Der Umsatz von Bioprodukten stagnierte 2009. Vor allem die Discounter hatten Einbußen in diesem Segment. Die kleinen Bioläden schließen - zugunsten neuer Biosupermärktevon Jost Maurin
Bio hat mit der immer größeren Verbreitung von Bioprodukten und ihrer Herstellung in der BionahrungsmittelINDUSTRIE ihren Charme und ihre Unschuld verloren, weil gerade auch in den Massenbioprodukten die gleichen Fehler (Beispiel: Hefeextrakt braucht nicht als Geschmacksverstärker deklariert zu werden, besteht aber im wesentlichen aus Glutamat) gemacht werden wie in der konventionellen.
14.01.2010 16:21 Uhr
von Wil Biezen:
Ihren Kommentar hier eingeben Massentierhaltung mit Tierquälereien unter Einsatz van Medikamenten; Agrarwirtschaft basiert auf Herbizide und Pestizide - dies Alles geht auf Kosten der Gesundheit der Menschen und der Umwelt. Warum nicht die konventionelle Nahrungsindustrie eine Umweltsteuer auferlegen und damit die zeitgemäße biologische Agrarwirtschaft unterstützen? Wil Biezen, Berlin.
14.01.2010 15:52 Uhr
von Timmelot:
Markt und Wachstumsdenken setzen sich im Bio Bereich durch ? ohje :). Ach und ManooMan als Sozialfall (mag das Hartz IV Wort net, der Alte war doch so nen Puffgaenger) kann ich mir immer noch Biosachen kaufen (Avocados für 99 Cent ;) .. wer aufs Fleisch verzichtet hat da keine probs..
14.01.2010 15:11 Uhr
von J:E::
Aus dem Absatz von Bio-Produkten beim Discounter auf den Zustand der Bio-Branche zu schliessen, halte ich für sehr gewagt. Schliesslich landeten dort überwiegend global eingekaufte Massen-Bio-Waren fragwüdiger Qualitäten. Kaum ein deutscher Bio-Landwirt hat jetzt maßgebliche Einbußen zu erwarten, wenn dieser MArkt schrumpft. Schleißlich wird er seine Sachen ohnehin vorzugsweise direkt oder im Naturkosthandel einschl. Bio-Supermarkt unters Volk bringen. So what?
14.01.2010 14:03 Uhr
von ManOMan:
Naja, für mich ist es jetzt nicht so verwunderlich, dass der Wachstum der Biobranche mit dem Geld, das die Bürger zur Verfügung haben und wie sie ihre Zukunft einschätzen zusammen hängt. Schließlich sind Bio-Lebensmittel, je nach Definition, Luxusartikel. Ein HartzIV-Empfänger zumindest kann sich wohl kaum mit Bioprodukten versorgen. Und auch die untere Mittelschicht überlegt sich Mehrausgaben sicherlich zweimal.
14.01.2010 13:41 Uhr
von André:
"Schließlich produzieren Ökolandwirte anders als ihre konventionell arbeitenden Kollegen ohne chemisch-synthetische Pestizide und Mineraldünger. Diese Stoffe belasten die Natur und das Klima (siehe dazu auch den nebenstehenden Artikel)."
Wo steht denn, dass Mineraldünger die Umwelt belasten? Justus von Liebig, der Vater der modernen Landwirtschaft, erkannte das "unwandelbare Naturgesetz, dass dem Felde an Bodenbestandteilen wieder erstattet werden muss, was er (der Landwirt) demselben in der Ernte genommen hat." Der nebenstehende Artikel würde mich interessieren, ich konnte ihn jedoch leider nicht finden.
14.01.2010 12:37 Uhr
von Kai Weber:
kein kommentar
14.01.2010 10:54 Uhr
von Michael Stegmann:
Sättigung und Stagnation, aber wo? Freilich haben einige weniger Geld in der Tasche, das kann aber nicht der alleinige Grund sein, daß viele Supermärkte Bioartikel aus dem Programm nehmen.
Es wurden nach meiner Beobachtung viele Artikel "ausgelistet", die gut liefen, oft ausverkauft waren, d.h. man musste als Kunde zusehen, überhaupt was zu bekommen (hauptsächlich Bio-Milchprodukte).
Hintergrund: Das Angebot ist viel zu niedrig. In Deutschland sind gerade mal 1,5% der Bauernhöfe Öko. Lächerlich wenig. Darum kommen viele Bio-Milchprodukte aus Österreich, dort ist man schon viel weiter als bei uns. Doch die südlichen Nachbarn können ihre Produktion gar nicht so schnell steigern und finden auch noch andere Abnehmer ausser Deutschland. Folge: Wenn der Nachschub nicht reibungslos klappt, der Preis womöglich ein bißchen steigt, dann kippen Aldi, Lidl und Co. das Produkt aus dem Programm.
Also Bauern: Ran an den Bioanbau! Ein Großteil der Bevölkerung will nämlich Bio und Gentechnikfrei. Doch das klappt nur bei großflächigem Anbau zu fairem Preis (für beide Seiten). Wir können nicht auf Dauer das meiste Bio aus dem Ausland beziehen.
Doch die meisten deutschen Bauern sind so rückständig und erkennen die Zeichen der Zeit nicht. Alle mir bekannten Bio-Bauern leben gut. Sie werden nicht stinkreich, aber sind sehr zufrieden. In die industrielle Landwirtschaft wurde viel investiert, warum nicht ebenso in Bio?
14.01.2010 10:23 Uhr
von Xebolon:
Der Einbruch des Umsatzes bei Discountern, läßt sich aber auch daraus erklären, das der Begriff Bio bei denen sehr großzügig ausgelegt wird.
Oder meinen Sie der Verbraucher bekommt nicht mit, dass hier ebenfalls gespritzt wird, nur mit anderen gesundheitsschädlichen Substanzen.
Warum nur, sieht der Bioapfel jetzt genau so fehlerfrei lackiert aus, wie sei herkömmlich produziertes Dendant?
nur wer keine Augenwischerei betreibt, wird in der Branche überleben.
biologisch-dynamische Grüße - Xebolon
14.01.2010 10:13 Uhr
von R.B.:
Ist doch eigentlich absurd, daß auch die Biobranche so auf "Wachstum" schielt. Eigentlich geht es doch eher darum, daß möglichst wenig konventionell produziert wird, da Bio zwar weniger schädlich, aber eben doch immer noch schädlich ist (auch Bio-Kühe furzen, Verbrauch von Landschaft etc)Da klingt der "Einbruch um 2,4%" doch eher nach einer guten Nachricht...
14.01.2010 10:08 Uhr
von gerd.:
Lässt sich aus dem stärkeren Einbruch des konventionellen Lebensmittelmarktes schließen, dass der Anteil der verkauften ökologischen Produkte an der Gesamtsumme weiter zugenommen hat? Oder wie werden diese Zahlen bestimmt, wenn nicht über den Umsatz? Wenn dem so wäre, schiene mir dies wichtiger als ein absolutes Wachstum. Wie sollte man erwarten, dass in Zeiten einer Wirtschaftskrise trotzdem alles weiter wächst...
14.01.2010 09:33 Uhr
von Caffitto:
wow, das Bild zu dem Artikel ist echt lobenswert ^^ An sonsten: nicht wirklich ueberraschend/interessant
14.01.2010 09:24 Uhr
von Benjamin:
Was erwarten denn die Leute? Dass der Boom ständig weiter geht? Es war doch abzusehen, dass auch hier irgendwann schluss ist.
Die Umstellung der Produktion auf Seiten der Bauern sollte - eigentlich - auch eher aus Überzeugung und im Hinblick auf die Zukunft geschehen und nicht mit Blick auf kurzfristige Gewinne. Wer das nicht kapiert, der hat dann halt pech gehabt, wenn der Einbruch kommt (oder hätte gleich bei der alten Produktionsweise bleiben sollen).
Leserkommentare
15.01.2010 12:39 Uhr
von DirkNB:
Bio hat mit der immer größeren Verbreitung von Bioprodukten und ihrer Herstellung in der BionahrungsmittelINDUSTRIE ihren Charme und ihre Unschuld verloren, weil gerade auch in den Massenbioprodukten die gleichen Fehler (Beispiel: Hefeextrakt braucht nicht als Geschmacksverstärker deklariert zu werden, besteht aber im wesentlichen aus Glutamat) gemacht werden wie in der konventionellen.
14.01.2010 16:21 Uhr
von Wil Biezen:
Ihren Kommentar hier eingeben
Massentierhaltung mit Tierquälereien unter Einsatz van Medikamenten; Agrarwirtschaft basiert auf Herbizide und Pestizide - dies Alles geht auf Kosten der Gesundheit der Menschen und der Umwelt.
Warum nicht die konventionelle Nahrungsindustrie eine Umweltsteuer auferlegen und damit die zeitgemäße biologische Agrarwirtschaft unterstützen?
Wil Biezen, Berlin.
14.01.2010 15:52 Uhr
von Timmelot:
Markt und Wachstumsdenken setzen sich im Bio Bereich durch ? ohje :). Ach und ManooMan als Sozialfall (mag das Hartz IV Wort net, der Alte war doch so nen Puffgaenger) kann ich mir immer noch Biosachen kaufen (Avocados für 99 Cent ;) .. wer aufs Fleisch verzichtet hat da keine probs..
14.01.2010 15:11 Uhr
von J:E::
Aus dem Absatz von Bio-Produkten beim Discounter auf den Zustand der Bio-Branche zu schliessen, halte ich für sehr gewagt. Schliesslich landeten dort überwiegend global eingekaufte Massen-Bio-Waren fragwüdiger Qualitäten. Kaum ein deutscher Bio-Landwirt hat jetzt maßgebliche Einbußen zu erwarten, wenn dieser MArkt schrumpft. Schleißlich wird er seine Sachen ohnehin vorzugsweise direkt oder im Naturkosthandel einschl. Bio-Supermarkt unters Volk bringen. So what?
14.01.2010 14:03 Uhr
von ManOMan:
Naja, für mich ist es jetzt nicht so verwunderlich, dass der Wachstum der Biobranche mit dem Geld, das die Bürger zur Verfügung haben und wie sie ihre Zukunft einschätzen zusammen hängt. Schließlich sind Bio-Lebensmittel, je nach Definition, Luxusartikel. Ein HartzIV-Empfänger zumindest kann sich wohl kaum mit Bioprodukten versorgen. Und auch die untere Mittelschicht überlegt sich Mehrausgaben sicherlich zweimal.
14.01.2010 13:41 Uhr
von André:
"Schließlich produzieren Ökolandwirte anders als ihre konventionell arbeitenden Kollegen ohne chemisch-synthetische Pestizide und Mineraldünger. Diese Stoffe belasten die Natur und das Klima (siehe dazu auch den nebenstehenden Artikel)."
Wo steht denn, dass Mineraldünger die Umwelt belasten? Justus von Liebig, der Vater der modernen Landwirtschaft, erkannte das "unwandelbare Naturgesetz, dass dem Felde an Bodenbestandteilen wieder erstattet werden muss, was er (der Landwirt) demselben in der Ernte genommen hat."
Der nebenstehende Artikel würde mich interessieren, ich konnte ihn jedoch leider nicht finden.
14.01.2010 12:37 Uhr
von Kai Weber:
kein kommentar
14.01.2010 10:54 Uhr
von Michael Stegmann:
Sättigung und Stagnation, aber wo? Freilich haben einige weniger Geld in der Tasche, das kann aber nicht der alleinige Grund sein, daß viele Supermärkte Bioartikel aus dem Programm nehmen.
Es wurden nach meiner Beobachtung viele Artikel "ausgelistet", die gut liefen, oft ausverkauft waren, d.h. man musste als Kunde zusehen, überhaupt was zu bekommen (hauptsächlich Bio-Milchprodukte).
Hintergrund: Das Angebot ist viel zu niedrig. In Deutschland sind gerade mal 1,5% der Bauernhöfe Öko. Lächerlich wenig. Darum kommen viele Bio-Milchprodukte aus Österreich, dort ist man schon viel weiter als bei uns. Doch die südlichen Nachbarn können ihre Produktion gar nicht so schnell steigern und finden auch noch andere Abnehmer ausser Deutschland. Folge: Wenn der Nachschub nicht reibungslos klappt, der Preis womöglich ein bißchen steigt, dann kippen Aldi, Lidl und Co. das Produkt aus dem Programm.
Also Bauern: Ran an den Bioanbau! Ein Großteil der Bevölkerung will nämlich Bio und Gentechnikfrei. Doch das klappt nur bei großflächigem Anbau zu fairem Preis (für beide Seiten). Wir können nicht auf Dauer das meiste Bio aus dem Ausland beziehen.
Doch die meisten deutschen Bauern sind so rückständig und erkennen die Zeichen der Zeit nicht. Alle mir bekannten Bio-Bauern leben gut. Sie werden nicht stinkreich, aber sind sehr zufrieden. In die industrielle Landwirtschaft wurde viel investiert, warum nicht ebenso in Bio?
14.01.2010 10:23 Uhr
von Xebolon:
Der Einbruch des Umsatzes bei Discountern, läßt sich aber auch daraus erklären, das der Begriff Bio bei denen sehr großzügig ausgelegt wird.
Oder meinen Sie der Verbraucher bekommt nicht mit, dass hier ebenfalls gespritzt wird, nur mit anderen gesundheitsschädlichen Substanzen.
Warum nur, sieht der Bioapfel jetzt genau so fehlerfrei lackiert aus, wie sei herkömmlich produziertes Dendant?
nur wer keine Augenwischerei betreibt, wird in der Branche überleben.
biologisch-dynamische Grüße - Xebolon
14.01.2010 10:13 Uhr
von R.B.:
Ist doch eigentlich absurd, daß auch die Biobranche so auf "Wachstum" schielt. Eigentlich geht es doch eher darum, daß möglichst wenig konventionell produziert wird, da Bio zwar weniger schädlich, aber eben doch immer noch schädlich ist (auch Bio-Kühe furzen, Verbrauch von Landschaft etc)Da klingt der "Einbruch um 2,4%" doch eher nach einer guten Nachricht...
14.01.2010 10:08 Uhr
von gerd.:
Lässt sich aus dem stärkeren Einbruch des konventionellen Lebensmittelmarktes schließen, dass der Anteil der verkauften ökologischen Produkte an der Gesamtsumme weiter zugenommen hat? Oder wie werden diese Zahlen bestimmt, wenn nicht über den Umsatz?
Wenn dem so wäre, schiene mir dies wichtiger als ein absolutes Wachstum. Wie sollte man erwarten, dass in Zeiten einer Wirtschaftskrise trotzdem alles weiter wächst...
14.01.2010 09:33 Uhr
von Caffitto:
wow, das Bild zu dem Artikel ist echt lobenswert ^^
An sonsten: nicht wirklich ueberraschend/interessant
14.01.2010 09:24 Uhr
von Benjamin:
Was erwarten denn die Leute? Dass der Boom ständig weiter geht? Es war doch abzusehen, dass auch hier irgendwann schluss ist.
Die Umstellung der Produktion auf Seiten der Bauern sollte - eigentlich - auch eher aus Überzeugung und im Hinblick auf die Zukunft geschehen und nicht mit Blick auf kurzfristige Gewinne. Wer das nicht kapiert, der hat dann halt pech gehabt, wenn der Einbruch kommt (oder hätte gleich bei der alten Produktionsweise bleiben sollen).