Sie ist die Architektin des Klimagesetzes, das vom australischen Senat verworfen wurde. Von dieser vermeintlichen Niederlage ließ sich Wong nicht abschrecken.von URS WÄLTERLIN

Hoch intelligent, extrem diszipliniert und eine hervorrangende Taktikerin: Australiens Umweltministerin Penny Wong. Bild: reuters
Eigentlich wollte sie Ärztin werden. "Aber da war ein kleines Problem mit Blut", sagt Penny Wong. Wenn man die australische Umweltministerin im Einsatz sieht, könnte man nicht glauben, sie habe eine Blutphobie. Ihre Worte sind scharf wie ein Metzgermesser, die Schnitte so präzise, dass dem Opfer die Worte wegbleiben. Die Frau hat einen politischen Killerinstinkt, der wie gemacht ist für den schwierigsten Bereich im Kabinett von Premierminister Kevin Rudd: Klimawandel. Wong ist die Architektin des Klimagesetzes, das am Mittwoch vom Senat Australiens verworfen wurde.
Penny Wong ist in mehrfacher Weise eine bemerkenswerte Politikerin, hoch intelligent, extrem diszipliniert und eine hervorragende Taktikerin. Und eine Frau. Und Asiatin. Und offen lesbisch. Dass dies überhaupt erwähnt werden muss, sagt viel über Australien, in das Huáng Yngxián 1976 als damals Achtjährige mit ihrer Mutter aus Malaysia ausgewandert war. Als Jurastudentin machte sie sich schon bald einen Namen als harte Verfechterin klassischer "linker" Anliegen. Leicht hatte sie es nicht: Sie arbeitete bei Gewerkschaften, Bastionen männlichen Chauvinismus - als junge lesbische Frau. Doch sie war und ist eine Kämpferin.
Die Welt wird Wong im Dezember auf der Klimakonferenz in Kopenhagen kennenlernen, wenn sie den Stand einer Nation verfechtet, die weltweit den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an klimaschädigenden Gasen hat. Vom Schmutzbrennstoff Kohle abhängig wie ein Baby von der Mutterbrust, wollte Australien im Vorfeld anbieten, seine Emissionen um 5 Prozent zu senken. Kläglich wenig, sagen die Grünen. Wer aber die Militanz der australischen Kohlenindustrie kennt, weiß: Schon dieses Ziel ist bemerkenswert und zeugt von Wongs Mut.
Der Desinformationskampagne der Kohlenindustrie und deren Statthalter in der konservativen Opposition ist es zu verdanken, dass der Senat die Vorlage ablehnte. Eine massive Niederlage für die Ministerin, sollte man meinen. Doch Penny Wong warnte nur Minuten nach dem Entscheid, der Emissionshandel werde kommen - so oder so. Sie hielt dabei den Zeigefinger in Warnstellung - einem Messer gleich. Im roten Saal des australischen Parlaments dürfte in den nächsten Wochen viel politisches Blut fließen.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
25.08.2009 12:44 | grego
1/ viele australier betrachten australien als ein teil von asien 2/ URS WÄLTERLIN uebertreibt, lesbisch zu sein ist keine s ...
15.08.2009 17:16 | alocin
@down under sympathisant:gute Frage ...
14.08.2009 18:33 | Inge Jahnke
Noch eine Frage: Was soll die Überschrift uns sagen? Warum ist eine Politikerin, die sich durchsetzen will und kann, eine " ...