• 17.06.2010

Bildungsbericht der Kultusminister

Mehr Streber und mehr Sitzenbleiber

Die Kluft zwischen Gutgebildeten und Unwissenden wächst, zeigt der aktuelle Bildungsbericht der Kultusminister. Jedes dritte Kind wächst in Familien auf, die arm, arbeitslos oder ungebildet sind.von Anna Lehmann

  • 18.06.2010 19:13 Uhr

    von Maddes:

    Frau Lehmann schreibt in der Onlineausgabe der TAZ: "Auf der anderen Seite wächst jedes dritte Kind in einer Risikolage auf". Deutlicher wird sie in der Printausgabe, wo sie schreibt: "Auf der anderen Seite wächst jedes dritte Kind bei Eltern auf, die arm sind, keine Arbeit haben oder gerade mal einen Hauptschulabschluss."
    Ich bin sicher nicht der einzige, der diesen Satz so versteht: arm sein ist schlimm, keine Arbeit zu haben ist schlimmer, aber einen Hauptschulabschluss zu haben ist das Allerletzte.
    Ich (Jahrgang 1956) stamme aus einer Generation, in der der Hauptschulabschluss der Regelabschluss der Schullaufbahn war. Auch ich habe lediglich einen Hauptschulabschluss. Wie kommt die vermutlich recht jugendliche Autorin eigentlich dazu, die Hälfte einer ganzen Generation und Millionen anderer Menschen auf diese pauschale Weise abzuqualifizieren und zu beleidigen? Wieso meint die Autorin, wir wären alle unfähig? Meint die taz-Redaktion nicht auch, dass mit derart pauschalen Verurteilungen etwas vorsichtiger umgegangen werden sollte?
    Nebenbei bemerkt: obwohl ich "nur" einen Hauptschulabschluss habe, bin ich seit fast einem Viertel Jahrhundert erfolgreich als freier Programmierer tätig. Außerdem führe ich Lehrgänge für Programmierer durch, in der ich auch studierte Informatiker weiterbilde. Daher so ganz zum Abschluss noch einen Satz auf dem Niveau der oben zitierten Textstellen: Deutschland braucht dringend Menschen mit Hauptschulabschluss, wer sollte sonst die Abiturienten weiterbilden?

  • 17.06.2010 15:37 Uhr

    von HamburgerX:

    Nicht das Schulsystem, sondern die Familien und die soziale Herkunft bestimmen den Bildungserfolg:

    http://www.zeit.de/2008/02/C-Enttaeuschung

    Die Gesamtschulen schneiden sogar noch etwas schlechter ab.

    http://zeus.zeit.de/bilder/2008/02/wissen/zeit-campus/chancen-grafik/chancen-grafik-600.gif

    Der logische, politisch weniger korrekte Schluss wäre: Gebildete Familien mehr fördern, das Kinderkriegen dort besonders belohnen. Ungebildeten Familien Anreize wegnehmen, Kinder zu bekommen. Eltern von Schulschwänzern Kindergeld streichen. Kitapflicht für Migrantenkinder. Zuwanderung radikal begrenzen und Ausländer ohne Schulabschluss bei Arbeitslosigkeit konsequent ausweisen.

    Das wäre eigentlich eine vernünftige Bevölkerungspolitik, aber sie klingt natürlich irgendwie herzlos.

    Der Autor plädiert für einen etwas anderen Weg: Prinzipiell fordert er, ungebildeten Eltern ihre Kinder möglichst lange am Tag wegzunehmen, weil die staatlichen Schulen gegen die Entscheidungen und Empfehlungen der Eltern hinwirken können.

    Was passieren wird: Politisch korrekt wird sich um alle gleichermaßen zwangsgekümmmert, viel Geld für nutzlose Reformen wie die Einheitsschule und Integrationsmaßnahmen ausgegeben - bis in 20 Jahren das Bildungsdesaster und der Wohlstandsverlust unumkehrbar sind.

    Bin wirklich mal gespannt, wer mir als Rentner meine Rente zahlen wird und ob die Bevölkerung dann noch die Schuldzinsen bedienen kann.

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