Bertelsmann-Gründer gestorben
Abschied von einem Scheinlinken
Reinhard Mohn machte das kleine Druck- und Verlagshaus Bertelsmann in Gütersloh zu einem internationalen Medienkonzern. Nach seinem Tod gilt es für die Familie den Einfluss zu sichern.von Steffen Grimberg
Leserkommentare
08.10.2009 16:57 Uhr
von Nirvana:
Wie ist es nur möglich, dass die wirklichen Machenschaften des demokratiezerstörenden Weltkonzern Beltelsmann mit seinen Stiftungen, immer noch zu wenigen Menschen bekannt ist? Nun natürlich auch im Stern (gehört zu Bertelsmann) die Lobeshymne über R.Mohn.
Dass dieser Familienkonzern es schaffen konnte, Medien und Politik vollkommen unter seine Kontrolle zu bekommen und Kritiker weitgehend auszuschalten, ist schon gruselig.
Kontrolle über Arbeitsgesetze, Logistik der Bundeswehr, Fernsehprogramme, Bildung, Wissenschaft, Gesundheitskarte, Rente, Verwaltungen, u.s.w. siehe auch unter Bertelsmannkritik, den nachdenkseiten etc.
Da hätten die Mielkes der DDR nur von träumen können, fast ein ganzen Volk gibt freiwillig alle möglichen Daten und Vorlieben an, um die Deutschlandcard von Edeka zu bekommen, wegen ein paar vermeintlicher Vorteile. Die Geschäftspartner bekommen so eine Möglichkeit zur Kontrolle der Bürger, im Zusammenhang mit vielen anderen schon erfolgten von Bertelsmann inszenierten elektronischen Datensammlungen. Der gläserne Bürger, in jeder Beziehung. So überlassen wir dem Bertelsmannkonzern Macht und Meinungsmache, der mittelerweile auch die meisten Volksvertreter erlegen sind. George Orwell läßt grüßen.
05.10.2009 19:30 Uhr
von Peter Christian Nowak:
Die Bertelsmann-Stiftung steht für die "soziale Umgestaltung" in Richtung Marktradikalismus und für die hedonistischen Interessen einer Minderheit von Gigareichen in Deutschland. Sie steht für die systematische Diskreditierung der gesetzlichen Rente, für die Fürsprache des mittlerweile "gesetzlichen" Hungerlohns und und den Abbau von Arbeitnehmerrechten. Sie plädiert für jede Art von Reformen, wenn sie nur Kürzungen im Sozialbereich beinhalten. Die Bertelsmann-Stiftung ist einer von mehreren Think-Tanks, aus deren Küchen die Suppe gekocht wird, die die Bürger letztlich auslöffeln müssen.
05.10.2009 17:15 Uhr
von Bielefelder:
Na jetzt hat Liz Mohn endlich Ihr Ziel erreicht:
die Alleinherrschaft im Konzern.
Wer sie kennt weiss was das bedeutet. Es gibt nicht wenige Bertelsmann Mitarbeiter die kotzen könnten, wenn sie auf Liz angesprochen werden.
Der Alltag mit der Chefin Liz Mohn ist hart und wenig menschlich:
offenkundige Beispiele wie die Demontierung des langjährigen Mitarbeiters und Chef Mark Wössner oder aber ganz alltägliche "Kleinigkeiten" gibt es zuhauf:
So soll sie sogar schon Mitarbeiterinnen, welche in Ihren Augen zu schlecht angezogen waren, wieder nach Hause geschickt haben. "Gut" angezogen bedeutet bei Ihr mindestens 500 Euro teure Kostüme. Dies verlangt sie auch von Mitarbeiterinnen, die vom firmeneigenen Leiharbeiterpool zur Urlaubsvertretung geschickt wurden, die mal gerade 1.000 Euro netto verdienen.
Ihr Werdegang zur Macht war lang und steinig:
Nachdem sie sich als 17 jährige Telefonist an Mohn rangeschmissen hatte und mit Ihm 3 uneheliche Kinder zeugte, einer davon ist heute depressiv im Rollstuhl sitzend von der Familie verstossen. Depressiv wahrscheinlich auch deshalb, weil er erst mit 12 Jahren erfahren hatte, das sein richtiger Vater Reinhard Mohn ist, und nicht wie der Gesellschaft vorgegaukelt, Joachim Scholz, den Lizzi zur Wahrung des Scheins geheiratet hatte.
Nachdem Mohn seine erste Frau Magdalena, mit der er 3 Kinder hatte, verlassen hatte, heiratete er Liz.
Schnell machte sich Liz daran, dass über die erste Frau gar nichts mehr berichtet wurde, und in keiner Firmenchronik vorkam.
Die Kinder aus erster Ehe wurden entmachtet, als letztes nach 27jähriger Mitarbeit, Johannes Mohn im Jahr 2008.
Liz eigene Kinder, Brigitte und Christoph, wurden geschickt in der Schaltzentrale der Macht installiert. Der dritte Sohn, Andreas, da behindert und schizophren, passt nicht in das Bild von Liz, wird nicht berücksichtigt, bzw. noch viel schlimmer, verstossen.
Man kann also gespannt sein, wie es nun mit dem Konzern weitergeht, der von einer ehemaligen Telefonistin und Ihrem Sohn, der 600 Mio Euro mit Lycos verbrannt hat, geleitet wird.
05.10.2009 16:36 Uhr
von Nirvana:
05.10.2009 10:42 Uhr:
Von Muckel :
dazu gibt es vielfältige Nachweise, Ein Konzern macht Politik, vo Arno Klönne, die Seite anti-bertelsmann, bertelsmann-kritik und viele Informationsquellen mehr, die fundiert und nachvollziehbar darstellen, was sich hinter diesm Konzern verbirgt und wer Nutznießer deren Strategien ist. So schreiben die Bertelsmänner auch die neuen Arbeitsgesetze. Es geht schlicht um Geld und die damit verbundene Macht. Mal nach dem Artikel von Dr. Jan Döllein forschen.
Liz Mohn ist Freundin von Angela Merkel. Genau wie Friede Springer, so wird über die mächtigen Medien Politik gemacht. Leider nicht nach dem Grundsatz, Eigentum verpflichtet und nicht im Sinne des Gemeinwohls.
05.10.2009 13:17 Uhr
von Axel Dörken:
Ich hoffe, dass Frau Mohn, spätestens jedoch ihre Kinder, den Wandel der Gesellschaft, hinzu einer gegenseitigen und alles andere achtenden Nutznießerschaft, voranbringt.
Allein, manchmal fehlt mir der Glaube, wenn ich sehe, was auch heute noch im Namen Bertelsmann an Eigennutz, gegen den Allgemeinnutz, betrieben wird.
Als ein Zeichen des Wandels könnte es gewertet werden, wenn die Stiftung ab sofort sich dem Gemeinnutzen zuwendet und somit soziale und ökologische Projekte auch dann fördert, wenn sie nicht aus dem Hause Bertelsmann kommen.
Liebe Grüße
Axel Dörken
Gütersloh
05.10.2009 12:07 Uhr
von Lars:
In der NS Zeit schön verdient. Hinterher so getan als sei da nichts gewesen und weiter verdient. Drecksladen.
05.10.2009 11:30 Uhr
von Müllers Meinung:
@ Chris: Dieser Artikel ist in der gesamten heutigen Presse der einzige, der auf die dunklerer Seite des Bertelsmann-Stiftung Konzern blickt. Ich muss gestehen, daß die verklärt romantische Darstellung eines Unternehmers, der einen Fernsehsender betreibt, der junge Menschen auf dem Weg in die Medienbranche anstiftet, manipulatorische Nachrichten für " das Unterschichtenfernsehen" zu produzieren und "die Bildzeitung des Fernsehens" darstellt, ruhig auch von der Schattenseite betrachtet werden darf. Es hat ja sonst niemand getan. Wenn die Leistung des Herrn Mohn gefeiert werden soll, muss man eben den Artikel in der Süddeutschen oder FAZ lesen oder Nachrufe im Fernsehen anschauen. Find ich auch ok... denn noch gibt es Pluralismus in den Medien und der Presse. Gleichschaltung ist auch viel langweiliger.
Allerdings muss ich Dir Recht geben, daß von links zu oft zu viel Unternehmerhass, oder wie man es nennen will , kommt... Stimm ich zu, aber wie gesagt, ich finds besser beide Seiten einer Persönlichkeit und ihres Werkes zu betrachten, als jemanden zum Heiligen zu sprechen, der nicht nur heiliges hinterlässt.
Weisste, privatisierte Bildung hat schnell den Anruch von Zwei Klassen Bildung, weil ich einer Firma Gewinne verschaffen muss. Aus meiner Sicht eine Art Tabu, das hier gebrochen werden sollte. Meinungsmache der RTL Gruppe gefällt mir auch überhaupt nicht... ach ja, und so schön das Wort Stiftung klingt: Bertelsmann zahlt dadurch eben immens weniger Steuern, die dem Gemeinwohl entgehen... also, das muss man schon als Denkansatz in den Raum werfen dürfen...
05.10.2009 11:28 Uhr
von SebastianMueller:
Vielleicht hätte man noch erwähnen können, dass Mohn seinen Sohn Christoph, der im Tochterunternehmen Lycos Europe zig Millionen Euro versenkte und den Laden dann schließlich ganz gegen die Wand fuhr, eigentlich schon längst hätte enterben und in die Wüste schicken müssen, wenn es nach den neoliberalen Leistungsdogmen seiner eigenen "Stiftung" ging.
Ja ja, Wasser predigen und Wein saufen!
05.10.2009 10:55 Uhr
von josenz:
nicht nur in sachen bildung, auch bei der gesundheit sind die mohns einer treibende kraft in sachen entsolidarisierung und privatisierung.
05.10.2009 10:42 Uhr
von Muckel :
Hat Jemand stichhaltige Zusammenhänge zu liefern in puncto Stiftung u. Hartz 4, Studiengebühren etc.,
oder sind das nur wohlfeile Annahmen ?
05.10.2009 10:16 Uhr
von stabil:
Wir wollen mal nicht vergessen, dass die Bertelsmann-Stiftung als die treibende Kraft hinter der ach so tollen und notwendigen Hartz-IV Reform stand und (da die "Reform" noch immer gilt) auch noch immer steht.
05.10.2009 09:57 Uhr
von Chris:
Von allem, was der Kerl geleistet hat in zig Jahren, soll jetzt nichts anderes als das Wort "Scheinlinker" übrigbleiben? Leider herrscht in der naiv-linken Fraktion stets das Urteil vor, dass Unternehmer immer böse sind. Wenn sich einer bemüht die Grenzen ein wenig einzureißen, dann stimmt ja auch das Weltbild nicht mehr.
Die Fakten aus dem Artikel zeigen ein klar anders Bild von Mohn als der Ton des Artikels uns vermitteln will. Seine Verdienste werden zwar teilweise aufgezählt, aber nicht anerkannt. Warum nicht?
05.10.2009 09:17 Uhr
von hto:
"Scheinlinke" - solange diese "freiheitlich-demokratische" Welt- und "Werteordnung" im Wettbewerb und von "WER SOLL DAS BEZAHLEN?" gesteuert wird, gibt es nur Scheinlinke, in gleichermaßen Bewußtseinsschwäche und systemrational-gebildet zu Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche.
05.10.2009 03:36 Uhr
von vic:
Mit Staunen habe ich gestern die Lobpreisungen zur Kenntnis genommen. Man konnte glauben, hier ging ein Heiliger von uns.
Das Bild wird wohl auch weiterhin vermittelt, die Nachfolgerin verfügt sogar über mehr medialen Einfluss.
Da muss wohl Herr Köhler wieder ein BV-Kreuz rausrücken.
04.10.2009 22:42 Uhr
von reblek:
"Dass Bertelsmann neben durchaus christlicher Literatur in deutlichen größeren Mengen Wehrmachtssonderausgaben von kriegsverherrlichenden Büchern mit gutem Gewinn absetzte..."
Ich nehme mal an, es sollte "deutlich größeren Mengen" heißen.
04.10.2009 21:50 Uhr
von namen:
Was ist das denn für ein komischer Begriff von links? So pragmatisch-"links" wie Schröder? Die Stiftung trat nicht nur fur Studiengebühren ein, für einen diffusen FDP-McKinsey-Leistungsbegriff, und für den Studenten als Kunden, für Privatisierungen öffentlicher Aufgaben, ganzer Verwaltungen etc; sie mischt auch noch in der Außenpolitik inzwischen kräftig mit. Links - verglichen mit was? Mit rechtskonservativen Thinktanks? Mit Manchesterkapitalismus? War das in den 70ern, 80ern nicht auch eher einem linken Zeitgeist geschuldet? Die Debatte könnte die taz doch mal führen. Ich denke, viele Leser werden die B.-Stiftung als alles mögliche empfinden, nur nicht als links.
04.10.2009 20:33 Uhr
von Susi Sorglos:
Dann wird auch dort bald die die Managerkaste das Sagen haben, wodurch die berechtigte Hoffnung besteht, daß durch deren größenwahn-inkompete Fehlentscheidungen, gepaart mit familieninternen Machtkämpfen, das Monster an seiner eigenen Masse und dem nicht unerheblichen Schuldendienst erstickt. Wer weiß, was sich nach dem Tod des Diktators in den Büchern des Imperiums noch so an verheimlichten krummen Geschäften verbirgt...
04.10.2009 20:09 Uhr
von Klaus Kosiek:
Guter Artikel, Herr Grimberg.Er beschreibt zutreffend, wie es Mohn gelungen ist, mit der Erfindung der Bertelsmann-Stiftung nicht nur materielle Interessen des Konzerns zu fördern, sondern zugleich auch Einfluss auf die Reform der Gesellschaft im Geist des Neoliberalismus zu gewinnen. Deshalb gebührt dem Toten Respekt für seine unternehmerische und politische Leistung. Die politischen Eliten - vor allem die Sozialdemokraten, die ihn lange für einen der Ihren hielten - waren ihm leider nicht gewachsen.
04.10.2009 20:09 Uhr
von Klaus Kosiek:
Guter Artikel, Herr Grimberg.Er beschreibt zutreffend, wie es Mohn gelungen ist, mit der Erfindung der Bertelsmann-Stiftung nicht nur materielle Interessen des Konzerns zu fördern, sondern zugleich auch Einfluss auf die Reform der Gesellschaft im Geist des Neoliberalismus zu gewinnen. Deshalb gebührt dem Toten Respekt für seine unternehmerische und politische Leistung. Die politischen Eliten - vor allem die Sozialdemokraten, die ihn lange für einen der Ihren hielten - waren ihm leider nicht gewachsen.
04.10.2009 17:08 Uhr
von makama:
Den unheilvollen Einfluss der Bertelsmann-Stiftung sollte doch einmal gesondert herausgestellt werden. Außerdem wurde die Stiftung von der Familie MOhn gegründet, um Steuern zu sparen.
04.10.2009 15:42 Uhr
von teo:
Glücklicherweise gibt es manchmal auch positive Nachrichten. Dass die Bertelsmann Stiftung als "gemeinnützig" gilt, ist natürlich traurig. Der Schaden, den Deutschland jedes Jahr durch diese Stiftung erleidet, lässt sich in Eurochens gar nicht beziffern.
04.10.2009 14:42 Uhr
von Riin:
Es würde mich interessieren, wieviel die Familie so pro Jahr an Steuern "spart" weil das Unternehmen einer Stiftung gehört.
Ach ja, und zu dem Wort "gemeinnützig" verkneif ich mir mal jeden Kommentar.