das portrait

Ornella Wahner ist Box-Weltmeisterin im Fliegengewicht

Ist von ihrem historischen Sieg überwältigt: Ornella Wahner Foto: Sebastian Willnow/dpa

„Boxgeschichte made in Schwerin“ steht ganz oben auf dem Plakat an einer Straße in der Landeshauptstadt. Die, die Geschichte geschrieben hat, hat sich für ein Instagram-Foto davor gestellt: Ornella Wahner.

Auf dem Plakat ist ein großes Porträt von der 25-Jährigen, die sich in Neu Delhi in Indien den Weltmeister-Titel erkämpft hat. Mit der Goldmedaille hat sie geschafft, was bei der seit 2001 ausgetragenen Weltmeisterschaft der Frauen noch keiner deutschen Boxerin gelungen ist. Wahner kämpft mit 57 Kilogramm in der Gewichtsklasse Fliegengewicht.

Von ihrem historischen Sieg ist sie noch ganz überwältigt. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll – es ist immer noch so unglaublich für mich“, schreibt die gebürtige Dresdenerin auf ihrem Profil. „Ein Traum ist wahr geworden.“ Wahner ist Sportsoldatin und trainiert am Bundesstützpunkt in Schwerin.

Die Europameisterschaften im Sommer waren für sie nicht wie erwünscht verlaufen. Im Viertelfinale war sie knapp ausgeschieden. Aufgegeben hat sie nicht. „Für irgendwas wird es gut sein“, schrieb sie kurz darauf an ihre Fans. Und tatsächlich: Ihr Ehrgeiz hat sie weitergebracht. In Neu Delhi verhinderte sie einen Heimsieg der Inderin Sonia Chahal.

„Sieben Jahre nach ihrem U19-WM-Titel hat Ornella es wieder ganz nach oben geschafft, weil sie es unbedingt wollte“, sagt ihr Bundestrainer Michael Timm, der selbst Europameister und mehrfacher DDR-Meister ist. Timm betont Wahners großen Siegeswillen. Er sieht seinen Schützling als fleißige und zielbewusste Sportlerin – in der Halle, aber auch privat.

Neben ihrer sportlichen Karriere studiert Wahner in Wismar Sportmanagement. Sie ernährt sich energiereich, um sich den geistigen und körperlichen Belastungen zu stellen, weiß Timm. Und davon werden wohl noch mehr kommen: Das nächste Ziel für Ornella Wahner sind die Olympischen Spiele 2020 in Japan, für die sie sich im kommenden Jahr qualifizieren kann. Milena Pieper