Auflagen für Demo in Biblis
Startverbot für Luftballons
Das Kampagne-Netzwerk Campact wollte mit 20.000 Luftballons vor den Atomreaktoren in Biblis demonstrieren. Doch Betreiber RWE störte der Aufdruck "Tödliche Nachbarn". Er ließ die Demo verbieten.von Julia Henke
Leserkommentare
19.05.2010 23:41 Uhr
von RBL:
Also müssen wir jetzt dankbar sein, dass RWE uns am 24.04. auf ihren Parkplatz vor dem Wassergraben gelassen um mit 20.000 Menschen zu demonstrieren und anschließend das AKW-Gelände mehrfach zu umzingeln?
Ok, sich als "tödliche Nachbarn" titulieren zu lassen und dies durch eine Luftballonwolke vom Werksgelände zu dokumentieren konnte mal wohl kaum erwarten.
Aber das ändert nichts daran, dass die Zeitbombe tickt. Es ist nur jedem zu empfehlen, den sehr sachlichen Bericht von Greenpeace zur Sicherheitslage in Biblis zu lesen (-> campact Link). Dann werden die tödlichen Gefahren konkret.
13.05.2010 07:21 Uhr
von Norbert Schütz:
Eigentlich war das ja irgendwie nicht anders zu erwarten. Öffentlichkeit und Demokratie wird in diesen profitgeilen Machenschaften von Tag zu Tag immer schneller auf Null reduziert. Ich hoffe, daß die Aktion trotzdem irgendwie stattfindet.
07.05.2010 13:43 Uhr
von Sven:
"Oder gibt es ein Gesetz, das Luftballon-steigen-lassen verbietet?". Ja, das gibt es gewissermaßen. In Dresden war dies vor kurzen relevant beim Fussballspiel Dynamo Dresden - Carl Zeiss Jena. Dort wollten die Ultras Dynamo Luftallons aufsteigen lassen. Doch ab 500 Stück (und bei einigen anderen Gründen) ist dafür nach §16a LuftVO die Einholung einer Flugverkehrskontrollfreigabe bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH erforderlich. Da an diesem Tag wegen der Aschewolke der Luftraum sowieso gesperrt war, war dies nicht mehr erforderlich geworden, aber es zeigt, dass die 20.000 Ballons nicht "einfach so" aufsteigen können.
07.05.2010 13:19 Uhr
von Maya:
Es geht um die Versammlung AUF RWE-Gelände. Deshalb hat RWE da eben ein Wörtchen mitzureden.
Zeit aber letztlich auch bloß, dass man auf deren "Hilfe" verzichten kann.
07.05.2010 11:46 Uhr
von MTK:
Naja, natürlich muß RWE nicht erlauben, daß sowas auf deren eigenem Gelände stattfindet. Da haben die einfach Hausrecht. Aber es müsste doch möglich sein, ein geeignetes privates Gelände in der Nähe der AKW zu finden.
07.05.2010 11:21 Uhr
von Atomschnecke:
Wie wärs mit Ballons gengen die Todesmaschine Auto ?
07.05.2010 11:21 Uhr
von Max:
Ich wette Campact hätte der taz gerne ein Foto des Originalluftballonaufdrucks (um den es ja auch geht) zur Verfügung gestellt - damit man sieht um was es *genau* geht.
Immerhin ist ein Anti-Atom Luftballon auf dem Bild und nicht einfach irgendein Luftballon.
07.05.2010 11:15 Uhr
von @Ned:
Naja, das Grundstück auf dem die Demo stattfinden soll scheint ja RWE zu gehören (wie im Artikel zu lesen), in sofern nicht so empörend wie es ursprünglich klingt.
07.05.2010 11:03 Uhr
von Dirk:
Besonders schön auch:
'Zudem sei eine solche Aktion "für unsere Mitarbeiter nicht akzeptabel - sie vertreten die Haltung, dass unsere Kernkraftwerke sicher sind"'
und
""in der Belegschaft massive Existenzängste gebe und RWE nicht für unsere Sicherheit hätte garantieren können"."
Heißt also: Unsere Mitarbeiter würden durch die Ballon-Aufschrift so verwirrt, dass sie durchdrehen und Euch die Köpfe einschlagen werden. Davor müssten wir Euch schützen. Das können wir aber nicht ;-)
07.05.2010 10:44 Uhr
von Ned Rise:
Hallo? Wo sind wir denn? Da gefällt RWE ein Aufdruck auf Luftballons nicht und schon wird eine Demonstration verboten? Da sieht man mal wieder, wer in diesem unserem Land wirklich das Sagen hat. Ekelhaft!
07.05.2010 09:45 Uhr
von Trotzdem:
Man kann die Aktion doch trotzdem machen. Oder gibt es ein Gesetz, das Luftballon-steigen-lassen verbietet?