Die Regierung plant ein Betreuungsgeld. Das ist bescheuert und bildungspolitisch betrachtet Blödsinn, meinen die Berliner Politiker. Sogar die CDU ist dagegen.von Alke Wierth
Als ehemalige "Vollzeitmutti" geht mir dieses bescheuerte Einprügeln auf die Mütter , speziell auf arme Mütter/ Eltern gewaltig auf den Senkel. Nachdem man jahhrzehntelang das die häusliche Erziehung von ALLEN Kindern propagiert hat( im Westen ), sollen nun schon die Allerkleinsten in eine Kita abgeschoben werden , damit sie dort "gebildet" werden. Das wichtigste , was kleine Kinder brauchen ist eine verlässliche Bezugsperson, eine überschaubare Umgebung, und vor allem viel Zeit. Für mich war es immer klar, dass ich meine Erziehungsauftrag ernst nehme . So wie das die allermeisten Eltern , ob sie nun arm oder reich sind, tun.
Diese tollen Angebote ( Musik, Reiten , kulturelle Angebote für Kinder würde ich gerne annehmen ! Mit meinen großen Kindern , die davon wirklich etwas hätten !Für 150 € im Monat ließe sich doch einiges verwirklichen ;-))
Warum für das Geld nicht kostenlose Sportvereinsmitgliedschaften , inklusive Berreitstellen der Ausrüstung. Kulturelle Angebote für Kinder, kostenloser Musikunterricht für alle , kostenlose Museumsbesuche inkl. Fahrgeld .Teilnhame an Kinderprojekten, Schulen besser ausstatten , Unterstützung von Ehrenamtlichen ? Und warum nicht endlich den Hartz IV Satz für Kinder erhöhen , da sonst jede Kindergelderhöhung an denen , die sie wirklich brauchen vorbeigeht ?
Übrigens- wir sind keine Hartz IV- Bezieher !
Und wenn mal wieder über die ach so blöden Unterschichtseltern gelästert wird - wer verhindert die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln , wer hat die permanente Dauerberieselung per Fernseher durchgesetzt, und wer setzt sich immer noch für die 3-Stände-Schule ein , die benachteiligte Kinder von vorne herein in die Verliererschublade steckt ???
viele Grüße die "ehemalige Vollzeitmutti"
29.11.2009 01:00 Uhr
von H. Martin:
Otto: Die Fulltimemuttis, die aus welchen Gründen auch immer nicht arbeiten gehen müssen, mag es geben, aber ich sehe nicht ein, warum diese aus Steuergeldern zusätzlich finanziell unterstützt werden sollten.
27.11.2009 21:20 Uhr
von Achim Stührmann:
ich denke, der Wind weht aus einer ganz anderen Ecke. 150.-€ oder Gutscheine auszugeben, ist wahrscheinlich billiger, als Erzieherinnen menschenwürdig zu bezahlen.
Nochwas: Was soll mit den Gutscheinen angefangen werden? Früchinesisch für 2-jährige???
27.11.2009 14:53 Uhr
von Tim:
@ Otto
Zum einen, das Betreuungsgeld kostet dem Staat richtig Geld, wobei nicht sicher ist, ob Empfängerfamilien dieses Geld auch wie geplant für ihre Kinder einsetzt. Zum anderen, Kinder brauchen soziale Kontakte, wobei damit nicht nur die eigene Familie und deren Verwandten sowie Bekannten gemeint sind. Am Besten sind immernoch andere, gleichaltrige Kinder, denn so können sie schon frühzeitig miteinander und voneinander lernen, denn Spaßfaktor sollte man dabei auch nicht unterschätzen. Insofern halte ich ein Gutscheinsystem für angebrachter, als einfach nur Geld zu verteilen, wo man nicht genau weiss, was damit dann gemacht wird. Geht es nun wirklich um die Kinder, oder um das Selbstbestimmungsrecht der Eltern? Kinder sollten bestmöglich gefördert werden, und wenn das eine bestimmte Klientel nicht schafft, warum auch immer, wäre es das falsche Signal denen auch noch Geld zu geben. Und wenn die mal in Kindergärten hineinschauen, bzw. Sportvereine, Lerngruppen etc., Kinder können sich selbst sehr gut selbst erziehen, und blühen meist in Gesellschaft von anderen Kindern auf. Im Übrigen bedeutet eine art Gutscheinsystem nicht zwangsläufig, daß man bestimmten Eltern ihre Fähigkeiten der Kinderbetreuung abspricht.
27.11.2009 12:28 Uhr
von Mike:
So, so, es sollen also möglicht viele Kinder unter drei Jahren "Bildungseinrichtungen" besuchen. Irgendwie entfernen wir uns immer weiter von den Bedürfnissen der Kleinkinder, die im wesentlichen freie Entfaltungsmöglichkeiten und Sicherheit brauchen. Dann kommt die Bildung von ganz alleine. Sicherheit durch Struktur und eine Bezugsperson liefert ein Hort den Kleinkindern nur im geringen Maße. Dagegen erleben Sie im Wechsel zwischen Wochenende und Werktagen eher Unsicherheit. Dies bedeutet natürlich auch gößeren Stress für die Eltern, die sich wundern, wieso ihr Kind am Wochenende oder am Abend nicht so funktioniert wie andere Kinder. Die Möglichkeiten der Kinder, die Welt zu erobern und kennenzulernen, sind auch eingeschränkt, da jede Aktivität außerhalb des Horts organisatorischen Aufwand bedeutet. Und bei Aktivitäten am Wochenende muss von den Kleinen erst mal das Thema Sicherheit geklärt werden. Mein Sohn ist Vorschulkind. Kinder die in seinem Alter vorher im Hort waren, haben weder eine größere Sozialkompetenz noch mehr Selbstsicherheit. Eher das Gegenteil ist der Fall. Da stellt sich nun die Frage, wo liegt der Vorteil des Horts. Die 150 € könnte ich aber noch gebrauchen.
27.11.2009 10:58 Uhr
von Otto:
Hallo??? Besteht die Welt nur aus HartzIV-Empfängern + Pseudo-Super-Muttis, die meinen, Sie müßten Beruf+Kinder unter einen Hut bringen? Es gibt zahlreiche Familien aus der Mittelschicht, die Kindererziehung und -betreuung als ihren Aufgabenbereich ansehen. Die eben kein Interesse daran haben, Ihre Kinder schnellstmöglich und ganztäglich in Bildungseinrichtungen abzuliefern. Und das Geld auch nicht "versaufen"...
Leserkommentare
30.11.2009 17:07 Uhr
von Marie Caroulette:
Als ehemalige "Vollzeitmutti" geht mir dieses bescheuerte Einprügeln auf die Mütter , speziell auf arme Mütter/ Eltern gewaltig auf den Senkel.
Nachdem man jahhrzehntelang das die häusliche Erziehung von ALLEN Kindern propagiert hat( im Westen ), sollen nun schon die Allerkleinsten in eine Kita abgeschoben werden , damit sie dort "gebildet" werden.
Das wichtigste , was kleine Kinder brauchen ist eine verlässliche Bezugsperson, eine überschaubare Umgebung, und vor allem viel Zeit.
Für mich war es immer klar, dass ich meine Erziehungsauftrag ernst nehme . So wie das die allermeisten Eltern , ob sie nun arm oder reich sind, tun.
Diese tollen Angebote ( Musik, Reiten , kulturelle Angebote für Kinder würde ich gerne annehmen ! Mit meinen großen Kindern , die davon wirklich etwas hätten !Für 150 € im Monat ließe sich doch einiges verwirklichen ;-))
Warum für das Geld nicht kostenlose Sportvereinsmitgliedschaften , inklusive Berreitstellen der Ausrüstung. Kulturelle Angebote für Kinder, kostenloser Musikunterricht für alle , kostenlose Museumsbesuche inkl. Fahrgeld .Teilnhame an Kinderprojekten, Schulen besser ausstatten , Unterstützung von Ehrenamtlichen ?
Und warum nicht endlich den Hartz IV Satz für Kinder erhöhen , da sonst jede Kindergelderhöhung an denen , die sie wirklich brauchen vorbeigeht ?
Übrigens- wir sind keine Hartz IV- Bezieher !
Und wenn mal wieder über die ach so blöden Unterschichtseltern gelästert wird - wer verhindert die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln , wer hat die permanente Dauerberieselung per Fernseher durchgesetzt, und wer setzt sich immer noch für die 3-Stände-Schule ein , die benachteiligte Kinder von vorne herein in die Verliererschublade steckt ???
viele Grüße
die "ehemalige Vollzeitmutti"
29.11.2009 01:00 Uhr
von H. Martin:
Otto: Die Fulltimemuttis, die aus welchen Gründen auch immer nicht arbeiten gehen müssen, mag es geben, aber ich sehe nicht ein, warum diese aus Steuergeldern zusätzlich finanziell unterstützt werden sollten.
27.11.2009 21:20 Uhr
von Achim Stührmann:
ich denke, der Wind weht aus einer ganz anderen Ecke.
150.-€ oder Gutscheine auszugeben, ist wahrscheinlich billiger, als Erzieherinnen menschenwürdig zu bezahlen.
Nochwas:
Was soll mit den Gutscheinen angefangen werden?
Früchinesisch für 2-jährige???
27.11.2009 14:53 Uhr
von Tim:
@ Otto
Zum einen, das Betreuungsgeld kostet dem Staat richtig Geld, wobei nicht sicher ist, ob Empfängerfamilien dieses Geld auch wie geplant für ihre Kinder einsetzt. Zum anderen, Kinder brauchen soziale Kontakte, wobei damit nicht nur die eigene Familie und deren Verwandten sowie Bekannten gemeint sind. Am Besten sind immernoch andere, gleichaltrige Kinder, denn so können sie schon frühzeitig miteinander und voneinander lernen, denn Spaßfaktor sollte man dabei auch nicht unterschätzen.
Insofern halte ich ein Gutscheinsystem für angebrachter, als einfach nur Geld zu verteilen, wo man nicht genau weiss, was damit dann gemacht wird.
Geht es nun wirklich um die Kinder, oder um das Selbstbestimmungsrecht der Eltern? Kinder sollten bestmöglich gefördert werden, und wenn das eine bestimmte Klientel nicht schafft, warum auch immer, wäre es das falsche Signal denen auch noch Geld zu geben. Und wenn die mal in Kindergärten hineinschauen, bzw. Sportvereine, Lerngruppen etc., Kinder können sich selbst sehr gut selbst erziehen, und blühen meist in Gesellschaft von anderen Kindern auf.
Im Übrigen bedeutet eine art Gutscheinsystem nicht zwangsläufig, daß man bestimmten Eltern ihre Fähigkeiten der Kinderbetreuung abspricht.
27.11.2009 12:28 Uhr
von Mike:
So, so, es sollen also möglicht viele Kinder unter drei Jahren "Bildungseinrichtungen" besuchen.
Irgendwie entfernen wir uns immer weiter von den Bedürfnissen der Kleinkinder, die im wesentlichen freie Entfaltungsmöglichkeiten und Sicherheit brauchen. Dann kommt die Bildung von ganz alleine.
Sicherheit durch Struktur und eine Bezugsperson liefert ein Hort den Kleinkindern nur im geringen Maße. Dagegen erleben Sie im Wechsel zwischen Wochenende und Werktagen eher Unsicherheit. Dies bedeutet natürlich auch gößeren Stress für die Eltern, die sich wundern, wieso ihr Kind am Wochenende oder am Abend nicht so funktioniert wie andere Kinder.
Die Möglichkeiten der Kinder, die Welt zu erobern und kennenzulernen, sind auch eingeschränkt, da jede Aktivität außerhalb des Horts organisatorischen Aufwand bedeutet. Und bei Aktivitäten am Wochenende muss von den Kleinen erst mal das Thema Sicherheit geklärt werden.
Mein Sohn ist Vorschulkind. Kinder die in seinem Alter vorher im Hort waren, haben weder eine größere Sozialkompetenz noch mehr Selbstsicherheit. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Da stellt sich nun die Frage, wo liegt der Vorteil des Horts. Die 150 € könnte ich aber noch gebrauchen.
27.11.2009 10:58 Uhr
von Otto:
Hallo??? Besteht die Welt nur aus HartzIV-Empfängern + Pseudo-Super-Muttis, die meinen, Sie müßten Beruf+Kinder unter einen Hut bringen? Es gibt zahlreiche Familien aus der Mittelschicht, die Kindererziehung und -betreuung als ihren Aufgabenbereich ansehen. Die eben kein Interesse daran haben, Ihre Kinder schnellstmöglich und ganztäglich in Bildungseinrichtungen abzuliefern. Und das Geld auch nicht "versaufen"...