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Laptops für den Südkaukasus

taz-Reisen in die Zivilgesellschaft können richtig nachhaltige Folgen haben. Ein schönes Beispiel ist der Südkaukasus – will heißen Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

Einen hat diese Region mittlerweile fest im Griff: Frank Böhringer aus Esslingen. Nach einem ersten Schnupperbesuch 2016 ging der 44-Jährige im vergangenen Herbst mit der taz abermals auf Tour. Und während des Besuchs einer Schule nebst dazugehörigem überschaubar eingerichtetem Computerraum in einem gottverlassenen armenischen Dorf namens Varser kam Böhringer eine Idee: Wie wäre es, den Schülern der Klassenstufen eins bis zwölf, rund 160 an der Zahl, zu Laptops zu verhelfen?

Der Idee folgten Taten. Böhringer nahm zu dem Verein „Labdoo“ Kontakt auf. Diese Nichtregierungsorganisation arbeitet gebrauchte Kleincomputer auf, stattet sie mit Lernsoftware aus und lässt sie weltweit Schulprojekten zukommen.

Nach wenigen Wochen waren 14 Geräte startklar. Jetzt brauchte es noch „Paten“, um die Ware an ihr Ziel zu bringen. Sechs Mitstreiter waren schnell gefunden. Wie Böhringer dieser Kunstgriff gelang, ist nicht überliefert.

So war in Varser am 7. Januar, einen Tag nach dem orthodoxen Weihnachtsfest, noch einmal Bescherung. Die Schüler bedankten sich mit Tanzeinlagen, wobei eine Schuhplattlernummer eher etwas für Liebhaber war.

Wie beziehungsweise wofür genau die Schüler die Laptops nutzen werden, ist noch nicht ganz ausgemacht. Wahrscheinlich zunächst vor allem, um einfach die Welt zu erkunden. Barbara Oertel