Brasilianisches Atomkraftwerk Angra 3
"Gefälligkeitsgutachten" fürs AKW
Umweltverbände fordern die Rücknahme der Kreditzusage Deutschlands für ein Atomkraftwerk in Brasilien. Denn das Gutachten, auf das sich die Bundesregierung stütze, sei oberflächlich und fehlerhaft.von Malte Kreutzfeldt
Leserkommentare
15.10.2010 10:19 Uhr
von Tomás Fernández:
Diese ganze Diskussionen über Brasiliens Kraftwerk Neubauten sind doch absolut widerspenstig.
Der eine will dieses nicht, der andere jenes nicht. Da wird mit solch einem quatsch wie Flugzeug abstürzen in AKW's argumentiert. Brasilien hat einen riesigen Bedarf an Energie. Soll die Energie einfach so vom Himmel fallen und da sein? Ich empfehle den Gegnern ihre Sachen zu Packen, in den Urwald zu ziehen und sich da den Hintern am Feuer zu wärmen. Aber bitte, kein Tropenholz nehmen.
Angra 3 ist nicht nur eines der technisch modernsten Kraftwerke, auch die Sicherheit liegt absolut im gehobenen Standard. Was die Gutachten betrifft, die sind nicht schlechter als die für die meisten anderen auch.
Es ist halt furchtbar einfach gegen etwas zu sein, selber aber keine brauchbaren Alternativen zu kennen.
21.04.2010 09:27 Uhr
von JanG:
Bei solchen Studien und Gutachten muss ein Höchstmaß an Transparenz gewährleistet werden. Die Vergangenheit hat nämlich eindeutig gezeigt, dass, falls diese fehlt, Schindluder getrieben wird. Es ist schade, dass diese hier mal wieder arg vernachlässigt wurde. Kann gut sein, dass also Deutschland hier raus ist und dafür andere Geldgeber kommen wo Sicherheit nicht so groß geschrieben wird. Erst dann sollte man wirklich anfangen zu jammern.
Zum Thema Flugzeugabsturz: es gibt keine Technologie die davor gefeit ist, einer Boing oder einem Jumbojet standzuhalten. Kommt man mit einer solchen Argumentation müsste man zum Beispiel auch von der Wasserkraft Abstand nehmen. Folgendes Szenario liesse sich konstruieren: eine Boing fliegt in eine der Staumauern oberhalb des Zillertals. Die Flutwelle die sich daraufhin durch dieses Tal wälzen würde, könnte in der Hochsaison mehrere tausend oder gar zehntausend Menschenleben kosten, der materielle Schaden ginge in die Milliarden.
21.04.2010 09:22 Uhr
von Sponti:
Die geforderten "deutschen" Sicherheitsvorschriften gibt es gar nicht. Selbst hier unterscheidet man zwischen bayerischen, baden-württembergischen, hessischen, niedersächsischen und schleswig-holsteinischen. Fordert Greenpeace jetzt von Brasilien die Übernahme "deutscher" Verordnungen? Das hat was vom ollen Willem: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
Was immer als "nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert" hingestellt wird bedeutet lediglich, dass entweder keine Unfallsimulationen oder nur für bestimmte Flugzeugtypen gemacht wurden. Es heißt nicht, dass die Betonhülle in der Realität zu schwach wäre. Angra 3 ist die Weiterentwicklung von Biblis B, das schon einen 80 cm dicken Stahlbetonmattel hat.
Ich mache mir weniger Sorgen um Angra 3 als um Mochovce in der Slowakei, wo derzeit 30 Jahre alte sowjetische Reaktortypen ohne Sicherheitsbehälter neu errichtet werden.
20.04.2010 17:30 Uhr
von Claudio Struck:
Tatsächlich liegt Angra auf der hoch frequentierten Flugroute Rio-Sao Paulo, die im Minutentakt Pendler in beide Richtungen transportiert. Gruselig die Vorstellung, da kracht ein Flieger rein. Das schafft mal wieder Anschauungsunterricht, wie die Linke in Südamerika nachhaltige Entwicklung dekliniert.