Bildungsstreik an Berliner Unis
Besetzung auf dreierlei Art
Studierende an drei Berliner Universitäten besetzen Hörsäle. Während sich die Präsidien von TU und FU geduldig geben, holt man an der HU die Polizei. Die zieht jedoch später wieder ab.von Jan Mohnhaupt
Leserkommentare
15.11.2009 12:11 Uhr
von november:
"Wenn Du nicht arbeiten gehen willst, dann ruh' Dich nicht auf anderer Leute Kosten aus!"
Verzeihung, aber dieser Kommentar ist eine Frechheit. Gehen Sie bitte einmal Sonntags in die Bibliothek der juristischen Fakultät in Berlin. Sie werden sehen, dass sehr viele Studenten sieben Tage die Woche dort verbringen. Wir arbeiten meist mehr als 40 Stunden die Woche und bezahlen dafür.
Daher wüsste ich sehr gerne auf welchen Tatsachen ihre Annahme beruht.
13.11.2009 19:43 Uhr
von steuerzahlender langzeitstudent:
es geht doch gar nicht um ein paar 'sozialschmarotzende dauerstudenten' oder 'nachwuchsrevoluzzer'...
im zentrum steht, dass das gewäsch vom lebenslangen lernen und der wissensgesellschaft oder der freiheit der forschung nichts als leere hülsen sind und das manifestiert sich in den unis und schulen...
das spüren die meisten auch und das macht die relevanz des themas aus...
deswegen steht auch zweifelsfrei fest, dass die proteste notwendig und richtig sind, die formulierten forderungen eher zu konsensorientiert oder vorsichtig...
nur leider ergibt sich daraus bisher keine politische konsequenz und das liegt wohl daran, dass wir uns hier lieber entlang der merkwürdigen, konstruierten spaltungslinien wie student vs. steuerzahler abarbeiten...
solange wir nicht begreifen, dass staat, gesellschaft und steuerzahlerInnen nur verschiedene formen des gleichen sind, wird sich das wohl nicht ändern können...
das wird leider auch in der taz zu oft nicht benannt...
13.11.2009 14:52 Uhr
von Steuerzahler:
Hach ja, noch einmal Dauerstudent sein.
Wer sich über Pay2Learn beschwert, sollte sich fragen, mit welchem Recht er von mir als nichtstudiertem Steuerzahler verlangt, seine Jugend zu finanzieren. Wenn Du nicht arbeiten gehen willst, dann ruh' Dich nicht auf anderer Leute Kosten aus!
13.11.2009 13:48 Uhr
von provopoli:
Berliner Student schrieb:
"Ich habe mir zwei "Vollversammlungen" im Vorfeld der jetzigen Besetzungen angesehen, in Potsdam waren es knapp 100 Leute"
Das stimmt nicht. Ich war dort und habe beobachtet: Das Audimax hat etwa 400 Sitzplätze, die alle belegt waren. Zusätzlich standen und saßen dort, wo es nur möglich war, noch viele am Rand. Es dürften also 500 bis 600 gewesen sein.
13.11.2009 13:39 Uhr
von André B.:
Besser ein "paar hundert Nachwuchsrevoluzzer" die versuchen etwas zu verändern, als Pay2Learn-Universitäten für den stubenhockenden, klugscheissenden Nachwuchs der Gutmenschen und Besserverdiener.
13.11.2009 13:08 Uhr
von c008:
Es sind mehr als nur ein paar hundert Studenten. In Deutschland und in Oesterreich sind 28 Unis besetzt, und ob man die Art der Proteste gut heisst oder nicht, das Anliegen der Besetzer findet grossen Anklang.
13.11.2009 10:46 Uhr
von Berliner Student:
Wie schaffen es die paar hundert Nachwuchsrevoluzzer eigentlich immer so eine Presse zu bekommen?
Ich habe mir zwei "Vollversammlungen" im Vorfeld der jetzigen Besetzungen angesehen, in Potsdam waren es knapp 100 Leute, an der HU ein paar mehr. in D-Land gibt es ca. 2 Mio Studenten, ein paar hundert schleppen Schlafsäck ins Audimax und das schafft es in TAZ und SZ? An der Relevanz wird es wohl kaum liegen.
13.11.2009 00:57 Uhr
von abc:
Vielleicht sollte sich die HU umbenennen, vom Bildungsideal ihrer Namenspaten scheint sie ja nicht mehr viel zu halten.
12.11.2009 19:59 Uhr
von André B.:
Einen Ortes zieht die Polizei wieder ab - anderen Ortes räumt sie hingegen... scheinbar wurde auch wieder reger Gebrauch von Kameras etc. seitens der Polizei gemacht...
http://www.dennis-knake.de/2009/11/12/40-polizeikameras-fur-200-studenten/