Erst mit dem Anmeldeschluss gab der Senat bekannt, dass die Betreuung der Vorschulkinder am Nachmittag etwas kosten soll. Nun fordert die LEA ein Rücktrittsrecht.von Kaija Kutter
Ja. Gut - ein Rücktrittrecht ist natürlich mehr als erwartbar.
Aber, zwischen den Zeilen lese ich doch noch etwas anderes - und weiß auch durch Gespräche:
Hier erwarten Eltern die Solidarität der Gesamtgesellschaft, denn eigentlich wird eine kostenlose Ganztagsbetreuung erwartet. Die in Form von (Vor&)Schule, Vormittagsbetreuung, Kindergeld, Kinderfreibetrag und bei Vielen die Ersparnisse durch das Ehegattensplitting etc. ja auch schon kräftig geleistet wird. Die Erweiterung dieser Solidarität in Form von Unterstützung einer gänzlich kostenlosen, ganztägigen Betreuung wäre auf Seiten anderer Gruppen der Bevölkerung sicher gewährleistet, wenn denn der solidarische Gedanke insgesamt größer wäre: Die gleichen Eltern haben sich nämlich z.B. gegen die Erweiterung der Grundschulzeit auf 6 Jahre stark gemacht, die in einem Schritt benachteiligten Kindern, in einem zweiten der Gesamtgesellschaft zugute käme. Und - ich spekuliere mal wild - es ist den Eltern auch ziemlich egal, dass die Betreuungskräfte ein so kleines Gehalt beziehen, dass man davon in Hamburg nicht vernünftig leben (und z.B. eine Familie planen) kann, sowie dass die Betreuung teils von Honorarkräften geleistet wird, die nach einem Studium (das noch abbezahlt werden muss) dann für ca. 8.- brutto mit mehr als 20 Kindern arbeiten müssen (ich weiß von einem Fall, wo es ab nachmittags aufgrund von Fehlplanungen etc. sogar bis 40! Kinder sind!), von denen im Schnitt 3 die (Einzel-)Betreuung durch den sozialpsychiatrischen Dienst benötigen würden, während zehn andere Eltern haben, die glauben, dass sie die Arbeit der Pädagogen täglich mitentscheiden und diskutieren müßten (und so ihre Schuldgefühle gegenüber ihren Kindern den Betreuern aufhalsen).
Jeder Fabrikarbeiter verdient mehr und wird für seine Arbeit besser anerkannt und respektiert.
Aber - ne klar - nur an Solidarität für (berufstätige)Eltern fehlt's in unserer Gesellschaft!
16.01.2012 08:53 Uhr
von Wolfgang Banse:
Nicht mit offenen Karten gespielt Erziehungsberechtigte fühlen sich betrogen,was die kostenlose Betreuung ihrer Kinder im Vorschulbereich am Nachmittag betrifft. Im vorn herein reinen Wein einschenken und die Erziehungsberechtigten informieren,was auf sie zu kommt,im Bezug auf das Finanzielle,das sollte das oberste Gebot sein,was die Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit des Senats der Hansestadt Hamburg betrifft. Die GEW sollte hier sich für die Erziehungsberechtigten Partei ergreifen. Auch Erziehungsberechtigte Wähler,sie werden bei der nächsten anstehenden Wahl ihr Votum abgeben.
Leserkommentare
19.01.2012 12:41 Uhr
von Nanny:
Ja. Gut - ein Rücktrittrecht ist natürlich mehr als erwartbar.
Aber, zwischen den Zeilen lese ich doch noch etwas anderes - und weiß auch durch Gespräche:
Hier erwarten Eltern die Solidarität der Gesamtgesellschaft, denn eigentlich wird eine kostenlose Ganztagsbetreuung erwartet.
Die in Form von (Vor&)Schule, Vormittagsbetreuung, Kindergeld, Kinderfreibetrag und bei Vielen die Ersparnisse durch das Ehegattensplitting etc. ja auch schon kräftig geleistet wird.
Die Erweiterung dieser Solidarität in Form von Unterstützung einer gänzlich kostenlosen, ganztägigen Betreuung wäre auf Seiten anderer Gruppen der Bevölkerung sicher gewährleistet, wenn denn der solidarische Gedanke insgesamt größer wäre:
Die gleichen Eltern haben sich nämlich z.B. gegen die Erweiterung der Grundschulzeit auf 6 Jahre stark gemacht, die in einem Schritt benachteiligten Kindern, in einem zweiten der Gesamtgesellschaft zugute käme.
Und - ich spekuliere mal wild - es ist den Eltern auch ziemlich egal, dass die Betreuungskräfte ein so kleines Gehalt beziehen, dass man davon in Hamburg nicht vernünftig leben (und z.B. eine Familie planen) kann, sowie dass die Betreuung teils von Honorarkräften geleistet wird, die nach einem Studium (das noch abbezahlt werden muss) dann für ca. 8.- brutto mit mehr als 20 Kindern arbeiten müssen (ich weiß von einem Fall, wo es ab nachmittags aufgrund von Fehlplanungen etc. sogar bis 40! Kinder sind!), von denen im Schnitt 3 die (Einzel-)Betreuung durch den sozialpsychiatrischen Dienst benötigen würden, während zehn andere Eltern haben, die glauben, dass sie die Arbeit der Pädagogen täglich mitentscheiden und diskutieren müßten (und so ihre Schuldgefühle gegenüber ihren Kindern den Betreuern aufhalsen).
Jeder Fabrikarbeiter verdient mehr und wird für seine Arbeit besser anerkannt und respektiert.
Aber - ne klar - nur an Solidarität für (berufstätige)Eltern fehlt's in unserer Gesellschaft!
16.01.2012 08:53 Uhr
von Wolfgang Banse:
Nicht mit offenen Karten gespielt
Erziehungsberechtigte fühlen sich betrogen,was die kostenlose Betreuung ihrer Kinder im Vorschulbereich am Nachmittag betrifft.
Im vorn herein reinen Wein einschenken und die Erziehungsberechtigten informieren,was auf sie zu kommt,im Bezug auf das Finanzielle,das sollte das oberste Gebot sein,was die Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit des Senats der Hansestadt Hamburg betrifft.
Die GEW sollte hier sich für die Erziehungsberechtigten Partei ergreifen.
Auch Erziehungsberechtigte Wähler,sie werden bei der nächsten anstehenden Wahl ihr Votum abgeben.