• 06.04.2010

Buch von "Ehrenmord" Überlebender

Sie weiß, wie man stirbt

Aylin Korkmaz, 37, wurde Opfer eines der spektakulärsten "Ehrenmord"-Fälle in Deutschland - weil sie die Attacke überlebte. Der Täter könnte bald wieder auf freiem Fuß sein.von Cigdem Akyol

  • 16.04.2010 12:40 Uhr

    von aso:

    @ Richard:

    Die Antwort auf Ihren Relativierungsversuch finden Sie in der gleichen Quelle
    auf S. 47, Frauen im Islam:

    http://www.schulfach-ethik.de/ethik/download/ISLAM.pdf

  • 16.04.2010 00:11 Uhr

    von carla:

    wie lange ist es eigentlich her, daß die frau in deutschland ihren ehemann um erlaubnis fragen mußte, ob sie arbeiten gehen darf? etc.pp.

    die leute hier tun immer so verdammt aufgeklärt in diesem lande. dabei ist es gerade mal 1-2 generationen her, da war es hier noch gar nicht so extrem viel anders. (man mag sich nur mal die väter oder für die jüngeren die großvätergenerationen anschauen.)

  • 15.04.2010 11:53 Uhr

    von aso:

    @ Richard:

    Der taz-Artikel handelt von einer Frau, die ganz knapp einen versuchten Ehrenmord überlebt hat.

    Ihre Argumentation läuft darauf hinaus, das der Täter vor Gericht sagen soll, die Christen haben früher aber auch Frauen umgebracht???

    Sie meinen, tatsächlich, das würde ihn entlasten?

    Abgesehen davon, daß solche Verbrechen schon lange zurück liegen, kann eine Frau heute im „dekadentem“ Westeuropa nach erreichen der Volljährigkeit ihr Leben als Individuum
    selbstbestimmt in die Hand nehmen, ohne daß ihr Vorschriften von der Familie gemacht werden, oder sie wegen ihrer privaten oder beruflichen Zukunft um Erlaubnis fragen muß.

    Der von Ihnen empfohlene Autor Jörg W. Franke ist ein Dipl.-Ing., der Maschinenbau studierte.
    Er war beruflich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Aachener Fraunhofer-Institut für Lasertechnik,
    und beschäftigte sich also eher hobbymäßig mit religiösen Fragen.
    Sein ziemlich oberflächlicher Text klärt auf, mit welcher Koryphäe wir es hier zu tun haben.

    Zumindest reichte es für Schüler an bayrischen Schulen im Arbeitskreis Ethikunterricht, wo der Text verwendet wird.
    Genau dort ist ebenfalls ein Text im Angebot, der Ihre hilflosen Relativierungsversuche entlarvt:

    In der Rubrik Islam sind

    „...Zehn gute Gründe, den Islam zu verlassen...“, aufgeführt. Dort unter Punkt

    6. Frauen im Islam:

    Auszug:

    „Mohammed sicherte die gesellschaftliche Ordnung dadurch, dass er die Frau zur Bediensteten, zur Beute des Mannes machte.
    Die Unterdrückung der Frau wurde im Islam gesetzlich festgelegt.
    Frauen gelten als• intellektuell und religiös (minder) erschaffen• Quelle der Bosheit, der Zwietracht,
    als intrigant, undankbar und teuflisch• bedauernswerte Wesen, da die meisten von ihnen ohnehin in der Hölle landen werden...“:

    http://www.schulfach-ethik.de/ethik/download/ISLAM.pdf

  • 14.04.2010 16:13 Uhr

    von Richard:

    @ Alle, die mir was sagen wollten

    http://www.schulfach-ethik.de/ethik/download/Frau_im_Christentum.pdf

  • 09.04.2010 23:22 Uhr

    von hatem:

    Der Islam hat mit dem Islam nichts zu tun.

    Und DEN Islam gibt es sowieso nicht.

    Männer, die sowas tun, sind gar keine richtigen Muslime.

    Sowas gibt es in jeder Kultur.

  • 08.04.2010 13:10 Uhr

    von aso:

    @ Richard:

    „...Es gibt nur eine von 20 Übersetzungen, wo die Rede von Schlagen ist, wenn die Frau ungehorsam war. Aber selbst das kann wortwörtlich nur angewendet werden, wenn außenstehende Zeugen, dem Ganzen zustimmen...“:

    Und weil es um die Ehre geht, wird das natürlich an die große Glocke gehängt, und es werden außenstehende Zeugen befragt, ob die Frau nun geprügelt werden darf...?

    Zur Erinnerung:
    In der sogenannten „Prügelsure“ 4:34 ist davon die Rede, daß die „Befürchtung“, die Frau könne sich auflehnen schon zu Gegenmaßnahmen ausreicht.
    Sie richtet sich also gegen Ungehorsam.

    In deutschen Moscheen kursiert eine sensationell avantgardistisch moderne Broschüre:
    „Frauen im Schutz des Islam“:

    Auszüge:

    „...Die Muskulatur der Männer ist von Natur aus kräftiger als die der Frauen...
    Daher sind Männer schon von Natur aus dazu ausgestattet und qualifiziert,
    die Rolle des Führers über den Haushalt im allgemeinen und über die Frauen im besonderen zu übernehmen...“:
    http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/nachrichten-newsticker_artikel,-Bundesweite-Durchsuchungen-Polizei-beschlagnahmt-verbotene-Islam-Literatur-_arid,89801.html

    Das Schlagen der Frau wird gerechtfertigt, als sei es eine bittere aber heilsame „Medizin“, um eine ungehorsame Frau zu „heilen“. Na dann...

    Sheikh Syed Mahmud Allusi gibt in seinem Kommentar "Ruhul Ma’ani" vier Gründe an, warum ein Mann seine Frau schlagen darf:
    "Wenn sie sich weigert, sich für ihn schön zu machen",
    "wenn sie trotz seines Verlangens den Geschlechtsverkehr verweigert",
    "wenn sie das Beten oder die rituellen Waschungen verweigert" und
    "wenn sie ohne eine gültige Begründung aus dem Haus geht".

    Die Ehre beinhaltet die Kontrolle über die Sexualität der Frau, in dem Sinne, daß sie nicht selbstbestimmt ausgelebt werden darf. Andernfalls brächte dies Schande über die Familie, dessen Ehr-Beschädigung durch den Mord wieder hergestellt werden soll. Man wähnt sich im Recht.

    Das ist der Unterschied zur Familientragödie, bei der das Motiv eine Beziehungstat ist. Der Täter ist sich darüber im klaren Unrecht zu begehen.

  • 08.04.2010 09:05 Uhr

    von rosi:

    @richard

    sie treffen die sache auf den kopf. in deutschland gibt es eine kultur, die sich nicht hinter der türkischen verstecken muss. christliche ehemänner löschen familien aus (wie sie schreiben), vergraben ihre lebenden töchter, hetzen die minderjährigen geschwister auf diese töchter die sich gegen ihre christlichen ehemänner wehren wollen, zu töten.
    der deutsche mann, dass wissen wir spätestens seit 45 ist ein archaisches schwein, das religiös und kültürell massenhaft frauen umbringt, weil sie seine ehre beleidigen.

    ich bin stolz auf sie- richard- sie wagen es der wahrheit ein gesicht und einen namen zu geben. man sollte wenn man wahrheit meint in zukunft von richard sprechen.

    inschaallah

  • 07.04.2010 19:29 Uhr

    von Peter:

    Also, ich finde die Milderung des Urteils und die Begründung SKANDALÖS. Kein Wunder, daß sich dann noch der Bruder des Täters zu seinen Tiraden ermutigt fühlt. So ein grausamer Mordversuch muß mit aller Härte geahndet werden. Punkt und basta. Wann werden wir in D endlich mal soweit sein, den Opferschutz über den Täterschutz zu stellen?
    Ich würde den Täter nicht in die Türkei abschieben, wo ihm dann womöglich noch anerkennend auf die Schulter geklopft werden würde, sondern ihn in D in die "lebenslange Sicherungsverwahrung" geben.

  • 07.04.2010 19:16 Uhr

    von @ Brian von Nazareth:

    Nein, lieber Brian. Die obligatorische Richterschelte geht fehl. Dieser Begriff stammt nicht von Richtern. Den haben Kreise geschaffen, die solche Untaten mit einem wie auch immer gearteten kulturellen Hintergrund erklären bzw. relativieren wollen.

  • 07.04.2010 15:30 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    @Sascha

    Husch, husch - zurück in Dein PI-Körbchen!
    Hat der Stefan deine Leine nicht festgemacht?

  • 07.04.2010 14:28 Uhr

    von Sascha:

    Die TAZ erwähnt eine religiös/kulturell bedingte Straftat, ohne zugleich eine mindestens doppelt so lange Ausführung mitzuliefern, in der der Zusammenhang zur betreffenden Religion/Kultur vehement geleugnet wird?

    Ist das nicht ein Verrat an der sonst üblichen links-grünen "politisch korrekten" Selbstzensur?

  • 07.04.2010 13:58 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    Seltsam, für den Begriff "Ehrenmord" scheint es kein Wort im Türkischen zu geben. Kein Wörterbuch-Portal kennt es.
    Könnte es sein, dass das wieder mal eine rein deutsche Entwicklung ist? Deutsche Richter sind ja bekannt für ihre Kreativität.
    Schön, dass die taz da mitmacht. Da wird ein Mord ja richtig verniedlicht.

  • 07.04.2010 10:36 Uhr

    von Heinz W.:

    @Richard: Ich stelle mal die gewagte These auf dass diese Familiendramen nicht von Christen sondern von Atheisten ausgehen. Natürlich kann ich das genausowenig beweisen wie sie das Gegenteil davon.
    Verstehen sie was ich damit sagen will?

    Was den Ehrenmord von einer normalen Beziehungstat unterscheidet: "Er hat etwas in seinen Augen sehr wertvolles getan. Sein Umfeld ist derselben Meinung und hat kein Interesse daran, mit der Justiz zu kooperieren, was die Aufklärung der Tat noch schwerer macht. Sollte trotzdem beispielsweise eine Schwester aussagen wollen, wird auch sie bedroht. Ein Beziehungstäter dagegen weiß in der Regel, dass er eine schwere Straftat begangen hat, die durch nichts zu entschuldigen ist."

    In der Türkei gibt es so gut wie immer einen öffentlichen Aufschrei wenn soetwas passiert, nur bei uns scheint es niemanden zu interessieren, der Schutz der Täter ist uns wohl wichtiger.
    In dem Punkt muss Deutschland sich noch ändern.

  • 06.04.2010 22:19 Uhr

    von Richard:

    Er hat die Trennung von ihr nicht verkraftet? Und was hat das jetzt mit Ehrenmorden zu tun? In Deutschland wird doch fast jede Woche irgendwo eine komplette Familie, aus welchen Gründen auch immer, von einem christlichen Ehemann oder Vater ausgelöscht. Wieso wird das nicht als Ehrenmord bezeichnet? Vor ein paar Monaten wurde doch eine Frau aus Bayern lebenslänglich verurteilt, weil sie ihren Mann aus Eifersucht ermordet und zerstückelt hatte. War das jetzt ein christlicher Ehrenmord? Im Koran wird die Scheidung explizit erlaubt und Gewalt gegen Frauen gibt es dort im Grunde nicht. Es gibt nur eine von 20 Übersetzungen, wo die Rede von Schlagen ist, wenn die Frau ungehorsam war. Aber selbst das kann wortwörtlich nur angewendet werden, wenn außenstehende Zeugen, dem Ganzen zustimmen. Aber klar, immer schön Theater machen und der Isalmphobie auf die Sprünge helfen. Als ob sich das positiv auf den Feminismus und Atheismus auswirken würde.

  • 06.04.2010 20:42 Uhr

    von Frank:

    In der taz wird zwar ein potentieller Täter nicht lesen, aber das Wort Ehrenmord in Anführungszeichen zu setzen reicht nicht aus! Konsequent diesen Begriff vermeiden und entweder nur Mord nennen oder Hassmord wie der Freund des kürzlich in der Türkei von seinem Vater ermordeten Schwulen.

  • 06.04.2010 18:04 Uhr

    von Robert:

    Das Urteil ist eine Schande, und fast noch schlimmer sind diejenigen, die es rechtfertigen. Wenn es einen Grund gibt, sich als Deutscher zu schämen, dann für diese Justiz und die Gleichgültigkeit gegenüber solchen Frauen.

    Wichtig und richtig ist die Aussage des Artikels, dass diese Tat von einem kurdischen Mann begangen wurde. Die Ehrvorstellungen der sunnitisch-kurdischen Kultur sind wesentlich grausamer als die der türkischen. Weiterhin sehen wir an diesem Beispiel ja deutlich, wie wichtig die deutsche Sprache gerade für solche Frauen ist. Hätte es die Sprachregelung damals schon gegeben, wäre es vielleicht zu dieser Heirat nicht gekommen, weil dem Mann die finanziellen Mittel für einen Sprachkurs gefehlt hätten, außerdem wäre es evtl. möglich für Frau Korkmaz gewesen, um Hilfe zu bitten.

    Möge dieses traurige und empörende Schicksal denjenigen eine Lehre sein, die sich noch immer gegen die Sprachregelung einsetzen, besonders einigen TAZ-Autoren sowie den diversen türkischen Lobby-Gruppen und Zeitungen.

  • 06.04.2010 17:38 Uhr

    von Chessie:

    Eine mutige Frau ... die gegen die Bereichende Kultur von Claudia Fatima Roth und Fr Böhmer doch OFFEN und KLAR Tatsachen dieser Kultur ausspricht

  • 06.04.2010 17:26 Uhr

    von Anita:

    Also fuer 17 Jahre Steuern zahlen darf man einmal jemanden umbringen oder zumindest versuchen.
    Was krieg ich fuer 5 Jahre Steuern zahlen? Einmal schwere Koerperverletzung?
    Und fuer ein Jahr darf ich mir straffrei 'nen Fernseher ausm Saturn klauen?
    Manchmal frag ich mich, wie oft jemand eins auf den Kopf bekommen haben muss um solch eine abstruse Logik aufzubauen.

  • 06.04.2010 16:05 Uhr

    von Kaiser:

    "Mit diesen milden Gesetzen werden die Täter motiviert", kritisiert Aylin Korkmaz.
    Frau Korkmaz hat anscheinend nicht ganz verstanden, dass die Hoffnung auf eine Wandlung des Täters zum guten Menschen in Deutschland derart groß ist, dass man die Erniedrigung des Opfers gerne hinnimmt. Deutschland ist ein Land, in denen die Täter immer mehr Rechte haben werden als die Opfer. Das ist historisch bedingt.

  • 06.04.2010 14:23 Uhr

    von Sonja:

    Der helle Wahn!

    Wie soll frau das schon wieder begreifen?

    Sind Deutsche Richter doch türkischer als Türken? Einfach unglaublich! Verständnis für einen Mann, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt, ohne die deutsche Sprache zu sprechen und andere als seine eigenen Sitten und Wertvorstellungen zu akzeptieren?

    Dieses Urteil ist der reinste Hohn, ein weiterer Schlag ins Gesicht der betroffenen Frau und aller anderen ebenso Betroffenen.

  • 06.04.2010 13:31 Uhr

    von Eser:

    Manchmal schäme ich mich für das Affengehabe meiner Landsleute und leider gibt es immernoch solche Fälle, auch wenn sie nicht mehr so häufig sind wie früher. Mittlerweile ist es eher der Normalfall, dass so eine Art des Lebens von Türken geächtet wird als toleriert.
    Der einzige Zwangsheiratfall innerhalb meiner Verwandtschaft endete eher damit, dass die, die diese Zwangsheirat organisiert haben, fast umgebracht wurden.

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