• 14.01.2010

Brief Nachtwei an Käßmann

"Danke, dass Sie Anstoß erregt haben"

Wir dokumentieren den Brief von Winfried Nachtwei an die Ratsvorsitzende der EKD in Deutschland, Margot Käßmann, im Wortlaut.von Winfried Nachtwei

  • 16.01.2010 18:29 Uhr

    von vic:

    Leider fliegen die Kommentare immer zu früh raus, aber ich kann´s nicht oft genug schreiben.
    Gemeinhin zähle ich die Kleriker zu den Scheinheligen. Hier nimmt diese Position die Bundesregierung und ihre zahlreichen Verfechter einer Mititärpolitik ein.
    Schon das billige Argument, bei jeder Trauerfeier eines deutschen Opfer anwesend zu sein, immer dabei ein ernst blickender Bundespräsident, Fackeln und Getöse ist ekelhaft.
    Wer aber trauert um die weitaus zahlreicheren afghanischen Opfer, die nicht zuletzt durch "unsere" Hand gestorben sind? Und wofür?
    Für deutsche Politiker existieren diese Menschen nicht und ihr Abschuss ist schlicht legitim, weil militärisch notwendig (siehe Klein).
    Und das unsägliche Geschwätz von unseren Jungs.
    Es sind nicht meine Jungs, ich hab sie nicht darum gebeten zu tun was sie tun.
    Bravo Frau Käßmann. Weiter so, denn steter Tropfen höhlt vielleicht auch diesen Stein.
    Und an alle Parteien, die Kriegseinsätze nicht ausschließen.
    Meine Stimme werdet ihr niemals bekommen.

  • 16.01.2010 11:31 Uhr

    von Publicola:


    Es ist ausdrücklichst zu betonen, dass polemische Anwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsausschussangehörigen Herrn Nachtwei einerseits oder Frau Dr. Käßmann, EKD-Ratsvorsitzende, definitiv nicht angebracht sind !
    Eine Diskussion, die binär mit den Begriffen (moralisch/politisch) „richtig“ und (moralisch/politisch) „falsch“, gleichgesetzt mit „Truppenabzug“/Polizeiausbilderabzug und „Truppenverbleib“/Polizeiausbilderverbleib, binär gleichgesetzt mit „gut“ und „böse“, ist unhistorisch und ganz sicherlich nicht der Weisheit Kern.
    Zu Erinnerung und zum Vergleich:
    War es beispielsweise vor einigen Jahren nicht ein Gebot der Humanität, die serbo-kroatischen Truppen in Bosnien-Herzegowina durch militärische Schläge zu stoppen ?


    Eine andere Frage ist bei Konflikten internationaler Relevanz, dem jetzigen Afghanistan-Konflikt als auch dem vergangenen „Jugoslawien“-Konflikt, die Schuld bestimmter Entscheidungen
    • aller möglicher Staaten (im Falle Afghanistan: z.B. Sowjetunion, USA, europ. Staaten; Situation vor dem 1. Weltkrieg „The Great Game“; Regelungen im Gefolge des 1. Weltkrieges)
    oder schwerpunktmäßig die Schuld
    • europäischer Staaten (im Falle „Jugoslawien“: z.B. Frankreich: Pro-Serbien; Deutschland: Pro-Kroation, Pro-Separation der jugoslawischen Teilstaaten)
    und das Versagen der Diplomatie – ebenfalls ein weites Feld !


  • 14.01.2010 16:58 Uhr

    von Fritz Katzfuß:

    Erst jetzt fällt mir auf, dass der alberne Nachtweih ja Frau Bischöfin in der Überschrift tierisch beleidigt. Frau Dre. Käßmann hat doch keinen Anstß erregt- war sie etwa nackt auf der Kanzel?- sie hat Anstoß genommen, an der Bundeswehrpräsenz in Afghanistan Anstoß genommen. So wie 3 von 4 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern. und 11 von 12 evangelischen Christen. In völliger Übereinstimmung mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

  • 14.01.2010 15:16 Uhr

    von Manfred Hartmann:

    es ist gut, dass Winni Nachtwei Kaßmanns Gedanken würdigt: Nur - so meine ich - beharrt er auf etwas, was inzwischen bei den Grünen zu erodieren beginnt: die schwungvolle Unterstützung der militärischen Intervention. Verbal hat für Winni immer die zivile Konfliktlösung Vorrang, im Bundestag hat ihn das immer nicht daran gehindert, dem Einsatz von Soldaten zuzustimmen, auch wenn sich deutlich abzeichnet, das für Ziviles zu wenig ausgegeben wird
    Es ist immer ein ganzes Bündeln von Interessen am Werke und wir müssen wieder lernnen - wenn auch ideologisch unversteifter als die orthodoxe Linke - kritisch auf die Interessen des militärisch-industrielles Komplexes hinzuweisen. Ich bin mir sicher: es gibt sie immer noch, die Lust am Geldverdienen mit dem Krieg. Und da sehe ich die Grünen - auch immer noch! auf - der Seite der Nein-Sager.

    Klar, nun schlagen sich viele zu den Friedensfreunden, die in Zeiten der Regierungsbeteiteiligung wenig Probleme damit hatten, der neuen militärischen Linie zu folgen. Opportunitätspazifismus, Opportunitätsantimilitarismus....wie auch immer....

    Was wollen wir in Afghanistan erreichen? Demokratie, so Ihro Durchlaucht Guttenberg, geht nicht. Menschenrechte? Dann hätten wir in Zukunft überall viel zu tun. Schwächung der Taliban und Al-Quaida? Dann auf nach Pakistan und in den Jemen!!!

    Lasst uns für einen sehr baldigen Abzug kämpfen und das Geld in den zivilen Aufbau stecken.

  • 14.01.2010 14:21 Uhr

    von flopserver:

    Zu Winnie Nachtweis Geißelung der "Militärfixiertheit": Warum nennt er nur bei der Aufzählung der in Afghanistan tätigen Deutschen die Soldaten immer zuerst?

    Was verlangt Nachtwei den Lesern hier ab? Die "Anteilnahme" und "Unterstützung" eines Oberst Klein z.B., dem bis jetzt kein Wort des Bedauerns über die Opfer seiner kriegerischer und verbrecherischen Handlung über die Lippen kam.
    Statt dessen liefen dt. Soldaten mit dem T-Shirt Aufdruck: "Du sollst nicht töten" im Militärcamp herum als wäre gerade im kriegserfahrenen Deutschland das Wort "Fringsen" völlig unbekannt.

    Bei seiner eingeforderten Unterstützung kennt Herr Nachtwei keine Parteien mehr ("aller Bürger und Bürgerinnen"), einzig bei der politischen Abgrenzung fällt diesem Ex-Maoisten nur noch "die Ecke der Linken" ein und stellt sich damit in eine fatale deutsche (reaktionäre) Geschichtstradition, die für das Scheitern ihre eigenen Großmachtsambitionen schon immer "die Ecke der Linken" reserviert hatte (siehe Dolchstoßlegende etc.).

  • 14.01.2010 12:47 Uhr

    von Publicola:

    KIRCHE VERSUS FLEGELHAFTIGKEIT ?

    In der Tat kann man verschiedener Ansicht sein. Die Argumente des Abgeordneten und verteidigungspolitischen Experten Nachtwei sind in ihrer abwägenden Reflektionstiefe plausibel. Die Argumente und Forderungen der EKD-Ratsvorsitzenden sind in ihrer abwägenden Reflektionstiefe ebenfalls durchaus plausibel. Eine Debatte findet statt, die unausweichlich notwendig ist.

    Nicht plausibel, unreflektiert, oberflächlicher Populismus und überflüssig ohnegleichen ist allerdings, dass man von Seiten der Politik es für angemessen zu halten wagt, die Kirche von der Wahrnehmung einer ihrer wichtigsten Aufgaben abzuhalten durch ein als dreistes Abstrafen wirkendes großsprecherisches Herbeizitieren des Hauptrepräsentanten der Kirche.

    Es ist prinzipiell eine der Hauptaufgaben der Kirche, jenseits jeglicher Konfession, Stellung zu nehmen zu gesellschaftlichen und politischen Problemen, ohne Ansehen von Staat und jeweiliger Regierung, ohne Ansehen von Presse und Popularität, von individueller oder kollektiver Zustimmung oder Ablehnung. Der Staat hat nicht das geringste Recht, die Kirche bei der Wahrnehmung ihrer Aufgabe einzuschüchtern oder einzuschränken. Der mündige Bürger ist durchaus in der Lage, sich seine eigene begründete Meinung zu bilden, wenn er mit verschiedenen und auch gegensätzlichen Argumente sich auseinanderzusetzen hat.

    Das anmaßende Herbeizitieren eines der wichtigsten Repräsentanten der Kirche in Deutschland verursacht im Verhältnis Kirche-Gesellschaft so eine erhebliche Schieflage. in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit werden hier mindestens zwei rote Ampeln überfahren.

    Der Respekt vor einer der wichtigsten gesellschaftlichen Instanz der Wertevermittlung, der Kirche, wird staatlicherseits konterkariert und unterhöhlt.

    Die für ein Gemeinwesen unverzichtbare Achtung vor dem Staat wird konterkariert und unterhöhlt, wenn Vertreter bestimmter Staatsorgane unbekümmert und unbeschwert staatliches Handeln dem öffentlichen Verdacht dummdreister Flegelhaftigkeit aussetzen.


  • 14.01.2010 12:17 Uhr

    von Fritz Katzfuß:

    Gut finde ich auch, was topal dann geschrieben hat. Damit ist der Nachtweih schon entlarvt.

  • 14.01.2010 12:05 Uhr

    von Fritz Katzfuß:

    Auch ich bedanke mich bei Klaus Keller.

  • 14.01.2010 11:59 Uhr

    von Fritz Katzfuß:

    Schrecklich dieser Nachtweih. Alles verdreht er. Merkt er denn nicht, dass Afghanistan das Vietmam von heute ist? Nein. Dabei hat Saigong doch zunächst auch sehr stark von den Segnungen des Westens poriftiert. Und die Menschnerechte hatten unter den Vietcong einen ähnlichen schweren Stand wie unter den Taliban. Trotzdem war der krieg falsch, weil es so etwas wie ein Selbstbestimmungsrecht der Völker gibt.

  • 14.01.2010 11:55 Uhr

    von Fritz Katzfuß:

    Breit kommt er nun zu Wort der Unterkriegspropagandaminister der ehemaligen Friedenspartei der GRÜNEN. Käßmann hat weniger politisches Gewicht als man denken sollte, es antwortet nur die niedere Charge, OKPMdG Dr. Joseph Fischer brauchet sich noch gar nicht zu melden. Die erfrischend pauschale Frau Dr. Käßmann... Nichts ist gut... in keiner weise zu rechtfertigen, wird nun nach einer kurzen Schrecksekunde und Panikattacken der niedrigsten Chargen (Robbe , Schünemann, Klose) offenbar von der mittleren Führungsebene heftigst umarmt und vereinahmt. Schade, sie hätte sagen sollen, dass sie den sofortigen Abzug fordert. Das wäre erst der wirkliche Skandal geworden. Genau: Und die Militärseelsorger raus.

  • 14.01.2010 11:16 Uhr

    von G. H. Pohl:

    13.01.2010 20:35 Uhr:
    Von olaf:

    Es ist ja nicht so, als hätte es in Afghanistan jemals auch nur annähernd halbwegs geordnete-, geschweige denn demokratische Strukturen gegeben. Tradierte Lebensform, Korruption, Stammes- und War Lord Unwesen mitsamt der Rauschgiftmafia und als Besonderheit die Taliban sind ein kaum entwirrbarer gordischer Knoten, der vieler, langwieriger, möglichst gleichzeitiger Ansätze bedarf, um halbwegs gelöst zu werden.
    Angesichts akuter, permanenter Bedrohung durch unterschiedliche Kräfte ist militärischer Schutz notwendig. Ergänzend sind Aufbau- und Fördermaßnahmen unabdingbar, dies in einer Weise, die der Bevölkerung spürbar und nachvollziehbar dargestellt wird.
    So gesehen ist die ursprüngliche Vorgehensweise der Bundeswehr durchaus richtig.
    Sie wurde leider ausgerechnet von Verbündeten konterkariert, die nachweislich noch nie Willens oder in der Lage waren, sich in die Situation anderer Völker hineinzudenken.
    Bleibt zu hoffen und zu fordern, daß sich das unter Obama ändert.
    Was mich sehr stört, sind Äußerungen mancher Menschenrechtsorganisationen.
    Sie schreiben darüber:
    „Menschenrechtsorganisationen können im Einsatz der SoldatInnen auch keinen richtigen Fortschritt sehen, geschweige denn ernsthafte Fortschritte bezüglich der Frauenrechte.“

    Wenn ich ansatzweise die Situation in Afghanistan oben dargestellt habe, kann man diese Äußerungen nur als unqualifiziertes Gemosere von Sesselpupsern wahrnehmen, die aus der warmen Stube mehr oder weniger genüßlich die Misere betrachten und sich als Oberschiedsrichter aufspielen.
    Aufstehen und dorthin gehen, wo es weh tut, bitte schön!

  • 14.01.2010 11:02 Uhr

    von pEt:



    gut wäre der satz gewesen wenn nachtweih gesagt hätte bei nahezu allen umgekommenen Afgahnen wäre er bei den trauerfeiern gewesen

    das allein zeigt den stellenwert seiner antwort

    die paar umgekommenen soldaten wiegen immer mehr als die hunderttausend getöteten afgahnen in einem unendlichen krieg , welcher nur machtinteressen dient, erst russen dann amis und nun auch vermehrt euros, dazu gehörig ein land welches ZWEI weltkriege (die einzigen zwei) angezettelt hat....

  • 14.01.2010 10:09 Uhr

    von kermit der Frosch:

    Eine gute und sehr differenzierte Kritik an Frau Käßmanns Einlassungen. Wer gegen den (Kriegs-)Einsatz in Afganistan ist, der muß auch Nägel mit Köpfen machen und für den Rückzug eintreten. Wer nicht, der darf auch nicht mehr pseudopazifistisch daherquatschen. Hier geht es nicht um Befindlichkeiten, sondern um Lösungen. Das ist leider kennzeichnend für die deutsche Debatte zu Afganistan, den politischen und gesellschaftlichen Akteuren liegt mehr an der deutschen Befindlichkeit als an Afgahnen und eigenen Soldaten.

  • 14.01.2010 10:07 Uhr

    von kermit der Frosch:

    Eine gute und sehr differenzierte Kritik an Frau Käßmanns Einlassungen. Wer gegen den (Kriegs-)Einsatz in Afganistan ist, der muß auch Nägel mit Köpfen machen und für den Rückzug eintreten. Wer nicht, der darf auch nicht mehr pseudopazifistisch daherquatschen. Hier geht es nicht um Befindlichkeiten, sondern um Lösungen. Das ist leider kennzeichnend für die deutsche Debatte zu Afganistan, den politischen und gesellschaftlichen Akteuren liegt mehr an der deutschen Befindlichkeit als an Afgahnen und eigenen Soldaten.

  • 14.01.2010 09:53 Uhr

    von reblek:

    Ist es nicht schön, wie Herr Nachtwei sich selbst einen Lorbeerkranz windet? Bevor er in den Bundestag gekommen ist, galt er als Friedensexperte, als MdB wurde er Militärexperte.

  • 14.01.2010 09:39 Uhr

    von gerhard keller:

    Das ist doch die übliche, problemflankierende Sprachregelungsanästhesie der Grünen, die sich in erster Linie um die ("unsere")
    kämpfenden Soldaten sorgen, von den Toten unter den Zivilisten ein Wort. Herr Nachtwei spult doch nur noch einmal die bekannte Berliner Rhetorik ab, die wir aus den ermüdenden Bundestagsreden der Grünen kennen. Nach Ralf Fücks nun auch noch er. Und das alles ohne schlechtes Gewissen.

  • 14.01.2010 08:41 Uhr

    von Xebolon:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin begeistert, mit Frau Käßmann hat sich eine mutige Frau zu Wort gemeldet, die mehr "Eier" hat als alle männlichen Politbürokraten zusammen.

    Folgerichtig stellt sie den Propagandaslogan von der Verteidigung Deutschland am Hindukusch in Frage.

    Eine Stellungnahme aus unseren Kirchen war lage überfällig und dokumentiert beruhigend, dass zumindest die EKD Angriffskriege und Menschenrechtsverletzungen nicht mehr hinnimmt.

    Das Engagement der Bundeswehr am
    Hindukusch und vorher in Bosnien-Herzegowina war und ist durch kein UN-Mandart legitimiert, sondern lediglich durch die Beistandspflicht in der "Allianz der Willigen".

    In Art und Ausführung handelt es sich um, durch unser Grundgesetz, nicht gedeckte Angriffskriege, die auch noch unter Einsatz von völkerrechtlich nicht vertretbarer Uranmunition geführt wurden und werden.

    Diese Munition ist radioaktiv und hoch toxisch und hat bereits große Landstriche auf dem Balkan, in Afganistan und dem Irak, auf ewig unbewohnbar gemacht.

    Aber offiziell ist diese Munition völlig ungefährlich. Unsere gleichgeschaltete Presse wird erst wieder darüber berichten, wenn unsere Soldaten reihenweise an Krebs erkranken und entstellte Kinder bekommen.

    Sehr geehrte Frau Käßmann, das war eine überfällige Stellungnahme. Ich hoffe, Sie finden den Mut, in diesem Zusammenhang, alle übrigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit offen zu legen.
    Unsre Politik zieht hier den Schwanz ein.

    Zum Beleg empfehle ich die gut recherchierten Dokumentationen des in den Medien geächteten Journalisten, Frieder Wagner.

    Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit Mut, Wahrhaftigkeit und Gottes reichen Segen.

    Hochachtungsvoll - Xebolon

  • 14.01.2010 06:15 Uhr

    von arribert:

    Sehr geehrter Herr Nachtwei,

    Ihr Schlussabsatz liegt mir doch reichlich krumm im Magen. Ich bin Bundesbürger, würden Sie mir bitte erklären, warum ich unsere Soldaten unterstützen soll? Die machen ihren Beruf, muss ich jetzt jeden Busfahrer, der morgens aufsteht "unterstützen"? Jeder der Soldat wird, sollte sich mittlerweile im Klaren darüber sein, dass er ins Ausland geschickt werden kann. Ausserdem besteht immer die Gefahr als Interessenvertreter der USA zu enden, bzw. nichts anderes zu machen, als für eine große Pipeline zu sorgen. Das macht Menschen zu Söldnern, wenn auch unfreiwillig, womit sie dann auch zu Mördern werden können.
    Ich bin gegen Kriegseinsätze, besonders dann, wenn jede Woche das Einsatzziel geändert werden soll. Ich kann mich daran erinnern, als es noch um die Menschenrechte, speziell die von Frauen ging. Da konnte der Staat durchaus auf Verständnis der Bürger hoffen, keiner fand es schön, dass dort Leuten für Nichtigkeiten Gliedmaßen, bis hin zum Kopf abgehackt wurden...

  • 14.01.2010 01:02 Uhr

    von Sodala:

    im untertitel vom bild fehlt ein "g" bei predigt

  • 14.01.2010 00:46 Uhr

    von walterb:

    Mich schaudert es!
    Allein die herablassende Überschrift: "Danke, dass Sie Anstoß erregt haben", ist typisch für die Grüne Kriegsposition, die einem Leistungskurs im Schulfach Deutsch gleicht.
    Um es von vornherein klar zu machen, ich mag Frau Käßmann und ihre evangelischen, und damit verlogenen, Predigtgrundlagen nicht besonders, aber die Replik aus der Reihe der Kriegsverursacher ist noch schlimmer.
    Lieber Herr Nachtwei; es gab kein "jahrelanges, freudliches Desinteresse" der deutschen Bevölkerung zum Afghanistan Überfall: Sie haben sie als Parlamentarier nur niemals wahrgenommen. Schließlich ging es es bei Ihnen und Ihrer Klientel primär darum, die Frauen von der Burka zu befreien.
    Ehrenwert, aber juristisch keinen Kriegseinsatz wert.

    "Seit 2008/09 gibt es auch für die Bundeswehr in Afghanistan ein Nebeneinander von gewaltarmem Stabilisierungseinsatz z. B. in der Provinz Badakhshan und einer Guerillakriegssituation in Kunduz. So unbestreitbar in einzelnen Distrikten und Provinzen eine (Klein-)Kriegssituation herrscht, so falsch ist es, den Gesamteinsatz der Bundeswehr als Kriegseinsatz zu bezeichnen. Das würde nicht nur dem Mandat widersprechen. Das hätte auch enorme Auswirkungen auf die Operationsführung"

    Der Begriff "gewaltarm" kann nur aus dem Mund eines pseudo-pazifistischen Grünen entquillen, und den Krieg in Afghanistan nicht als Kriegseinsatz zu erklären, schuldet nur den Konditionen der deutschen Versicherungsgesellschaften Huld: Wenn nicht, wäre das noch teuerer für den Steuerzahler, oh Verzeihung: 'in.

    "Insofern widerspreche ich auch Ihrer Feststellung "Nichts ist gut in Afghanistan": Als wären all die anderen Aufbau- und Friedensanstrengungen in Afghanistan nicht der Rede wert."

    Sind sie auch nicht, denn der Staat Afghanistan hat den Staat Deutschland nicht angegriffen (ist mir jedenfalls nicht bekannt): und dann trotzdem in ein fremdes Land einzumarschieren, um dort westliches Denken zu installieren (ich bin jetzt mal positiv gestimmt und denke nicht an Öl und des ganzen Rest)ist mir unbegreiflich. Wieso Friedensanstengungen? Welche? Frieden durch Krieg?

    "Ihre tiefe Beunruhigung über die Entwicklung in Afghanistan teile ich ebenso wie Ihre Grundbotschaft für mehr Fantasie (Einsatz, Ressourcen) zur Friedensförderung."

    Da bin ich auch mit Frau Käßmann im Dissenz: Warum fühlt sie eine tiefe Beunruhigung, mit Ihnen, als bestbezahlter und damit weltfremder Parlamentier sowieso.
    Was, zum Henker, geht mich Afghanistan an, wenn ich hier mit millionenfacher Arbeitslosigkeit zu kämpfen habe.
    Wieso sollen meine Steuergelder an den Hindukusch verschoben werden; ausschließlich aus moralischen Gründen?

    "Bei nahezu allen Trauerfeiern für in Afghanistan umgekommene und gefallene Bundeswehrsoldaten und Polizisten war ich dabei. Hier fühlte ich immer wieder besonders deutlich, wie sehr die Politik in der Pflicht ist, den eigenen Soldaten - und Polizisten, Diplomaten, Entwicklungshelfern - nur solche Einsätze zuzumuten, die nicht nur legitim, sondern auch friedens- und sicherheitspolitisch dringlich, sinnvoll, aussichtsreich und leistbar sind."

    Politikergeschwätz!

    "Unabhängig von unserer politischen Einschätzung des Afghanistaneinsatzes haben die von Bundesregierung und Bundestag dorthin entsandten Soldaten, Entwicklungshelfer, Polizisten, Diplomaten die Aufmerksamkeit, die Anteilnahme und Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger verdient."

    Wieso haben sie die Unterstützung der Steuerzahler verdient? Meine jedenfalls nicht.

    "Es ist falsch und dumm, Sie in die Ecke der Linken zu stellen; denn diese hat sich nach meiner Erfahrung nie für praktische Friedensförderung in Afghanistan engagiert; sie vertritt mit ihrer Forderung nach Sofortabzug eine Position von "Nach uns die Sintflut".

    Wenn die deutschen Soldaten aus Afghanistan abziehen, ist das die praktischste Friedenförderung überhaupt!

    Ach so: wie wäre es mit einer Umweltsteuer für Afghanistan? Die vielen Panzer, die da friedenbringend zwangsweise rumfahren müssen; da bezahlen wir doch gerne eine FriedensCO2Abgabe...
    Mir wird so schlecht!

  • 13.01.2010 22:24 Uhr

    von topal:

    ...ach, noch etwas @ die Redaktion:


    die Schlagzeile ist irreführend, das ist ärgerlich, weil man erst das ganze Gedöns lesen muss, bis der Autor zu seinem eigentlichen Anliegen kommt - es müsste heissen:

    "Danke, dass Sie Anstoß erregt haben, aber..."

  • 13.01.2010 22:18 Uhr

    von topal:

    Danke Klaus Keller!

  • 13.01.2010 21:01 Uhr

    von Silke B.:

    "So unbestreitbar in einzelnen Distrikten und Provinzen eine (Klein-)Kriegssituation herrscht, so falsch ist es, den Gesamteinsatz der Bundeswehr als Kriegseinsatz zu bezeichnen."

    Eine (Klein-)Kriegssituation in einem Stabilisierungseinsatz bzw. einem
    nicht-internationalen bewaffneten Konflikt.
    Ich frage mich,wie Nachtweih die Rolle des KSK
    in dieser ,ähm,Angelegenheit sieht,die mal
    eben vom OEF zu ISAF wechselte.

    Ja,die naive Friedensbewegung (sagen Sie es ruhig:Radikalpazifisten!) mit ihrer unterschiedslosen Totalkritik des ISAF-Militärs.
    Die sehen die Friedensbemühungen vor lauter Bomben
    mal wieder nicht.Die sehen auch das "Nebeneinander" von OEF und ISAF nicht,weil es dieses "Nebeneinander" nicht gibt.
    An der Spitze beider Kommandoebenen steht"Streitkräfte" steht General Stanley A. McChrystal.Vermischung nennt man das nicht Nebeneinander.Die von Nachtweih unterstellte
    Trennung von "gewaltarmen"Stabilisierungssoldaten,
    die auch mal Aufständische/Taliban jagen müssen und gewalttätigen OEF-Terroristenkillern ist Augenwischerei.
    "Doch nicht nur deutsche Soldaten innerhalb der Isaf klagen immer wieder über allzu massives Vorgehen der Amerikaner, unter beiden Mandaten und in vielfachen Erscheinungsformen. So gibt es US-Einheiten bei Isaf, unter OEF als reguläre Truppen und auch als Spezialeinheiten. Dazu kommen schwer bewaffnete CIA-Trupps. Doch häufig fehlt es an der richtigen Koordination und Information. Oft herrscht selbst innerhalb der Militärapparate Verwirrung, wer für welche Operation verantwortlich ist. Und gerade die Amerikaner, so klagen deutsche Militärs, hätten kein Interesse, Informationen weiterzugeben."
    http://www.tagesschau.de/ausland/meldung29042.html

    Atta Mohammad Noor, der zuständige Gouverneur im Bereich des Regionalkommandos Nord, das der ISAF und speziell der Bundeswehr untersteht klagte über den Einsatz von US-Spezialkräften.

    Herr Nachtwei,bei all den ausdifferenzierten
    Kriegsdefinitionen,die Sie Frau Käßmann unterjubeln wollen:Die afhganische Bevölkerung wird zerrieben zwischen erstarkten Taliban,einer korruptenMarionettenregierung,einem Parlament,dass
    Fundamentalisten,Kriegsverbrecher und Terroristensympathisanten beherbergt sowie ausländischen Besatzern,die das korrupte Karzairegime samt Warlords und Drogenbossen stützt.Ich bin gespannt,wie unter diesen Voraussetzungen "Staatlichkeit und Gewaltmonopol"
    in Afghanistan geschaffen werden sollen.
    Dieser Krieg wurde von Bush mit Lügen begonnen
    und wird mit Lügen fortgesetzt.
    Afghanistan ist von zentraler geostrategischer Bedeutung in der an Erdöl und Erdgas reichen Region.Die Rechte der Frauen in Afghanistan ?
    Mit dem gleichen Argument könnte man Saudi-Arabien bombardieren und okkupieren.





  • 13.01.2010 20:35 Uhr

    von olaf:

    Und damit auch noch in Zukunft genug SoldatInnen vorhanden sind, wirbt die Bundeswehr von Jahr zu Jahr mehr an Schulen. Da werden keine Kosten gescheut, wenn versucht wird, jungen Menschen klar zu machen, wie unglaublich wichtig es ist, dass die Bundeswehr & NATO in Afghanistan stehen. Und den Job machen die Propaganda, Ähh Jugendoffiziere sehr gut.
    Schön einseitig, ab und zu mal den Humanisten durchblicken lassen und jede Kritik als "realtitätsfern" diffamieren.
    Dazu kommt noch das Superargument der angeblichen Verteidigung der Frauenrechte am Hindukusch.

    Seltsam,oder? Menschenrechtsorganisationen können im Einsatz der SoldatInnen auch keinen richtigen Fortschritt sehen, geschweigedenn ernsthafte Fortschritte bezüglich der Frauenrechte.


    Und auch der Politiker der den westlichen Staaten sehr am Herzen liegt, Karzai hat wie im letzen jahr bewiesen alles andere als eine Stärkung der Frauenrechte im Kopf.


    Die Opium-Produktion in Afghanistan lag im Jahre 2001 bei ca. 200 t, im Jahre 2006 bei ca. 6.200 t, im Jahre 2007 bei ca. 8.200 t. Dies entspricht ca. 93% der Weltproduktion an Schlaf-mohn und an Opium. (Quelle: UN-Anti-Drogenbehörde, in:
    http://www.focus.de/politik 1.11.2007).


    In der Armutsstatistik liegt Afghanistan
    auf Platz 174 von 178 Ländern (UNArmutsindex).

    Modernisierung muss aus der Gesellschaft heraus entstehen, zusammen mit der Veränderung der Produktionsstrukturen.
    Dabei ist es ein großes Problem, dass von allen
    Seiten billige Industrieprodukte ohne
    Rücksicht auf die eigenen Produktionen in
    das Land einströmen und so eigenständige
    Produktionsstrukturen durch Verdrängungskonkurrenz
    zerstören oder gar nicht erst entstehen
    lassen. Nachholende Industrialisierung
    hat in vielen Teilen der Welt, so auch in
    Deutschland, Schutzzölle vor übermächtiger
    internationaler Konkurrenz benötigt.

  • 13.01.2010 19:28 Uhr

    von Sontag:

    Endlich mal eine differenzierte und kluge Art, auf der Neujahrspredigt von Frau Käßmann einzugehen. Danke für die Veröffentlichung!

  • 13.01.2010 18:49 Uhr

    von Joel Meir:

    "Barrikade, Bürgerkrieg und Königsmord sind die häßlichen und doch zugleich unerläßlichen Seiten von Demokratie, Verfassung und Parlamentsherrschaft gewesen, und es gibt kaum ein nationales Selbstbestimmungsrecht ohne nationalen Befreiungskrieg."

    Joschka Fischer

  • 13.01.2010 18:28 Uhr

    von Klaus Keller:

    Jeder Deutsche hat das Recht den Dienst mit der Waffe zu verweigern, wenn sie Herr Nachtwei ihre Parteimitglieder nicht dazu auffordern passt das sicher zu Ihren Grundsätzen.

    Das eine Aufforderung dies zu tun von Frau Käßmann (noch)nicht kahm ist bedauerlich.

    Wir sollten uns auch als Staat auf humanitäre Hilfe beschränken und unsere Soldaten zu Hause lassen.
    Es gibt genug Leute vor Ort die Sagen das das Militär hier mehr schadet als nutzt.

    PS Frau Käßmann muß in keiner Weise begründen wie die Bundeswehr in Afghanistan zu verfahren hat. Dies ist das Problem des Verteidigungsministers und der Kanzelerin, es ist auch nicht die Aufgabe der EKD-Vorsitzenden beide zu Unterstützen.

    Ihr Aufgabe ist es Ihre Sicht der Dinge darzustellen und sie muß sich Merkel, Guttenberg oder Nachtwächtern gegenüber auch nicht rechtfertigen.

    Spätestens mit dem Angriffen auf die Menschen bei den Tankwagen(nicht Angriff auf Tankwagen mit zivilen Opfern,Ziel waren die Personen!)wird klar das die Dinge politisch gewollt eskalieren.

    Hier gilt es Stopp zu sagen.

    Es reicht Herr Nachtwei!

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