Billy Bob Thornton lässt tief blicken – sowohl während der Pressekonferenz als auch in seinem Film. Und lustig ist der Ex von Angelina Jolie auch noch.von David Denk

Ein super Typ: Billy Bob Thornton. Bild: reuters
Gegen Ende der Pressekonferenz zu "Jayne Mansfield's Car" liefert ein Mitarbeiter von "Gottschalk Live" einen schönen Beleg dafür, warum man die ARD-Vorabendshow nicht vermissen wird, wenn sie demnächst mangels Zuschauerinteresse eingestellt wird. Die Frage an Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Billy Bob Thornton lautete, ob er Angelina Jolie schon getroffen habe.
"Ja, schon vor Jahren", ist Thorntons gewitzte Antwort auf den Versuch des "Kollegen", Thornton Intimitäten zu entlocken über das Verhältnis zu seiner Exfrau, die derzeit ja auch in Berlin weilt, um ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" zu bewerben. Und dann tut er ihm doch den Gefallen und sagt ein paar Belanglosigkeiten: Angelina sei seine "beste Freundin auf der Welt". Und der Brad ein super Typ.
Was man an dieser Stelle gern sofort an Billy Bob Thornton weitergeben möchte, denn nicht nur die Art, wie er den "Kollegen" charmant auflaufen lässt, macht ihn auf Anhieb sympathisch, sondern auch die Offenheit, mit der er sich den sonstigen Fragen der Journalisten stellt und sie nicht halbherzig abhakt wie manch andere Größen ihres Fachs.
Als er beginnt, von seinem Vater zu erzählen, "einem sehr gewalttätigen Iren", einem Veteran des Koreakriegs, "der nicht das Vermögen hatte, Gefühle zu zeigen", versteht man sofort viel besser, warum er diesen Film über Väter und Söhne und den Krieg unbedingt machen musste. Auch wenn er ihn mit russischem Geld machen musste, weil in den USA nur noch "lächerliche Komödien" kein Problem mit der Finanzierung haben. Persönlicher kann ein Film kaum sein.
So entsteht ein wirklich intimer Moment, wie er selten zustande kommt im Rahmen einer Pressekonferenz. Thornton lässt tief blicken, wenn er etwa davon erzählt, wie er sich seit dem frühen Tod des Vaters – Thornton war 17 – nach der Akzeptanz und Zuneigung älterer Männer sehnt, von Männern wie dem Schauspieler John Hurt, der schweigend neben ihm auf dem Podium sitzt, und dem abwesenden Robert Duvall, der im Film Thorntons Vater spielt – also beide, sowohl den Vater der von Thornton verkörperten Figur Skip Caldwell als auch ein Stück weit seinen eigenen, mit dem Thornton mittlerweile seinen Frieden gemacht hat. "Jayne Mansfield's Car" ist das Dokument dieser Aussöhnung.
Auch wenn das jetzt vielleicht nicht so rüberkam: Die Pressekonferenz war auch sehr lustig. Wie der Film im Übrigen auch.
Dieter Kosslick und sein Team stellten ein inspirierendes und zeitkritisches Filmprogramm zusammen. Nur die Juryentscheidungen hinkten hinterher. von Cristina Nord

Der 70-jährige österreichische Regisseur Michael Haneke gehört längst keiner nationalen Filmkultur mehr an, sondern dem Weltkino. Mit „L'Amour“ gewinnt er in Cannes. von Bert Rebhandl

Die Tage vom 9.-19. Februar stehen im Zeichen des Kinos. Mit dem Historiendrama "Les adieux à la reine" eröffnen am 9. Februar die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin. 395 Filme sind es insgesamt, 18 davon konkurrieren um den Goldenen Bären, der am 18. Februar verliehen wird.
Die Wettbewerbsjury wird von dem britischen Filmemacher Mike Leigh geleitet, zu den RegisseurInnen und SchauspielerInnen, die einen Berlinbesuch angekündigt haben, zählen Angelina Jolie, Billy Bob Thornton, Charlotte Gainsbourg, Isabelle Huppert, Meryl Streep und Zhang Yimou.
Die taz begleitet die Berlinale mit ausführlicher Berichterstattung, treibt sich am Potsdamer Platz herum, empfiehlt die einen Filme und warnt vor den anderen, spricht mit Regisseuren und Regisseurinnen. All das finden Sie ab dem 9. Februar in unserem Berlinale-Schwerpunkt.
Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
14.02.2012 11:33 | davidly
Wäre die Frage von einer Muttersprachler gestellt, hätte Thornton vielleicht nicht so antworten können. z.B. "Have you run ...