Bürgerentscheid erfolgreich
Mediaspree ist Ufer los
Beim Bürgerentscheid "Spreeufer für alle" haben 87 Prozent gegen die Bebauungspläne im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gestimmt. Bezirk und Senat wollten Ergebnis akzeptieren.von Gereon Asmuth
Leserkommentare
04.04.2011 18:54 Uhr
von Denken!:
@durscht
1.Man darf die 80% Nichtwähler sicherlich NICHT als Leute werten, die Deine Meinung vertreten. Nur weil Leute nicht zur Wahl gehen, muss es nicht bedeuten, dass sie die gegenteilige Meinung vertreten. Das würde ja bedeuten, dass "Mediaspree versenken" eine 100%-ige Mobilisierungsquote unter seinen Anhängern gehabt hätte... deshalb liegt die Wahlbeteiligung bei Bundestags- u. Kommunalwahlen üblicherweise auch bei 100%, weil Partein immer 100% ihrer Anhänger mobilisieren können... schon klar!
2. Deine Argumentation Mediaspree = Arbeitsplätze (für die Anwohner - hier wäre ein Blick auf die Struktur der AL in Freidrichshain-Kreuzberg zu empfehlen, sind ja alles Bürokaufleute und Anlagedingsbums) greift ebenfalls zu kurz, weil ein leerstehendes Büro kein Arbeitsplatz ist und bei dem bestehenden Büroleerstand in Berlin und der entsprechend zurückhaltenden Investitionsbereitschaft bspw. Ecke Cuvrystr zeigt sich, dass in absehbarer Zeit keine MIETER für Büroflächen (nicht Investoren) zu finden sind.
"man hat sich damit abgefunden, sein Dasein auf Kosten der Allgemeinheit zu fristen"
"man" sind 20% Mediaspree-Versenker?
Erneut eine schöne undurchdachte Verallgemeinerung deinerseits, die von der Unkenntnis der Sachlage zeugt. So sind es wohl zum Einen die Menschen, die nicht das von Dir propagandierte Lebenskonzept "Büro" befürworten und alternative Lebensweisen bevorzugen und zum Anderen Menschen, die vielleicht in den bestehenden Arbeitsplätzen in Berlin arbeiten, um abends ihr Geld in Stranbars zu verjubeln und zu Guter Letzt diejenigen, die arbeit brauchen, aber nicht finden und erst recht nicht bei Mediaspree.
Außerdem ist ja gerade, das Leben in Kreuzberg mit den Strandbars Tourismusmagnet und nicht der Glaskasten, da wird ganz viel Geld nach Kreuzberg geschleppt...
Damit wären wir bei gerade mal 10% der Gesamtprobelmatik..
Leider scheinen in Deinem BWL-Studium einige Dinge nicht behandelt worden zu sein... Prekarität, Statistik, die Welt ist nicht eindimensional und der Markt regelt auch nicht immer alles!
04.04.2011 18:54 Uhr
von gerschwin:
hehehe. sehr gut. als anarchist sind mir bürgerentscheide zwar egal, aber meine stimme habe ich trotzdem abgegeben. schön, wenn man das kapital mit seinen eigenen waffen ("demokratie") schlagen kann. da kommt freude auf!
11.02.2011 17:46 Uhr
von gerschwin:
hehehe. sehr gut. als anarchist sind mir bürgerentscheide zwar egal, aber meine stimme habe ich trotzdem abgegeben. schön, wenn man das kapital mit seinen eigenen waffen ("demokratie") schlagen kann. da kommt freude auf!
16.07.2008 12:41 Uhr
von Denken!:
@durscht
1.Man darf die 80% Nichtwähler sicherlich NICHT als Leute werten, die Deine Meinung vertreten. Nur weil Leute nicht zur Wahl gehen, muss es nicht bedeuten, dass sie die gegenteilige Meinung vertreten. Das würde ja bedeuten, dass "Mediaspree versenken" eine 100%-ige Mobilisierungsquote unter seinen Anhängern gehabt hätte... deshalb liegt die Wahlbeteiligung bei Bundestags- u. Kommunalwahlen üblicherweise auch bei 100%, weil Partein immer 100% ihrer Anhänger mobilisieren können... schon klar!
2. Deine Argumentation Mediaspree = Arbeitsplätze (für die Anwohner - hier wäre ein Blick auf die Struktur der AL in Freidrichshain-Kreuzberg zu empfehlen, sind ja alles Bürokaufleute und Anlagedingsbums) greift ebenfalls zu kurz, weil ein leerstehendes Büro kein Arbeitsplatz ist und bei dem bestehenden Büroleerstand in Berlin und der entsprechend zurückhaltenden Investitionsbereitschaft bspw. Ecke Cuvrystr zeigt sich, dass in absehbarer Zeit keine MIETER für Büroflächen (nicht Investoren) zu finden sind.
"man hat sich damit abgefunden, sein Dasein auf Kosten der Allgemeinheit zu fristen"
"man" sind 20% Mediaspree-Versenker?
Erneut eine schöne undurchdachte Verallgemeinerung deinerseits, die von der Unkenntnis der Sachlage zeugt. So sind es wohl zum Einen die Menschen, die nicht das von Dir propagandierte Lebenskonzept "Büro" befürworten und alternative Lebensweisen bevorzugen und zum Anderen Menschen, die vielleicht in den bestehenden Arbeitsplätzen in Berlin arbeiten, um abends ihr Geld in Stranbars zu verjubeln und zu Guter Letzt diejenigen, die arbeit brauchen, aber nicht finden und erst recht nicht bei Mediaspree.
Außerdem ist ja gerade, das Leben in Kreuzberg mit den Strandbars Tourismusmagnet und nicht der Glaskasten, da wird ganz viel Geld nach Kreuzberg geschleppt...
Damit wären wir bei gerade mal 10% der Gesamtprobelmatik..
Leider scheinen in Deinem BWL-Studium einige Dinge nicht behandelt worden zu sein... Prekarität, Statistik, die Welt ist nicht eindimensional und der Markt regelt auch nicht immer alles!
14.07.2008 11:46 Uhr
von Durscht:
Wenn das Projekt "dermaßen verhasst" wäre, wären sicherlich mehr als knapp 20% zur Urne gegangen. Man darf die 80% Nichtwähler sicherlich als Leute werten, denen ein bebautes Spreeufer entweder egal ist, oder Leute, die es vielleicht nicht verkehrt finden, wenn dort mal ein paar gute Jobs entstehen. Das Leben besteht leider nicht nur daraus in Stranbars rumzuhängen. Es sei denn man hat sich damit abgefunden, sein Dasein auf Kosten der Allgemeinheit zu fristen oder ist so kurzsichtig, dass man glaubt, es wird schon einfach immer so weitergehen wie bisher. Dem verarmten Bezirk Kreuzberg hätte ein bisschen "Kapital" sicher nicht schlecht getan.
14.07.2008 11:34 Uhr
von benno wert:
Leider nur ein erreichter Zwischenstand.
Auf die künftigen Aktivitäten des Bezirks, des Senats und der Investoren wird das nur einen geringen Einfluss haben. Grundgesetze der "notwendigen" Kapitalvermehrung lassen sich leider nicht so einfach aushebeln.
Verückte Zeiten:
- leider sind Kultur und Lebensgefühl leider kein Werte an sich mehr
- Bautleitplanung von Stadträumen im Bürgerinteresse für diese oder nächste Generationen findet nicht mehr statt
- totz US-Immobiliencrash gibt es immer noch viel zu viel Kapital freies für Unsinn und muss sich vermehren
-Volksentscheide haben wenn überhaupt nur noch empfehlenden Charakter
Es hilt nur weitermachen, öffentlichkeitswirksamer Aktionismus, Zeitgewinn um Entscheidungen ins nächste Wahljahr zu verlagern, in dem Politiker kurz die Wechselwirkung zwischen Wahlversprechen, Handeln und Bürgerreaktion spüren.
Vielleicht auch gut mit einer Bürgerpartei in mit 20% + x Stimmem in den Bezirk und Senat
einzuziehen und dann die Politik aktiv mitzugestalten
14.07.2008 11:17 Uhr
von Marlou:
Hm, 87% haben für den Vorschlag der Bürgerinitiative gestimmt, und 41% für den "abgeschwächten Vorschlag" der Grünen. 87+41=? Nicht mal für einen Zahlendreher (41 statt 14) ist da Raum. Kein Wunder, dass in Berlin die Kasse nicht stimmt, wenn das ihr Umgang mit Zahlen ist.
14.07.2008 00:37 Uhr
von vic:
Der Souverän hat entschieden. Damit sollte der Fall erledigt sein.
Man darf gespannnt sein, ob die Demokratie noch funktioniert.
13.07.2008 23:17 Uhr
von gerschwin:
hehehe. sehr gut. als anarchist sind mir bürgerentscheide zwar egal, aber meine stimme habe ich trotzdem abgegeben. schön, wenn man das kapital mit seinen eigenen waffen ("demokratie") schlagen kann. da kommt freude auf!