Beim Abschiedsbesuch des US-Präsidenten in Bagdad bewirft ihn ein irakischer Journalist mit seinen Schuhen. Das ist in der Region eine ultimative Erniedrigung.von Karim El-Gawhary
Ich sehe den Schuhwurf eher symbolisch, als Ausdruck einer gewissen Mentalität. Niemand sonst auf der Welt, hatte bisher sowas (unsinniges) gemacht, dann daß jetzt. Ich finde das läßt schon gewisse Rückschlüße auf die irakische, arabische Mentalität zu, die da lautet (und die man auch immerwieder, überall auf der Welt beobachten kann - manchmal reicht ja schon ein kleines Wort), gehen den Irakern/den Arabern die Argumente aus, bzw. sehen sie sich in der Defensive, antworten sie mit Gewalt. Die Stellung der Frau bei den Moslems, und was sie erleiden "müssen", ist da auch ein sehr gutes Bespiel.
19.12.2008 00:31 Uhr
von Araber:
@ Nassauer: nur weil ein paar Menschen tanzten, behauptest du, dass die Araber primitiv seien? Ganz schön primitive Gedanken hast du.
17.12.2008 18:49 Uhr
von Florentine Wunder:
@ rza: Hä? Das erinnert mich doch ganz stark an die Zeit, wo Kritiker der bundesdeutschen Verhältnisse in den Osten geschickt wurden.
17.12.2008 13:27 Uhr
von CandyBandit:
Wer glaubt, dass der Unruheherd im Irak nichts mit Bushs Politik zu tun hat, der hat keinen blassen Schimmer von Politik. Es wundert mich, dass solche Leute die Zeitungen wie die taz lesen. Ein bisschen mehr Weitsicht wäre wirklich wünschenswert. Aber solange man weiß wer der Gute und der Böse ist, bzw. der Dumme und der Ehrliche hat der Tag wenigstens Struktur, gel? Ist doch so einfach mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, dessen Land man noch nie besucht hat, dessen Kultur man nur aus Fernsehen und Zeitschriften zu kennen glaubt, dessen Gefühle und Meinungen völlig uninteressant sind, solange man als Westlicher doch so viel besser weiß, was gut für sie ist.
Aber mal von den politischen Zahnrädern abgesehen, ich kann es auch sonst gut nachvollziehen, dass die Iraker nicht so wirklich freudig über ihre Situation sind. Ein Land voller Uranreste an jeder Ecke, tausende von unschuldig zersprengten Zivilisten, eine noch schlechtere Versorgung von Nahrung und Medizin als jemals zuvor, hunderte von Strahlungsopfer der 'nie' eingesetzen Uranmunition, Streubombenwetter vor der Tür, Vorsetzen eines Regierungsbeamten von Seiten der USA und England (handelt sich übrigens um einen ehemaligen guten Freund von Husseyn!)... Es lebe das ehrliche Amerika und verflucht seien alle Iraker, die offenbar zu dumm unser heiliges Geschenk der scheinheiligen Freiheit zu würdigen.
Sorry, aber zu einem menschenwürdigen Leben gehört ein wenig mehr als die fragwürdige Freiheit einen Schuh auf jemanden zu werfen!
16.12.2008 14:28 Uhr
von rza:
Ich wuensche den Irakern schon fast, dass sie bald wieder einen Unterdruecker à la Hussein bekommen. Wenn sie dann immer noch mit Schuhen werfen, hab ich wirklich Respekt. Dass die Iraker sich gegenseitig niedermetzeln ist nicht die Schuld von Bush.
16.12.2008 09:23 Uhr
von Nassauer:
Freudentänze nach Schuhwurf- Mein Gott, sind die Araber primitiv...
16.12.2008 08:35 Uhr
von Suse Fischer:
Kann Florian Kren nur zustimmen: ein gutes Zeichen, daß man seine Schuhe auf einen (lebenden) US-Präsidenten werfen darf: hätte der Journalist dieses Verhalten gegenüber Saddam Hussein gewagt, so wäre er seines Lebens sicher nicht mehr froh geworden. Bezeichnend ist ja eben, daß die Iraker erst die Statue von Saddam Hussein mit Schuhen traktiert haben.
16.12.2008 04:20 Uhr
von B. Roki:
Gebt dem Mann seine Schuhe zurück!
16.12.2008 04:11 Uhr
von vic:
Bush hat wieder einmal keine Ahnung von der Botschaft dieser Aktion. Der Kerl besitzt aber auch die Frechheit und "besucht" derzeit Länder, die er zerstört, deren Bevölkerung ermordet, und deren Infrastruktur in nutzbringend oder nicht für US kategorisiert hat. Da müssten noch ganz andere Dinge fliegen. Trotzdem, eine wahrlich weise Protestaktion.
16.12.2008 00:25 Uhr
von Karsten König:
Florian Kren, danke, genau das dachte ich auch bei dieser Passage. Man kann ja von Bush halten was man will, aber in solch einer Situation auf eine freie Gesellschaft zu verweisen zeigt, dass er zumindest geistig dafür einsteht, soweit müssen viele Politiker erst mal kommen.
15.12.2008 23:58 Uhr
von Herrman:
Sehr geehrter Herr Kren! Ich bin wahrlich kein Bush-Freund, aber ihre Analyse seines Verhaltens ist wirklich erstklassig. Er war wirklich "cool". Hätte Ihm früher auch nicht schlecht gestanden.
15.12.2008 23:13 Uhr
von klösel:
ich hätte auch noch alte schuhe bush zu mir!
15.12.2008 22:25 Uhr
von Ein Mensch:
Bush soll das sinnbildliche entgangen sein? Nö, er vergleicht es doch mit dem Mittelfinger (der fünf-Finger-Kommentar).
Wenn ich dran denke, wie Effenbergs Mittelfinger damals wochenlange Schlagzeilen auslöste, find ich Bushs Vergleich durchaus zutreffend.
Der Schuhwurf war ne witzige Aktion ohne grossen Schaden und Bush hat auch relativ schlagfertig drauf reagiert. Ich vergeb nen Punkt für beide.
Vielleicht steckt ja der CIA hinter dem Schuhwurf, um POTUS kurz vor Ende noch ein wenig menschlicher aussehen zu lassen. Als taz-Leser weiss man ja: Die Amis stecken ja hinter allem! ;-))
15.12.2008 19:40 Uhr
von Alexander W.:
"Denn mit "Das passiert eben in freien Gesellschaften, wenn jemand Aufmerksamkeit erhaschen will," weißt Bush auf das entscheidende der Situation hin - heute kann man im Irak so was machen."
Ich denke, da schätzen Sie, Florian Kren, Bush wirklich als zu intelligent ein, denn daran wird er bei seiner Aussage nicht gedacht haben. Das ist eher wie mit Kunst, wo im Nachhinein interpretiert wird. Bush hat wirklich nicht verstanden, worum es da ging und ich frag mich, ob nun auf allen Veranstaltungen von Präsidenten (zumindestens für die letzten von NOCH-Präsident Bush) Schuhverbot ist ;) Würde mich jedenfalls nicht verwundern. Dem Journalisten ging es nicht um Aufmerksamkeit oder um zu zeigen, was für Freiheiten sie nun haben, denn das würde sich ja schnell widerlegen lassen mit dem, wie der Journalist jetzt behandelt wird. Meiner Meinung nach hat der Journalist echt gut gehandelt, würde schön, wenn öfter Schuhe gegen dumme Politiker fliegen würden, denn es tut weh, aber damit jemanden umzubringen braucht schon sehr viel Übung ;)
15.12.2008 15:16 Uhr
von Florian Kren:
"Bush ist das Sinnbildliche der Aktion offensichtlich entgangen, nicht so dem arabischen Publikum."
Und El-Gawhary entgeht noch viel mehr, z.b. dass Bushs Niveau für ihn zu hoch ist(!!!).
Denn mit "Das passiert eben in freien Gesellschaften, wenn jemand Aufmerksamkeit erhaschen will," weißt Bush auf das entscheidende der Situation hin - heute kann man im Irak so was machen. Kann mir nicht vorstellen, dass wenn jemand in die Richtung Saddams Schuhe geworfen haette - selbst wenn er nur den Gast Saddams hätte treffen wollen - lange ueberlebt haette.
15.12.2008 14:39 Uhr
von A. S. Reyntjes:
Ich würde auch gerne so meine Schuhe loswerden, mit dem Polit-Kot aller ordinären Bushigkeiten.
Leserkommentare
19.12.2008 13:01 Uhr
von Europäer:
Ich sehe den Schuhwurf eher symbolisch, als Ausdruck einer gewissen Mentalität. Niemand sonst auf der Welt, hatte bisher sowas (unsinniges) gemacht, dann daß jetzt.
Ich finde das läßt schon gewisse Rückschlüße auf die irakische, arabische Mentalität zu, die da lautet (und die man auch immerwieder, überall auf der Welt beobachten kann - manchmal reicht ja schon ein kleines Wort), gehen den Irakern/den Arabern die Argumente aus, bzw. sehen sie sich in der Defensive, antworten sie mit Gewalt. Die Stellung der Frau bei den Moslems, und was sie erleiden "müssen", ist da auch ein sehr gutes Bespiel.
19.12.2008 00:31 Uhr
von Araber:
@ Nassauer: nur weil ein paar Menschen tanzten, behauptest du, dass die Araber primitiv seien? Ganz schön primitive Gedanken hast du.
17.12.2008 18:49 Uhr
von Florentine Wunder:
@ rza: Hä? Das erinnert mich doch ganz stark an die Zeit, wo Kritiker der bundesdeutschen Verhältnisse in den Osten geschickt wurden.
17.12.2008 13:27 Uhr
von CandyBandit:
Wer glaubt, dass der Unruheherd im Irak nichts mit Bushs Politik zu tun hat, der hat keinen blassen Schimmer von Politik. Es wundert mich, dass solche Leute die Zeitungen wie die taz lesen. Ein bisschen mehr Weitsicht wäre wirklich wünschenswert. Aber solange man weiß wer der Gute und der Böse ist, bzw. der Dumme und der Ehrliche hat der Tag wenigstens Struktur, gel? Ist doch so einfach mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, dessen Land man noch nie besucht hat, dessen Kultur man nur aus Fernsehen und Zeitschriften zu kennen glaubt, dessen Gefühle und Meinungen völlig uninteressant sind, solange man als Westlicher doch so viel besser weiß, was gut für sie ist.
Aber mal von den politischen Zahnrädern abgesehen, ich kann es auch sonst gut nachvollziehen, dass die Iraker nicht so wirklich freudig über ihre Situation sind. Ein Land voller Uranreste an jeder Ecke, tausende von unschuldig zersprengten Zivilisten, eine noch schlechtere Versorgung von Nahrung und Medizin als jemals zuvor, hunderte von Strahlungsopfer der 'nie' eingesetzen Uranmunition, Streubombenwetter vor der Tür, Vorsetzen eines Regierungsbeamten von Seiten der USA und England (handelt sich übrigens um einen ehemaligen guten Freund von Husseyn!)...
Es lebe das ehrliche Amerika und verflucht seien alle Iraker, die offenbar zu dumm unser heiliges Geschenk der scheinheiligen Freiheit zu würdigen.
Sorry, aber zu einem menschenwürdigen Leben gehört ein wenig mehr als die fragwürdige Freiheit einen Schuh auf jemanden zu werfen!
16.12.2008 14:28 Uhr
von rza:
Ich wuensche den Irakern schon fast, dass sie bald wieder einen Unterdruecker à la Hussein bekommen. Wenn sie dann immer noch mit Schuhen werfen, hab ich wirklich Respekt. Dass die Iraker sich gegenseitig niedermetzeln ist nicht die Schuld von Bush.
16.12.2008 09:23 Uhr
von Nassauer:
Freudentänze nach Schuhwurf- Mein Gott, sind die Araber primitiv...
16.12.2008 08:35 Uhr
von Suse Fischer:
Kann Florian Kren nur zustimmen: ein gutes Zeichen, daß man seine Schuhe auf einen (lebenden) US-Präsidenten werfen darf: hätte der Journalist dieses Verhalten gegenüber Saddam Hussein gewagt, so wäre er seines Lebens sicher nicht mehr froh geworden. Bezeichnend ist ja eben, daß die Iraker erst die Statue von Saddam Hussein mit Schuhen traktiert haben.
16.12.2008 04:20 Uhr
von B. Roki:
Gebt dem Mann seine Schuhe zurück!
16.12.2008 04:11 Uhr
von vic:
Bush hat wieder einmal keine Ahnung von der Botschaft dieser Aktion.
Der Kerl besitzt aber auch die Frechheit und "besucht" derzeit Länder, die er zerstört, deren Bevölkerung ermordet, und deren Infrastruktur in nutzbringend oder nicht für US kategorisiert hat. Da müssten noch ganz andere Dinge fliegen.
Trotzdem, eine wahrlich weise Protestaktion.
16.12.2008 00:25 Uhr
von Karsten König:
Florian Kren, danke, genau das dachte ich auch bei dieser Passage.
Man kann ja von Bush halten was man will, aber in solch einer Situation auf eine freie Gesellschaft zu verweisen zeigt, dass er zumindest geistig dafür einsteht, soweit müssen viele Politiker erst mal kommen.
15.12.2008 23:58 Uhr
von Herrman:
Sehr geehrter Herr Kren!
Ich bin wahrlich kein Bush-Freund, aber ihre Analyse seines Verhaltens ist wirklich erstklassig.
Er war wirklich "cool".
Hätte Ihm früher auch nicht schlecht gestanden.
15.12.2008 23:13 Uhr
von klösel:
ich hätte auch noch alte schuhe
bush zu mir!
15.12.2008 22:25 Uhr
von Ein Mensch:
Bush soll das sinnbildliche entgangen sein? Nö, er vergleicht es doch mit dem Mittelfinger (der fünf-Finger-Kommentar).
Wenn ich dran denke, wie Effenbergs Mittelfinger damals wochenlange Schlagzeilen auslöste, find ich Bushs Vergleich durchaus zutreffend.
Der Schuhwurf war ne witzige Aktion ohne grossen Schaden und Bush hat auch relativ schlagfertig drauf reagiert. Ich vergeb nen Punkt für beide.
Vielleicht steckt ja der CIA hinter dem Schuhwurf, um POTUS kurz vor Ende noch ein wenig menschlicher aussehen zu lassen. Als taz-Leser weiss man ja: Die Amis stecken ja hinter allem! ;-))
15.12.2008 19:40 Uhr
von Alexander W.:
"Denn mit "Das passiert eben in freien Gesellschaften, wenn jemand Aufmerksamkeit erhaschen will," weißt Bush auf das entscheidende der Situation hin - heute kann man im Irak so was machen."
Ich denke, da schätzen Sie, Florian Kren, Bush wirklich als zu intelligent ein, denn daran wird er bei seiner Aussage nicht gedacht haben. Das ist eher wie mit Kunst, wo im Nachhinein interpretiert wird.
Bush hat wirklich nicht verstanden, worum es da ging und ich frag mich, ob nun auf allen Veranstaltungen von Präsidenten (zumindestens für die letzten von NOCH-Präsident Bush) Schuhverbot ist ;) Würde mich jedenfalls nicht verwundern.
Dem Journalisten ging es nicht um Aufmerksamkeit oder um zu zeigen, was für Freiheiten sie nun haben, denn das würde sich ja schnell widerlegen lassen mit dem, wie der Journalist jetzt behandelt wird.
Meiner Meinung nach hat der Journalist echt gut gehandelt, würde schön, wenn öfter Schuhe gegen dumme Politiker fliegen würden, denn es tut weh, aber damit jemanden umzubringen braucht schon sehr viel Übung ;)
15.12.2008 15:16 Uhr
von Florian Kren:
"Bush ist das Sinnbildliche der Aktion offensichtlich entgangen, nicht so dem arabischen Publikum."
Und El-Gawhary entgeht noch viel mehr, z.b. dass Bushs Niveau für ihn zu hoch ist(!!!).
Denn mit "Das passiert eben in freien Gesellschaften, wenn jemand Aufmerksamkeit erhaschen will," weißt Bush auf das entscheidende der Situation hin - heute kann man im Irak so was machen.
Kann mir nicht vorstellen, dass wenn jemand in die Richtung Saddams Schuhe geworfen haette - selbst wenn er nur den Gast Saddams hätte treffen wollen - lange ueberlebt haette.
15.12.2008 14:39 Uhr
von A. S. Reyntjes:
Ich würde auch gerne so meine Schuhe loswerden, mit dem Polit-Kot aller ordinären Bushigkeiten.