Der australische Außenminister Kevin Rudd ist zurückgetreten. Er vermisse die Rückendeckung von Premierministerin Julia Gillard. So mancher wittert ein Komplott.

Kevin Rudd, hier noch als Premierminister, und Julia Gillard im australischen Parlament. Bild: reuters
SYDNEY dpa/taz | Der australische Außenminister Kevin Rudd ist nach Querelen mit Premierministerin Julia Gillard zurückgetreten. Kommentatoren spekulierten am Mittwoch sofort über eine mögliche Kandidatur Rudds für die Partei- und Regierungsspitze. Rudd war bis 2010 Partei- und Regierungschef, ehe Gillard ihn in einer beispiellosen Revolte innerhalb der Labor-Partei stürzte.
"Die Sache ist, dass ich mein Amt nicht ohne die Rückendeckung von Premierministerin Gillard ausüben kann", sagte Rudd. Er kündigte seinen Rücktritt während eines Aufenthalts in Washington an, wo er gerade seine Amtskollegin Hillary Clinton getroffen hatte.
Gillard hatte die Parlamentswahlen nach dem Sturz von Rudd im August 2010 denkbar knapp gewonnen. Seitdem ist die Labor-Partei in den Umfragen abgestürzt. Seit Wochen laufen Gerüchte, wonach Rudd oder andere Politiker Gillard die Führungsposition streitig machen wollen. Regulär stünden die nächsten Wahlen 2013 an.
Rudd selbst erklärte der BBC, dass er nicht an einer heimliche Attacke auf die Premierministerin beteiligt sei. Nichtsdestotrotz meinte er, dass er Zweifel an der Fähigkeit Gillards habe, den konservativen Herausforderer Tony Abbott zu besiegen.
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