Bewegungs-Kolumne 06.03.2018

Internationaler Frauen*kampftag

Feminismus, das zeigt sich nicht erst seit #metoo, bedeutet nachwievor Widerstand. Nicht nur am 8. März.

Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2011. Was hat sich seither geändert? Wenig Bild: dpa

von TORBEN BECKER

Am Donnerstag, 8. März 2018, ist der internationale Frauen*kampftag. Seit rund hundert Jahren wird an jenem Tag für die Gleichberechtigung und Emanzipation der Frauen gekämpft – ein  Kampf der in Zeiten erstarkender sexistischer Salonfähigkeiten unverzichtbar bleibt. Denn noch immer sind die meisten Gesellschaften von patriarchalen Strukturen geprägt. Deswegen bedeutet Feminismus trotz aller Errungenschaften der letzten hundert Jahre nach wie vor Widerstand.

Frauen sind in vielen Lebenslagen benachteiligt, im Gegensatz zu Männern. Die Prekarisierung von Frauen reicht von der Jugend bis ins Rentenalter. Unter dem Schlachtruf „Frauen wollen Revolution!“ formiert sich heute daher die erste Demonstration gegen Patriarchat, Krieg, Rassismus und Faschismus! Sie richtet sich ausschließlich an ein FLTI-Publikum, d. h. dass hier nur Frauen*/Lesben/Trans*/Inter* – ihrer Stimme gemeinsam Gehör verleihen werden. Cis-Männlichkeit? Danke, nein. • 08.03., ab 15:30 Uhr, Schlesisches Tor

Anschließend aber vereint sich dieser Protest mit der Großdemonstration zum Frauen*kampftag, die von Neukölln bis ins Herz von Kreuzberg ziehen wird. Solidarisch und für alle geöffnet wird hier schlagfertig und kämpferisch gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Sexismus und für die plurale Gesellschaft demonstriert • 08.03., ab 17 Uhr, Hermannplatz

Was es mit dem Frauen*kampftag überhaupt auf sich hat, wird am Freitag im FAU-Lokal anhand der Hintergründe und zeitgenössische Entwicklungen internationaler syndikalistischer Zusammenschlüsse im feministischen Kampf diskutiert. Dazu wird es einen Input zu der Arbeit des syndikalistischen Frauenbunds und den Einfluss von Syndikalist*innen auf die Sexualreformvereine geben. Außerdem werden Positionen von Milly Witkop-Rocker und vielen weiteren engagierten Syndikalist*innen mit Bezug zu gegenwärtigen Bewegungen besprochen • 09.03., 19 Uhr, Grüntaler Str. 24

Der in der FAU zum Tragen kommende Internationalismus der Frauen*bewegungen wird am Freitag auch in der Kirche von Unten (KvU), dem traditionsreichen Oppositionsschuppen, ganz praktisch gelebt und gefeiert. Auf einer „Soligala“ wird unter dem Motto „Gemeinsam Widerstand aufbauen!“ Geld für Bauprojekte der Frauen*bewegung in Rojava gesammelt. Dazu gibt es Getränke und Musik von HipHop bis Punkrock. Seit 1977 ist der der 8. März neben dem Frauen*kampftag auch der Tag für den Weltfrieden, den es ohne die Emanzipation der Frauen* nicht geben wird. • 09.03., 19 Uhr, Storkower Str. 119