• 14.05.2009

Bei Abu-Ghraib hört Transparenz auf

Obama will Folter-Fotos geheim halten

Der US-Präsident will weitere Folterfotos aus Abu Ghraib nun doch nicht veröffentlichen lassen. Menschenrechtler und Liberale werfen ihm Abkehr vom Transparenzversprechen und "Bushismus" vor.von R. Sotschek

  • 17.05.2009 08:12 Uhr

    von vic:

    Ich will sie doch gar nicht sehen, seine Folterbilder. Ich glaub´s auch so.

  • 16.05.2009 11:55 Uhr

    von Gerda Fürch:

    Entsetzlich! Schockierend! Abstoßend!

    Ich erinnere mich an das Stern-Foto von "My Ly" in Vietnam, das die Welt aufrüttelte und durchschüttelte. An das ebenfalls abstoßende Foto des gefangen genommenen schrecklichen Diktators Saddam Hussein, wo ich dennoch spontan dachte, das muß nicht sein, in dieser aufgeheizten Atmosphäre. Das war keine gute Entscheidung. Ich erinnere mich an die dokumentierten Fotos der Holocaust-Opfer .....

    Ich stimme vor allem den Kommentaren von Fanny Kollt und t.s. zu und mit ihnen überein.

    Diese und andere Fotos von Abu Ghraib und Guantanamo müssen festgehalten und dokumentiert bleiben, aber nicht unbedingt weiter breit veröffentlicht werden.

    Bush wenige Tage danach: "Was in dem Gefängnis passiert ist, spiegelt nicht das Amerika wieder, das ich kenne." Sein zum Ausdruck kommendes, spontanes Entsetzen als Mann und Mensch und Präsident glaube ich ihm. Ja, Bush kennt eben nur einen Teil des Amerikas, in dem er lebt und das er acht Jahre lang mitgestaltet und der Welt vor Augen geführt hat. Umso mehr sollte er sich demnächst verantwortlich sehen und zeigen, nämlich zumindest reuen. Das wird er natürlich nicht tun, weil er nicht mutig ist, weil da noch Dick Cheney ist und so weiter. Es würde zu seinem Selbstmord führen.

    Barack Obama hat eine konsequente Entscheidung getroffen. Der Mann kann denken, abwägen und folgern. Er hat sein Versprechen nicht gebrochen. Ich glaube ihn zu verstehen nach dem, was ich über seinen Lebensweg, seine Lebenserfahrungen und schließlich über seine politischen Ambitionen gelesen habe, einschließlich seiner Reden. Er ist in der Tat "Hoffnung" und "Change".

    Wer, wie er, ragt aus der Weltpolitik und Innenpolitik sonst noch hervor? Wo? Wann? Wie? Da ist erst einmal nichts. Oder doch?
    Bitte herausfinden, recherchieren und berichten.

  • 15.05.2009 13:58 Uhr

    von Torsten Steinberg:

    "Obama kneift bei Folterbildern" - Was für eine Schlagzeile! Setzt sich die taz bei denen in's Boot, die nach billigen Sensationen geifern? Das krieg ich bei der Bild billiger und frage mich einmal mehr, warum noch dieses teure taz-Abo.

    Eure Berichterstattung ist ja noch (?) etwas seriöser, doch hört endlich mit diesem Versuch auf, Mäuse mit dem vergifteten Speck fangen zu wollen, dessen sich die unsäglichste Journaille bedient. Ihr wollt Euch doch unterscheiden - oder nicht?

    Ansonsten stimme ich vollständig den anderen Kommentatoren zu. Der Verzicht auf Sensationsgier hat nichts zu tun mit einem Verzicht darauf, die Verantwortlichen für ihre unsäglichen Taten zur Rechenschaft zu ziehen.

    In der Sache ist es da viel eher zu kritisieren, dass das Regime von Guantanamo doch nicht hinweggefegt wird, so wie es sich für einen Rechtsstaat, wenn er ein solcher genannt werden will, gehört.

  • 15.05.2009 10:57 Uhr

    von Axel:

    Schneller als gedacht beginnt die Entzauberung des in den Mainstreammedien wie auch der taz als quasi Friedensbringer, Vorbild und Überdemokraten aufgebauschten Obama und wir bekommen US-amerikanische Realitäten zu sehen. Vielleicht schaut ja auch unsere Presse ab sofort etwas kritischer über den Teich, obwohl meine Hoffnung darauf nicht sehr groß ist.

  • 15.05.2009 07:22 Uhr

    von Pater Braun:

    ""Die Veröffentlichung dieser Fotos, die vergangenes Verhalten zeigen, das heute verboten ist..." Filbinger: "War früher Recht war, kann heute kein Unrecht sein." Außerdem lügt Cheney. Warum sind Folterer verurteilt worden, wenn das, was sie getan haben "früher Recht war"?

  • 14.05.2009 22:17 Uhr

    von Fanny Knoll:

    @petro:

    Nein!

    Ich muss nicht noch mehr Bilder sehen,
    damit ich glaube, was passiert ist!

    Mit Bildern zeigen ist niemanden geholfen!

    Ich bin dafür, dass die Menschenrechte eingehalten werden und wer dagegen verstößt muss mit harten Strafen rechnen.
    Amnesty International schafft diese wichtige Aufklärungsarbeit auch ohne hunderter reißerischer Bilder.
    Die Fakten zählen.

  • 14.05.2009 16:56 Uhr

    von Petro:

    @knoll

    Achso ... also nach dem Motto" aus dem Auge, aus dem Sinn" ....

    so löst man heutzutage Ihrer Meinung nach völkerrechtswiedriege Gefangenschaften!!!
    Unsere Welt wird immer dreckiger und ehrenloser dank solcher Menschen ;)
    in meinen Augen ist dass der wahre TERROR !

  • 14.05.2009 15:54 Uhr

    von Fanny Knoll:

    Wir wissen alle, was passiert ist.
    Wir kennen viele Fotos.
    Ja, uns ist schlecht geworden.

    Das ist "BILD"-Niveau, nochmehr gequälte Menschen zu sehen und somit Effekte haschen.

    Ich habe genug gesehen und möchte nur,
    dass es sich nicht wiederholt und die Täter
    entsprechen bestraft werden.
    Das reicht!

  • 14.05.2009 15:38 Uhr

    von t.s.:

    >> Zeitgleich müssten Fotos von den Ermordeten der Islamisten in Bombay, Irak, Iran, Türkei und Afghanistan gezeigt werden, wie ihnen die Kehlen durchgeschnitten werden ...

    Und wenn nicht, dann darf munter weitergefoltert werden?

    Warum wird das überhaupt an den Bildern festgemacht? Läuft diese Apologetik - die sich als 'Argument' tarnt - nicht darauf hinaus, das solange weitergefoltert werden darf, wie 'Islamisten' irgendwo irgendjemandes Kehle aufschlitzen?

    Wie ist es eigentlich möglich zu übersehen, dass die konsequente Umsetzung dieser reaktionären Logik in die Barbarei führen muss? Sollen demnächst auch allen Terroristen - oder jene die Schäuble et al. dafür halten - die Kehlen aufgeschlitzt werden?

    Welchen Interessen wird mit der Ausbreitung dieser Barbarei denn gedient? Und wie unterscheiden 'wir' uns dann noch von den Barbaren?

    Müssen wir dann nicht auch den Afghanen - angesichts der Bilder der Toten (die uns die Zensur ja auch vorenthält) in dem kürzlich zerbomben afghanischen Dorf - das Recht einräumen, jedem von 'uns' die Kehle aufzuschlitzen?

    Sind also nicht jene die eigentlichen Barbaren, die 'uns' unter dem Deckmantel des Schutzes vor der Barbarei und der Verwendung dieser Apologetik in die Barbarei stürzen wollen!?

    Und - wo besteht zuletzt überhaupt ein Zusammenhang zwischen 'Bombay, Irak, Iran, Türkei und Afghanistan' - abgesehen von dem, in der eindimensional, monokausalen Vorstellungswelt der Islamophobiker?

  • 14.05.2009 15:36 Uhr

    von Cordula:

    Gibt es nicht wichtigere Dinge zu diskutieren, zumal die für diese Schweinereien Verantwortlichen weiterhin ihr Leben genießen können?
    Sollten diese Bilder veröffentlicht werden, wem ist damit geholfen? Den Gefolterten und deren Familien? Würden sie auf diese Weise nicht ein weiteres Mal gedemütigt werden?
    Eine Veröffentlichung - allerdings nicht für die breite Masse - wäre dann sinnvoll, wenn Bush und Konsorten sich auch dafür verantworten müssten. Und nicht nur für die Folter, sondern auch dafür, dass in ihrem Auftrag die SoldatInnen so manipuliert wurden, dass sie sich haben zu solchen Greueltaten haben hinreissen lassen, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass jemand derartige Dinge freiwillig und mit Freude macht (Ich hoffe, dass ich hier nicht zu blauäugig bin.
    Da Bush aber sich und seine Spießgesellen für unantastbar erklärt hat, wird dies wohl nie der Fall sein.

    Obama ist ein schwieriges Erbe angetreten und es wird nicht leicht sein als erster afroamerikanischer Präsident zu bestehen. Von daher sollte man seine Glaubwürdigkeit und Integrität nicht an dem zurückgenommenen Versprechen, die Bilder zu veröffentlichen, fest machen, sondern daran, ob er die Macht und den Willen hat, das Leben nicht nur der vielen Minderheiten in seinem Land nachhaltig zu verbessern und die rechten Strömungen dauerhaft einzudämmen.

  • 14.05.2009 14:54 Uhr

    von Werner Lorenzen-Pranger:

    So langsam begeht Obama einen Fehler nach dem anderen. Jetzt nicht mit den Informationen, in diesem Fall den Bildern, in die Öffentlichkeit zu gehen beflügelt nur eins: Die Phantasie! Und die ist meist schlimmer, als jede Wirklichkeit sein kann!

  • 14.05.2009 14:34 Uhr

    von Freie Gedanken:

    Nur ein paar Fragen:

    Was wäre das Ergebnis, wenn die Fotos öffentlich wären? Auflösung der US-Truppen? Rückzug aus allen Gebieten?

    Was wäre das Ergebnis eines Abzugs der Truppen aus Irak und Afgahnistan? Friedliche Islamisten, die auf Terror von sich aus verzichten?

    Gibt es Fotos von misshandelten US-Soldaten in Gefangenschaft? Ach ja nein, denen wurde ja gleich die Kehle durchgeschnitten!!

  • 14.05.2009 13:47 Uhr

    von J. Wilmans:

    Auch wenn ich mit einigen Entscheidungen Obamas sio gar nicht enverstanden bin, kann ich diese schon nachvollziehen.

    Mal ernsthaft: Was soll die Veröffentlichung der Fotos noch bringen? Außer erneuten Entrüstungsstürmen bei Islmisten auf der ganzen welt dürfte meiner Meinung nach nicht mehr viel zu erwarten sein. Auch in der juristischen Aufarbeitung der ganzen Geschichte sind die Bilder mehr oder weniger wertlos, weil die Auftraggeber natürlich nicht auf irgendeinem der Fotos sein werden.

  • 14.05.2009 13:25 Uhr

    von Meene:

    Wir haben's ja gerade nötig die Moralkeule zu schwingen und die Amis auf Pflichterfüllung hinzuweisen. Dabei reichen bei uns Comicfiguren wie die "Sauerlandgruppe" um Einschränkungen der Bürgerrechte zu begründen. Das Asylrecht is faktisch abgeschafft und sogar Albanien nimmt mehr Guantanamo-Gefangene auf als wir.

  • 14.05.2009 13:21 Uhr

    von Sandra:

    Zeitgleich müssten Fotos von den Ermordeten der Islamisten in Bombay, Irak, Iran, Türkei und Afghanistan gezeigt werden, wie ihnen die Kehlen durchgeschnitten werden und weitere Abschäulichkeiten angetan wurden. Aber freilich, tote Christen und Buddhisten passen nicht in das Weltbild des "friedlichen" Islam.

  • 14.05.2009 12:59 Uhr

    von FREDERICO:

    Dwight D. Eisenhower warnte bereits öffentlich in seiner Abschiedsrede als Präsident der USA vor den Gefahren die die Einflussnahme des "militärisch-industriellen Komplexes" für Freiheit und Demokratie mit sich bringen kann und wird. Das Herr Obama 48 Jahre später leider genötigt ist diesem gigantisch gewachsenen Komplex gegenüber Kompromisse einzugehen ist aus meiner Sicht verzeihlich, sofern er länger lebend im Amt bleiben möchte als J.F. Kennedy.
    Ich für meinen Teil wünsche diesem feinen Mann nicht nur eine zweite Amtszeit, sondern auch ein langes und gesundes Leben. Obama hat immerhin das Rückgrat gelegentlich auch öffentlich persönliche Fehler aufrichtig zu offenbaren und zu korrigieren. Das wünschte ich mir auch von unseren deutschen Politikern, die sich lieber mit bis zu vierzig Nebenjobs als Lobbyistenknechte offenbaren, oder mit dummblödem Geschwätz eher laienschauspielerhaft aus der Affäre ziehen. Am verwerflichsten sind da ja Typen wie KOCH, Roland der trotz öffentlicher Lügen immer noch im Amt ist. Kritik ist grundsätzlich in Ordnung positiv wie negativ, also liebe TAZ Leute Krallen raus und los auf die Diletanten aller couleur erst einmal hier in unserem Lande.

  • 14.05.2009 12:00 Uhr

    von jan:

    Schneller als gedacht wird deutlich, dass Obama ein reiner Marketinggag der Wallstreet ist.
    "Yes, we can!" ist übrigens das uralte, tausendfach an die Wände Cubas gepinselte "Si, se puede!" Fidels.

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