamte Werk! zb. aber "Lettres de Cachet" oder "Die Anormalen"
Francois Ewald: "DER VORSORGESTAAT"
Schmidgen/Geimer: "Kultur im Experiment"
Helmut König: "Zivilisation und Leidenschaften. Die Masse im bürgerlichen Zeitalter."
HANNAH ARENDT: "ELEMENTE UND URSPRÜNGE TOTALER HERRSCHAFT"
Wolf Lepenies: "Die drei Kulturen"
Ian Hacking: "The taming of Chance"
Joseph Vogel: "Kalkül und Leidenschaft. Politik des ökonomischen Menschen."
Und vielleicht könnte man irgendwie eine (internet)-Initiative starten, in der alle Menschen, die falsche Angaben in dieser Studie gemacht haben WERDEN aufgezählt werden (anonym...) damit die Evidenz dieser Datensätze hinfällig wird.
Denn "ein fauler Apfel in einem Korb gesunder Äpfel..."
17.07.2010 23:35 Uhr
von michael aus hannover:
als jemand, der in seiner stadt seit mehr als einem jahr über das thema zu informieren und aufzuklären versucht:
- traurig...
als teil der initiative, die sich kritisch mit der volkszählung auseinandergesetzt hat und nun die beschwerde eingereicht hat:
- enttäuscht...
als taz-genosse:
- sauer...
... wegen dieses artikels.
ob und wie die eingereichte beschwerde behandelt und beurteilt wird ist natürlich völlig offen und über argumente kann man sachlich streiten.
aber folgendes zu schreiben halte ich für verantwortungs- oder ahnungslos:
"Allerdings sind die Daten, die bei der Volkszählung erhoben werden, nicht so sensibel wie die Liste der Telefon- und Mailkontakte. Außerdem erfolgt die Datenerhebung bei der Volkszählung anonym."
schade.
-michael.
17.07.2010 19:32 Uhr
von Florida Rolf:
ich bin dabei, weil ich sonst ja auch nicht zähle.
eure (weil ihr uns dazu macht) unterschicht.
Aber ich bin in wirklichkeit ganz oben hehe
17.07.2010 09:21 Uhr
von vantast:
Selbst wenn der Staat alles ganz genau weiß, werden die Mieten nicht sinken, der Strom nicht billiger, die Bahn nicht besser, die Studiengebühren nicht abgeschafft, die CDU nicht menschenfreundlicher, die Schulen nicht besser, der Klimawandel nicht verhindert, Waffenexporte nicht abgeschafft, Israel nicht kritisiert, also: was soll das?