Die deutsche Wirtschaft erholt sich deutlich von der Krise. Das BIP stieg um 2,2 Prozent. Bankenexperten hoben ihre Prognosen für das Gesamtjahr kräftig an.

Es geht aufwärts. Bild: dpa
WIESBADEN dpa | Getragen von der starken Exportwirtschaft lässt die deutsche Wirtschaft ihre tiefste Krise im Rekordtempo hinter sich. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2010 um 2,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einem "Aufschwung XL." Von einem Wachstumswunder wollte er aber nicht reden.
Nach Angaben der Statistiker hat es ein solches Wachstum zum Vorquartal seit der Wiedervereinigung noch nie gegeben. Zuletzt habe die Wirtschaft in der damaligen Bundesrepublik im zweiten Quartal 1987 ebenfalls mit 2,2 Prozent zugelegt. Volkswirte hatten im Schnitt ein BIP-Wachstum um rund 1,3 Prozent vorhergesagt.
Gleichzeitig korrigierten das Bundesamt das BIP-Wachstum im ersten Quartal gegenüber dem Schlussvierteljahr 2009 deutlich auf 0,5 Prozent nach oben. Bisher hatten sie ein Plus von 0,2 Prozent errechnet. Der zum Jahreswechsel ins Stocken geratene Aufschwung habe sich damit "eindrucksvoll zurückgemeldet", hieß es. Nach den jüngsten Berechnungen stieg die deutsche Wirtschaftsleistung auf Jahressicht preisbereinigt um 4,1 Prozent.
Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler- Stiftung, sagte: "Das Ergebnis ist sensationell gut. Es zeigt sich nunmehr in aller Deutlichkeit, wie stark die weltweiten Konjunkturprogramme die Wirtschaft angeschoben haben." Im Krisenjahr 2009 war die Konjunktur nach revidierten Angaben um 4,7 Prozent abgestürzt.
Bankenexperten hoben am Freitag ihre Prognosen für das Gesamtjahr kräftig an. So korrigierte etwa die Unicredit ihre Vorhersage von 2,0 Prozent auf 3,5 Prozent deutlich nach oben. "Das wäre ein stärkeres Wachstum als im Boomjahr 2006", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt der Bank, Andreas Rees. Zwar werde sich die Dynamik in den kommenden Quartalen abschwächen. Aber die deutsche Wirtschaftsleistung werde eventuell schon in der zweiten Jahreshälfte 2011 wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.
Impulse für den Aufschwung im zweiten Quartal kamen nach Angaben der Statistiker sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. "Die Dynamik der Investitionen und des Außenhandels hatten dabei den größten Anteil am Aufschwung." Aber auch die privaten und staatlichen Konsumausgaben trugen der Behörde zufolge zum Wachstum bei.
Allianz-Ökonom Rolf Schneider macht für das starke Wachstum Nachholeffekte am Bau nach dem harten Winter und staatliche Konjunkturprogramme verantwortlich. Haupttreiber sei aber die kräftige Erholung des Welthandels gewesen: "Deutschland hängt in großen Maße vom Export ab. Das macht sich jetzt bezahlt."
Allerdings deutet bereits einiges daraufhin, dass sich der Aufschwung nicht nahtlos fortsetzen wird. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte: "Der Boom wird nicht ungebremst weitergehen. In den USA und in China weisen die Frühindikatoren bereits nach unten. Auch in Deutschland wird das Wachstum nachlassen, allerdings dürfte die Aufwärtsbewegung nicht abreißen." Auch Deka- Bank Chefvolkswirt Ulrich Kater ist überzeugt: "Die Aufholjagd ist vorbei. Die gegenwärtige Abkühlung in der Weltwirtschaft kommt im zweiten Halbjahr auch hier an."
Brasiliens Präsidentin verzögert die Entscheidung über das Waldgesetz mit einem Teilveto bis nach dem Umweltgipfel Rio+20. Umweltschützer hatten sich mehr erhofft. von Gerhard Dilger

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
13.08.2010 17:58 | Gunter
Nachdem die Lobbyisten ein halbes Jahr lang die passenden und loyalen Politiker haben, musste es mit der Wirtschaft bergauf ...
13.08.2010 12:02 | Susanna
ja klar man kann einen alten abgearbeiteten Esel auch nochmal mit der Peitsche antreiben bis er zusammenbricht, falls die Z ...
13.08.2010 11:56 | EU-Gegner
Wirtschaftspolitik! Der Wirtschaft geht es besser! Die Wirtschaft legte um 2,5 Prozent zu. Wirtschaftsministerium! ...