Der Salzstock von Gorleben ist von Wasserblasen und potenziell gefährlichen Mineralschichten durchzogen. Die Anti-Atom-Initiativen fordern die Neubewertung des Endlagerprojekts.von Jürgen Voges
Immer deutlicher zeigt sich, dass die Atommüllproduktion schnellstmöglich reduziert werden sollte, und der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Geothermie etc. beschleunigt werden sollte. Bis zum 28. März kann übrigens eine Online-Petition an den Bundestag unterstütztwerden, in der gefordert wird, dass es keine weiteren öffentlichen Mittel für die Atomkraft geben soll. https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=2068
Eine weitere Sache, die jede/r relativ leicht tun kann, ist, zu sauberem Ökostrom zu wechseln, vgl. z.B. die Genossenschaft http://www.greenpeace-energy.de , so dass diese auch mehr Mittel haben, um die Energiewende ohne Abhängigkeit von den Kohle- und Atomkraftwerksbetreibern zu beschleunigen. Beispielsweise die Greenpeace Energy e.G. unterstützt zusammen mit Planet Energy Windparks in Österreich und Norddeutschland (Niedersachsen und Brandenburg), sowie ein umweltfreundliches Laufwasserkraftwerk in Bremen und Dach-Solaranlagen in Süddeutschland (z.B. bei Augsburg und Schwäbisch-Hall). Wer hier wegen vielleicht einigen Cent höherer Stromkosten geizt, spart an der falschen Stelle, und bei mehr Mitgliedern/KundInnen können solche AnbieterInnen umso mehr solche Projekte initiieren, was dann den Ausstieg von der Atommüllproduktion beschleunigt.
09.03.2009 23:56 Uhr
von Radiodepressiv:
Jeder Hausfrau ist bekannt das Salz hygroskopisch ist und Feuchtigkeit aus der Umgebung bindet. In keinem anderen Land der Erde wird Atommüll in Salz deponiert.
Das Desaster im Salzbergwerk Asse, welches jahrzehnte als illegales „Endforschungslager“ genutzt wurde, nun akut einsturzgefährdet ist und munter absäuft, darf sich nirgendwo wiederholen.
In Süddeutschland gibt es bestimmt geeignetere Lagerstätten, in stabileren geologischen Formationen, doch dort will man das Zeugs nicht haben und so wird eben Norddeutschland zum Atomklo.
Das sind ja strahlende Aussichten ...
09.03.2009 20:36 Uhr
von Karl Kraus:
Putzig, dass man versucht, Wahrscheinlichkeiten ein bisschen gegeneinander abzuwägen in einer Situation, in der das Eintreten einer gering wahrscheinlichen Situation sofort zu 100% mörderische Folgen hätte. So wie die äußerst beruhigende Rechnung, dass es statistisch gesehen nur alle etwa 300.000 Jahre zu einem GAU in einem Atomkraftwerk komme. Wenn also zehn mal hintereinander Atomkraftwerke in die Luft fliegen, haben wir immerhin statistisch für 3 Millionen Jahre eine total sichere Energiequelle. Sollte dann noch eins hoch gehen, sind wir sogar für weitere 300.000 Jahre aus dem Schneider. So gesehen ist es um so töfter für unsere Nachfahren, je häufiger etwas passiert. Was Wahrscheinlichkeitsrechnung so alles kann! Ach übrigens: Die CCS-Technologie, also die Abscheidung und Lagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken, funktioniert genauso schlau. Es ist irre unwahrscheinlich, dass so ein Lager mal explodiert (das CO2 wird hoch verdichtet und dann in den Boden gepumpt). Auch Sprudelflaschen explodieren, sehr selten, aber sie explodieren durch genau denselben Mechanismus. Und wenn dann doch mal etwas schief geht, ist das sofort richtig verheerend: CO2 ist bekanntlich schwerer als Luft und fließt in einem solchen Fall über den Boden kreuz und quer durch die Gegend. Bei der Explosion eines durch natürliche Vorgänge hoch mit CO2 angereicherten Vulkansees sind mal eben so 180 Leute auf der Stelle erstickt. Gelebt (bis zu besagtem Moment) haben im Umkreis etwa 200 Leute. Aber ist ja alles unwahrscheinlich. Ach, und noch etwas: Schon jetzt haben Politik und Konzerne ausgekungelt, dass die Haftung für Schäden an einem CCS-Lager und damit auch für einen CO2-GAU nach ein paar Jährchen von den Konzernen auf das Land oder den Bund übergeht. Also gilt: Nur wer erstickt, zahlt nicht. Es lebe der Fortschritt. Prost.
Leserkommentare
10.03.2009 08:05 Uhr
von archimedes:
Immer deutlicher zeigt sich, dass die Atommüllproduktion schnellstmöglich reduziert werden sollte, und der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Geothermie etc. beschleunigt werden sollte. Bis zum 28. März kann übrigens eine Online-Petition an den Bundestag unterstütztwerden, in der gefordert wird, dass es keine weiteren öffentlichen Mittel für die Atomkraft geben soll. https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=2068
Eine weitere Sache, die jede/r relativ leicht tun kann, ist, zu sauberem Ökostrom zu wechseln, vgl. z.B. die Genossenschaft http://www.greenpeace-energy.de , so dass diese auch mehr Mittel haben, um die Energiewende ohne Abhängigkeit von den Kohle- und Atomkraftwerksbetreibern zu beschleunigen. Beispielsweise die Greenpeace Energy e.G. unterstützt zusammen mit Planet Energy Windparks in Österreich und Norddeutschland (Niedersachsen und Brandenburg), sowie ein umweltfreundliches Laufwasserkraftwerk in Bremen und Dach-Solaranlagen in Süddeutschland (z.B. bei Augsburg und Schwäbisch-Hall). Wer hier wegen vielleicht einigen Cent höherer Stromkosten geizt, spart an der falschen Stelle, und bei mehr Mitgliedern/KundInnen können solche AnbieterInnen umso mehr solche Projekte initiieren, was dann den Ausstieg von der Atommüllproduktion beschleunigt.
09.03.2009 23:56 Uhr
von Radiodepressiv:
Jeder Hausfrau ist bekannt das Salz hygroskopisch ist und Feuchtigkeit aus der Umgebung bindet. In keinem anderen Land der Erde wird Atommüll in Salz deponiert.
Das Desaster im Salzbergwerk Asse, welches jahrzehnte als illegales „Endforschungslager“ genutzt wurde, nun akut einsturzgefährdet ist und munter absäuft, darf sich nirgendwo wiederholen.
In Süddeutschland gibt es bestimmt geeignetere Lagerstätten, in stabileren geologischen Formationen, doch dort will man das Zeugs nicht haben und so wird eben Norddeutschland zum Atomklo.
Das sind ja strahlende Aussichten ...
09.03.2009 20:36 Uhr
von Karl Kraus:
Putzig, dass man versucht, Wahrscheinlichkeiten ein bisschen gegeneinander abzuwägen in einer Situation, in der das Eintreten einer gering wahrscheinlichen Situation sofort zu 100% mörderische Folgen hätte. So wie die äußerst beruhigende Rechnung, dass es statistisch gesehen nur alle etwa 300.000 Jahre zu einem GAU in einem Atomkraftwerk komme. Wenn also zehn mal hintereinander Atomkraftwerke in die Luft fliegen, haben wir immerhin statistisch für 3 Millionen Jahre eine total sichere Energiequelle. Sollte dann noch eins hoch gehen, sind wir sogar für weitere 300.000 Jahre aus dem Schneider. So gesehen ist es um so töfter für unsere Nachfahren, je häufiger etwas passiert. Was Wahrscheinlichkeitsrechnung so alles kann!
Ach übrigens: Die CCS-Technologie, also die Abscheidung und Lagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken, funktioniert genauso schlau. Es ist irre unwahrscheinlich, dass so ein Lager mal explodiert (das CO2 wird hoch verdichtet und dann in den Boden gepumpt). Auch Sprudelflaschen explodieren, sehr selten, aber sie explodieren durch genau denselben Mechanismus. Und wenn dann doch mal etwas schief geht, ist das sofort richtig verheerend: CO2 ist bekanntlich schwerer als Luft und fließt in einem solchen Fall über den Boden kreuz und quer durch die Gegend. Bei der Explosion eines durch natürliche Vorgänge hoch mit CO2 angereicherten Vulkansees sind mal eben so 180 Leute auf der Stelle erstickt. Gelebt (bis zu besagtem Moment) haben im Umkreis etwa 200 Leute. Aber ist ja alles unwahrscheinlich.
Ach, und noch etwas: Schon jetzt haben Politik und Konzerne ausgekungelt, dass die Haftung für Schäden an einem CCS-Lager und damit auch für einen CO2-GAU nach ein paar Jährchen von den Konzernen auf das Land oder den Bund übergeht. Also gilt: Nur wer erstickt, zahlt nicht.
Es lebe der Fortschritt.
Prost.