• 15.10.2009

Behandlung Demenzkranker

Ruhig gestellt mit Neuroleptika

Immer mehr Demenzkranke müssen Neuroleptika schlucken,obwohl sie gravierende Nebenwirkungen haben können: erhöhte Schlaganfallgefahr, Diabetes und Kreislaufprobleme.von Maria Haensch

  • 22.03.2010 00:39 Uhr

    von J.Aerni:

    Die Kritik an der Abgabe von Sedativas und deren unheilvollen Nebenwirkungen für Demenzkranke dürfte zutreffen. Ich vermisse aber leider das Aufzeigen von gangbaren Alternativen.

  • 20.10.2009 19:28 Uhr

    von claus wefing:

    Manchmal ist es besser, wenn man das Zeug ganz weglässt,denn, nimmt man es längere Zeit, kommt man aus den Dilemma nicht mehr raus und es geht nicht mehr ohne. Eine Dauermedikation für Demenzkranke mit Neuroleptika ist ein großer Fehler, es geht auch anders ist nur anstrengender fürs Pflegepersonal aber auf Dauer billiger , aber das will ja die Psychopharmakainstrie natürlich nicht. Ich weiss , wovon ich rede ich nehme seit 6 Jahren Neuroleptika und bin schon fast so weit , das ich gegen die Nebenwirkungen was einnehmen muss. Das sollte man einen alten Menschen nicht antun. Ich kenne viele alte Menschen und die nehmen mehr Pillen, als sie essen an Lebensmittel. Zurück zur Menschlichkeit und nicht weiter mit der chemischen Keule. Mehr Pflegepersonal und weniger Pillen.

  • 20.10.2009 16:14 Uhr

    von Guntram:

    Der Bericht zitiert zwar auch moderat abwägende Stellungnahmen, ist im Tenor aber überwiegend pauschalierend abwertend. Er beginnt reisserisch ("sie verkürzen das Leben"), und schließt plakativ ("das ist Euthanasie"), was die Melodie im Artikel ausmacht. Im Verlauf mischt er unterschiedliche Indikationen (Demenz/Psychosen) und nicht zusammenhängede Kofliktfelder (Interesse am Ruhigstellen/Nebenwirkungen/Pharmaindustrie). Ich könnte es ignorieren derart, daß jeder eben selbst zu entscheiden hat, wie viel Vertrauen er in seinen Mediziner setzt, oder aber in eigentümliche Berichte; die Menschen sind da für sich mitverantwotlich. Zur besonderen Situation von Erkrankten, die nicht mehr selbst abwägen können, die vielleicht aber von kundigem Einsatz eines Medikaments sehr profitieren können, halte ich das angeschlagene publizistische Niveau für ungeeigent. Hier macht das Unbehagen mich unruhig, denn ich möchte nicht, daß solch ein Diskurs einmal -im Fall von Entscheidungsunfähigkeit- auf Behandlungsentscheidungen zu meiner Person Einfluss hat.

  • 20.10.2009 03:51 Uhr

    von krankenpfleger:

    MARIA HAENSCH ..

    Gott .. so einen schlimmen, nutzlosen Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen .. vielleicht sollte ich mir dringend mal wieder die Pildzeitung kaufen ^^

    Als ich vor 20 Jahre meine Ausbildung gemacht habe, standen wir staunend vor 140kg Patienten .. schau mal .. sieh mal ..

    Heutzutage ist das Alltag! Generation German Fräuleinwunder schlägt in den Krankenhäusern auf, und wir benötigen neue Betten, Lifter mit höherer Belastbarkeit; Pflegekräfte, die möglichst nicht weniger als 80kg durchtrainiertes Lebendgewicht draufhaben.

    Demenzkranke? Haben vor 20 Jahre von morgens bis abends die Wand angeschrien .. verzweifelt, abgehärmt .. heutzutage wird ihnen diese Freiheit genommen. Schlimm .. liegt vielleicht daran, dass es deutlich mehr Demenzkranke gibt als 1990. Schalldichte Wände und Fenster wären natürlich auch eine Lösung statt pöser Psychopharmaka ..
    vermutlich glaubt MARIA HAENSCH, dass sich diese Probleme stattdessen mit Händchenhalten lösen lassen .. Oh Gott ..

    Und was Alzheimer im Endstadium bedeutet, wissen doch eh nur polnische Pflegekräfte in Deutschland, stimmt's? Also was soll's. Will niemand wissen.

    Ich geh' mir dann mal ne neue Box Owopax kaufen .. -w +r

  • 19.10.2009 22:41 Uhr

    von mubal:

    Der Artikel ist sicher gut gemeint. Aber leider völlig an der Lebensrealität von Demenzkranken und ihren Angehörigen und Pflegern vorbei.

    Was möchte der Autor den gern unternehmen, wenn ein Demenzpatient ununterbrochen schreit? Jeden Tag. Auch nachts. Ihm gut zureden - wenn sein Gehirn bereits jede Mitarbeit verweigert? Was, wenn er nachts ruhelos durch das Haus wandert - ihn mit Gerichtsbeschluss festbinden?

    Neuroleptika sind nicht per se böse. Von einem fachkundigen Arzt wohldosiert verordnet, erleichtern sie bei entsprechender Indikation allen Beteiligten das Leben, selbstverständlich auch dem Patienten selbst.

    Irgendwelche Psychiater zu zitieren, die ihren Namen nicht preisgeben wollen und mit einem ominösen Memorandum Panik schüren - das finde ich ja schon fast unseriös.

  • 19.10.2009 21:26 Uhr

    von Neuroleptikernehmer:

    Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen.
    Aber ich sehe als Psychose-Erfahrener und somit auch Neuroleptika-erfahren die Sache mit den Neuroleptika nicht ganz so verbissen.

    Neuroleptika "stellen" prinzipiell nicht "ruhig", sondern sorgen für ein "Normalmaß" an Reizen die bei dem Patienten ankommen.

    ich denke auch das der Einsatz von "Haldol" eher gering ist, beliebter in der Altenpflege ist eher der Einsatz von atypischen (neueren) Neuroleptika wie z.B. Pipamperon, Melperon usw. mit einer schwachen Potenz, die im allgemeinen eher beruhigend und entspannend wirken und aggressive Schübe ganz gut lindern kann.

    P.S. Lithium ist kein Neuroleptika, sondern ein Stimmungsstabilisierer, welches meiner Kenntnis nach keinerlei beruhigende oder sedierende Wirkung hat, die Nebenwirkungen sind hierbei wohl eher in Bereich Nieren und Kreislauf zu sehen.

  • 19.10.2009 19:59 Uhr

    von aso:

    @ resignierter:
    „...bei der demografischen Lage ein"sozialverträgliches Frühableben" wie es der Präsident der Bundesärztekammer (!) fordert, volkswirschaftlich anscheinend erwünscht ist....“:

    Ist doch ganz im Sinne von Olaf Scholz: die Rentenkassen werden spürbar entlastet:
    Man sollte obendrein noch Zigarretten „verschreiben“ : es geht noch schneller, und die Leute haben wenigstens noch einen Nikotin-Flash...

  • 19.10.2009 12:30 Uhr

    von resignierter:

    is leider wahrscheinlich besser die Leute "abzuschießen"; ich hab nach 10 Jahren Krankenpfleger hingeschmissen und was ich da erlebt hab kann ich niemand erzählen, weil niemand hören will das er später mal den Katheter rausgezogen bekommt damit das Heim eine höhere Pflegestufe kassieren kann, mit der Folge das sie nach drei Wochen im eigenen Urin liegen Druckgeschwüre von Suppentellergröße haben und nach ein paar weiteren Wochen an einer Blutvergiftung dieser vermeidbaren Wunde sterben. Zu den Nebenwirkungen kann ich nur sagen das bei der demografischen Lage ein"sozialverträgliches Frühableben" wie es der Präsident der Bundesärztekammer (!) fordert, volkswirschaftlich anscheinend erwünscht ist.
    Ps.: bin mit Harz 4 abgestraft worden, glaube aber das ich nach DIESER Arbeit jede andere mit Leichtigkeit schaffe/erlerne......wenn jemand einen Job weiß?........tino.roth@gmx.de

  • 19.10.2009 10:21 Uhr

    von susannahdean:

    @Guntram: Ich finde den Text sehr interessant. Kannst du mir sagen, was daran inhaltlich falsch ist?

  • 17.10.2009 12:15 Uhr

    von Anna Luehse:

    @taz: Kritik an der Pharmaloge? Mutig mutig!
    Pharmaloge schützt uns vor bösen Kopfschmerzen, mentalen Verstimmungen und allüberall lauernden Pandemie-Spezialviren, selbstlos wie sie ist sind. Weiß doch jeder. Es geht um Höheres.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik
    "Moral für Ärzte: Der Kranke ist ein Parasit der Gesellschaft. ..."

    " .. die Medikamente würde in manchen Pflegeheimen auch dazu benutzt, die Patienten wegen Personalmangels ruhig zu stellen." - Das weiß auch jeder Insider und Angehörige.
    "Der Psychiater will nicht mit Namen genannt werden, weil ... " Is' schon klar. Umsatzsteigerungen bei Psychopharmaka bekannt? "Allerdings geht es in der Stellungnahme ausschließlich um Alzheimer" - Schade. Das Psychodrogen-Killerthema bleibt "zunächst" noch tabu: Amokdroge Ritalin.
    Die mittelständische Faustfeuer- Sportwaffenaffenindustrie hat - verglichen mit der globalen WHO-Pharmaloge - KEINE Lobby. Daher: Schäuble verschärft Waffengesetze gegen sog. AmokläuferInnen an Schulen, Qualitäts-Expertenregierung übersieht geflissentlich:
    “Alle (!!) Jugendlichen die in den letzten 10 Jahre in Amerika Amok gelaufen sind, wurden mit Psychopharmaka behandelt, hauptsächlich Antidepressiva.”
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/03/es-sind-die-medikamente-und-nicht-die.html

  • 17.10.2009 11:13 Uhr

    von Guntram:

    Für mich selbst schreibe ich mir für mein Altersleben einen kundigen engagierten Gerontopsychiater schon aufs Wunschzettelchen. Wohl wissend wovon ich spreche. Aber leider ist mir auch klar, wie wenig Aussicht auf Erfüllung mein Wunsch Aussicht hat. Jedoch daß, wenn ich einst nicht mehr für mich selbst werde sprechen können, dann die selbstbestellten Gut-mein-Menschen ihre überkommenen Gemeinplätze in der Zeitung publizieren, dagen möchte ich mich vorsorglich schon mal verwahren. Also Finger von der Tastatur, worüber man keine Ahnung hat, oder fachlich gegenlesen lassen.

  • 15.10.2009 18:58 Uhr

    von steffen:

    Ich arbeite selbst mit demenzkranken Menschen. Wenn aureichend Personal vorhanden ist, können Unruhe und Angst auch mit wenig Psychopharmaka deutlich reduziert werden. Es geht bei der Betreuung dieser Menschen nicht nur um Pflege, sondern um eine fachlich gute, soziale Betreuung von dafür geschultem Personal. Langzeitarbeitslose im crashkurs zu schulen, reicht da nicht aus. Wenn genausoviel Mittel für ausgebildete Sozialbetreuer da wäre wie für die ganze Bürokratie, ginge es den Demenzkranken wesentlich besser.

  • 15.10.2009 15:29 Uhr

    von Mein Name tut heute nichts zur Sache:

    Eine Bekannte arbeitet mit verhaltensauffäligen Kindern (meist Menschen mit angeborener Behinderung). Ihre Geschichten machen Angst. Zu wenig Zeit, kein guter Tag, Problemfall? Alles kein Problem...

  • 15.10.2009 14:57 Uhr

    von hto:

    Sozialverträgliches Frühableben!?

    Eines Mittags im Altenheim: Als ABM-Kraft komme ich zu Frau X um ihr das Essen zu reichen. Plötzlich spricht mich die Frau mit einer niemals erwarteten Klarheit an, ob ich denn wohl ..., und sie könne das schon alles SEIT LANGEM allein - dies nur solange bis ihre Aufgewecktheit von einer Pflegekraft bemerkt wurde und entsprechend wieder medikamentös ABGESCHOSSEN wurde. Noch während des Essens wurde der "Normalzustand" zusehens ..., und meine Sicht auf die INSASSEN des Heims ein ganz anderer als mir vorher erklärt.

  • 15.10.2009 14:54 Uhr

    von symphatisant:

    [Zitat]"Es ist eine Katastrophe, was mit den Demenzkranken passiert. Das ist Euthanasie."

    Nein, es ist schlichtweg grausam. Euthanasie ist wesentlich menschlicher.

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