• 15.10.2009

Bürgergeld in der Schweiz

Der Turmbauer zu Basel

Daniel Häni will in der Schweiz eine Volksabstimmung über 1.500 Euro für alle herbeiführen. Der Kaffehausbesitzer und Filmemacher glaubt, dass nur der Gutes leistet, dem es gut geht.von Peter Unfried

  • 10.03.2010 01:53 Uhr

    von Lutz Kronemann:

    Das bedingungslose Grundeinkommen in den meisten Modellen geht mir nicht weit genug. Hier ein kurzer
    hinweis auf ein meiner Meinung nach besseres Model.

    Lebensgeld / Vitamoney
    Geldschöpfung aus dem Leben – für das Leben!
    Lebensgeld (engl. Vitamoney) ist neues, einfaches und für jeden verständliches Geld- und Wirtschaftssystem, das eindeutige Anreize für lebensförderliches Verhalten bietet. Es bringt ein aktivierendes Grundeinkommen für jeden Menschen, ein garantiertes Staatseinkommen für jedes Land und einen Ausgleichs- und Umweltfonds zur Sanierung der ökologischen Altlasten.
    Lebensgeld löst alle bekannten Geld-bedingten Probleme dieser Welt.
    In voll entwickelter Form bietet die Natürliche Ökonomie
    • ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Menschen,
    • ein bedingungsloses Staatseinkommen für jedes Land,
    • einen Ausgleichs- und Umwelt- Fonds zur Sanierung der Altlasten.
    Die Umsetzung kann risikolos in kleinen Schritten erfolgen:
    Sie beginnt in Wirtschaftsnetzwerken, die ihren Mitgliedern einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Außenwelt verschaffen und damit zur Nachahmung anregen. Nach Erreichen der kritischen Masse werden einzelne Länder auf nationaler Ebene mit der schrittweisen Einführung einer Komplementärwährung beginnen. Die Wirtschaft dieser Länder wird einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Ländern bekommen. Weitere Länder werden nachziehen, bis sich die Natürliche Ökonomie auf dem ganzen Globus verbreitet.
    Dabei kommt niemand zu schaden. Die Reichen bleiben reich und die bisher Armen erlangen Wohlstand. Es wird weiterhin Unterschiede geben, doch Armut und wirtschaftliche Not werden systembedingt unmöglich sein.
    Die Natürliche Ökonomie ist unabhängig von der Regierungsform. Idealerweise könnte sie zur Demokratisierung der Welt beitragen.
    1. Geldschöpfung durch das Leben
    2. Keine Geldschöpfung durch Schulden
    3. Keine Golddeckung nötig
    4. Keine Waren-Deckung nötig
    5. Nur positive Kontostände
    6. Stabile Geldmenge
    7. Geldwertstabilität, stabile Preise
    8. Geldmenge nicht manipulierbar
    9. Geldmenge ähnlich wie jetzt (in
    Mitteleuropa)
    10. Preise ähnlich wie jetzt (in Mitteleuropa)
    11. Selbstregulierendes System
    12. Keine Finanzblasen
    13. Entlastung nachfolgender Generationen
    14. Sanfte Vergänglichkeit
    15. Gnädiges System: verzeiht Fehler
    16. Keine Notwendigkeit für Kriege und andere
    Katastrophen (unfreiwillige Vergänglichkeit)
    17. Aktivierendes Grundeinkommen
    18. BGE wo es sinnvoll ist
    19. Vollbeschäftigung wo sie sinnvoll ist
    20. Daher kein Versorgungsproblem, das beim
    BGE in manchen Ländern auftreten könnte
    21. Keine Unterhaltsverpflichtung
    22. Alleinerziehende sind versorgt
    23. Open Source Entwickler sind versorgt
    24. Dadurch großer Fortschritt auf allen
    Gebieten
    25. Freie Forschung & Entwicklung
    26. Staatseinkommen für jedes Land
    proportional zur Anzahl seiner
    Bürger
    27. Steuerfreiheit
    28. Daher keine staatliche Kontrolle nötig
    29. Bürokratie-Abbau
    30. Hoher Leistungsanreiz
    31. Brutto = Netto
    32. Geringere Lohnkosten
    33. Keine Definition für Schwarzarbeit
    34. Sanierung der Staatsfinanzen
    35. Tilgung der Staatsschulden in wenigen Jahren
    36. Schutz des Privatvermögens bei Geldcrash
    37. Kapitalflucht lohnt sich nicht
    38. Demographischer Wandel ist kein
    Problem
    39. Alte Menschen willkommen
    40. Sichere Altersversorgung
    41. Beugt Überbevölkerung vor
    42. Nur zinsfreie Kredite am Markt
    handelbar
    43. Großes Kreditangebot
    44. Geringes Kreditrisiko
    45. Lukrative Geldanlagen in Form von
    Geschäftsbeteiligungen
    46. Keine verdeckten Zinsen in den Preisen
    47. Win-Win-Situationen für Kreditgeber und
    Kreditnehmer
    48. Ausgleichs- und Umwelt-Fonds für
    jedes Land
    49. Eindeutiges Anreizsystem für das Leben
    50. Umwelt-Sanierung/-Erhaltung wird
    lukrativster Wirtschaftszweig
    51. Nur umweltfreundliche Produkte haben ein
    Chance am Markt
    52. Anreize für umweltfreundliche Technologien
    53. Umweltauflage für Grund und Boden
    54. Ausgleich zwischen armen und
    reichen Ländern +
    Gesellschaftsschichten
    55. Lösung des Welthunger-Problems
    56. Es ist Genug für alle vorhanden
    57. Keine Ausländer- und Flüchtlingsprobleme
    58. Würdigt die indigenen Völker und deren
    Rechte
    59. Industrie-Nationen haben solvente Kunden
    60. Entwicklungsländer können Technologieund
    KnowHow einkaufen
    61. Reiche können reich bleiben
    62. Bisher Armen gelangen zu Wohlstand
    63. Passend für alle: von der anarchistischen
    Kommune bis zum Weltkonzern
    64. Frieden
    65. Hohe Arbeits- und Lebensqualität
    66. Selbst bestimmte Zeit
    67. Deutlich weniger Stress
    68. Fördert Gesundheit
    69. Keine Arbeitslosigkeit
    70. Besseres Arbeitsklima
    71. Sinn-erfüllte Arbeit
    72. Wegfall unproduktiver Arbeiten
    73. Jeder kann sein volles Potenzial entfalten
    74. Keine Not-bedingte Kriminalität
    75. Kein Konsumzwang
    76. Deutlich weniger Produktion ohne soziale
    Nachteile
    77. Daher deutlich weniger Müll
    78. „Nützlicher“ ökologischer Fußabdruck
    79. Friedliche Einführung parallel
    möglich
    80. Einfach und für Jeden zu verstehen
    81. Wir können jetzt schon beginnen
    82. Stufenplan zur parallelen Einführung
    83. Sofort machbar, wenn wir Menschen uns
    dafür entscheiden
    84. Aktionsplan wird laufend angepasst und
    verbessert
    85. Bargeld möglich,
    86. Jedes Zahlungsmittel möglich
    87. Kann in einzelnen Ländern beginnen
    88. Kann weltweit eingeführt werden
    89. Hohe Ethik
    90. Nur gemeinsam möglich, kein Ego-Trip
    91. Wohlergehen des Einzelnen
    92. Wohlergehen der Gemeinschaft
    93. Wohlergehen aller Wesen (Natur)
    94. Wertschätzung des Lebens
    95. Wertschätzung der Menschenwürde
    96. Nach dem Vorbild der Natur
    97. Weibliches und männliches Prinzip
    ausgeglichen
    98. Fördert Gruppen-Intelligenz der Menschheit
    99. Wohlstand für alle
    100. In Harmonie mit der Natur
    Joytopia Akademie
    Pfarrweg 2
    D 74653 Künzelsau
    Tel. +49 (7940) 546 0810
    E-Mail: akademie@joytopia.net
    www.joytopia.net
    100 Vorteile des Lebensgeldes
    1. Geldschöpfung durch das Leben
    2. Keine Geldschöpfung durch Schulden
    3. Keine Golddeckung nötig
    4. Keine Waren-Deckung nötig
    5. Nur positive Kontostände
    6. Stabile Geldmenge
    7. Geldwertstabilität, stabile Preise
    8. Geldmenge nicht manipulierbar
    9. Geldmenge ähnlich wie jetzt (in
    Mitteleuropa)
    10. Preise ähnlich wie jetzt (in Mitteleuropa)
    11. Selbstregulierendes System
    12. Keine Finanzblasen
    13. Entlastung nachfolgender Generationen
    14. Sanfte Vergänglichkeit
    15. Gnädiges System: verzeiht Fehler
    16. Keine Notwendigkeit für Kriege und andere
    Katastrophen (unfreiwillige Vergänglichkeit)
    17. Aktivierendes Grundeinkommen
    18. BGE wo es sinnvoll ist
    19. Vollbeschäftigung wo sie sinnvoll ist
    20. Daher kein Versorgungsproblem, das beim
    BGE in manchen Ländern auftreten könnte
    21. Keine Unterhaltsverpflichtung
    22. Alleinerziehende sind versorgt
    23. Open Source Entwickler sind versorgt
    24. Dadurch großer Fortschritt auf allen
    Gebieten
    25. Freie Forschung & Entwicklung
    26. Staatseinkommen für jedes Land
    proportional zur Anzahl seiner
    Bürger
    27. Steuerfreiheit
    28. Daher keine staatliche Kontrolle nötig
    29. Bürokratie-Abbau
    30. Hoher Leistungsanreiz
    31. Brutto = Netto
    32. Geringere Lohnkosten
    33. Keine Definition für Schwarzarbeit
    34. Sanierung der Staatsfinanzen
    35. Tilgung der Staatsschulden in wenigen Jahren
    36. Schutz des Privatvermögens bei Geldcrash
    37. Kapitalflucht lohnt sich nicht
    38. Demographischer Wandel ist kein
    Problem
    39. Alte Menschen willkommen
    40. Sichere Altersversorgung
    41. Beugt Überbevölkerung vor
    42. Nur zinsfreie Kredite am Markt
    handelbar
    43. Großes Kreditangebot
    44. Geringes Kreditrisiko
    45. Lukrative Geldanlagen in Form von
    Geschäftsbeteiligungen
    46. Keine verdeckten Zinsen in den Preisen
    47. Win-Win-Situationen für Kreditgeber und
    Kreditnehmer
    48. Ausgleichs- und Umwelt-Fonds für
    jedes Land
    49. Eindeutiges Anreizsystem für das Leben
    50. Umwelt-Sanierung/-Erhaltung wird
    lukrativster Wirtschaftszweig
    51. Nur umweltfreundliche Produkte haben ein
    Chance am Markt
    52. Anreize für umweltfreundliche Technologien
    53. Umweltauflage für Grund und Boden
    54. Ausgleich zwischen armen und
    reichen Ländern +
    Gesellschaftsschichten
    55. Lösung des Welthunger-Problems
    56. Es ist Genug für alle vorhanden
    57. Keine Ausländer- und Flüchtlingsprobleme
    58. Würdigt die indigenen Völker und deren
    Rechte
    59. Industrie-Nationen haben solvente Kunden
    60. Entwicklungsländer können Technologieund
    KnowHow einkaufen
    61. Reiche können reich bleiben
    62. Bisher Armen gelangen zu Wohlstand
    63. Passend für alle: von der anarchistischen
    Kommune bis zum Weltkonzern
    64. Frieden
    65. Hohe Arbeits- und Lebensqualität
    66. Selbst bestimmte Zeit
    67. Deutlich weniger Stress
    68. Fördert Gesundheit
    69. Keine Arbeitslosigkeit
    70. Besseres Arbeitsklima
    71. Sinn-erfüllte Arbeit
    72. Wegfall unproduktiver Arbeiten
    73. Jeder kann sein volles Potenzial entfalten
    74. Keine Not-bedingte Kriminalität
    75. Kein Konsumzwang
    76. Deutlich weniger Produktion ohne soziale
    Nachteile
    77. Daher deutlich weniger Müll
    78. „Nützlicher“ ökologischer Fußabdruck
    79. Friedliche Einführung parallel
    möglich
    80. Einfach und für Jeden zu verstehen
    81. Wir können jetzt schon beginnen
    82. Stufenplan zur parallelen Einführung
    83. Sofort machbar, wenn wir Menschen uns
    dafür entscheiden
    84. Aktionsplan wird laufend angepasst und
    verbessert
    85. Bargeld möglich,
    86. Jedes Zahlungsmittel möglich
    87. Kann in einzelnen Ländern beginnen
    88. Kann weltweit eingeführt werden
    89. Hohe Ethik
    90. Nur gemeinsam möglich, kein Ego-Trip
    91. Wohlergehen des Einzelnen
    92. Wohlergehen der Gemeinschaft
    93. Wohlergehen aller Wesen (Natur)
    94. Wertschätzung des Lebens
    95. Wertschätzung der Menschenwürde
    96. Nach dem Vorbild der Natur
    97. Weibliches und männliches Prinzip
    ausgeglichen
    98. Fördert Gruppen-Intelligenz der Menschheit
    99. Wohlstand für alle
    100. In Harmonie mit der Natur

  • 19.10.2009 19:13 Uhr

    von enzomat_3000:

    herr häni fordert - freiräume - auch im denken

    der erbsenzähler an dieser stelle ist hier fehl am platz

    mehr phantasie bitte :-)

  • 18.10.2009 23:47 Uhr

    von Andreas W.:

    Kann leider erst jetzt auf die Kommentare zu meinem - zugegeben provokanten Kommentar - antworten.

    Zu der ökonomischen Machbarkeit - diese These wage ich jetzt - kann kein Mensch auf der Welt verbindliche Auskunft geben.

    Die sozial-psychologischen Aspekte halte ich auch für völlig unberechenbar.

    Angeblich hat man im Frühstadium der Sowjetunion ein Experiment gemacht, nachdem Brot kostenlos abgegeben wurde. Resultat war, dass die bäuerlichen Menschen mehr nahmen, als sie selbst brauchten und an die Schweine verfütterten.

    Ungeachtet der historischen Wahrheit - Es ist eine gute Metapher. Und sage jetzt bitte niemand, die waren noch nicht reif dafür!...

    Und sonst?

    Zunächst einmal: Ich leugne nicht die Fortschritte im Bereich Menschenrechte, Sozialsystem, Wohlstand, Freiheit etc. Diese wurden, zum Teil blutig, zum Teil auch friedlich (wenn, selten genug, die Vernunft, eher die Abwägung, einmal sich gegen die Dummheit durchsetzen konnten) den herrschenden Verhältnissen abgetrotzt.

    Mir fällt dabei folgendes auf: Die dauerhaften Fortschritte für alle sind aus ursprünglich partikularen Interessen errreicht worden. Zum Beispiel die Abschaffung der Leibeigenschaft war in erster Linie ein ökonomischer Fortschritt zu Gunsten des früh-industriellen Unternehmertums, nicht so sehr aus Menschenfreundlichkeit. Die entstandenen Manufakturen und Fabriken brauchten nämlich freie (!) Arbeitskräfte. Dass das dann auch intellektuell reflektiert wurde (und dieses in der Folge irrtümlich als der Primäreffekt angesehen wurde) war eben doch nur sekundär (Marx!).

    Andererseits: Immer dann, wenn jemand primär das Wohl der Menschheit verkündet hat, dann - tja, dann endete es in Blutbädern, Hungertoten, Umerziehungslagern, Kriegen usw.

    Und zur Klarstellung: Die Erfinder und Vordenker solcher hehrer Ideen waren in der Regel tatsächlich von allen Zweifeln erhaben. (Insofern ist D.H. und vielen anderen niemals zu nahe zu treten.) Die historische Erfahrung zeigt jedoch, dass es keine humanistische Idee gibt, die nicht am Ende nur Tränen der Mütter produziert. Lenin bezeichnete als: "Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift.!" - Dann wars es das.

    Also ihr "Gauches-Kaviar" - bleibt auf dem Sofa im Café und träumt weiter vom Paradies.

  • 16.10.2009 14:13 Uhr

    von Marcus Braeger:

    Das bedingungslose Grundeinkommen stärkt kollektive Arbeit.
    Das bG niveliert faktisch den Anti-Streikparagrafen 146 SGB III (früher: Paragraf 116 AFG) und stärkt damit die Gewerkschaften. 146 SGB III setzt eine scharfe Bedarfsprüfung an die Auszahlung von Kurzarbeitergeld durch das Arbeitsamt an kalt ausgesperrte Arbeitnehmer. Die sogennante kalte Aussperrung ist ein Kampfmittel der Arbeitgeber, bei der Arbeitnehmer aus nicht bestreikten Betrieben ohne Entgeld nach Hause geschickt werden. Begründet wird dies mit der mangelnden Arbeit verursacht durch z.B. einen bestreikten Zulieferbetrieb derselben Branche.

  • 16.10.2009 13:10 Uhr

    von Beliebig:

    Zunächst einmal nur ganz herzlichen Dank für die Kommentare, Anregungen und Links! Ich freue mich sehr, daß sich einige mit meinen Überlegungen auseinandergesetzt und dadurch mir und auch anderen wieder ein wenig weitergeholfen haben - daß das nicht selbstverständlich ist, weiß ich.

    Da die paradiesischen Zeiten eines BGE noch nicht angebrochen sind, muß ich meine ausführliche Antwort auf später verschieben - muß noch arbeiten; ich hoffe, im Laufe des morgigen Tages wird der Kommentar erscheinen können.

    Tschüß @all
    Beliebig

  • 16.10.2009 08:45 Uhr

    von Daniel:

    @Beliebig: Die Finanzierung stelle ich mir gar nicht so schwierig vor. Man muß halt die richtigen Schritte tun. Ein erster Schritt könnte sein, die Bedingungslosigkeit auf das ALG II anzuwenden. Lediglich Bedürfigkeit sollte vorerst weiter gegeben sein.

    Effekt: Niemand mehr würde zur Teilnahme an Maßnahmen erpresst, deren Sinn sich einfach nicht erschließen will. 1€-Jobs und diverse Schulungen würden nur noch freiwillig wahrgenommen und daher rapide zurückgehen und mit ihnen der ganze Apparat.

    ( Nun hör ich schon den Aufschrei, die faule Schmarotzer-Bande werde sich dann vorm Fernseher das letzte Stück Hirn versaufen. Das Gegenteil ist richtig: Das "Präkariat" hätte endlich die Freiheit, das Leben wieder aktiv selbst zu gestalten. Viele werden sich äußerst sinnvollen Tätigkeiten zuwenden, wenn ihr Armuts-Joch sie nicht mehr daran hindert. Das hat viel mit (Selbst-) Wertschätzung zu tun. )

    Weitere Schritte betreffen die allmähliche Anhebung des Satzes, die Ausweitung des Personenkreises und die Umgestaltung des Abgabensystems. Zurück zur Finanzierung: Ich bin nicht überzeugt, dass Einkünfte nicht besteuert werden sollten. Ich stelle mir vielmehr einen Einheitlichen Steuersatz vor, z.B. 50%. Man hätte dann das Grundeinkommen plus die Hälfte vom Brutto, wodurch sich von selbst eine Progression ergibt. Oder 25% Einkommens- / 25% Mehrwertsteuer. (ausgenommen auf Lebensmittel, Bücher,...)

    Darüberhinaus finde ich, dass auch übergroße Vermögen beschränkt sein sollten, maximal 1 Mia. €. Wem das nicht genügt, der soll zum Arzt gehen.

    Behinderte, chronisch Kranke und andere besonders Bedürftige erhalten weiter zusätzliche Sozialhilfe. Der Staat löst sich ja nicht in Luft auf, sondern hat noch genug zu tun, Bildung, Gesundheit, Polizei, Infrastruktur,... All das muß finanziert werden. Das wäre auch kaum ein Problem, wäre die Staatsverschuldung nicht so gigantisch. (Vorschlag: s. vorheriger Abschnitt)

    Zur Frage nach Erfahrungswerten verweise ich auf die taz:
    http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/wo-das-geld-vom-himmel-faellt
    http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/afrika-traut-sich/
    (lies beides) und z.B.
    http://www.augustin.or.at/index.php?art_id=1084

    @`.°.´: Es bleibt dir unbenommen, dein Geld nach Brasilien zu tragen, ich hab da kein Problem damit. Auch das ist ja nichts grundlegend Neues. Möglicherweise mußt du es aber dann an der Grenze oder beim Währungstausch versteuern. Möglicherweise schwindet aber auch der Wunsch, auszusteigen.


    So, und nächstes Mal erklär ich nochmal, wie man nahezu unbegrenzt tragfähige Strukturen erhält, indem man lokale Autarkie-Schritte unterstützt, sprich: die Gemeinden zu Selbstversorgern entwickelt, denen selbst Währungskrisen und Handelseinbrüche nichts anhaben könnten. (Stichwort: Regionalwährungen)
    Denn spätestens in einer Währungskrise brauchen wir genau das.

  • 15.10.2009 23:26 Uhr

    von M. Blunck:

    Die Befürchtung, dass eine 50%ige MwSt. für die Finanzierung eines Grundeinkommens zu hoch wäre, muss nicht sein. Heute muss ein Unternehmer doch die Lohnnebenkosten für seine Angestellten mit in seine Endpreise EINKALKULIEREN! Die Produkte kosten dann genau so viel wie heute, weil die Sozialabgaben aus dem Preis verschwinden, dafür aber mehr Konsumsteuer draufkommt - is doch sowieso viel logischer.
    (Ist gut erklärt im Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt - Youtube)

  • 15.10.2009 20:54 Uhr

    von Jakob:

    Selbstverstaendlich gibt es viele Teilprobleme bei einem Grundeinkommen, die es zu loesen gilt. Man muss aber auch bedenken, dass man gewisse gesellschaftliche Veraenderungen - trotz aller Theorie - ausprobieren muss, um ihren wahren Wert oder Unwert erkennen zu koennen (vorrausgesetzt man ist gewillt am System zu Arbeiten, anstatt auf den "unmittelbar bevorstehenden" Umbruch zu einer nichtkapitalistischen Ordnung zu warten).

    Ich wuerde an dieser Stelle gerne ersteinmal meinem Vorkommentierer widersprechen. Um die Diskussion um ein Grundeinkommen ernsthaft fuehren zu koennen, muss man in erster Linie in der Lage sein diese Diskussion unvoreingenommen und ehrlich zu fuehren. Wenn man beispielsweise anfuehrt, dass eine 50%ige Mehrwertsteuer den potentiellen Freiheitswert des Grundeinkommens tilgen wuerde, dann muss man ehrlicherweise widersprechen, dass die unterstellte Verteuerung, die diese Tilgung herbeifuehren wuerde garnicht stattfindet. Wenn man saemtliche Vorbesteuerung, einer Wahre vom Verkaufspreis abzieht, die bei der Herstellung anfallen, und das beinhaltet (indirekte) Steuern auf Transport, Arbeit, Ankauf von Materialien etc, dann kommt man auf eine Verbilligung von ca 40 - 45% (je nachdem, wer es ausrechnet). Und daran orientiert sich der Prozentsatz der Grundeinkommenbefuehrworter.
    Das aber nur als Beispiel.

    Ein viel wichtigerer Aspekt beim Grundeinkommen, finde ich, ist aber die Tatsache das es potentiell den Widerspruch zwischen Produktivitaetsentwicklung und Lohnabhaengigkeit loesst. Wir sind dank moderner Technik und fortgeschrittener Wissenschaft in der Lage, dermassen produktiv und unter Einsatz von nur (vergleichsweise) sehr geringem Masse an menschlicher Arbeit unsere Bedarfsgueter herzustellen, dass die Abhaengigkeit von gueterproduzierender, menschlicher Eigenleistung zur Unterhaltsbestreitung beinahe zum Widersinn wird (und das trotz Dienstleistungssektor). Die kapitalisitsch organisierte Wirtschaft kann sehrwohl auf die wirtschaftlich produktive Arbeitsleistung von millionen Menschen verzichten, nicht aber auf deren Faehigkeit zu konsumieren. Warum also sollte man diese zwei so untrennbar miteinander Verknuepfen? Warum soll gesellschaftlicher Wohlstand nicht aus freiwilliger, selbstinspirierter Arbeit basieren, wenn die Vorraussetzungen so offensichtlich dafuer gegeben sind? Wenn man sich vor Augen fuehrt, dass beispielsweise ein moderner Bauer ca 100 Menschen ernaehren kann, waehrend ein Bauer vor hundert Jahren nur fuenf ernaehren konnte, dann bedeutet das doch das man anteilig 20 mal weniger Bauern zur Versorgung der Bevoelkerung mit dem selben Produkt benoetigt.

    Ich bin nun kein diplomierter Oekonom, aber trotz aller wissenschaftlicher Schnitzer die mir da vielleicht unterlaufen sind, kann man glaube ich nicht abstreiten, dass es nicht einer gewissen Grundlogik entbehrt.

  • 15.10.2009 19:10 Uhr

    von joho:

    also ich bin hausmeister in der gastronomie, und mir macht der job spass. ich sehe halt gerne menschen lachen. verdienen tue ich so um die 900 euronen im monat (brutto). wenn mir einer oder der staat das geld einfach so geben würde, dann würde ich trotzdem oder grade deswegen weiter arbeiten gehen. denn was soll man sonst mit seiner zeit anfangen. das positive wäre das der "druck" wegfällt. das negtive wäre das wahrscheinlich ein paar "wirkliche sozialschmarotzer" geben würde. wobei ich persöhlich das nicht so schlimm finden würde, wenn 90% der bevölkerung 10% dürchfüttern. im moment ist es in meinen augen so, das sich ein paar superreiche die taschen immer voller machen und der rest schaut in die röhre. aber wenn man die "leistungsträger" in unser gesellschaft anschaut dann werde ich das gefühl nicht los das die obern 10000 in dieser republik das mit sicherheit nicht wollen. stellen sie sich mal vor ein herr ackermann müste dann wahrscheinlich selbst mal hand anlegen, was diesem mit sicherheit mal guttuen würde, den arbeit schändet nicht. aber ob dieser personenkreis, der die macht in diesem land in händen hält, das will da habe ich dann doch meine zweifel. aber im prinzip ist das ein guter gedanke wenn der chef sich überlegen muss seine mitarbeiter bei laune zu halten, weil über die schiene geld geht das dann ja nicht mehr ausser bei den gierigen halt die es auch gibt. mfg joho

  • 15.10.2009 18:17 Uhr

    von Martin Wilke:

    @beliebig,

    es gibt ganz unterschiedliche Finanzierungskonzepte. Die meisten beruhen nicht auf einer Konstumsteuer, sondern auf der Besteurung von Einkommen, teilweise auch Vermögen, Unternehmensgewinnen und Börsenumsätzen. Es sind jeweils auch Zuschläge für z.B. Menschen mit Behinderung vorgesehen.

    siehe z.B.: http://martinwilke.de/Finanzierung_Bedingungsloses_Grundeinkommen_2007.pdf

    Zumeist wird auch vorgeschlagen, die Höhe des Grundeinkommens regelmäßig anzupassen, entweder gemäß der Preisentwicklung oder gekoppelt ans Bruttoinlandsprodukt.

  • 15.10.2009 16:51 Uhr

    von Anne Jeziorski:

    Bedingungsloses Grundeinkommen - um jeden Preis?
    Ich hätte nichts gegen ein Grundeinkommen, aber es sollte real an Bedingungen gekoppelt sein.

    Natürlich ist das Hartz IV Gesetz zum Scheitern verurteilt und setzt nahezu das Grundgesetz ausser Gefecht. Die Vielzahl der Klagen belegen eine eindeutige Statistik und zeigt den Irrweg des Gesetzes auf.

    Mit einem GE werden Unternehmer gezwungen, die Sklavenarbeit (Mobbing, Erpressung der Arbeitnehmer)zu unterbinden. Eigentlich müsste eine Arbeitnehmerbewegung in Bewegung gesetzt werden, die vor Hungerlöhne schützen, durch das GE.

    Zumindest dürfte das GE die Binnenwirtschaft ankurbeln und die Quintessenz: mehr Geld im Pott. Das zumindest dürfte den Finanzminister erfreuen. Aber die Rechnung geht eben nicht auf, wenn es zu einer Erhöhung der MwSt. kommt. Dann sitzen wir im Endeffekt auf Hartz IV Niveau. Nur das Kind hat einen neuen Namen, ohne erkennbaren Effekt, bekommen.

    Freundlich Anne

  • 15.10.2009 16:42 Uhr

    von nachgehakt:

    @Beliebig:

    Wenn du die Mehrwertsteuer mit 50% annimmst, musst du auch mit einberechnen dass Produkte durch wegfallende Arbeits- und Steuerkosten um einiges günstiger werden. Das sollte mindestens die Kosten durch die Mehrwertsteuer ausgleichen.

    Was aber das nächste Problem nach sich zieht: Welcher Unternehmer verzichtet auf den so frei werdenden Gewinn? Bzw. wie bekommt man die Unternehmer dazu ihr Preise den gesunkenen Arbeitskosten anzupassen???

  • 15.10.2009 16:11 Uhr

    von Beliebig:


    Die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen kann m. E. erst seriös geführt werden, wenn man genau auflistet, wie man sich die Finanzierung vorstellt.

    Ich bezweifle nicht, daß gerade das schwierig ist, allein schon, weil es wohl keine Erfahrungswerte gibt, wie sich Menschen in einem so radikal umgestalteten System verhalten werden.

    Die hier vorgestellte Idee geht - wenn ich es richtig verstanden habe - von einer hohen Konsumsteuer - zu deutsch wohl: Mehrwertsteuer - aus, während insbesonders die Steuern auf Arbeit (und Gewinn) entfielen.

    Wenn man hier einmal einen Satz von 50 % Mehrwertsteuer annimmt, der in der Diskussion ist und unterstellt, daß aus dem Grundeinkommen die soziale Absicherung bezahlt werden soll, ist fraglich, wieviel Freiheit der vorgeschlagene Betrag einem Menschen ermöglicht. Jede/r möge selbst rechnen.

    Muß die soziale Absicherung über das BGE erfolgen, würde das bedeuten, daß die paritätische und solidarische Finanzierung der Sozialabgaben entfallen wird.

    Würde im wesentlichen der Konsum besteuert, bedeutete das auch den gänzlichen Abschied vom Prinzip der steuerlichen Belastung nach Belastungsfähigkeit ("starke Schultern können mehr tragen").

    Um es weniger abstrakt zu formulieren: es gäbe keine Besteuerung von beliebig hohen Einkommen und Gewinnen mehr.

    Was ebenfalls noch benannt werden muß: was wird aus denen, die auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind - Behinderte, Alte, deren Aufwendungen das BGE um ein Vielfaches übersteigen?

    Wie will man auf Steigerungen der Lebenshaltungskosten reagieren - steigende Energiepreise beispielsweise?

    Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen - sollte jemand hier Ideen entwickelt haben, würde ich gern davon erfahren.









  • 15.10.2009 16:05 Uhr

    von Just@nuhb:

    Meine Meinung deckt sich größtenteils mit der von Rick, doch möchte ich noch einen sozial-unromantischen Kommentar abgeben;
    Im Artikel heißt es so schön:
    "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral"
    und auch ich denke, dass es so ist und denke weiter, dass deshalb die Idee des Grundeinkommens scheitern wird - es gibt zu viele Menschen mit noch mehr Geld und Einfluss, deren gesamter Reichtum genau darauf basiert.

    Allgemeiner Denkanstoß noch zum Schluss: Warum nicht einfach mal Neues ausprobieren -> Solange jeder nur fragt, wohin wir kommen würden, werden wir niemals irgendwohin kommen.

  • 15.10.2009 15:39 Uhr

    von Topomoos:

    @Andreas W.

    Nach Ihrer These, wäre es also besser, wir befänden uns noch in einem frühneuzeitlichen Feudalstaat?
    Europäische Aufklärung, bürgerliche Freiheitsbewegungen, soziale Bewegungen des 19. Jahrhunderts.
    Die Geschichte hat sich immer auf der Grundlage von anfangs als hanebüchen verspotteten Ideen entwickelt (Demokratie, allgemeines Wahlrecht...- erzählen Sie das mal einem Adeligen um 1700). Es gab böse Irrwege, das ist richtig, aber daraus zu schließen jede Idee, die eine Verbesserung verspricht, sei per se gefährlich, ist absurd. Mehr Mut!

  • 15.10.2009 14:43 Uhr

    von Rick:

    @ Andreas W.
    In Der tat, darf ich also dasrraus schließen, dass du unser aktuelles System für deutlich schlimemr als den Absolutismus hällst? Das du die Emanzipation für schlimemr als die Versklavung und unterdrückung hällst?

    Das Grundeinkommen ist ein Reformweg zu einer neuen Gesellschaft. Es löst die Problematik, das der technische fortschritt, der allen zugute komme nsollte, für manche zum verhängnis wird, weil er ihre Einkommensquelle zerstört und öffnet die Tür für eine vor allem kreativere Gesellschaft. Ich persönlich denke, dass auch die sooft beklagte Politikverdrossenheit wieder sinken würde, wenn Existenzängste und das Gefühl der Hilflosigkeit durch das Grundeinkommen verschwinden.
    Wenn wir jezt diesen Motivierten Menschen noch möglichkeiten für partizipation und communale Selbstbestimmung geben, dann schaffen wir es unetr umständen doc hnoch einmal zu einer demokratischen udn emanzipierten Gesellscahft.

  • 15.10.2009 14:37 Uhr

    von `.°.´:

    Die Rechnung eines bedingungslosen Grundeinkommens, so symphatisch es
    auch wäre, scheint mir nur in einem
    geschlossenen Wirtschaftskreislauf
    aufzugehen. Hartz4/Arbeitslosengeld
    wird ja in Deutschland wieder ausgegeben,
    wohingegen ein bedingungsloses Grund-
    einkommen von 1500 Euro durchaus auch
    in einer brasilianischen Strandvilla
    inkl. Hauspersonal verlustiert werden
    könnten.
    Obskure Kleinstparteien, die ein solches
    Grundeinkommen einführen wollen, wie die
    Partei D4U, propagieren deshalb auch die
    Einführung einer neuen Währung...
    Mir als Hartz4-Empfänger wäre ein Grund-
    einkommen dennoch willkommen, aber,
    ehrlich gesagt, Brasilien wäre dann
    eine Option.

  • 15.10.2009 13:48 Uhr

    von Andreas W.:

    Jede, ausnahmslos jede Idee, die im Verlauf der mesnchlichen Geschichte entwickelt wurde, um Fortschritt, Freiheit, Wohlstand zu bringen, ist pervertiert. Und je größer das Heilsversprechen, umso monströser die Verbrechen, die man beging, um dieses Heilsversprechen zu legitimieren. Insofern können wir froh, sein, wenn es bei dieser sozialromantischen Idee bleibt.

  • 15.10.2009 13:01 Uhr

    von Reformkommi:

    Die Debatte um das Grundeinkommen ist eine sehr interessante. Ohne mich allzu tief in die Materie eingelesen zu haben, scheint mir das Konzept Potenzial zu haben. Auch die Verhandlungsmacht würde wieder stärker bei den Arbeitnehmern liegen. Allerdings löst dies natürlich nicht die Frage der Lohnarbeit und der Profitmaximierung an sich.

  • 15.10.2009 12:16 Uhr

    von Wolfgang S.:

    Dank Daniel Häni wäre endlich Schluss mit der Diskriminierung von Arbeitenden durch Steuerzwang.

    Die Auswirkung auf den Geldwert ist nur spekulativ zu beurteilen, solange der große Feldversuch mit solchem bedingungslosen Grundeinkommen nicht wirklich stattgefunden hat.

    Aber wer ist die Zielgruppe dieser 1500-Euro-Alimentierung? "Alle" Menchen, damit niemand "Rassismus" schreit, obwohl es auch hier wieder mal mit Rasse ganz und gar nichts zu tun hat?

    Funktionieren ohne Streit kann Daniel Hänis oder Götz Werners Ideen nur, wenn sie von der UNO für alle fast 7 Milliarden Menschen realisiert wird.

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