Die SPD hat auf Magna vertraut und sich als Interessenvertreter der Opelaner inszeniert - zu voreilig, wie sich nun zeigt.von Stephan Kosch & Beate Willms
FIAT ist nicht vertrauenswürdig? Wieso eigentlich nicht? FIAT ist ein Hersteller mit Tradition und gehört zu einer riesigen Holding - und befindet sich weltweit auf großer Einkaufstour. Das Geld haben sie - im Ggs. zu unserem ach so hoch bewerteten Porsche. Ich finde es peinlich, wie man mit FIAT umspringt. Die Firma ist seriös, hat Geld und Interesse. Jeder andere Käufer wird Standorte schließen - sobald die gegebenen Garantien auslaufen. Da bevorzuge ich einen Bewerber, der gleich sagt, was Sache ist. Bei all den negativen FIAT Kommentaren habe ich einen Verdacht - da hat doch einer die Einschätzung irgendeines anderen abgeschrieben (von wegen Fiat sei Pleite usw...) Schade
16.07.2009 06:24 Uhr
von vic:
Verstehe nicht wie man den etablierten Kleinwagenhersteller FIAT mit irgendwelchen Finanzhaien auf eine Stufe stellen kann. Letztere sind an Profit interessiert und sonst an nichts. Sie filetieren Unternehmen und werfen weg was nichts einbringt. "Humankapital" ist in diesen Zeiten wertlos. Andererseits ist das alles eigentlich belanglos. Nach dem Auslaufen der Merkel-Abrissbirne, pardon Abwrack-Prämie, wird ohnehin auf lange Zeit kein Mittelklasse-oder Kleinwagen mehr verkauft. Die sind jetzt erstmal alle neu.
16.07.2009 01:06 Uhr
von Markus Kierker:
Ich wäre da nicht so von den lauteren Absichten von Ripplewood und seinem belgischen Hedgefonds-Ableger RHJ International überzeugt.
Auch wenn Ripplewood weniger Staatshilfen verlangen sollte, heißt das ja, dass dann weniger in Opel investiert wird, oder? Wieviel Staatsknete wird denn für Opel gebraucht und ab wann wird die Staatsknete schlicht als Gewinn an RHJ ausgeschüttet?
Gewisse US-Banken kommen da in die Erinnerung, die aus der Bail-Out-Kohle vom Steuerzahler erstmal fette Boni an diejenigen Investmentbanker bezahlt haben, die die Probleme verursacht haben.
Hedgefonds tun nämlich folgendes und nix anderes: sie kaufen Unternehmen und lassen diese bluten, d.h. sie verzehren die Substanz, die Rücklagen und ggf. die Kriegskasse, Löhne runter, Investments aufschieben, Einzelteile verkaufen... Denn irgendwoher muss die Dividende für die Hedgefunds-Eigner ja kommen.
Wie sehr RHJ International im internationalen Hedgefonds-Gewässer verzahnt ist, erkennt man, wenn man mal googelt: RHJ International Rothschild. Lord Jacob Rothschild ist der Chef der britischen Rothschilds, sein Sohn Nat ist ebenfalls Financier / Investor, dessen Hedgefunds heißt Atticus.
Wie solche "Übernahmen" von den Rothschild Financiers aussehen, sieht man, wenn man mal googelt: Deutsche Börse Atticus. Kurz: Deutsche Börse wollte die britische Börse London Stock Exchange übernehmen, Rothschild und ein paar andere haben sich daraufhin bei der Deutschen Börse eingekauft und deren Kriegskasse leergeblutet, was zwar legal ist, aber von allem möglichen aber nicht von einer langfristigen Investoren- oder Entwicklungsstrategie spricht. Dasselbe Spielchen bei der französischen Schuhverkaufskette Andre. Rothschild und Verbündete hatten sich da eingekauft, Dividenden kassiert und die Kette dann aber relativ schnell wieder abgestoßen, welt de hat einen Artikel dazu.
Auch wenn Hedgefunds hie und da ein Unternehmen retten, sind viele Hedgefunds schlicht darauf aus, sich in gutgestellte Unternehmen mit Rücklagen einzukaufen, alles überflüssige verscherbeln, Leute entlassen, die Rücklagen als Dividenden auszuzahlen und dann aus dem abgemagerten Unternehmen wieder auszusteigen, ohne irgendeine Wertsteigerung noch irgendeine zukunftsfähige Strategie zu hinterlassen.
Die Theorie, dass RHJ International nur ein Platzhalter für die Amis ist, die dann wieder bei Opel einsteigen, sobald Opel mit deutscher Staatsknete saniert ist, gibt es übrigens auch.
15.07.2009 21:24 Uhr
von Frank, Westerwald:
Wäre schade wenn wegen der Wahlen Opel u. letztlich die Leute auf der Strecke bleiben - mittlerweile hat Opel wieder Potential. Nur hat der Staat da eigentlich wenig zu suchen. Wenn ein Unternehmen potential hat dann findet es auch Investoren. Wenn sich aber das Kapital nicht dran traut... PS. Schade um die x Milliarden die der Staat den Banken hinterhergeworfen hat. Da hätte es ja noch mehr Sinn gemacht den ganzen Notleidenden Unternehmen zu helfen - da wäre wenigstens was zurückgeflossen.
Leserkommentare
16.07.2009 18:36 Uhr
von Bötticher:
FIAT ist nicht vertrauenswürdig? Wieso eigentlich nicht? FIAT ist ein Hersteller mit Tradition und gehört zu einer riesigen Holding - und befindet sich weltweit auf großer Einkaufstour. Das Geld haben sie - im Ggs. zu unserem ach so hoch bewerteten Porsche. Ich finde es peinlich, wie man mit FIAT umspringt. Die Firma ist seriös, hat Geld und Interesse. Jeder andere Käufer wird Standorte schließen - sobald die gegebenen Garantien auslaufen. Da bevorzuge ich einen Bewerber, der gleich sagt, was Sache ist. Bei all den negativen FIAT Kommentaren habe ich einen Verdacht - da hat doch einer die Einschätzung irgendeines anderen abgeschrieben (von wegen Fiat sei Pleite usw...) Schade
16.07.2009 06:24 Uhr
von vic:
Verstehe nicht wie man den etablierten Kleinwagenhersteller FIAT mit irgendwelchen Finanzhaien auf eine Stufe stellen kann. Letztere sind an Profit interessiert und sonst an nichts. Sie filetieren Unternehmen und werfen weg was nichts einbringt. "Humankapital" ist in diesen Zeiten wertlos.
Andererseits ist das alles eigentlich belanglos. Nach dem Auslaufen der Merkel-Abrissbirne, pardon Abwrack-Prämie, wird ohnehin auf lange Zeit kein Mittelklasse-oder Kleinwagen mehr verkauft. Die sind jetzt erstmal alle neu.
16.07.2009 01:06 Uhr
von Markus Kierker:
Ich wäre da nicht so von den lauteren Absichten von Ripplewood und seinem belgischen Hedgefonds-Ableger RHJ International überzeugt.
Auch wenn Ripplewood weniger Staatshilfen verlangen sollte, heißt das ja, dass dann weniger in Opel investiert wird, oder?
Wieviel Staatsknete wird denn für Opel gebraucht und ab wann wird die Staatsknete schlicht als Gewinn an RHJ ausgeschüttet?
Gewisse US-Banken kommen da in die Erinnerung, die aus der Bail-Out-Kohle vom Steuerzahler erstmal fette Boni an diejenigen Investmentbanker bezahlt haben, die die Probleme verursacht haben.
Hedgefonds tun nämlich folgendes und nix anderes: sie kaufen Unternehmen und lassen diese bluten, d.h. sie verzehren die Substanz, die Rücklagen und ggf. die Kriegskasse, Löhne runter, Investments aufschieben, Einzelteile verkaufen...
Denn irgendwoher muss die Dividende für die Hedgefunds-Eigner ja kommen.
Wie sehr RHJ International im internationalen Hedgefonds-Gewässer verzahnt ist, erkennt man, wenn man mal googelt:
RHJ International Rothschild.
Lord Jacob Rothschild ist der Chef der britischen Rothschilds, sein Sohn Nat ist ebenfalls Financier / Investor, dessen Hedgefunds heißt Atticus.
Wie solche "Übernahmen" von den Rothschild Financiers aussehen, sieht man, wenn man mal googelt:
Deutsche Börse Atticus.
Kurz: Deutsche Börse wollte die britische Börse London Stock Exchange übernehmen, Rothschild und ein paar andere haben sich daraufhin bei der Deutschen Börse eingekauft und deren Kriegskasse leergeblutet, was zwar legal ist, aber von allem möglichen aber nicht von einer langfristigen Investoren- oder Entwicklungsstrategie spricht.
Dasselbe Spielchen bei der französischen Schuhverkaufskette Andre. Rothschild und Verbündete hatten sich da eingekauft, Dividenden kassiert und die Kette dann aber relativ schnell wieder abgestoßen, welt de hat einen Artikel dazu.
Auch wenn Hedgefunds hie und da ein Unternehmen retten, sind viele Hedgefunds schlicht darauf aus, sich in gutgestellte Unternehmen mit Rücklagen einzukaufen, alles überflüssige verscherbeln, Leute entlassen, die Rücklagen als Dividenden auszuzahlen und dann aus dem abgemagerten Unternehmen wieder auszusteigen, ohne irgendeine Wertsteigerung noch irgendeine zukunftsfähige Strategie zu hinterlassen.
Die Theorie, dass RHJ International nur ein Platzhalter für die Amis ist, die dann wieder bei Opel einsteigen, sobald Opel mit deutscher Staatsknete saniert ist, gibt es übrigens auch.
15.07.2009 21:24 Uhr
von Frank, Westerwald:
Wäre schade wenn wegen der Wahlen Opel u. letztlich die Leute auf der Strecke bleiben - mittlerweile hat Opel wieder Potential.
Nur hat der Staat da eigentlich wenig zu suchen.
Wenn ein Unternehmen potential hat dann findet es auch Investoren. Wenn sich aber das Kapital nicht dran traut...
PS. Schade um die x Milliarden die der Staat den Banken hinterhergeworfen hat.
Da hätte es ja noch mehr Sinn gemacht den ganzen Notleidenden Unternehmen zu helfen - da wäre wenigstens was zurückgeflossen.