Es kam nicht zum Eklat. Die Jury zur Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses prämierte den Entwurf von Francesco Stella. Dieser setzte die Vorgaben brav eins zu eins um.von Kristina Pezzei
Welche Referenzen hat Architekt Franco Stello eigentlich? Wir groß ist "sein Büro"? Kann er 552 Mio Euro verplanen? Das fällige Architektenhonorar sieht erst eimmal sehr verlockend aus. Hatte er eine plausible, nachvollziehbare und realistische Kostenschätzung abgegeben? Wurden seine angegebenen Kosten von Fachleuten geprüft? Und mir persönlich gefällt seine 1. Innenhof-gestaltung, wie auf Fotomontagen zu sehen, überhaupt nicht. War hier die Mafia im Spiel?
29.11.2008 14:17 Uhr
von Sebastian:
Egal welcher Entwurf angenommen wurde, diskussionwürdig bleibt immernoch, ob ein Projekt, das mit Millionen, wenn nicht gar Milliarden vom Bund gefördert wird eine ethnologische Sammlung und eine Zentralbibliothek bekommen sollte. Wäre es nicht viel sinnvoller den ehemaligen Ort des Palastes der Republik, den Ort an dem 1918 die Demokratie ausgerufen wurde, den Ort an dem massenhaft Demonstrationen und politische Aufmärsche zu allen Zeiten der deutschen Geschichte stattfanden zu einem Ort des Gedenkens und des Andenkens zu machen? Wie wäre es wenn das DHM dort einziehen würde oder aber die Ausstellung Irrwege zur deutschen Parlamentarischen Demokratie ? Das sind die viel wichtigeren Diskussionen. Es ist im Prinzip unwichtig welche Aussenfassade dorthin kommt, jeder Architekt beherrscht sein Handwerk und wird etwas vernünftiges bauen können. Allen wird man es sowieso nie Recht machen.
29.11.2008 13:29 Uhr
von kolumbus:
Ja, jetzt müssen wir wohl auch den 1. Weltkrieg "wiederherstellen", damit die "gute, alte Zeit" wieder erlebbar wird, "verlässliche, alte, konservative Politik" wieder in's Verderben führt. Also schnürt schon mal die Frontschuhe, packt schon mal das alte Eisen zusammen, bedient wieder Kriegsanleihen, ihr Zombies...
29.11.2008 12:20 Uhr
von Johannes Heesters:
ziemlich reaktionär. einfach ein schloß für eine halbe milliarde aufzubauen. naja mich wundert hier gar nichts mehr.
29.11.2008 10:36 Uhr
von Waldmann:
Es sind und bleiben 65 Mio für fiktiv berechnete Fassadenmehrkosten, nicht 80 Mio (inkl. Marketingaufwand). Steht sogar auf der Seite des Fördervereins.
29.11.2008 09:14 Uhr
von Dertürke:
Nach Machtwechsel wird der Palast der Republik nachgebaut..?
28.11.2008 23:44 Uhr
von emil:
Jetzt sollten die Berlinerinnen und Berliner zumindest dafür demonstrieren, Petitionen schreiben, Bürgerinitiativen gründen u.s.w., dass das Gebäude als sogenannte Null-Energie-Haus gebaut wird, inklusive 50% der Dachflächen mit Solarzellen ausgestattet werden, und dass mindestens die Hälfte des Gebäudes als Bibliothek mit vielen PC.s mit Internetanschluss, und zwar vorrangig für ALG-1 und ALG-2 Empfängerinnen/Empfänger (d.h. so, dass andere im Zweifelsfall ihren Platz für eine solche Person räumen müssen, wenn alle Plätze besetzt sind).
Mein voller Ernst!
28.11.2008 21:52 Uhr
von Christian Zavelberg:
Tschüss Geschichte, Guten Tag Rekonstruktion!
Mit Architektur hat das was in Berlin passiert wenig zu tun. Wohl eher mit einer Art zwangsgestörten Ausradierung aller manifestierten Reste des DDR-Systems. Wenn man Geschichte verstehen und nachkommenden Generationen erklären will, braucht mann auch so manches "fassbare" Überbleibsel. Das Holocaust-Denkmal hat zurecht einen Platz in unserer Hauptstadt gefunden und leistet einen wichtigen Beitrag, die Greueltaten des Faschismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der Abriss des Palastes der Republik und der nun verabschiedete Neubau als "Märchenschloss" leistet keinen Beitrag die noch junge deutsche Geschichte der Teilung als etwas materielles, fassbares zu erhalten. Ohnehin sind die Reste der DDR-Vergangenheit kaum noch erkennbar. Vom Kioskverkauf der letzten Mauerstücke, über den Abriss des größten DDR-Reliktes bis zum Aufbau dieser architektonischen Rekonstruktion "Berliner Stadtschloss", hat es nur wenige Jahre gedauert.
Leserkommentare
30.11.2008 16:28 Uhr
von Ullrich von Tabor, Bauleitung:
Welche Referenzen hat Architekt Franco Stello eigentlich? Wir groß ist "sein Büro"? Kann er 552 Mio Euro verplanen? Das fällige Architektenhonorar sieht erst eimmal sehr verlockend aus. Hatte er eine plausible, nachvollziehbare und realistische Kostenschätzung abgegeben? Wurden seine angegebenen Kosten von Fachleuten geprüft?
Und mir persönlich gefällt seine 1. Innenhof-gestaltung, wie auf Fotomontagen zu sehen, überhaupt nicht. War hier die Mafia im Spiel?
29.11.2008 14:17 Uhr
von Sebastian:
Egal welcher Entwurf angenommen wurde, diskussionwürdig bleibt immernoch, ob ein Projekt, das mit Millionen, wenn nicht gar Milliarden vom Bund gefördert wird eine ethnologische Sammlung und eine Zentralbibliothek bekommen sollte. Wäre es nicht viel sinnvoller den ehemaligen Ort des Palastes der Republik, den Ort an dem 1918 die Demokratie ausgerufen wurde, den Ort an dem massenhaft Demonstrationen und politische Aufmärsche zu allen Zeiten der deutschen Geschichte stattfanden zu einem Ort des Gedenkens und des Andenkens zu machen? Wie wäre es wenn das DHM dort einziehen würde oder aber die Ausstellung Irrwege zur deutschen Parlamentarischen Demokratie ?
Das sind die viel wichtigeren Diskussionen. Es ist im Prinzip unwichtig welche Aussenfassade dorthin kommt, jeder Architekt beherrscht sein Handwerk und wird etwas vernünftiges bauen können. Allen wird man es sowieso nie Recht machen.
29.11.2008 13:29 Uhr
von kolumbus:
Ja, jetzt müssen wir wohl auch den 1. Weltkrieg "wiederherstellen", damit die "gute, alte Zeit" wieder erlebbar wird, "verlässliche, alte, konservative Politik" wieder in's Verderben führt. Also schnürt schon mal die Frontschuhe, packt schon mal das alte Eisen zusammen, bedient wieder Kriegsanleihen, ihr Zombies...
29.11.2008 12:20 Uhr
von Johannes Heesters:
ziemlich reaktionär. einfach ein schloß für eine halbe milliarde aufzubauen. naja mich wundert hier gar nichts mehr.
29.11.2008 10:36 Uhr
von Waldmann:
Es sind und bleiben 65 Mio für fiktiv berechnete Fassadenmehrkosten, nicht 80 Mio (inkl. Marketingaufwand). Steht sogar auf der Seite des Fördervereins.
29.11.2008 09:14 Uhr
von Dertürke:
Nach Machtwechsel wird der Palast der Republik nachgebaut..?
28.11.2008 23:44 Uhr
von emil:
Jetzt sollten die Berlinerinnen und Berliner zumindest dafür demonstrieren, Petitionen schreiben, Bürgerinitiativen gründen u.s.w., dass das Gebäude als sogenannte Null-Energie-Haus gebaut wird, inklusive 50% der Dachflächen mit Solarzellen ausgestattet werden, und dass mindestens die Hälfte des Gebäudes als Bibliothek mit vielen PC.s mit Internetanschluss, und zwar vorrangig für ALG-1 und ALG-2 Empfängerinnen/Empfänger (d.h. so, dass andere im Zweifelsfall ihren Platz für eine solche Person räumen müssen, wenn alle Plätze besetzt sind).
Mein voller Ernst!
28.11.2008 21:52 Uhr
von Christian Zavelberg:
Tschüss Geschichte, Guten Tag Rekonstruktion!
Mit Architektur hat das was in Berlin passiert wenig zu tun. Wohl eher mit einer Art zwangsgestörten Ausradierung aller manifestierten Reste des DDR-Systems. Wenn man Geschichte verstehen und nachkommenden Generationen erklären will, braucht mann auch so manches "fassbare" Überbleibsel.
Das Holocaust-Denkmal hat zurecht einen Platz in unserer Hauptstadt gefunden und leistet einen wichtigen Beitrag, die Greueltaten des Faschismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Der Abriss des Palastes der Republik und der nun verabschiedete Neubau als "Märchenschloss" leistet keinen Beitrag die noch junge deutsche Geschichte der Teilung als etwas materielles, fassbares zu erhalten. Ohnehin sind die Reste der DDR-Vergangenheit kaum noch erkennbar. Vom Kioskverkauf der letzten Mauerstücke, über den Abriss des größten DDR-Reliktes bis zum Aufbau dieser architektonischen Rekonstruktion "Berliner Stadtschloss", hat es nur wenige Jahre gedauert.
Ich finde das sehr traurig.
28.11.2008 18:33 Uhr
von schlossfreund:
Perfekt!!