Die Entscheidung über das Jugendprojekt fällt wohl nächste Woche. Ein Ersatzstandort fehlt.von Sebastian Puschner
Die Veranwortlichen und Nutzer des Mellowparks zittern weiter. Grund ist der zum 31. Dezember 2008 gekündigte Mietvertrag. Zwar versicherte eine Sprecherin des Grundstück-Eigentümers TLG Immobilien: "Es werden jetzt bestimmt keine Räumungsbagger anrollen." Doch die Bitte des Köpenicker Jugend- und Freizeitprojekts, ein weiteres Jahr in der Friedrichshagener Straße bleiben zu dürfen, wurde bislang nicht erhört. "Wir werden Anfang kommender Woche in aller Ruhe eine Entscheidung treffen", hieß es bei der TLG. Um seine Bereitschaft zu unterstreichen, danach auf eine andere Fläche umzuziehen, hat der Mellowpark notariell zugesichert, Ende 2009 auf jeden Fall das Gelände zu verlassen (taz berichtete).
Mehreren etablierten alternativen Projekten droht ab Donnerstag das Ende: Das Künstlerhaus Tacheles und der Mellowpark stehen dann ohne Mietvertrag da, dem Bethanien droht die Räumung
Seit zehn Jahren ist das Projekt auf dem Areal des ehemaligen Köpenicker Kabelwerks Zwischennutzer. Das Gelände hat sich zu einem Zentrum mit BMX-Park, Sportfeldern, Spielplatz und Jugendherberge entwickelt. Weil nahe des Mellowparks Wohnhäuser gebaut werden sollen, wurde dem Projekt von der TLG gekündigt.
Umziehen würde der Mellowpark gerne auf das Gelände der Paul-Zobel-Sportanlage, ebenfalls in Köpenick. Doch das Gelände wurde vom Liegenschaftsfonds verkauft. Letzte Hoffnung: Das Abgeordnetenhaus muss dem Verkauf zustimmen - und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick hat das Parlament aufgefordert, dies nicht zu tun.
Der SPD-Parlamentarier Karlheinz Nolte kritisiert das Verhalten der BVV: "Ich halte es für schwierig, dass sie beim Mellowpark Erwartungen auf ein Grundstück weckt, das dem Bezirk nicht mehr gehört." Er schlägt eine Alternativ-Fläche am Bahnhof Wuhlheide vor.
Die sei für Jugendarbeit ungeeignet, sagt Jens Werner, Geschäftsführer des Mellowpark-Trägers all eins. Drei Bahnstrecken umgeben das Gelände. "Mit den nötigen Zäunen und Lärmschutzwänden wäre es dort wie im Knast." An eine neue Heimat sei aber sowieso nur zu denken, wenn der Verbleib am jetzigen Standort vorerst gewährt werde - damit ordentlich geplant werden könne. Sebastian Puschner
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