• 24.06.2009

Aufruf der Anti-Schah-Demonstranten

68er unterstützen iranischen Protest

Mit einem Solidaritätsaufruf stellen sich die Anti-Schah-Demonstranten von 1967 auf die Seite der iranischen Demokraten von heute.

  • 11.02.2011 17:55 Uhr

    von theo:

    schön, dass wir uns wiederfinden; nicht vor dem Schöneberger Rathaus oder der Deutschen Oper sondern im Internet und vielleicht vor dem Brandenburger Tor.Die Hoffnung auf menschenwürdige Verhältnisse und eine demokratische Entwicklung im Iran begleitet uns seit 67. Diese Hoffnung stirbt bei mir und den vielen, die nicht so bequem protestieren können wie wir, zuletzt.

  • 11.02.2011 17:54 Uhr

    von mehran:

    @Christian D

    sory, es is einfach eine Frage der Methematik, und sie scheinen mit Mathe nicht sehr viel am Hut zu haben.
    Das Land geht vor die Hunde.Die Öleinnahmen stehen nur einer Elite zur Verfügung.Wie die Menschen mit leeren Bäuchen noch das Regim wählen sollten, müsste allenfalls mit Zauberei geschehen.
    Warum nicht Alle auf der Strasse sind? 1:Nachrichten kommen nicht überal an 2: Angstschwelle ist noch sehr hoch, denn die Brutalität des System ist beispiellos.Was ihr hier zu hören bekommt, ist nur ein Bruchteilteil von deren Repression und von unserem Leid. Sollten sie nicht eingeniniativ für eigene Überzeugung sorgen, würden sie der Wahrheit immer hinterher laufen müssen und das ist kein besonders gutes Schicksal. Denn auch ohne Sie kommen wir voran.

  • 11.02.2011 17:54 Uhr

    von navajo joe:

    @ B. M....(ich möchte deinen Namen nicht ausschreiben) Ich halte Aufklärung (im Sinne von Pierre Bayle, M. Olympe de Gouge, ... Habermas) und Universalismus der Menschenrechte gerade für
    l i n k s l i b e r a l .

    Kulturrelativisten waren in der Geschichte bisher meistens eher Nationalisten oder eher rechtslasig, von 'rechtsliberalen' Max Weber (begrüßte den 1. Weltkrieg ...) bis zu dem Nazi-Intellektuellen Rosenberg und in letzten Jahrzehnten - wieder etwas harmloser - Leute wie der 'rechtsliberale' Richard Rorty (der Nietzsche für einen Philosophen hielt) und andere. Repressive Toleranz nannte Herbert Marcuse das einst in einem Aufsatz. In diesem Sinne Tolerant zu sein impliziert aber nicht links zu sein!

  • 11.02.2011 17:53 Uhr

    von kommentator:

    Sehr spannend. Haben wir dann (hier oder im Iran oder wo auch immer) eine neue "Bewegung 2. Juni" zu erwarten? Wäre ja nur konsequent...

  • 11.02.2011 17:53 Uhr

    von Christian D.:

    Das ist aber mutig!

    Demokratie ist es also immer dann, wenn das Wahlergebnis im "Westen" für gut befunden wird? In einem Land wie dem Iran, dass über bestenfalls 15 % "Bürgertum" (das sind dann diejenigen, die Twittern und Bloggen) verfügt, ist das "amtliche" Wahlergebnis nicht wirklich überraschend, es ist sogar plausibel.

    Wieso will es nicht in unserer westlichen Köpfe, dass auch andere Gesellschaftsformen denkbar und gewünscht sein können?

  • 26.07.2009 11:46 Uhr

    von theo:

    schön, dass wir uns wiederfinden; nicht vor dem Schöneberger Rathaus oder der Deutschen Oper sondern im Internet und vielleicht vor dem Brandenburger Tor.Die Hoffnung auf menschenwürdige Verhältnisse und eine demokratische Entwicklung im Iran begleitet uns seit 67. Diese Hoffnung stirbt bei mir und den vielen, die nicht so bequem protestieren können wie wir, zuletzt.

  • 25.06.2009 16:43 Uhr

    von navajo joe:

    @ susi: um deinen neuronen vielleicht ein bisschen auf die sprünge zu helfen: die allermeisten personen in den wichtigsten entscheidungspositionen von wirtschaft und politik sind keine "alt-68-'er".

    im falle von g. schröder war das mal eine ausnahme, allerdings hat er dann doch die these gestützt, dass juristen eher an macht und prestige orientiert sind, und wenig fachliche kompetenzen und intelligent über ihre §§anwendungen hinaus besitzen (daher hat g. schröder auch sehr viel vernünftigeren "alt-68'ern" wie j. trittin und anderen so wenig spielraum gelassen. nicht einmal h. scheer in der eigenen partei konnte allzu viel von seinen klugen ansätzen durchsetzen (außer immerhin das erneuerbare-energien-gesetz). und m. kanther & h. kohl, die de facto das asylrecht abgeschafft haben oder heute a. merkel etc. waren mit sicherheit keine personen, die zu den "alt-68'ern" zu zählen sind. auch nicht die bonzen der rüstungskonzerne oder der agrar- und urwaldzerstörungskonzerne oder der gentech-industrie oder der leute, die bis heute dafür sorgen, dass nur extrem energiefressende pkw die straßen verstophen u.s.w.

  • 25.06.2009 13:21 Uhr

    von Klar:

    @ Klaus Jarchow

    Schauen sie sich mal den Zynismus der Bundesregierung an. Da wurde ein Gesetz mit breiter Mehrheit verabschiedet, was ganz besonders alleinerziehende Mütter benachteiligt, von deren Kinder will ich gar nicht erst anfangen.
    Es heißt übrigens Harz4.
    Nebenbei wird einem auch noch x-Mal gesagt, von ganz feinen Schlippsträgern die sich auskennen, das alles kein Problem sei, und die Harz4 Sätze enorm spitze sind.
    Derweil hockt Schrodersn irgendwo in der Russerei, kassiert ein dickes Gehalt, und gibt neunmalschlaue Kommentare via die Medien ab.
    Also wenn das kein Zynismus ist...
    Übrigens, lieber Zynismus als dieses rumgelüge der Bundesregierung in Bezug auf die Arbeitslosenzahlen z.B. Olaf Scholz von der spd hatte es vor einiger Zeit ganz frech getan, fast keiner der tollen deutschen Journalisten hatte in der Bundespressekonferenz damals auch nur gezuckt. Etwas später fiel dann der Groschen, Frührenter, Leute in Altersteilzeit, Langzeitarbeitslose die länger als 2Jahre arbeitslos sind und wer weiss wer noch alles, alle wurden aus der Statistik rausgerechnet, um dann mit stolzgeschwellter Brust zu behaupt... lügen, das wir ja auf einem guten Weg seinen und die Zahlen ganz toll aussehen.

    Da ist mir beißender Zynismus alle Mal lieber, als eine versteckte Lüge, die gern mal mit einem Lächeln präsentiert wird, um sie mir als Wahrheit zu verkaufen.

  • 25.06.2009 11:02 Uhr

    von mobies:

    ach klaus,

    ich finds witzig.... zynismus ist die peitsche des bidermanns und mit der aufklärung ist das so ne sache!! wir werden schon seit,ääh schlag mich tot, 300 jahren aufgeklärt.

    wer blickt da den noch durch???!!!

    hinsetzen, nen bier in die hand und genießen..

  • 25.06.2009 10:26 Uhr

    von Klaus Jarchow:

    Es ist schon erstaunlich, wie viele der Kommentatoren hier Zynismus für Aufgeklärtheit halten.

  • 25.06.2009 09:33 Uhr

    von mehran:

    @Christian D

    sory, es is einfach eine Frage der Methematik, und sie scheinen mit Mathe nicht sehr viel am Hut zu haben.
    Das Land geht vor die Hunde.Die Öleinnahmen stehen nur einer Elite zur Verfügung.Wie die Menschen mit leeren Bäuchen noch das Regim wählen sollten, müsste allenfalls mit Zauberei geschehen.
    Warum nicht Alle auf der Strasse sind? 1:Nachrichten kommen nicht überal an 2: Angstschwelle ist noch sehr hoch, denn die Brutalität des System ist beispiellos.Was ihr hier zu hören bekommt, ist nur ein Bruchteilteil von deren Repression und von unserem Leid. Sollten sie nicht eingeniniativ für eigene Überzeugung sorgen, würden sie der Wahrheit immer hinterher laufen müssen und das ist kein besonders gutes Schicksal. Denn auch ohne Sie kommen wir voran.

  • 25.06.2009 08:55 Uhr

    von anke:

    Schön, dass einige 68-er ihren Nachkriegsidealen treu geblieben sind. Schade nur, dass sie in den letzten 40 Jahren offenbar nicht gelernt haben, differenziert oder gar positiv zu denken. Vielleicht hätten ja die Ideale profitiert davon. Aber was solls - Honnecker hat es ja auch nicht geschafft...

  • 25.06.2009 08:52 Uhr

    von Peer:

    Jetzt kriegen die Herrscher in Teheran aber Muffensausen! Die 68er kommen! Wenn sie schon in Deutschland schon lange nicht mehr ernst genommen werden, dann muss wenigstens der Betroffenheitsexport funktionieren. Mann muss ja auch echt Flagge zeigen wenn man hier in Deutschland eine solche Solidaritätserklärung abgibt - und man muss auch noch die Free-Tibet Aufkleber von der Autostoßstange kratzen und Free-Iran Aufkleber drucken. Wieviel Eitelkeit brauch man eigentlich um sich zu jedem Thema politisch aufzudrängen?

  • 25.06.2009 08:05 Uhr

    von Klar:

    "68er unterstützen iranischen Protest"

    Ja, ja... die Realsatiere geht weiter !
    Jetzt wird unterstützt, wahrscheinlich mit ebenso guten Absichten, wie sie bis vor kurzem dem Iran neuste Abhörtechnik verkauft haben, made in Dingsbums.
    Auf Staatsebene wurde bis letztes Jahr im Milliardenbereich gehandelt zwischen Iran und Ddd...Dingsbums, trotz der immerwieder Verbal-Ausfälle von olle Atom-Achmed in Richtung Israel.
    War alles kein Problem, hat kein einziges Geschäft tangiert.
    Und ganz plötzlich ist alles anders...
    ...anscheinend sobald blutige Bilder zu sehen sind, ab einer gewissen Quantität, was im Grunde selbst menschenverachtend ist, wenn man solches Verhalten mal genauer unter die Lupe nimmt.

    Die 68er könnn mir ehrlich gesagt gestohlen bleiben - ich kann und will es auch nicht mehr hören, sollen die doch da runter fahren und mitdemonstrieren

  • 25.06.2009 07:56 Uhr

    von Uwe S.:

    Also mit Bommi Bauman und Tilmann Fichter möchteich auf keiner Liste stehen. Darüber hinaus: Was heißt denn Opposition? Die Opposition steht ebenso für die Islamische Republik, steht ebenso vor dem Wächterrat und geegn das grundlegende Wahlrecht für alle, auch für Frauen. Der "Oppositionsführer" war bereits einige JAhre Regierungschef und steht für 1000e hingerichtete oppositionelle.
    Was Baumann da eigentlich will ist mir schlicht egal, er hat ohnehin fraglichen Geist und wankelmütige Positionen. Aber Ströbele und Semmler? Nirumand? ich bin durch die ganze Aktion - irritiert.

  • 25.06.2009 00:47 Uhr

    von Flipper:

    Puh, soviel Mist wie in den Kommentaren zu der unschuldigen Solidaritätsadresse der - "67er" - zu den Unruhen im Iran hab ich ja lange nicht gelesen! Seid Ihr noch ganz bei Trost? Sind also entweder "die 68er" die Ursache allen Übels in der Welt oder andererseits ein Gottesstaat inkl. Tschador >200 Jahre nach Kant die erstrebenswerteste Gesellschaftsform? Dazwischen gibts gar nix???

  • 24.06.2009 22:59 Uhr

    von Tom:

    Die TITANIC hat in Sachen Iran die Lage auf den Punkt gebracht:
    "Die Europäische Union hat die brutale Gewalt gegen Oppositionelle im Iran scharf verurteilt. Daß es der iranischen Regierung nicht gelinge, Proteste mittels sanfter und gut versteckter Staatsgewalt kleinzuhalten, daß sie statt dessen mit (im Internet gut dokumentierbarer) roher Gewalt reagiere, deute auf den niedrigen Grad der zivilisatorischen Entwicklung im Iran hin, teilte ein EU-Sprecher mit. Es sei regelrecht rückständig, politische Konflikte nicht durch Scheingefechte in vorgeblich kritischen Medien abzufedern und die restliche Renitenz der Bevölkerung mit Konsumanreizen zu ersticken. "Die Mullahs müssen einfach eingestehen, daß ihre Methoden ineffektiv sind", so der Sprecher, "und daß man von der westlichen Zivilisation einiges lernen kann." Vor allem könne sich der Iran ein Vorbild daran nehmen, wie man eine Wahl überflüssig und uninteressant werden lasse - so wie etwa kürzlich die der EU."

  • 24.06.2009 22:54 Uhr

    von susi:

    Peinlich, diese Bankrotterklärung der Alt-68er. Nach dem Marsch durch die Institutionen ist man nun gegen diejenigen, welche die Antipoden des eigenen damaligen Feindes darstellen. Ob den wackeren 68ern wohl langsam aufgeht, dass der Schah das geringere Übel war? Wohl kaum. Glücklicherweise wird sich das Alt-68er-Ärgernis irgendwann biologisch auflösen.

  • 24.06.2009 20:55 Uhr

    von navajo joe:

    @ B. M....(ich möchte deinen Namen nicht ausschreiben) Ich halte Aufklärung (im Sinne von Pierre Bayle, M. Olympe de Gouge, ... Habermas) und Universalismus der Menschenrechte gerade für
    l i n k s l i b e r a l .

    Kulturrelativisten waren in der Geschichte bisher meistens eher Nationalisten oder eher rechtslasig, von 'rechtsliberalen' Max Weber (begrüßte den 1. Weltkrieg ...) bis zu dem Nazi-Intellektuellen Rosenberg und in letzten Jahrzehnten - wieder etwas harmloser - Leute wie der 'rechtsliberale' Richard Rorty (der Nietzsche für einen Philosophen hielt) und andere. Repressive Toleranz nannte Herbert Marcuse das einst in einem Aufsatz. In diesem Sinne Tolerant zu sein impliziert aber nicht links zu sein!

  • 24.06.2009 20:53 Uhr

    von Pasamo:

    @Christian D

    Ich finde deine Ignoranz erschreckend!
    3/4 der Iraner sind unter 30 Jahren und mindestens genau so viele sind unzufrieden mit diesem Regime, das zum größten Teil durch die wirtschaftlichen Beziehungen des westlichen Staaten aufrechterhalten wird.

    1979 haben vor allem europäische Staaten bei der Revolution im Hintergrund mitgewirkt, dessen Ziel eigentlich ja eine DEMOKRATIE war und nun stützen sie das verbrecherische Regime im Iran, während die Menschen gefoltert, niedergeknüppelt und umgebracht werden, weil sie Freiheit fordern.

    Außerdem solltest du wissen, dass es im Iran keine wirklich demokratischen Wahlen gibt. Sogar 2005 war es ein offenes Geheimnis, dass die Wahlen manipuliert waren.

    Also, ich freue mich über die Solidarität der Europäer und hoffe, dass politisch noch was passieren wird. Ein wichtiger Schritt wäre die ökonomische und politische Isolation des Irans.

  • 24.06.2009 20:47 Uhr

    von navajo joe:

    "... Mit einem Solidaritätsaufruf stellen sich die Anti-Schah-Demonstranten von 1967 auf die Seite der iranischen Demokraten von heute ..."

    G U T und K O N S E Q U E N T !

    W I E D A M A L S so A U C H H E U T E

    GEGEN REPRESSION und F Ü R D E M O K R A T I E

  • 24.06.2009 19:56 Uhr

    von Thomas Born:

    Vielleicht sollten wir einfach mal den Wunsch eines Volkes nach Gerechtigkeit und Freiheit unterstützen statt uns schon wieder mal in unserem satten Lehnsesseldasein um die revolutionärste aller Gesinnungen zu streiten. Das können wir hinterher immer noch, oder?

  • 24.06.2009 19:30 Uhr

    von epikur:

    "...die neuen iranischen Demokraten"? Ihr meint doch nicht Mussawi damit oder? Das ist erbärmlich diese Stimmungsmache, der Kerl ist alles, nur sicher kein Demokrat... lächerlicher Beitrag liebe TAZ

  • 24.06.2009 19:09 Uhr

    von andrej:

    Wenn die schon so lange brauchen, eine Handvoll Damen und Herrschaften 68er für einen blossen Solidaritätsaufruf zusammenzubekommen, dann werden sie bis zur ersten Demo in der Personalstärke von anno 67 wohl das Alter von Jopi Heesters erreicht haben.
    Vlt. mal zur Gedächtnisauffrischung der in die Jahre gekommenen Revoluzzer ein Spruch eines gewissen R. Dutscke: "Ohne Provokation werden wir überhaupt nicht wahrgenommen!"
    Nun, wenn Rudi richtig lag, dürften Ahmadinedschad & Co. nicht mal gähnen, falls sie je von dieser "Aktion" erfahren.

  • 24.06.2009 18:59 Uhr

    von Wolfghar:

    Die Iraner wollen auch Coca Cola, Tittenfernsehen und Hartz4 Bashing.
    Das will doch jeder in der ganzen Welt.

    Danke liebe 68er für diese tolle Gesellschaft für die ihr steht.
    Wer nicht so denkt wie ihr ist einfach undemokratisch.

  • 24.06.2009 18:01 Uhr

    von L.A.WOMAN:

    Klerikalfaschismus, Volltreffer!
    Analog hierzu kann man inzwischen schon von einem Medienfaschismus sprechen, angeführt von Springer zusammen mit Bertelsmann,INSM und Merkel sanft und grinsend auf allen Kanälen, mit Samthandschuhen behandelt, nur Worthülsen quellend, Hauptvertreterin der Lobbyisten, wenn ich allein nur an die Streubombenintervention von ihr denke, kommt mir die Galle hoch, sie hat für die Ausnahmen der Verbotsregelungen in Helsinki gesorgt (S.u.a. taz-Artikel von A. Zumach).
    - In den Medien -außer taz- wurde das nicht erwähnt.
    Passend zur Meinungsmache vor einer Wahl ist immer Birthler zur Stelle, um die 68er versuchsweise mit 'Überraschung' Kurras-Akte zu diskreditieren.
    - Dass diese 68erBewegung nicht nur auf die BRD begrenzt war, wird in der hiesigen Propaganda nicht erwähnt.
    Am widerlichsten ist der hier bei manchen Foristen wieder aus den Designersesseln hervortrötende menschenverachtende Zynismus, mit dem auf den Ereignissen im Iran herumgetrampelt wird.
    Danke an Kreuzberger, ich merke Dir an, wie sehr Du noch versucht hast, Dich zu zügeln. Und wenn ich das Du wähle, dann, weil ich a) Kreuzberg als meine zweite Heimat betrachte, b) weil ich die Zeit mit all den Kämpfen gegen die alten Faschisten noch in schmerzhafter Erinnerung habe und ich bei Dir ähnliche Sichtweise vermute.
    Bei dem Iran-Drama vermisse ich ein klares Auftreten des UN Generalsekretärs, denn hier geht die UN Charta täglich in den Qualen und der Entrechtung der Demonstranten im Iran unter.

  • 24.06.2009 17:42 Uhr

    von kommentator:

    Sehr spannend. Haben wir dann (hier oder im Iran oder wo auch immer) eine neue "Bewegung 2. Juni" zu erwarten? Wäre ja nur konsequent...

  • 24.06.2009 16:37 Uhr

    von Rami:

    Was soll denn das? Wo kommt den so ein lächerlicher Verein jetzt her?

  • 24.06.2009 16:36 Uhr

    von denninger:

    Aber, aber "Christian D.", wer wird denn der Ikone der Freiheit und Demokratie, Herrn Ströbele, ein mangelndes Demokratieverständnis unterstellen?
    Immerhin haben er und andere nach über 40 Jahren noch einmal eine Gelegenheit gefunden, die Heldentaten von damals wieder in das richtige Licht zu rücken und uns dezent daran zu erinnern, dass wie alle nichts wären ohne die Heroen vom 2. Juni.
    Und dass, gewissermaßen als Epilog der 68er Bewegung, auch das iranische Volk zur Revolution aufgefordert wird und man sich aus dem Chef- oder Ohrensessel heraus solidarisch erklärt ist doch ein netter Zug und Manifestation wahrer revolutionärer Gesinnung. Vielleicht klappt es ja wenigstens dieses Mal mit dem Umsturz?
    Und dann tollen vergreiste SDS Funktionäre durch den Park und skandieren zur Melodie der Sportfreunde Stiller: "67, 68, 89 und 09...." (SCNR)

  • 24.06.2009 16:29 Uhr

    von kreuzberger:

    Ja, genau, das "gewünschte" Gesellschaftssystem ist besser, nicht wahr? Besser als die Demokratie, stimmts? Man sollte immer schön die Klappe halten, was, Christian D.?, wenn die NSDAP gewinnt, wenn die Hamas sich an die Macht hetzt, wenn Berlusconi sich die Macht kauft, immer dazu schweigen, die Orientalen haben andere Werte, oder? Freiheit brauchen die nicht. Stimmt. Das sind ja nur westliche Wahnideen, die von einer schmalen bürgerlichen Schicht propagiert werden. Mal im Ernst, merken Sie noch was? Freiheit ist ein universelles Grundbedürfnis, was Sie ja mitIhrer Meinungsäußerung auch liebend gern ausleben... Aber lassen Sie doch bitte Herrn Ströbele gewähren, wenn der nach all den Jahren mal was Vernünftiges von sich gibt. Ja und es ist sehr mutig, weil viele Linke eher so denken wie Sie, Herr D., sie haben Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit vergessen, um obskure kryptofaschistische Diktaturen zu unterstützen, weil sie irgendwie gegen die USA sind, und damit die eigene Bewegung zersplittert... Das ist ein Trauerspiel, Herr D., aber es ist Ihres, nicht meines

  • 24.06.2009 16:21 Uhr

    von Jürgen Gojny:

    Den Alt-68er bleibt auch nicht viel anderes übrig. Bleibt dann die Frage, wer von den Alt 68er diesmal den Ohnesorg gibt? Möglich, daß seitens des iranischen Geheimdienstes bereits ein persischer 'Kurras' nach Berlin unterwegs ist.

  • 24.06.2009 15:16 Uhr

    von ruhich, brauner!:

    @ Christian D.

    Das derzeitige iranische Regime ist doch bereits '79 mit angeblichen 99% der Stimmen gewählt worden. Die Herrschaft der Chameinis & Konsorten begann also bereits mit einer fetten Lüge. Ihre Argumentation haut in dieselbe Kerbe wie Scholl-Latour, Elsässer, altermedia & co.

    Solange der Wächterrat als oberstes Gremium jegliche Reformanstrengungen qua Verfassung blockiert, ist der Iran sicherlich vieles, aber keine Demokratie, 15% Bürger hin oder her. Und mein Recht, das dortige politische System zu kritisieren, ist völlig legitim.

    Vielleicht sollten Sie sich mal genauer in die Thematik einlesen, bevor sie hier nonchalant die These des von den Iranern selbstgewählten Klerikalfaschismus umherbölken.

  • 24.06.2009 15:04 Uhr

    von Jürgen Orlok:

    Sehr konsequent von diesen 68ern !!
    Dann sollten sie doch gleich auch wieder die Demonstarationen gegen die USA (und sich selbst aufnehmen).
    Es war ja so schön und intensiv damals - als wir jung waren ... ihren Kopf haben die 68er ja nachweislich nie wirklich benutzt :D

  • 24.06.2009 15:03 Uhr

    von Andreas K.:

    Es geht doch längst nicht mehr, nur um das Wahlergebnis. Ein großer Teil der Bevölkerung in Iran, sowohl in den Städten als auch auf dem Land, ist unzufrieden mit den Verhältnissen und die werden gerade ein wenig in Frage gestellt.

    Das mit den "bestenfalls 15% Bürgertum" ist bestenfalls eine schwache Mutmaßung.

  • 24.06.2009 15:02 Uhr

    von Dirk:

    @ Christian D.
    Bin mir auch nicht sicher, ob das Wahlergebnis nicht doch recht genau der Wirklichkeit entspricht. So hat sich ja auch der Vorsitzende der Stiftung Wissenschaft und Politik geäußert. Das nimmt natürlich manches von der Überheblichkeit und Selbstsicherheit mit der jetzt von einem Wahlbetrug berichtet wird. Aber davon unbenommen ist doch völlig, dass die Abstimmung von vornherein völlig undemokratisch war. Wo es einen "Wächterrat" gibt, gibt es keine Demokratie. Und gegen Menschenrechte wird im Iran auch massenhaft verstoßen #Gleichberechtigung #Religionsfreiheit etc. Insofern spricht nun wirklich gar nichts dagegen, dass "westliche Köpfe" für diese Dinge eintreten.

  • 24.06.2009 14:49 Uhr

    von AliBanani:

    @Christian D.: Wieso will es nicht in deinen westlichen Kopf, dass vielleicht die Mehrheit im Iran das Mullah-Regime satt hat? Und woher hast du die Zahl 15%? Und vielleicht twittern und bloggen nicht alle Demonstranten. Und selbst wenn das amtliche Wahlergebnis korrekt wäre (was es definitiv NICHT ist), wäre das keine Legitimation für das Regime zu tun, was es nun mal nachgewiesenerweise tut: die Bersichterstattung behindern, Oppositionelle verhaften und auf die eigene Bevölkerung losgehen!

  • 24.06.2009 14:32 Uhr

    von Christian D.:

    Das ist aber mutig!

    Demokratie ist es also immer dann, wenn das Wahlergebnis im "Westen" für gut befunden wird? In einem Land wie dem Iran, dass über bestenfalls 15 % "Bürgertum" (das sind dann diejenigen, die Twittern und Bloggen) verfügt, ist das "amtliche" Wahlergebnis nicht wirklich überraschend, es ist sogar plausibel.

    Wieso will es nicht in unserer westlichen Köpfe, dass auch andere Gesellschaftsformen denkbar und gewünscht sein können?

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