• 15.01.2012

Autor Carsten Klook über prekäres Leben

"Des Rumhängens verdächtigt"

Der Hamburger Autor Carsten Klook hat sich gegen den festen Job und für seine Bücher entschieden. Er erzählt, warum er ein Leben mit Geldmangel vorzieht und wie in einem Oststeinbeker Supermarkt über Männer geredet wird.von Ilka Kreutzträger

  • 24.03.2012 13:57 Uhr

    von anke:

    Er kann es wohl nicht mehr lassen, der Herr Klook. Seine "Störer" baut er offenbar auch in Interviews ein, nicht nur in Bücher.

    Nun gut, ich tue ihm den Gefallen. Es kostet mich ja nichts, öffentlich zu erklären, dass so eine Was-soll-das-Formulierung, so ein "schiefes Bild" in meinen Augen Klooks Behauptung ist, in der DDR hätte es "trotz der Stasi einen Zusammenhalt" gegeben.

    Ich war dabei. Daher weiß ich: Es gab den Zusammenhalt nicht TROTZ der Stasi sondern WEGEN ihr. Die Stasi war omnipräsent in den Köpfen. Vor allem in den Köpfen derer, die nicht staats-konform leben wollten. Man hat sich "seine Leute" sehr genau angeschaut, bevor man sie in die Wohnung oder gar in den eigenen Kopf gelassen hat. Alles andere konnte ja auch böse enden. Und anders als heute hätte einem auch keine Rechtsschutzversicherung geholfen, hätte man sich geirrt.

    Heute ist das anders. Heute erkennt man seine "friends" daran, dass sie willens und in der Lage sind, einen Gefällt-mir-Button zu drücken. Mehr braucht man nicht zu wissen über sie. Zusammenhalt? Wozu?

    Das schlimmste, was einem heute passieren kann, wenn man sich nicht aufpasst, ist, dass einem die Kohle ausgeht. Weil sie Hartz-IV streichen und die Billig-Jobs auch nicht mehr überall zu Dutzenden auf der Straße herumliegen.

    Aber dann, nicht wahr, können noch immer viele jungen Leute notfalls vom Ersparten der Eltern leben. Die meisten Eltern, schließlich, wünschen sich kaum etwas sehnlicher, als dass ihre Kinder ihre (der Eltern) Träume von Freiheit leben. Und die meisten Kinder ahnen das zumindest.

    "Gefällt mir" ist alles, was sie sagen, wenn man sie darauf anspricht.

  • 24.03.2012 13:57 Uhr

    von M.Wistrach:

    "Ebenso wenig wie Verwandtschaft in der DDR, oder?"

    Die Fragestellung entlarvt eine gewisse Ideolgie:
    Über die DDR konnte man also nur etwas wissen, wenn man "drüben" Verwandtschaft hatte.
    War man immer nur mit Leuten zusammen, die vom Schießbefehl auch nichts gehört hatten, konnte man ja nichts wissen (und sicher gab es ihn dann auch gar nicht).

  • 16.01.2012 15:04 Uhr

    von anke:

    Er kann es wohl nicht mehr lassen, der Herr Klook. Seine "Störer" baut er offenbar auch in Interviews ein, nicht nur in Bücher.

    Nun gut, ich tue ihm den Gefallen. Es kostet mich ja nichts, öffentlich zu erklären, dass so eine Was-soll-das-Formulierung, so ein "schiefes Bild" in meinen Augen Klooks Behauptung ist, in der DDR hätte es "trotz der Stasi einen Zusammenhalt" gegeben.

    Ich war dabei. Daher weiß ich: Es gab den Zusammenhalt nicht TROTZ der Stasi sondern WEGEN ihr. Die Stasi war omnipräsent in den Köpfen. Vor allem in den Köpfen derer, die nicht staats-konform leben wollten. Man hat sich "seine Leute" sehr genau angeschaut, bevor man sie in die Wohnung oder gar in den eigenen Kopf gelassen hat. Alles andere konnte ja auch böse enden. Und anders als heute hätte einem auch keine Rechtsschutzversicherung geholfen, hätte man sich geirrt.

    Heute ist das anders. Heute erkennt man seine "friends" daran, dass sie willens und in der Lage sind, einen Gefällt-mir-Button zu drücken. Mehr braucht man nicht zu wissen über sie. Zusammenhalt? Wozu?

    Das schlimmste, was einem heute passieren kann, wenn man sich nicht aufpasst, ist, dass einem die Kohle ausgeht. Weil sie Hartz-IV streichen und die Billig-Jobs auch nicht mehr überall zu Dutzenden auf der Straße herumliegen.

    Aber dann, nicht wahr, können noch immer viele jungen Leute notfalls vom Ersparten der Eltern leben. Die meisten Eltern, schließlich, wünschen sich kaum etwas sehnlicher, als dass ihre Kinder ihre (der Eltern) Träume von Freiheit leben. Und die meisten Kinder ahnen das zumindest.

    "Gefällt mir" ist alles, was sie sagen, wenn man sie darauf anspricht.

  • 16.01.2012 08:13 Uhr

    von M.Wistrach:

    "Ebenso wenig wie Verwandtschaft in der DDR, oder?"

    Die Fragestellung entlarvt eine gewisse Ideolgie:
    Über die DDR konnte man also nur etwas wissen, wenn man "drüben" Verwandtschaft hatte.
    War man immer nur mit Leuten zusammen, die vom Schießbefehl auch nichts gehört hatten, konnte man ja nichts wissen (und sicher gab es ihn dann auch gar nicht).

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