• 15.07.2009

Buch über neue Unterrichtsformen

Lernen ohne Schule

Ulrike Kegler ist Deutschlands wichtigste Rektorin. Sogar Pubertierende kann sie für den Unterricht begeistern - ganz ohne Schule. Jetzt stellt sie ihr Buch vor.von Christian Füller

  • 15.07.2009 17:47 Uhr

    von Katze mit Hut:

    Zuerst einmal stimme ich grundsätzlich Herrn Kosiek zu. An der gesamten Bildungsdiskussion stört mich, dass ständig von "Chancengleichheit" geredet wird, damit aber letztendlich gemeint ist, dass die Schwächeren (das untere Ende der Gaußschen Normalverteilung) noch mehr gefördert werden sollen. Was ja nicht falsch ist.

    Doch am anderen Ende befindet sich das am sträflichsten vernachlässigte Potential unserer Gesellschaft, welchem mit ein bisschen Beschäftigungstherapie im Rahmen eines "Projekts", bei dem sich "nebenbei" mit Mathe auseinandergesetzt wird, mit Sicherheit nicht mehr gedient ist als mit dem derzeitigen Schulsystem, das sie an allen Ecken und Enden hindert und bremst.

    Dass das dreigliedrige Schulsystem in seiner derzeitigen Form sich überlebt hat, kann mittlerweile als sichere Erkenntnis gelten. Doch genauso kann es nie "eine Schule für alle" geben - dazu sind Kinder, dazu sind Menschen zu verschieden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das gesamte Schulsystem auf Frau Keglers System umstellen lässt. Oder dass solche Schüler nach der schulischen Ausbildung an einer Universität gut aufgehoben wären. Sicher, wir brauchen Reformen, aber es wird nie eine Pädagogik für alle geben können, die alle Probleme der ach so schlechten konventionellen Pädagogik/des konventionellen Schulsystems löst.

    Montessori-, Waldorf- und andere Reformschulen gibt es schließlich nicht erst seit gestern. Wie viele Absolventen dieser Schulen finden sich in einflussreichen Positionen der Gesellschaft? Was bewirken diese Schulen tatsächlich für uns; lässt sich das quantifizieren? Haben Menschen, die solche Schulen besuche, tatsächlich einen objektiven Vorteil im Leben? Denn darauf ist Reformpädagogik doch ausgelegt. Aber kann sie diesen Anspruch auch einlösen? Danach wird nie gefragt.

    Nur weil das alte System schlecht ist, muss nicht jede alternative Idee die beste sein.

  • 15.07.2009 08:29 Uhr

    von Katze am Schwanz packen...:

    Wieso zu Recht? Gilt der Umkehrschluss, dass der Mainstream des Bildungswesens derzeit schon gut ist? Überraschend bei den Befunden der Forschung zu selektivem Bildungssystem, zu Leistungsniveau im int. Vergleich, zur Bildungsbenachteiligung von Unterschichtkindern...

  • 15.07.2009 06:15 Uhr

    von Hund ohne Hut:

    Ist das die richtige Methode um Kinder auf ein kapitalistisches Arbeitsleben vorzubereiten oder nur ein Versuch einer Direktorin mit provokanten Themen auf dem kaptitalistischem Büchermarkt Aufmerksamkeit zu erlangen?

  • 14.07.2009 19:02 Uhr

    von nadine:

    Liebe Katze mit Hut,
    sie haben bestimmt viel Ahnung von Pädagogik. Möchten sie ihren Kommentar auch begründen bitte?
    Das Schulwesen braucht dringend Reformen um einen Bezug zur Lebenswelt herzustellen. Damit Schüler wissen was sie tun, warum sie es tun und wofür sie es tun. Reformen in die Richtung, dass lernen Spass macht, in die Richtung, dass Schüler etwas lernen, mit dem sie im Leben etwas anfangen können, in die Richtung, dass sie lernen sich auszudrücken und zu argumentieren statt draufloszuhauen. Deswegen kann man von Montessori und Co. etwas lernen! Sie scheinen das ja nicht nötig zu haben. Aber die nachfolgenden Generationen vielleicht. Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: die Welt wird komplexer und wir brauchen Menschen, die die Welt im positiven Sinne gestalten wollen, keine Roboter die funktionieren.
    Gruss,
    N Maier

  • 14.07.2009 17:43 Uhr

    von Klaus Kosiek:

    Keine neue, aber eine gute Idee - wahrscheinlich geeignet, um die Kids aus der Unterschicht in der Pubertät einigermaßen sinnvoll zu beschäftigen. Die Eltern der Oberschicht und der aufstiegsorientierten Mittelschichten werden ihren Nachwuchs weiterhin auf Privatschulen mit ähnlichem pädagogischen Profil oder auf staatliche Schulen mit hohem Leistungsanspruch und konventioneller Pädagogik schicken - und damit ihren Vorsprung im Zugang zu den besseren Positionen in der Gesellschaft ausbauen.

  • 14.07.2009 16:48 Uhr

    von Katze mit Hut:

    Wie alle Schulreformsversuche wird auch dieser am "Mainstream" des Bildungswesens vorbeigehen. Zu Recht.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder