"Wenn ich von diesen Politikern höre, die Arbeitslosen seien faul, dann packt mich die Wut." Ein Protokoll aus dem Arbeitslosenleben des Brandenburgers Mario Krüger.von Gabriele Goettle
Kenne Mario persönlich. Er ist ein herzlicher und lieber Mensch. Es sicher schwer einmal in der Spirale aber mit weniger Selbstmitleid und mehr Realitätssinn + Übernahme von Eigenverantwortung wäre er, weil klug, in der Lage seine Probleme zu lösen. Lebe nun in Russland und Deutschland. Meine russische Frau sagte mal Deutschland ist ein Paradies für Faule und bezog sich auf unser soziales Netz was es in Russland so nicht gibt. Um klar zu kommen arbeiten viele Menschen Tag und Nacht. Der Staat kümmert sich so gut wie 0 um dich wenn du keine Arbeit hast. Wenn ich diesen Vergleich immer sehe kann ich solche Berichte nicht mehr den nötigen Ernst entgegenbringen.
09.04.2010 23:48 Uhr
von jackiti:
bin 47. ossi. 2 berufe. 5 jahre hartz4. westen WAR ausland. westen IST ausland. westen WIRD immer ausland für mich bleiben. die ganze einheit ist eine verlogene, krumme banane, die inzwischen fault und stinkt.
30.03.2010 16:24 Uhr
von FRITZ:
Es gibt kein Recht auf Arbeit am bevorzugten Wohnort (sonst wären wir ja alle mit der 35h-Woche auf Malle). 30.000 von ehemals 100.000 Brandenburgern haben das verstanden.
Dennoch: Glück auf! Selbstgebaute Betten per Internet verkaufen, das wär' doch was, was man auch aus Brandenburg heraus machen kann. Ich würde glatt etwas Venture Capital beisteuern (aber natürlich nur gegen Gewinnbeteiligung, wir leben ja zum Glück im Kapitalismus!).
30.03.2010 13:42 Uhr
von Anita:
Natuerlich wird der ALG-Satz gekuerzt. Die Mitarbeiter werden angehalten, so oft wie moeglich zu kuerzen. Das spart ungeheuer Geld. Wie das mit der Aussage vereinbar ist, dass ALGII das absolute Existenzminimum ist, unter dem man garnicht auskommt, ist mir allerdings nicht ganz klar. Durch das Ausreizen von finanziellen Sanktionen spart die BRD ungeheuer viel Kohle. Die wird sie auch bitter brauchen, schliesslich will die FDP ihre Steuergeschenke an die Besserverdienenden unbedingt durchsetzen.
30.03.2010 13:03 Uhr
von Lily:
An alle, die das hier verharmlosen: Es wird von Erwerbslosen vehement etwas verlangt, was nicht geht, etwas Unmögliches. Es gibt eben immer weniger Arbeitsplätze, die diesen Namen auch verdienen und keine Beschaffungs- und Bereicherungsmaßnahmen für unseriöse Firmen sind.
Es hat System, die Rationalisierungs- und Einsparmaßnahmen der letzten 20 Jahre auf die Opfer abzuwälzen.
Den entlassenen und arbeitslosen Bürgern wird so oft wie möglich ihre Wertlosigkeit vorgehalten. Unter diesem Druck, der auch finanziell sehr hart ist, rutschen viele in Depressionen oder Drogenabhängigkeit.
Arbeitnehmer werden ebenfalls immer härterem Druck ausgesetzt. Solange es gelingt, diese gegen Erwerbslose aufzuhetzen, werden wir wohl keinen Ausweg finden.
30.03.2010 12:23 Uhr
von Frigga:
Liebe Freunde,
nun macht doch endlich mit bei unserem Outing als ALG-II- Empfänger: www.wirsindhartziv.de, versendet den Link an sämtliche Leute, die immernoch glauben, alle Hartzis seien vorrangig faule Sesselfurzer ohne Beamtenstatus!
Dort können wir auch alle diese klarstellenden Artikel verlinken (und haben das teilweise auch schon gemacht)!
Lieber "Mario", melde Dich bitte bei uns, wir haben ähnliches erlebt oder sind solidarisch mit MEnschen wie Dir und setzen uns massiv für das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN ein.
Hast Du Festnetz? Dann ruf uns kostenlos an: 0800 20 90 999 und hilf uns und Dir mit Deinen Kulturkontakten zu Grundeinkommensveranstaltungen vor Ort: www.bge-party.de
Liebe Grüße, Frigga aus Berlin frigga@physik.hu-berlin.de
30.03.2010 11:37 Uhr
von hto:
Der Artikel ist so blödsinnig wie der Zwang zum Schreiben von Bewerbungen fürs Nirvana des "freiheitlichen" Wettbewerbs.
Mich packt immer die Wut, wenn ich höre, sehe und lese wie den politischen und institutionellen "Experten" geradezu an den Lippen gelegen wird, oder wie ihnen für diese gewohnte Überproduktion von systemrationalen Kommunikationsmüll jede mögliche Plattform bereitet wird - das muß aufhören, für eine komplett andere / wahrhaftigere Kommunikation!
29.03.2010 18:46 Uhr
von prolet:
Diese Lebensgeschichte findet sich tausendfach in den strukturschwachen Regionen der Ost-BRD und zukünftig wahrscheinlich auch mehr und mehr "drüben".
Trotdem nicht unterkriegen lassen und nicht darum betteln um ins Hamsterrad 1EuroJob, bzw. 50h zu 4Euro/h zurück zu kommen. Selbstbestimmte Arbeit macht auch ohne Geld eher glücklich, bzw. trägt mehr zum Wohlstand der Gesellschaft bei, statt den Aktionären die Taschen zu füllen.
Übrigens funktioniert der Kniekehlentrick auch bei Armani-Anzügen ganz gut.
Weitermachen.
29.03.2010 16:22 Uhr
von xonra:
Arbeit ist Scheiße! Immerhin sind in dieser Republik fast 11 Millionen Menschen prekär bzw. gar nicht beschäftigt. Arbeitslos ist davon kaum einer, denn die meisten beschäftigen sich irgendwie, mit mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten. Ende der neunziger Jahre sind zumindestens die Erwerbslosen in der IG Medien dazu übergegangen, sich als Erwerbslos zu definieren. Was dazu führte, dass es bei der Gewerkschaft Ver.di seit deren Gründung eine Personengruppe Erwerbslose gibt. Leider wird diese Gruppe etwas paranoid von hauptamtlichen Funktionären an die Kandarre genommen. Sie begannen etwas zu tun. Die "Heldinnen der Nichtarbeit" sendeten im Offenen Kanal, andere organisierten Spaziergänge gegen den Terror der Sozialbürokratie. In Berlin wurde die Kampagne für die Wiedereinführung des Erwebslosentickets erfolgreich organisiert. Andere starteten Autonome Seminare an der HU in Berlin zum Thema Existenzgeld. Was bis heute in die Aktivitäten zum bedingungslosen Grundeinkommen mündete. "Anders Arbeiten" und viele andere Aktivitäten werden heute von Erwebslosen organisiert. Das sentimentale Geschreibe über die Arbeit von gestern, mag man kaum noch lesen. Anpacken lohnt sich auch ohne Geld von einem "Arbeitgeber". Denn wie schon Karl Marx bemerkte: "Wenn die Arbeit als Fron ausgedient hat, wird sie zum Bedürfnis."
29.03.2010 15:56 Uhr
von Hetman:
nicht wir sind hier falsch, sondern dieses parasitäre politikergeschmeiss!
29.03.2010 15:12 Uhr
von xedout:
"Es kann passieren, dass eines Tages Leute draußen auf der Straße stehen, mit Knüppeln in der Hand, die ihrer Wut freien Lauf lassen". Diese Leute gibt es schon. Sie stehen nur nicht tagsüber vor den staatlichen Einrichtungen. Na ja... ein wenig RTL2 und das wird schon wider!
29.03.2010 14:58 Uhr
von Eisvogel:
Daß ein politisch unzuverlässiger ausgerechnet zu den nachrichtendienstlich eingebundenen Fernaufklärern, also einer Elite- und Freiwilligeneinheit, einberufen wird klingt nach Räuberpistole...
29.03.2010 14:40 Uhr
von Lulu:
Lieber Mario, ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass du trotz deiner Situation ein froher und zuversichtlicher Mensch bleiben wirst.
29.03.2010 14:35 Uhr
von ryba:
Mein Kommentar ist ziemlich "unproduktiv": Wer 1989 gedacht hat, jetzt bricht das Paradies an...war einfach nur blöd! Wir hatten in der Schule ja eigentlich alle das Gleiche gelernt aber vielleicht was Anderes verstanden???? Marios Situation tut mir Leid - vielleicht passiert mir das auch noch, weiß man nie, aber irgendwie scheint es schon "damals" ungeahnte Parallelwelten gegeben zu haben...Alles hat seinen Preis..es gibt auch nicht nur "Schwarz" oder nur "Weiss". Wir leben im Kapitalismus!!!!Zum Glück nicht im bolivianischen oder mexikanischen aber immerhin: Kapitalismus.
29.03.2010 13:41 Uhr
von joe conte:
Einmalig traurig und beklemmend, einmalig und dennoch weit verbreitet auf dieser Erde. Was zieht man für Schlüsse? Je mehr derartige Zeugnisse zutage gefördert werden, um so mehr entfernt sich die Menschheit von der Zivilisation. In den letzten Jahrzehnten sind dem Raubtier Mensch etliche Errungenschaften der letzten Jahrtausende abhanden gekommen. Grausam, dass keiner dies verzeichnet. Nicht einmal die Millionen Publizisten, welche die Welt mit Sprüchen inzwischen verunreinigen.
Möge Mario Krüger die Kraft besitzen, dem Widersinn, der Heuchelei und der Verlogenheit der Mehrheit zu widerstehen und ein im Sinne der Natur für einen Menschen angemessenes Leben zu weiter zu führen.
29.03.2010 13:30 Uhr
von auch_hartzi:
Am "lustigsten" fand ich die Sache mit dem Hausverbot bei der ARGE wg. angebl. Bedrohung. Als mich mein Nachbar in so nem Hatz-IV-gerechten Haus angegriffen hatte (hat zum Glück nicht getroffen), hiess es, ich hätte Wahnvorstellungen und fühle mich durch Behinderte bedroht und wär ja so intolerant. Wie doch mit unterschiedlichen Masstäben gemessen wird. Hätte er die Show auf dem Amt abgezogen...
29.03.2010 13:18 Uhr
von BIgKelle:
Als die DDR den Bach runter ging, waren alle auf friedlichen demo´s... ich wette, wenn diese demo´s von damals heute stattfinden würden, Mord und Totschlag!!
ach so mein wetteinsatz: mein Leben!
29.03.2010 12:56 Uhr
von elke:
Moin Mario, Du musst Dir nicht alles gefallen lassen; wo ist Dein Revolutzergeist? Also Du kannst Dir z.B. bei Deinem Amtsgericht einen Beratungshilfeschein (10€) für einen Rechtsanwalt holen und mit ihm Widerspruch gegen Deine Arge-Kürzungen einlegen. Auch bei Deiner Krankenkasse kannst Du selbst Widerspruch für Deine Wurzelbehandlung einlegen. Beim Sozialgericht kannst Du sogar als Bürger kostenlos klagen. Ohne Widerspruch läuft in Deutschland bei den Behörden nichts mehr! Das ist so! Also kämpfe für Dein Recht! alles Liebe elke
29.03.2010 12:55 Uhr
von Takeshi:
Vielen Dank, sehr schön geschriebener Artikel, der dringend mal fällig war, damit sich auch die Betroffenen in dieser Diskussion mal äußern können.
Danke
29.03.2010 12:38 Uhr
von flopserver:
Auch wer den Film 'Berlin - Stettin' von Volker Koepp "über eine verrostete Landschaft", wie ein Filmrezensent schrieb, gesehen hat, sieht sich darin bestätigt, dass hier von Mario Krüger in Bezug auf die Jahre nach 1990 'eine ganz normale' dt. Ost-Erwerbsbiographie beschrieben wird.
29.03.2010 12:19 Uhr
von Stefan:
Mein Gott, Mario. Du bist nicht arbeitslos, das ist niemand. Und Du bist nicht erwerbslos. Schön ist das alles nicht, aber Grund zum Jammern? Vergiss es.
Leserkommentare
14.04.2010 20:16 Uhr
von Dietmar:
Kenne Mario persönlich. Er ist ein herzlicher und lieber Mensch.
Es sicher schwer einmal in der Spirale aber mit weniger Selbstmitleid und mehr Realitätssinn + Übernahme von Eigenverantwortung wäre er, weil klug, in der Lage seine Probleme zu lösen.
Lebe nun in Russland und Deutschland. Meine russische Frau sagte mal Deutschland ist ein Paradies für Faule und bezog sich auf unser soziales Netz was es in Russland so nicht gibt. Um klar zu kommen arbeiten viele Menschen Tag und Nacht. Der Staat kümmert sich so gut wie 0 um dich wenn du keine Arbeit hast. Wenn ich diesen Vergleich immer sehe kann ich solche Berichte nicht mehr den nötigen Ernst entgegenbringen.
09.04.2010 23:48 Uhr
von jackiti:
bin 47. ossi. 2 berufe. 5 jahre hartz4.
westen WAR ausland. westen IST ausland. westen WIRD immer ausland für mich bleiben. die ganze einheit ist eine verlogene, krumme banane, die inzwischen fault und stinkt.
30.03.2010 16:24 Uhr
von FRITZ:
Es gibt kein Recht auf Arbeit am bevorzugten Wohnort (sonst wären wir ja alle mit der 35h-Woche auf Malle). 30.000 von ehemals 100.000 Brandenburgern haben das verstanden.
Dennoch: Glück auf! Selbstgebaute Betten per Internet verkaufen, das wär' doch was, was man auch aus Brandenburg heraus machen kann. Ich würde glatt etwas Venture Capital beisteuern (aber natürlich nur gegen Gewinnbeteiligung, wir leben ja zum Glück im Kapitalismus!).
30.03.2010 13:42 Uhr
von Anita:
Natuerlich wird der ALG-Satz gekuerzt. Die Mitarbeiter werden angehalten, so oft wie moeglich zu kuerzen. Das spart ungeheuer Geld. Wie das mit der Aussage vereinbar ist, dass ALGII das absolute Existenzminimum ist, unter dem man garnicht auskommt, ist mir allerdings nicht ganz klar.
Durch das Ausreizen von finanziellen Sanktionen spart die BRD ungeheuer viel Kohle.
Die wird sie auch bitter brauchen, schliesslich will die FDP ihre Steuergeschenke an die Besserverdienenden unbedingt durchsetzen.
30.03.2010 13:03 Uhr
von Lily:
An alle, die das hier verharmlosen: Es wird von Erwerbslosen vehement etwas verlangt, was nicht geht, etwas Unmögliches. Es gibt eben immer weniger Arbeitsplätze, die diesen Namen auch verdienen und keine Beschaffungs- und Bereicherungsmaßnahmen für unseriöse Firmen sind.
Es hat System, die Rationalisierungs- und Einsparmaßnahmen der letzten 20 Jahre auf die Opfer abzuwälzen.
Den entlassenen und arbeitslosen Bürgern wird so oft wie möglich ihre Wertlosigkeit vorgehalten. Unter diesem Druck, der auch finanziell sehr hart ist, rutschen viele in Depressionen oder Drogenabhängigkeit.
Arbeitnehmer werden ebenfalls immer härterem Druck ausgesetzt. Solange es gelingt, diese gegen Erwerbslose aufzuhetzen, werden wir wohl keinen Ausweg finden.
30.03.2010 12:23 Uhr
von Frigga:
Liebe Freunde,
nun macht doch endlich mit bei unserem Outing als ALG-II- Empfänger: www.wirsindhartziv.de, versendet den Link an sämtliche Leute, die immernoch glauben, alle Hartzis seien vorrangig faule Sesselfurzer ohne Beamtenstatus!
Dort können wir auch alle diese klarstellenden Artikel verlinken (und haben das teilweise auch schon gemacht)!
Lieber "Mario", melde Dich bitte bei uns, wir haben ähnliches erlebt oder sind solidarisch mit MEnschen wie Dir und setzen uns massiv für das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN ein.
Hast Du Festnetz? Dann ruf uns kostenlos an: 0800 20 90 999 und hilf uns und Dir mit Deinen Kulturkontakten zu Grundeinkommensveranstaltungen vor Ort:
www.bge-party.de
Liebe Grüße,
Frigga aus Berlin
frigga@physik.hu-berlin.de
30.03.2010 11:37 Uhr
von hto:
Der Artikel ist so blödsinnig wie der Zwang zum Schreiben von Bewerbungen fürs Nirvana des "freiheitlichen" Wettbewerbs.
Mich packt immer die Wut, wenn ich höre, sehe und lese wie den politischen und institutionellen "Experten" geradezu an den Lippen gelegen wird, oder wie ihnen für diese gewohnte Überproduktion von systemrationalen Kommunikationsmüll jede mögliche Plattform bereitet wird - das muß aufhören, für eine komplett andere / wahrhaftigere Kommunikation!
29.03.2010 18:46 Uhr
von prolet:
Diese Lebensgeschichte findet sich tausendfach in den strukturschwachen Regionen der Ost-BRD und zukünftig wahrscheinlich auch mehr und mehr "drüben".
Trotdem nicht unterkriegen lassen und nicht darum betteln um ins Hamsterrad 1EuroJob, bzw. 50h zu 4Euro/h zurück zu kommen. Selbstbestimmte Arbeit macht auch ohne Geld eher glücklich, bzw. trägt mehr zum Wohlstand der Gesellschaft bei, statt den Aktionären die Taschen zu füllen.
Übrigens funktioniert der Kniekehlentrick auch bei Armani-Anzügen ganz gut.
Weitermachen.
29.03.2010 16:22 Uhr
von xonra:
Arbeit ist Scheiße!
Immerhin sind in dieser Republik fast 11 Millionen Menschen prekär bzw. gar nicht beschäftigt. Arbeitslos ist davon kaum einer, denn die meisten beschäftigen sich irgendwie, mit mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten. Ende der neunziger Jahre sind zumindestens die Erwerbslosen in der IG Medien dazu übergegangen, sich als Erwerbslos zu definieren. Was dazu führte, dass es bei der Gewerkschaft Ver.di seit deren Gründung eine Personengruppe Erwerbslose gibt. Leider wird diese Gruppe etwas paranoid von hauptamtlichen Funktionären an die Kandarre genommen.
Sie begannen etwas zu tun. Die "Heldinnen der Nichtarbeit" sendeten im Offenen Kanal, andere organisierten Spaziergänge gegen den Terror der Sozialbürokratie. In Berlin wurde die Kampagne für die Wiedereinführung des Erwebslosentickets erfolgreich organisiert. Andere starteten Autonome Seminare an der HU in Berlin zum Thema Existenzgeld. Was bis heute in die Aktivitäten zum bedingungslosen Grundeinkommen mündete. "Anders Arbeiten" und viele andere Aktivitäten werden heute von Erwebslosen organisiert.
Das sentimentale Geschreibe über die Arbeit von gestern, mag man kaum noch lesen. Anpacken lohnt sich auch ohne Geld von einem "Arbeitgeber". Denn wie schon Karl Marx bemerkte: "Wenn die Arbeit als Fron ausgedient hat, wird sie zum Bedürfnis."
29.03.2010 15:56 Uhr
von Hetman:
nicht wir sind hier falsch, sondern dieses parasitäre politikergeschmeiss!
29.03.2010 15:12 Uhr
von xedout:
"Es kann passieren, dass eines Tages Leute draußen auf der Straße stehen, mit Knüppeln in der Hand, die ihrer Wut freien Lauf lassen".
Diese Leute gibt es schon. Sie stehen nur nicht tagsüber vor den staatlichen Einrichtungen.
Na ja... ein wenig RTL2 und das wird schon wider!
29.03.2010 14:58 Uhr
von Eisvogel:
Daß ein politisch unzuverlässiger ausgerechnet zu den nachrichtendienstlich eingebundenen Fernaufklärern, also einer Elite- und Freiwilligeneinheit, einberufen wird klingt nach Räuberpistole...
29.03.2010 14:40 Uhr
von Lulu:
Lieber Mario, ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass du trotz deiner Situation ein froher und zuversichtlicher Mensch bleiben wirst.
29.03.2010 14:35 Uhr
von ryba:
Mein Kommentar ist ziemlich "unproduktiv":
Wer 1989 gedacht hat, jetzt bricht das Paradies an...war einfach nur blöd!
Wir hatten in der Schule ja eigentlich alle das Gleiche gelernt aber vielleicht was Anderes verstanden????
Marios Situation tut mir Leid - vielleicht passiert mir das auch noch, weiß man nie, aber irgendwie scheint es schon "damals" ungeahnte Parallelwelten gegeben zu haben...Alles hat seinen Preis..es gibt auch nicht nur "Schwarz" oder nur "Weiss".
Wir leben im Kapitalismus!!!!Zum Glück nicht im bolivianischen oder mexikanischen aber immerhin:
Kapitalismus.
29.03.2010 13:41 Uhr
von joe conte:
Einmalig traurig und beklemmend, einmalig und dennoch weit verbreitet auf dieser Erde. Was zieht man für Schlüsse? Je mehr derartige Zeugnisse zutage gefördert werden, um so mehr entfernt sich die Menschheit von der Zivilisation. In den letzten Jahrzehnten sind dem Raubtier Mensch etliche Errungenschaften der letzten Jahrtausende abhanden gekommen. Grausam, dass keiner dies verzeichnet. Nicht einmal die Millionen Publizisten, welche die Welt mit Sprüchen inzwischen verunreinigen.
Möge Mario Krüger die Kraft besitzen, dem Widersinn, der Heuchelei und der Verlogenheit der Mehrheit zu widerstehen und ein im Sinne der Natur für einen Menschen angemessenes Leben zu weiter zu führen.
29.03.2010 13:30 Uhr
von auch_hartzi:
Am "lustigsten" fand ich die Sache mit dem Hausverbot bei der ARGE wg. angebl. Bedrohung. Als mich mein Nachbar in so nem Hatz-IV-gerechten Haus angegriffen hatte (hat zum Glück nicht getroffen), hiess es, ich hätte Wahnvorstellungen und fühle mich durch Behinderte bedroht und wär ja so intolerant. Wie doch mit unterschiedlichen Masstäben gemessen wird. Hätte er die Show auf dem Amt abgezogen...
29.03.2010 13:18 Uhr
von BIgKelle:
Als die DDR den Bach runter ging, waren alle auf friedlichen demo´s... ich wette, wenn diese demo´s von damals heute stattfinden würden, Mord und Totschlag!!
ach so mein wetteinsatz: mein Leben!
29.03.2010 12:56 Uhr
von elke:
Moin Mario,
Du musst Dir nicht alles gefallen lassen; wo ist Dein Revolutzergeist?
Also Du kannst Dir z.B. bei Deinem Amtsgericht einen Beratungshilfeschein (10€) für einen Rechtsanwalt holen und mit ihm Widerspruch gegen Deine Arge-Kürzungen einlegen. Auch bei Deiner Krankenkasse kannst Du selbst Widerspruch für Deine Wurzelbehandlung einlegen. Beim Sozialgericht kannst Du sogar als Bürger kostenlos klagen.
Ohne Widerspruch läuft in Deutschland bei den Behörden nichts mehr! Das ist so!
Also kämpfe für Dein Recht!
alles Liebe
elke
29.03.2010 12:55 Uhr
von Takeshi:
Vielen Dank, sehr schön geschriebener Artikel, der dringend mal fällig war, damit sich auch die Betroffenen in dieser Diskussion mal äußern können.
Danke
29.03.2010 12:38 Uhr
von flopserver:
Auch wer den Film 'Berlin - Stettin' von Volker Koepp
"über eine verrostete Landschaft", wie ein Filmrezensent schrieb, gesehen hat, sieht sich darin bestätigt, dass hier von Mario Krüger in Bezug auf die Jahre nach 1990 'eine ganz normale' dt. Ost-Erwerbsbiographie beschrieben wird.
29.03.2010 12:19 Uhr
von Stefan:
Mein Gott, Mario. Du bist nicht arbeitslos, das ist niemand. Und Du bist nicht erwerbslos. Schön ist das alles nicht, aber Grund zum Jammern? Vergiss es.